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KI im Coaching · Prompt Engineering

Ich-Botschaften mit KI üben: Vorwürfe im Coaching bearbeiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Ich-Botschaft beschreibt, was jemand beobachtet, wie es auf ihn wirkt, was er braucht und worum er bittet, statt der anderen Person etwas vorzuwerfen. Mit KI erstellen Sie erfundene Übungsfälle, an denen Ihr Coachee diese vier Schritte trainiert. Eigene Konflikte gehören nicht in die KI.

Das Problem

Frau Berger coacht eine Abteilungsleiterin, die sich über ihren Kollegen ärgert. Ihr Satz lautet: «Du hörst mir nie zu und machst immer, was du willst.» Solche Vorwürfe sind nachvollziehbar, lösen beim Gegenüber aber meist Abwehr oder Gegenvorwürfe aus. Das eigentliche Anliegen geht unter.

Eine bewährte Alternative ist die Ich-Botschaft. Sie spricht von der eigenen Wahrnehmung und eigenen Bedürfnissen statt von Eigenschaften der anderen Person. Verbreitet ist ein vierteiliger Aufbau, wie ihn auch die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg verwendet: Beobachtung, Wirkung oder Gefühl, Bedürfnis, Bitte.

Das Konzept ist einfach, die Umsetzung schwer, besonders unter Ärger. Deshalb braucht es Übung an Beispielen, die emotional nicht aufgeladen sind. Hier kann KI Übungsfälle liefern, die Ihr Coachee in Ruhe bearbeitet.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie das Übungsziel. Besprechen Sie mit Ihrem Coachee, wofür die Übung dient: Vorwürfe erkennen und in klare Anliegen übersetzen. Einigen Sie sich darauf, dass echte Konflikte nicht an die KI gegeben werden.
  2. Lassen Sie die KI erfundene Vorwurfssätze schreiben. Sie liefert zehn alltägliche Sätze aus Arbeit und Privatleben, die als Vorwurf formuliert sind, zum Beispiel «Nie räumst du auf.»
  3. Üben Sie den vierteiligen Aufbau. Der Coachee wählt drei Sätze und schreibt jeweils: Was habe ich konkret beobachtet? Was löst das bei mir aus? Was brauche ich? Worum bitte ich konkret?
  4. Lassen Sie die KI die Ergebnisse prüfen. Verwenden Sie die Vorlage unten. Sie prüft, ob die Beobachtung frei von Bewertung ist und ob die Bitte konkret und erfüllbar ist.
  5. Besprechen Sie die Ergebnisse gemeinsam. Fragen Sie: Was fiel leicht, was schwer? Wo rutschte ein Vorwurf durch? Wie würde das Gegenüber vermutlich reagieren?
  6. Üben Sie laut. Der Coachee spricht eine Ich-Botschaft im Rollenspiel. Sie spielen die Rolle der angesprochenen Person und reagieren zunächst offen, dann abwehrend.
  7. Vereinbaren Sie einen Transfer. Der Coachee wählt eine reale, überschaubare Situation und formuliert dafür seine Ich-Botschaft selbst, ohne KI. Die Auswertung folgt in der nächsten Sitzung.

Vorlage zum Kopieren

Ich bin Coach und möchte mit einem Coachee Ich-Botschaften üben.
Erstelle zehn erfundene Vorwurfssätze aus dem Arbeitsalltag und dem Privatleben
(ohne Namen, ohne reale Personen), zum Beispiel «Du bist schon wieder unpünktlich.»
Gib zu drei Sätzen ein Muster für eine Ich-Botschaft in vier Teilen:
Beobachtung (ohne Bewertung), Wirkung/Gefühl, Bedürfnis, konkrete Bitte.
Danach gebe ich Übungsversuche ein: [Versuch]
Prüfe jeden Versuch: Ist die Beobachtung frei von Bewertung? Ist die Bitte konkret
und erfüllbar? Steckt noch ein versteckter Vorwurf drin? Gib kurze Hinweise.
Keine Diagnosen, keine Aussagen über Persönlichkeit.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch die Versuche Ihres Coachees und nutzen Sie nur erfundene Sätze.

