Zum Inhalt springen

Grundlagen · absofort: KI-Weiterbildung mit verifizierbarem Lernnachweis

Wie beeinflusst KI mein Online-Shopping?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Onlineshops nutzen KI, um aus Ihrem Verhalten abzuleiten, was Sie interessieren könnte, und sortieren Produkte, Empfehlungen und Werbung entsprechend. Was Sie zuerst sehen, ist also nicht neutral, sondern auf Kaufwahrscheinlichkeit und die Ziele des Shops ausgerichtet. Mit einigen einfachen Gewohnheiten behalten Sie trotzdem den Überblick.

Das Problem

Sie suchen im Onlineshop eine neue Kaffeemaschine. Auf der ersten Seite erscheinen teure Modelle, darunter «Kunden kauften auch» und «Nur noch 2 an Lager». Tage später sehen Sie Werbung für Kaffeemaschinen auf ganz anderen Websites.

Viele Menschen spüren, dass hier etwas mit ihnen geschieht, wissen aber nicht genau was. Ist die Reihenfolge der Produkte zufällig? Sehen andere die gleichen Angebote? Zahle ich vielleicht mehr, weil der Shop mich kennt?

Hinter vielen dieser Funktionen steckt KI. Sie ist nicht grundsätzlich schlecht, denn passende Vorschläge können Zeit sparen. Problematisch wird es, wenn man nicht merkt, dass die Auswahl gelenkt ist, und deshalb teurer oder unüberlegter kauft.

Einfach erklärt

Ein Onlineshop funktioniert ein wenig wie eine Verkäuferin mit sehr gutem Gedächtnis. Sie merkt sich, was Sie angeschaut, in den Warenkorb gelegt und gekauft haben, und vergleicht das mit dem Verhalten vieler anderer Kundinnen und Kunden.

Die dafür eingesetzten Programme heissen Empfehlungssysteme. Sie berechnen, welche Produkte Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit anklicken oder kaufen. Diese Produkte erscheinen weiter oben, in Vorschlagsleisten oder in E-Mails.

Wichtig: Der Shop optimiert nicht nur für Sie, sondern auch für sich. Produkte mit guter Marge, eigene Marken oder bezahlte Platzierungen können bevorzugt erscheinen. Hinweise wie «Bestseller» oder «Beliebt» beruhen auf Regeln des Shops, die man von aussen nicht sieht.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Sortierung selbst wählen. Stellen Sie die Liste auf «Preis aufsteigend» oder «Neueste» um, statt die voreingestellte Sortierung «Empfohlen» oder «Relevanz» zu übernehmen.
  2. Filter nutzen. Grenzen Sie nach Ihren eigenen Kriterien ein, etwa Preisspanne, Marke oder Lieferzeit. So bestimmen Sie die Auswahl und nicht der Shop.
  3. Anforderungen vorher notieren. Schreiben Sie vor dem Einkauf auf, was das Produkt können muss. Dabei kann ein KI-Chat helfen, siehe Vorlage unten.
  4. Preise vergleichen. Prüfen Sie das gleiche Produkt in mehreren Shops oder auf einem Preisvergleichsportal. Achten Sie auf Versandkosten und Zollgebühren bei Bestellungen aus dem Ausland.
  5. Druckhinweise gelassen nehmen. Angaben wie «Nur heute» oder «5 Personen schauen sich das gerade an» sollen zu schnellen Entscheidungen bewegen. Nehmen Sie sich trotzdem Zeit.
  6. Datenspuren begrenzen. Lehnen Sie bei Cookie-Bannern nicht notwendige Cookies ab und melden Sie sich nur an, wenn Sie wirklich kaufen. So werden weniger Daten über Sie gesammelt.
  7. Empfehlungen bewusst nutzen. «Passendes Zubehör» kann hilfreich sein, etwa die richtige Filtergrösse. Prüfen Sie aber, ob Sie es wirklich brauchen.

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte [Produkt, z. B. eine Kaffeemaschine für ein Büro mit 5 Personen] online kaufen.
Mein Budget: [Betrag in CHF].
Wichtig ist mir: [z. B. einfache Reinigung, Ersatzteile in der Schweiz erhältlich, wenig Lärm].
Nicht wichtig: [z. B. Milchschaum, App-Steuerung].
Bitte:
1. Erstelle mir eine Checkliste mit Kriterien, auf die ich beim Vergleichen achten sollte.
2. Nenne typische Zusatzkosten, die ich einrechnen muss.
3. Nenne Fragen, die ich dem Händler stellen könnte.
Empfiehl mir keine bestimmten Marken oder Shops.

