Wandel der IT · KI für Developer mit Claude und Codex
Wie lassen sich mit KI sinnvolle Softwaretests erstellen?
Kurz gesagt
Die KI kann aus Ihrer Beschreibung eine Liste von Testfällen vorschlagen, darunter auch ungewöhnliche Eingaben wie leere Felder oder falsche Datumsangaben. Sie oder Ihr Entwickler führen die Tests aus und beurteilen die Ergebnisse. Ein Test ist nur so gut wie die Erwartung dahinter, und die muss von Ihrer Fachkenntnis kommen.
Das Problem
Ihr Betrieb hat ein neues Werkzeug bekommen, zum Beispiel ein Formular zur Offertenerfassung. Im Normalfall läuft alles. Doch was passiert, wenn jemand einen Betrag mit Komma statt Punkt eingibt, ein Pflichtfeld leer lässt oder einen Namen mit Sonderzeichen wie «Müller-Zürcher» einträgt?
Solche Situationen nennt man Grenzfälle, also ungewöhnliche, aber mögliche Eingaben. Gerade dort passieren die Fehler, die im Alltag am meisten Ärger machen. Und sie fallen oft erst auf, wenn Kundendaten falsch gespeichert sind.
Gutes Testen heisst, solche Situationen vor dem Einsatz durchzuspielen. Das ist mühsam, weil man erst auf die Fälle kommen muss. Genau hier kann KI helfen: Sie liefert Ideen für Testfälle, an die man selbst nicht gedacht hätte.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Aufgabe des Werkzeugs beschreiben: Schreiben Sie in drei bis fünf Sätzen, was das Werkzeug tun soll, wer es nutzt und welche Eingaben es gibt.
- Regeln festhalten: Notieren Sie, was gelten muss, etwa «Rabatt höchstens 10 Prozent» oder «Rechnungsnummer ist immer eindeutig». Diese Regeln sind Ihre Erwartung, daran messen sich alle Tests.
- Testfälle erzeugen lassen: Geben Sie beides mit der Vorlage unten in ein freigegebenes KI-Programm. Bitten Sie um eine Tabelle mit Eingabe, erwartetem Ergebnis und Begründung.
- Liste kritisch lesen: Streichen Sie Fälle, die in Ihrem Betrieb nie vorkommen. Ergänzen Sie Fälle aus Ihrer Erfahrung, etwa Besonderheiten bei Kundinnen oder Lieferanten.
- Erwartungen kontrollieren: Prüfen Sie bei jedem Fall, ob das «erwartete Ergebnis» wirklich stimmt. Hier irrt die KI häufig, weil sie Ihre Geschäftsregeln nicht kennt.
- Tests durchführen: Spielen Sie die Fälle von Hand mit Testdaten durch und haken Sie ab. Entwickler können daraus automatisierte Tests machen, die sich auf Knopfdruck wiederholen lassen.
- Ergebnisse festhalten: Notieren Sie je Fall «bestanden» oder «fehlgeschlagen» mit einer kurzen Beobachtung. Fehlgeschlagene Fälle geben Sie dem Entwickler mit genauer Beschreibung weiter.
- Nach jeder Änderung wiederholen: Wird das Werkzeug angepasst, laufen die wichtigsten Tests erneut. So fällt auf, wenn etwas Funktionierendes plötzlich nicht mehr geht.
Vorlage zum Kopieren
Ich möchte ein neues internes Werkzeug testen. Ich bin keine Entwicklerin.
Das Werkzeug: [Beschreibung, z. B. Formular zur Erfassung von Offerten]
Eingaben: [z. B. Kundenname, Betrag in CHF, Datum, Rabatt in Prozent]
Regeln, die gelten müssen: [z. B. Rabatt 0–10 %, Betrag grösser als 0, Datum nicht in der Vergangenheit]
Erstelle eine Tabelle mit 20 Testfällen. Spalten: Nr., Eingabe, erwartetes Ergebnis, Begründung.
Berücksichtige: normale Fälle, leere Felder, falsche Formate, sehr lange Texte,
Sonderzeichen (ä, ö, ü, é, Apostroph), Grenzwerte (0, 10 %, 10,01 %), doppelte Einträge.
Verwende nur erfundene Beispielwerte, keine echten Namen.