Vom Vorwurf zur Ich-Botschaft

VorwurfIch-Botschaft (Beispiel)
«Du hörst nie zu.»«Als ich vorhin sprach, hast du auf dein Handy geschaut. Ich fühle mich dann übergangen. Mir ist wichtig, gehört zu werden. Könntest du das Handy während unserer Besprechung weglegen?»
«Immer kommst du zu spät.»«Die Sitzung hat heute zehn Minuten später begonnen. Das stresst mich, weil ich den Zeitplan einhalten möchte. Kannst du mir Bescheid geben, wenn du dich verspätest?»

Worauf Sie achten müssen

  • Keine echten Konflikte in öffentliche KI-Dienste. Konfliktbeschreibungen, Namen und Details gehören nicht in die Eingabe. Arbeiten Sie mit erfundenen Beispielen. Datenschutz (revDSG) und Berufsgeheimnis klären Sie im Einzelfall.
  • Keine Garantie. Auch eine gute Ich-Botschaft garantiert keine positive Reaktion. Sie erhöht die Chance auf ein Gespräch, mehr nicht.
  • Formel mit Gefühl. Wer Ich-Botschaften schematisch aufsagt, wirkt künstlich. Ermutigen Sie Ihren Coachee, eigene Worte zu finden.
  • Versteckte Vorwürfe. Sätze wie «Ich fühle mich von dir ignoriert» enthalten eine Zuschreibung. Hilfreicher ist die Beschreibung des Erlebens.
  • Kultur und Beziehung. In manchen Umfeldern ist direkte Sprache unüblich. Passen Sie die Formulierungen an.
  • Coaching ist keine Therapie. Bei Gewalt, Drohungen oder anhaltender Belastung verweisen Sie an Fachstellen. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Ein Coach in Aarau arbeitet mit einem Projektleiter, der sich über die ständigen Verzögerungen eines Teammitglieds ärgert. Im Coaching erlebt der Projektleiter, dass sein Satz «Du bist unzuverlässig» Abwehr auslöst.

Der Coach lässt die KI zehn erfundene Vorwürfe erzeugen. Der Projektleiter übt drei davon. Bei «Nie hält sich jemand an Termine» schreibt er: «Die letzten drei Berichte kamen einen Tag nach der Frist. Das bringt mich in Zeitnot, weil ich die Unterlagen dem Kunden weiterleiten muss. Mir ist Verlässlichkeit wichtig. Können wir vereinbaren, dass du mir einen Tag vorher Bescheid gibst, wenn es knapp wird?»

Vorher kam ein Vorwurf, nachher ein konkretes Anliegen. Der Coach bespricht mit ihm, wie sich das im echten Gespräch anfühlt. Für das aufmerksame Zuhören dazu passt Aktives Zuhören: Mit KI eine Partnerübung entwickeln.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer KI für Übungsmaterial klar beauftragen möchte, lernt im Prompt-Engineering-Kurs von absofort.ch, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen. Beschrieben sind zudem das Einsetzen von Beispielen, das schrittweise Bearbeiten komplexer Aufgaben, das Überarbeiten von Prompts, die Prüfung der Ergebnisse und der Datenschutz. Der Online-Kurs bietet ein Zertifikat und braucht keine Programmierkenntnisse.

Der Kurs vermittelt keine Kommunikationsmethodik. Die Methode bringen Sie aus Ihrer Coaching-Ausbildung mit; der Kurs hilft, Übungsaufträge präzise an die KI zu formulieren.

Häufige Fragen

Funktionieren Ich-Botschaften immer?

Nein. Sie erhöhen die Chance auf ein offenes Gespräch, weil sie weniger Angriffsfläche bieten. Wie das Gegenüber reagiert, bleibt offen. Üben Sie deshalb auch den Umgang mit Abwehr.

Darf mein Coachee echte Situationen in die KI eingeben?

Das raten wir nicht. Konflikte betreffen meist Dritte, deren Daten nicht in öffentliche Dienste gehören. Nutzen Sie erfundene Beispiele und übertragen Sie das Gelernte selbst.

Ist das nicht zu schematisch?

Am Anfang wirkt es oft so. Mit Übung entwickelt jeder eigene Formulierungen. Das Schema ist eine Stütze, kein Skript für das Gespräch.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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