KI im Coaching · Prompt Engineering
Aktives Zuhören: Mit KI eine Partnerübung entwickeln
Kurz gesagt
Aktives Zuhören heisst, dem Gegenüber aufmerksam zu folgen, das Gehörte mit eigenen Worten zurückzugeben und nachzufragen, ob es stimmt. Mit KI entwerfen Sie eine Übung für zwei oder drei Personen mit klaren Rollen, Zeitvorgaben und Beobachtungsfragen. Geübt wird mit erfundenen oder harmlosen Themen.
Das Problem
Frau Berger leitet eine Weiterbildung für angehende Coaches. In Rollenspielen fällt ihr auf, dass viele Teilnehmende schon nach zwei Sätzen Ratschläge geben, Parallelen aus dem eigenen Leben erzählen oder das Thema wechseln. Zuhören im eigentlichen Sinn kommt kurz.
Aktives Zuhören bedeutet, die Aufmerksamkeit ganz auf die sprechende Person zu richten, das Gehörte in eigenen Worten wiederzugeben (Paraphrasieren) und nachzufragen, ob es richtig angekommen ist. Das klingt einfach, ist aber ungewohnt: Im Alltag hören wir oft nur zu, um zu antworten.
Eine Partnerübung mit klaren Rollen hilft, dieses Verhalten zu trainieren. Die Vorbereitung ist aufwendig, besonders wenn Übungsthemen, Beobachtungsfragen und Zeitpläne fehlen. KI kann die Vorarbeit leisten, während Sie das Gespräch in der Gruppe führen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Legen Sie das Lernziel fest. Formulieren Sie in einem Satz, was die Teilnehmenden nach der Übung können sollen, etwa: «Eine Aussage in eigenen Worten zusammenfassen und vor Ratschlägen nachfragen.»
- Bestimmen Sie die Rollen. Üblich ist eine Dreiergruppe: Sprecherin, Zuhörer und Beobachterin. Bei Zweiergruppen entfällt die Beobachtung, oder die Rollen wechseln.
- Lassen Sie die KI harmlose Themen sammeln. Sie schlägt zehn neutrale Gesprächsthemen vor, etwa «ein Projekt, das ich gern umgesetzt hätte» oder «ein Hobby, das mich auszeichnet». Echte Konflikte, Krankheiten und Krisen sind ausgeschlossen.
- Lassen Sie einen Ablauf mit Zeitangaben erstellen. Zum Beispiel: drei Minuten erzählen, zwei Minuten paraphrasieren und nachfragen, zwei Minuten Rückmeldung, dann Rollenwechsel.
- Erstellen Sie einen Beobachtungsbogen. Die KI formuliert fünf Beobachtungsfragen: Wurde das Gehörte in eigenen Worten wiedergegeben? Wurde nachgefragt, ob es stimmt? Gab es Ratschläge oder Themenwechsel?
- Prüfen Sie das Material. Passen Themen und Fragen zu Ihrer Gruppe? Streichen Sie, was zu persönlich oder missverständlich ist.
- Führen Sie die Übung durch und werten Sie aus. Fragen Sie in der Runde: Wie war es, nur zuzuhören? Was fiel schwer? Wie fühlte es sich an, gehört zu werden?
Vorlage zum Kopieren
Ich leite eine Weiterbildung zu Gesprächsführung im Coaching.
Entwickle eine Partnerübung zu aktivem Zuhören für Dreiergruppen
(Sprecher/in, Zuhörer/in, Beobachter/in).
Lernziel: [z. B. Gehörtes in eigenen Worten wiedergeben und Verständnis prüfen, bevor geantwortet wird]
Dauer: [z. B. 30 Minuten inklusive Rollenwechsel]
Liefere:
- zehn neutrale Gesprächsthemen (keine Konflikte, keine Gesundheit, keine Krisen),
- einen Ablauf mit Zeitangaben,
- einen Beobachtungsbogen mit fünf Fragen,
- drei Reflexionsfragen für die Schlussrunde.