Passen Sie Produkt, Budget und Wünsche an; mit dieser Liste vergleichen Sie danach selbst im Shop.

Typische KI-Funktionen in Onlineshops

Was Sie sehenWas dahinterstecktWas Sie tun können
«Für Sie empfohlen»Auswertung Ihres bisherigen VerhaltensAls Anregung nutzen, nicht als Rangliste
«Kunden kauften auch»Vergleich mit Käufen andererPrüfen, ob es zu Ihrem Bedarf passt
Sortierung «Relevanz»Mischung aus Klickwahrscheinlichkeit und ShopzielenSelbst nach Preis oder Bewertung sortieren
Werbung auf anderen WebsitesWeiterverfolgung über CookiesNicht notwendige Cookies ablehnen
Chat-Berater im ShopOft ein KI-ChatbotAngaben auf der Produktseite prüfen

Worauf Sie achten müssen

  • Personalisierte Preise. Ob und wie stark Shops Preise je nach Person anpassen, ist von aussen schwer zu erkennen. Ein Vergleich in einem privaten Browserfenster oder auf einem anderen Gerät kann Hinweise geben.
  • Datenschutz. Shops dürfen Daten nur im Rahmen des Datenschutzgesetzes bearbeiten und müssen darüber informieren. Sie können beim Shop Auskunft verlangen, welche Daten über Sie gespeichert sind. Bei konkreten Problemen hilft der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte mit Informationen weiter.
  • Gefälschte Bewertungen. Sterne und Bewertungstexte können gekauft oder automatisch erzeugt sein. Lesen Sie lieber einige ausführliche, auch kritische Bewertungen.
  • Werbeversprechen. Begriffe wie «KI-gestützt» oder «smart» sagen wenig über die Qualität aus. Wie Sie solche Versprechen prüfen, steht unter KI-Werbeversprechen prüfen.
  • Auf Fake-Shops achten. Sehr günstige Angebote, nur Vorauskasse und fehlendes Impressum sind Warnzeichen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Schmid ist für die Büroeinkäufe einer Liegenschaftsverwaltung in Basel zuständig. Sie bestellt seit Jahren beim gleichen Onlinehändler.

Vorher: Sie klickt jeweils auf die ersten Vorschläge, weil sie «sicher gut sind», und legt oft Zubehör in den Warenkorb, das ihr angezeigt wird.

Nachher: Sie erstellt mit der Vorlage eine Kriterienliste für einen neuen Drucker, sortiert im Shop nach Preis und filtert nach ihren Anforderungen. Dabei stellt sie fest, dass das zuerst empfohlene Gerät teurer ist als ein vergleichbares weiter unten. Sie vergleicht zusätzlich die Verbrauchskosten und bestellt bewusst. Das angebotene Zubehör braucht sie nicht.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer versteht, wie KI im Alltag wirkt, trifft bessere Entscheidungen, beim Einkaufen wie im Beruf. Bei absofort: KI-Weiterbildung mit verifizierbarem Lernnachweis lernen Sie in Foundation-Angeboten ohne Vorkenntnisse, wie KI-Systeme grundsätzlich funktionieren und wo sie Ihnen begegnen.

Sie lernen online im eigenen Tempo, mit Praxisaufgaben und einem KI-Lerncoach. Ihr Abschluss wird mit einem Zertifikat mit eindeutiger ID bestätigt.

Häufige Fragen

Sehen andere Menschen andere Produkte als ich?

Oft ja, zumindest bei Empfehlungen und in der Reihenfolge. Die Grundauswahl des Shops ist meist für alle gleich, aber was oben steht und was empfohlen wird, kann sich je nach Person unterscheiden.

Kann ich die Personalisierung ausschalten?

Teilweise. Manche Shops bieten in den Kontoeinstellungen die Möglichkeit, personalisierte Empfehlungen zu reduzieren. Nicht notwendige Cookies abzulehnen und ohne Anmeldung zu stöbern, verringert die Personalisierung ebenfalls.

Ist der Chat-Berater im Shop ein Mensch?

Häufig ist es ein KI-Chatbot, besonders ausserhalb der Bürozeiten. Woran Sie das erkennen, erklärt die Seite zum KI-Chat im Kundenservice. Wichtige Zusagen sollten Sie sich schriftlich bestätigen lassen.

Sind KI-Empfehlungen grundsätzlich schlecht?

Nein. Sie können helfen, passendes Zubehör zu finden oder auf Produkte aufmerksam zu werden, die man sonst übersehen hätte. Wichtig ist, sie als Vorschlag zu sehen und selbst zu entscheiden.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

Weiterlesen in der Galaxie