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KI im Coaching · Prompt Engineering

SBI-Feedback mit KI: Situation, Verhalten und Wirkung trennen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Das SBI-Modell gliedert Feedback in Situation, Verhalten (Behavior) und Wirkung (Impact). Es hilft, Beobachtung und Bewertung zu trennen. KI kann Übungsbeispiele und Umformulierungen liefern, die an erfundenen Fällen geübt werden. Echtes Feedback an Klientinnen formulieren Sie selbst, mit deren Einverständnis.

Das Problem

Im Coaching kommt es vor, dass eine Klientin Rückmeldung wünscht: «Wie wirke ich in Gesprächen?» oder «Was fällt Ihnen auf?» Coaches stehen dann vor einer Gratwanderung. Sie sollen ehrlich sein, ohne zu verletzen oder zu urteilen. Und sie wollen Feedback geben, das die Klientin weiterbringt, nicht in die Defensive treibt.

Das SBI-Modell bietet dafür eine klare Struktur. Es wurde vom Center for Creative Leadership entwickelt und besteht aus drei Teilen: Situation (wann und wo?), Verhalten (Behavior, was genau war zu sehen oder zu hören?) und Wirkung (Impact, was hat das bei mir ausgelöst?). Beispiel: «In der Sitzung gestern (Situation) haben Sie dreimal auf die Uhr geschaut (Verhalten). Ich habe mich dadurch gehetzt gefühlt (Wirkung).»

Das Modell trennt Beobachtung von Bewertung. «Sie sind unkonzentriert» ist eine Bewertung. «Sie haben dreimal auf die Uhr geschaut» ist eine Beobachtung. Im Coaching dient SBI vor allem als Übung: Klientinnen lernen, selbst Rückmeldung zu geben, und Coaches schärfen ihre eigene Formulierung. KI kann dazu Beispiele liefern, an denen geübt wird.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie das Ziel der Übung. Wollen Sie als Coach Ihr Feedback verbessern oder soll die Klientin lernen, Feedback zu geben? Das bestimmt die Beispiele.
  1. Lassen Sie fiktive Situationen entwerfen. Bitten Sie die KI um fünf erfundene Alltagsszenen, zum Beispiel aus Teamsitzungen oder Kundengesprächen, ohne reale Personen und ohne Bezug zu Ihrer Klientel.
  1. Lassen Sie je Szene Feedback in SBI-Form schreiben. Je einmal gelungen, einmal mit Bewertungen vermischt. Die Klientin sucht den Unterschied.
  1. Üben Sie das Unterscheiden. Fragen Sie: Was ist hier Beobachtung, was Bewertung, was Wirkung? Markieren Sie gemeinsam.
  1. Lassen Sie Sätze umformulieren. Geben Sie Beispiele wie «Du hörst nie zu» und üben Sie, sie in SBI zu fassen: «In der gestrigen Sitzung haben Sie mich dreimal unterbrochen. Ich hatte das Gefühl, nicht zu Ende sprechen zu dürfen.»
  1. Üben Sie mit einem eigenen Beispiel. Die Klientin wählt eine Situation aus ihrem Alltag, die sie anspricht, und formuliert sie selbst in SBI. Sie müssen nichts davon in die KI geben.
  1. Üben Sie die Gesprächsführung. Planen Sie, wie sie den Satz sagt und was sie tut, wenn das Gegenüber reagiert. Üben Sie im Rollenspiel mit Ihnen als Gegenüber.
  1. Reflektieren Sie. Was war leicht, was schwer? Was würde die Klientin im echten Gespräch anders sagen?
TeilFrageBeispiel
SituationWann und wo?In der Teamsitzung am Dienstag
VerhaltenWas war zu sehen/hören?Sie haben das Protokoll nicht vorgelesen
WirkungWas hat es bei mir bewirkt?Ich war unsicher, welche Aufgaben bei mir liegen

Vorlage zum Kopieren

Dieser Prompt erstellt erfundene Übungsfälle. Keine echten Personen oder Daten verwenden.