Formuliere in einfacher Sprache. Keine Diagnosen, keine Bewertung der Teilnehmenden.Passen Sie Lernziel und Dauer an und kürzen Sie die Themenliste auf drei bis vier, wenn die Zeit knapp ist. Lassen Sie die KI im zweiten Durchgang zusätzlich eine Variante für Zweiergruppen und eine für die Online-Durchführung entwerfen, damit Sie die Übung flexibel einsetzen können.
Rollen in der Dreierübung
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Sprecherin | Erzählt zu einem harmlosen Thema |
| Zuhörer | Hört zu, gibt in eigenen Worten wieder, fragt nach |
| Beobachterin | Notiert, was auffällt, ohne einzugreifen |
Worauf Sie achten müssen
- Harmlose Themen wählen. Übungen sollen sicher sein. Sensible Themen wie Krankheit, Familienkonflikte oder Trauma gehören nicht in eine Übung, bei der Teilnehmende noch üben.
- Freiwilligkeit. Niemand muss etwas Persönliches preisgeben. Erlauben Sie, ein Thema zu wechseln.
- Keine echten Fälle in KI-Dienste. Die KI erstellt Material, die Übung findet unter Menschen statt. Geben Sie keine Informationen über Teilnehmende ein.
- Rückmeldungen respektvoll. Die Beobachterin beschreibt, was sie sah, und bewertet nicht. Das üben Sie vorab an einem Beispiel.
- KI-Material prüfen. Themen, die auf den ersten Blick harmlos wirken, können für einzelne Personen belastend sein. Lesen Sie die Liste vorab durch.
- Coaching ist keine Therapie. Wenn in der Übung starke Gefühle auftauchen, nehmen Sie diese ernst, unterbrechen Sie sachte und verweisen Sie bei Bedarf an Fachpersonen. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Ausbilderin an einer Coaching-Schule in Zürich plant einen Übungsnachmittag. Sie bittet die KI um eine Dreierübung mit zehn Themen und einem Beobachtungsbogen.
Vorher hat sie Themen spontan genannt, und einige Teilnehmende sprachen über belastende Erlebnisse, die niemand auffangen konnte. Nachher nutzt sie die KI-Liste, streicht zwei Themen und ergänzt eines selbst. Der Beobachtungsbogen enthält die Frage: «Hat die zuhörende Person vor einem Ratschlag nachgefragt?»
In der Schlussrunde berichten mehrere, dass sie erstmals gemerkt haben, wie sehr sie Lösungen anbieten wollen. Mehr zur Technik des Paraphrasierens steht in Aktives Zuhören und Paraphrasieren.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer KI-Aufträge für Übungsmaterial präzise formulieren möchte, findet im Prompt-Engineering-Kurs von absofort.ch Inhalte zu Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat sowie zum Überarbeiten von Prompts und zur Prüfung der Ergebnisse. Der Datenschutz wird berücksichtigt. Der Online-Kurs schliesst mit Zertifikat ab und setzt keine Programmierkenntnisse voraus.
Der Kurs behandelt das Beauftragen von KI und keine Gesprächsführung. Ihre Methodik bringen Sie aus Ihrer Ausbildung mit.
Häufige Fragen
Wie lange sollte eine Übung dauern?
Das hängt von Gruppe und Ziel ab. Planen Sie genug Zeit für Rollenwechsel und Reflexion ein; die Reflexion ist oft wichtiger als die Übung selbst.
Kann man das auch online üben?
Ja, in Breakout-Räumen oder Zweiergruppen. Achten Sie auf Technik, die Wartezeiten und Ablenkung vermeidet, und klären Sie vorab, wie Rollen und Zeitnehmen funktionieren.
Wie wichtig ist Paraphrasieren?
Es ist ein wichtiges Werkzeug, aber kein Selbstzweck. Wer jeden Satz wiederholt, wirkt mechanisch. Üben Sie, es dosiert und mit eigenen Worten einzusetzen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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