Grundlagen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Wie kann KI digitale Inhalte zugänglicher machen?
Kurz gesagt
KI kann Texte vorlesen, Gesprochenes als Untertitel anzeigen, Bilder beschreiben und schwierige Texte in einfache Sprache übertragen. Viele dieser Funktionen sind heute schon in Handy, Computer und Büroprogrammen eingebaut. Sie erleichtern den Alltag deutlich, sind aber nicht fehlerfrei und ersetzen bei wichtigen Inhalten keine geprüften Fassungen.
Das Problem
Die Schrift auf dem Bildschirm ist zu klein, das Video hat keine Untertitel, der Brief der Versicherung ist in kompliziertem Amtsdeutsch geschrieben. Für viele Menschen sind solche Hürden alltäglich: bei nachlassender Sehkraft, Schwerhörigkeit, Leseschwäche, nach einem Unfall oder wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist.
Oft weiss man nicht, dass es Hilfen gibt, oder man glaubt, dafür brauche es teure Spezialgeräte. Dabei stecken in gewöhnlichen Handys und Computern heute zahlreiche Funktionen, die mit KI arbeiten und genau solche Hürden abbauen.
Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung. Wer im Zug ein Video ohne Ton schauen will oder nach einem langen Tag einen Text lieber hört als liest, profitiert ebenfalls.
Einfach erklärt
KI kann Inhalte von einer Form in eine andere übertragen. Das ist der Kern ihrer Hilfe für die Barrierefreiheit.
Text wird Sprache: Die Sprachsynthese liest Texte mit natürlich klingender Stimme vor. Sprache wird Text: Die Spracherkennung erzeugt Untertitel für Videos, Telefonate oder Gespräche in Echtzeit. Bild wird Text: Bilderkennung beschreibt Fotos, Schilder oder Dokumente für Menschen, die schlecht sehen. Schwerer Text wird einfacher Text: Sprachmodelle formulieren komplizierte Texte in einfacherer Sprache um.
Früher brauchte man für jede dieser Umwandlungen eigene Programme. Heute sind viele davon in den Bedienungshilfen von Smartphone und Computer eingebaut, Stand Oktober 2026.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Bedienungshilfen finden. Öffnen Sie auf Handy oder Computer die Einstellungen und suchen Sie nach «Bedienungshilfen» oder «Barrierefreiheit». Dort sind die meisten Funktionen gesammelt.
- Vorlesen aktivieren. Schalten Sie eine Vorlesefunktion ein, etwa «Bildschirminhalt sprechen» oder «Vorlesen». Viele Browser und Büroprogramme haben zusätzlich einen eigenen Knopf zum Vorlesen.
- Live-Untertitel einschalten. Viele aktuelle Geräte erzeugen automatisch Untertitel für Videos, Sprachnachrichten oder Anrufe. Suchen Sie in den Bedienungshilfen nach «Live-Untertitel» oder «Untertitel».
- Bilder beschreiben lassen. Mit Kamera-Apps oder KI-Chats lassen Sie sich Fotos, Schilder oder Menükarten beschreiben. Wie das genau geht, zeigt Bild mit KI beschreiben.
- Texte vereinfachen. Kopieren Sie einen schwierigen Text in einen KI-Chat und lassen Sie ihn in einfache Sprache übertragen. Die Vorlage unten hilft dabei.
- Darstellung anpassen. Vergrössern Sie Schrift, erhöhen Sie den Kontrast oder nutzen Sie die Lupe. Das ist keine KI, hilft aber zusammen mit den anderen Funktionen sehr.
- Eine Funktion nach der anderen testen. Probieren Sie jede Funktion einige Tage im Alltag aus. Behalten Sie, was wirklich hilft, und schalten Sie den Rest wieder aus.
- Bei Bedarf Fachstellen fragen. Für spezielle Bedürfnisse gibt es Beratungsstellen für Seh- oder Hörbehinderung, die Hilfsmittel kennen und individuell beraten.
