KI im Coaching · Prompt Engineering
Intervision mit KI vorbereiten: Ablauf für kollegiale Beratung
Kurz gesagt
Intervision ist kollegiale Beratung unter Gleichgestellten ohne externe Leitung. Ein klarer Ablauf mit Rollen, Zeiten und getrennten Phasen verhindert, dass Rat zu früh kommt. Mit KI lässt sich der Ablauf als Vorlage vorbereiten. Fallangaben bleiben anonym und gehören nie in die KI.
Das Problem
Frau Berger trifft sich viermal im Jahr mit vier Kolleginnen, die ebenfalls coachen. Sie möchten sich gegenseitig bei schwierigen Situationen unterstützen. Doch die Treffen laufen oft chaotisch: Eine Kollegin schildert einen Fall, noch bevor sie fertig ist, kommen Ratschläge, jemand erzählt eine ähnliche Geschichte, und am Ende fühlt sich die Fallgeberin eher überfahren als unterstützt.
Intervision ist eine Form kollegialer Beratung. Fachleute auf gleicher Ebene besprechen miteinander Fälle aus ihrer Praxis, ohne externe Leitung. Im Unterschied zur Supervision gibt es keine ausgebildete Supervisorin. Gerade deshalb braucht Intervision eine klare Struktur: Wer spricht wann, und was ist in welcher Phase erlaubt?
Ein bewährter Aufbau trennt Fallschilderung, Rückfragen, Hypothesen und Ideen. KI kann helfen, diesen Ablauf als Vorlage auszuarbeiten. Fälle selbst werden nie in die KI eingegeben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie Zweck und Regeln. Besprechen Sie in der Gruppe: Wofür dient die Intervision? Was gilt für Vertraulichkeit? Wie wird anonymisiert? Halten Sie die Regeln schriftlich fest.
- Verteilen Sie Rollen. Üblich sind Fallgeberin, Moderation, Zeitwächterin und Beratende. Rollen wechseln von Treffen zu Treffen.
- Lassen Sie die KI einen Ablauf entwerfen. Verwenden Sie die Vorlage unten. Sie liefert Phasen mit Zeitangaben und Leitfragen für jede Rolle.
- Prüfen Sie den Entwurf gemeinsam. Passt die Zeit? Gibt es Phasen, die Sie weglassen oder erweitern möchten? Passen Sie ihn an Ihre Gruppe an.
- Trennen Sie die Phasen strikt. Nach der Fallschilderung folgen Verständnisfragen, dann Hypothesen, dann Ideen. Die Fallgeberin entscheidet, was sie davon mitnimmt.
- Beenden Sie mit einer Auswertung. Die Fallgeberin sagt, was sie mitnimmt. Die Gruppe erhält kurz Rückmeldung zum Ablauf, nicht zum Fall.
- Verbessern Sie den Ablauf. Nach einigen Treffen passen Sie Rollen, Zeiten und Regeln an. Notieren Sie, was gut funktioniert.
Vorlage zum Kopieren
Wir sind eine Intervisionsgruppe von [Zahl] Coaches und treffen uns [Häufigkeit].
Entwirf einen Ablauf für eine kollegiale Fallberatung von [Dauer, z. B. 60 Minuten].
Phasen: Rollenklärung, Fallschilderung (ohne Namen), Verständnisfragen, Hypothesen,
Ideen und Vorschläge, Auswertung durch die Fallgeberin, Rückmeldung zum Ablauf.
Gib je Phase eine Zeitangabe, eine Aufgabe der Moderation und zwei Beispielsätze.
Ergänze fünf Gruppenregeln zu Vertraulichkeit und Anonymisierung.
Keine Fallinhalte, keine Namen, keine Bewertungen von Klientinnen.Passen Sie Gruppengrösse und Dauer an. Fälle aus Ihrer Praxis gehören nicht in die KI; sie werden mündlich und anonymisiert in der Gruppe besprochen.