Ich bin Coach und möchte das SBI-Feedbackmodell (Situation, Verhalten, Wirkung) mit erfundenen Beispielen üben.
1. Erfinde fünf kurze Alltagsszenen aus dem Berufsleben in der Schweiz (je 3–4 Sätze), ohne reale Personen oder Firmen.
2. Schreibe zu jeder Szene zwei Feedbacksätze: einen im SBI-Format, einen mit Bewertungen und Verallgemeinerungen.
3. Lass die Unterschiede für mich offen, ich markiere selbst, was Beobachtung, Bewertung und Wirkung ist.
4. Liefere danach eine Lösung mit kurzer Erklärung.
5. Schlage fünf Sätze vor, die ich üben kann, in SBI umzuformulieren (z. B. «Du hörst nie zu»).
Verwende keine echten Namen und keine Daten von Klientinnen.

Verwenden Sie die Beispiele nur als Übungsmaterial und führen Sie das echte Feedback im Gespräch mit der Klientin.

Worauf Sie achten müssen

  • Verwenden Sie für Übungen erfundene Fälle. Echte Rückmeldungen an Klientinnen oder Dritte gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
  • SBI ist ein Hilfsmittel, keine Formel. Auch gutes SBI kann verletzen, wenn der Ton oder die Beziehung nicht stimmen. Fragen Sie, ob Feedback gewünscht ist.
  • Coaches geben Feedback in Absprache, nicht unaufgefordert. Klären Sie, ob und in welcher Form die Klientin Rückmeldung möchte.
  • Die Wirkung ist eine Ich-Aussage. Sie beschreibt, was bei Ihnen ankam, nicht, was «objektiv» war.
  • Bei Hinweisen auf Mobbing oder Belästigung ist Feedback nicht der richtige Weg. Verweisen Sie auf Fachstellen; in Krisen hilft die Dargebotene Hand (143).
  • Weitere Anwendung in der Führung: SBI-Feedbackmodell in der Führung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Coachin aus Aarau arbeitet mit einem Teamleiter, der Mühe hat, Rückmeldung zu geben. Er sagt oft: «Du musst engagierter sein.»

Mit KI hat sie erfundene Szenen vorbereitet. Beim Üben merkt er, dass «engagierter» eine Bewertung ist. Er formuliert um: «In den letzten drei Sitzungen haben Sie keine Fragen gestellt. Ich wusste dadurch nicht, ob Sie Aufgaben verstanden haben.» Im echten Gespräch mit seiner Mitarbeiterin erfährt er, dass sie sich nicht traut, vor anderen zu fragen. Sie vereinbaren, dass sie Fragen im Einzelgespräch stellt.

So hilft Ihnen Alpasana

Für das präzise Beauftragen von KI beim Erstellen von Übungsmaterial bietet absofort den Kurs Prompt Engineering an: Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, Beispiele zur Steuerung einsetzen, Prompts überarbeiten und Ergebnisse prüfen. Datenschutz wird berücksichtigt. Der Kurs läuft online, mit Zertifikat und ohne Programmierkenntnisse.

Wie Sie Feedback in Ihrer Praxis geben, bleibt Ihre professionelle Entscheidung.

Häufige Fragen

Muss ich SBI strikt in der Reihenfolge anwenden?

Nein, die Reihenfolge ist eine Orientierung. Wichtig ist, dass Beobachtung, Wirkung und, falls nötig, ein Wunsch erkennbar sind.

Kann ich SBI auch für positives Feedback nutzen?

Ja, und das ist sehr wirksam: «Gestern haben Sie das Ziel der Sitzung am Anfang genannt. Dadurch konnte ich mich orientieren.» Konkretes Lob hilft mehr als allgemeines.

Wie unterscheidet sich SBI von Ratschlägen?

SBI beschreibt, was beobachtet wurde und wie es wirkte. Ein Ratschlag sagt, was jemand tun soll. Im Coaching bleibt SBI bei der Beschreibung.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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