Wenn eine Regel unklar ist, stelle zuerst eine Rückfrage, statt etwas anzunehmen.Passen Sie Beschreibung, Eingaben und Regeln an Ihr Werkzeug an. Wünschen Sie weniger Fälle, ändern Sie einfach die Zahl.
Welche Arten von Tests gibt es?
| Testart | Frage | Wer macht es |
|---|---|---|
| Normalfall | Funktioniert der übliche Ablauf? | Anwenderin |
| Grenzfall | Was passiert bei leeren, langen oder ungewöhnlichen Eingaben? | Anwenderin, mit KI-Ideen |
| Fehlerfall | Erscheint eine verständliche Meldung, wenn etwas schiefgeht? | Anwenderin |
| Automatisierter Test | Läuft nach jeder Änderung noch alles? | Entwickler |
| Zugriffstest | Sieht jede Person nur, was sie sehen darf? | Anwenderin mit Entwickler |
Wie Sie Beispieldaten ohne Kundenangaben erzeugen, steht unter Wie testen wir Software ohne echte Kundendaten?. Eine Vorlage für die Endabnahme finden Sie bei Wie nehmen wir eine mit KI entwickelte Anwendung ab?.
Worauf Sie achten müssen
- Datenschutz: Testen Sie mit erfundenen Daten. Echte Kundendaten gehören weder in die KI-Eingabe noch in eine Testumgebung ohne Schutz.
- Falsche Erwartungen: Kontrollieren Sie jedes «erwartete Ergebnis» gegen Ihre Regeln. Die KI rechnet und beurteilt manchmal falsch, besonders bei Prozenten und Datumsangaben.
- Scheinsicherheit: Viele bestandene Tests bedeuten nicht, dass alles fehlerfrei ist. Sie zeigen nur, dass die geprüften Fälle funktionieren.
- KI testet KI: Lässt dieselbe KI Code und Tests schreiben, können sich Denkfehler doppeln. Ein zweiter Blick durch einen Menschen bleibt nötig.
- Sicherheit: Prüfen Sie nicht nur Funktionen, sondern auch, ob Unbefugte Daten sehen oder ändern können. Das gehört zu Fachleuten.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Elektrobetrieb in Winterthur hat ein kleines Webformular für Regierapporte bekommen. Vorher wird es nur mit je einem sauberen Beispiel getestet. Nach dem Start fehlen Rapporte, weil Namen mit Apostroph, etwa «D'Angelo», nicht gespeichert werden.
Nachher lässt die Büroleiterin vor dem nächsten Formular 20 Testfälle erstellen. Darin stehen auch Sonderzeichen, leere Felder und Stundenangaben mit Komma. Sie streicht drei unrealistische Fälle und ergänzt einen aus ihrer Erfahrung: Rapporte über Mitternacht. Bei der Durchführung schlagen zwei Fälle fehl. Der Entwickler behebt beides vor dem Einsatz.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn jemand in Ihrem Betrieb Software entwickelt, deckt der absofort-Kurs KI für Developer mit Claude und Codex das Vorgehen systematisch ab. Genannt sind Codegenerierung, Debugging, Review sowie Tests und ein Entwickler-Playbook mit Review-Regeln und Datenschutzgrenzen.
Zum Kurs gehören ein Abschlussquiz, eine KI-geprüfte Praxisaufgabe und ein verifizierbares Zertifikat. Wer selbst nicht programmiert, nutzt die Hinweise oben für das fachliche Testen.
Häufige Fragen
Kann die KI die Tests auch gleich ausführen?
Coding-Werkzeuge können Tests schreiben und in einer Entwicklungsumgebung laufen lassen. Für Einsteigende ist das Durchspielen von Hand mit der Tabelle sicherer und lehrreicher. Die Ergebnisse müssen in jedem Fall von einem Menschen beurteilt werden.
Wie viele Testfälle sind genug?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Für ein kleines Werkzeug sind 15 bis 30 gut gewählte Fälle ein sinnvoller Anfang. Wichtiger als die Menge ist, dass die Fälle Ihre wichtigsten Regeln und die häufigsten Fehlerquellen abdecken.
Was tun, wenn ein Test fehlschlägt?
Notieren Sie Eingabe, erwartetes und tatsächliches Ergebnis und geben Sie das dem Entwickler weiter. Prüfen Sie zuerst, ob die Erwartung stimmte. Manchmal liegt der Fehler im Test und nicht im Werkzeug.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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