Beispielablauf für 60 Minuten
| Phase | Dauer | Inhalt |
|---|---|---|
| Rollen und Fragestellung | 5 Min. | Fallgeberin nennt ihr Anliegen |
| Fallschilderung | 10 Min. | Ohne Unterbrechung, anonymisiert |
| Verständnisfragen | 10 Min. | Nur Fragen, keine Ratschläge |
| Hypothesen | 10 Min. | «Ich frage mich, ob …» |
| Ideen und Vorschläge | 15 Min. | Angebote, die Fallgeberin wählt aus |
| Auswertung | 10 Min. | Was nimmt sie mit, was war hilfreich |
Worauf Sie achten müssen
- Vertraulichkeit. Fälle werden anonymisiert, sodass niemand erkennbar ist. Das gilt auch für kleine Gemeinden und enge Fachkreise, wo schon Details identifizieren können. Berufsgeheimnis und Datenschutz klären Sie im Einzelfall.
- Keine Fallinhalte in KI-Dienste. Die KI hilft beim Ablauf, nicht bei der Fallarbeit. Eine Fallbesprechung in einem öffentlichen KI-Dienst ist ungeeignet.
- Keine Supervision. Intervision ersetzt keine professionelle Supervision, wenn diese nötig oder vorgeschrieben ist, etwa in manchen Berufen. Klären Sie, was für Sie gilt.
- Gleichrangigkeit. Niemand ist Expertin über die anderen. Beratende bringen Perspektiven ein, keine Urteile.
- Zeitdisziplin. Ohne Moderation verlängern sich Phasen. Vereinbaren Sie, wer die Zeit hütet.
- Coaching ist keine Therapie. Wenn ein Fall Hinweise auf Krisen, Gefährdung oder Erkrankungen enthält, steht die Weitervermittlung an Fachpersonen im Vordergrund. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Gruppe von fünf Coaches in Olten trifft sich vierteljährlich. Bisher berichten Teilnehmende ausführlich von Fällen, und Ratschläge kommen schon nach zwei Minuten. Die Fallgeberin fühlt sich oft überrollt.
Mit KI entwerfen sie einen Ablauf mit sechs Phasen und Zeiten. Sie beschliessen, dass in den ersten 20 Minuten nur Verständnisfragen erlaubt sind. Beim nächsten Treffen schildert eine Coachin einen anonymisierten Fall. Sie sagt danach: «Zum ersten Mal hatte ich Raum, meine Frage genau zu stellen.»
Vorher dominierte der Rat. Nachher gibt es eine klare Trennung der Phasen und eine Auswertung. Wie man Fragen statt Tipps stellt, vertieft Intervision: Fragen statt Tipps.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer KI für solche Ablaufvorlagen gezielter beauftragen möchte, lernt im Prompt-Engineering-Kurs von absofort.ch, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, komplexe Aufgaben schrittweise zu bearbeiten und Ergebnisse zu prüfen. Der Datenschutz ist ein beschriebener Inhalt. Der Online-Kurs bietet ein Zertifikat und braucht keine Programmierkenntnisse.
Der Kurs bietet keine Supervision und keine Moderation von Intervisionsgruppen. Die fachliche Begleitung Ihrer Gruppe organisieren Sie selbst oder über Berufsverbände.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Intervision von Supervision?
Intervision läuft ohne externe Leitung unter Gleichgestellten. Supervision wird von einer ausgebildeten Person geleitet und ist oft stärker auf Rolle und Reflexion ausgerichtet. Beides kann sich ergänzen.
Wie gross sollte eine Gruppe sein?
Oft arbeiten vier bis sechs Personen gut zusammen. Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend sind Vertrauen und Zeit für alle.
Darf ich Gesprächsprotokolle der Intervision in die KI geben?
Nein. Fallinhalte, auch anonymisierte, gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Halten Sie Ergebnisse nur kurz und ohne Personenbezug fest.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.