Vorlage zum Kopieren
Bitte schreibe den folgenden Text in einfache Sprache um.
Für wen: [z. B. für mich, ich lese nicht gut Deutsch / für meine Mutter, 82 Jahre].
Regeln:
- Kurze Sätze, höchstens 15 Wörter.
- Schwierige Wörter erklären oder ersetzen.
- Wichtige Zahlen, Daten, Fristen und Beträge unverändert übernehmen.
- Nichts weglassen, was man tun muss.
- Am Ende eine Liste: «Das müssen Sie jetzt tun».
Wenn etwas im Text unklar ist, schreibe «Im Original nachlesen: …».
Text:
[Text einfügen]Passen Sie die Zeile «Für wen» an; für eine Vorlesefassung bitten Sie zusätzlich um Sätze ohne Tabellen und Abkürzungen.
Welche Funktion hilft wobei?
| Hürde | Hilfreiche KI-Funktion | Wo zu finden |
|---|---|---|
| Kleine Schrift, Sehschwäche | Vorlesen, Bildbeschreibung | Bedienungshilfen, Browser, KI-Chat |
| Schwerhörigkeit | Live-Untertitel, Transkription | Bedienungshilfen, Videoplattformen |
| Leseschwäche, schwierige Texte | Vereinfachen, Vorlesen | KI-Chat, Büroprogramme |
| Andere Muttersprache | Übersetzen, einfache Sprache | KI-Chat, Übersetzungs-Apps |
| Einschränkung beim Tippen | Diktieren, Sprachsteuerung | Tastatur, Bedienungshilfen |
Worauf Sie achten müssen
- Fehler bei Untertiteln. Automatische Untertitel verwechseln Wörter, besonders bei Dialekt, Fachbegriffen und Namen. Bei wichtigen Gesprächen, etwa beim Arzt, sollten Sie nachfragen.
- Vereinfachung kann verfälschen. Beim Umschreiben in einfache Sprache können Einschränkungen oder Fristen verloren gehen. Bei Verträgen, Behördenbriefen und medizinischen Informationen gilt das Original.
- Bildbeschreibungen sind nicht immer richtig. Die KI kann Dinge übersehen oder falsch deuten. Für sicherheitsrelevante Fragen, etwa Medikamente, ist sie keine verlässliche Quelle.
- Datenschutz. Vorlesen und Untertitel laufen teils auf dem Gerät, teils in der Cloud des Anbieters. Bei vertraulichen Inhalten lohnt ein Blick in die Datenschutzeinstellungen.
- Barrierefreiheit im Betrieb. Wenn Mitarbeitende auf solche Hilfen angewiesen sind, stellen sich auch arbeitsrechtliche Fragen. Hinweise gibt Barrierefreiheit am Arbeitsplatz.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Frau Kälin, 68, wohnt in Einsiedeln. Ihre Sehkraft hat nachgelassen, und sie hört auf einem Ohr schlecht. Die Enkel schicken ihr regelmässig Sprachnachrichten und Videos.
Vorher: Sie bittet ihren Nachbarn, ihr Briefe vorzulesen, und lässt Videos der Enkel ungesehen, weil sie den Ton nicht versteht.
Nachher: Ihre Tochter zeigt ihr die Bedienungshilfen am Handy. Frau Kälin aktiviert grössere Schrift, die Vorlesefunktion und Live-Untertitel. Die Videos der Enkel kann sie jetzt mitlesen. Den Brief der Krankenkasse lässt sie mit einem KI-Chat in einfache Sprache übertragen und bespricht die Frist trotzdem mit ihrer Tochter. Sie fühlt sich selbständiger und muss seltener um Hilfe bitten.
So hilft Ihnen Alpasana
Mehrsprachige Kommunikation, Bürokommunikation und Medien mit KI sind Themen der Kurse unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben auf absofort. Dort lernen Sie, Texte verständlicher zu machen, Inhalte vorlesen oder untertiteln zu lassen und die Ergebnisse vor der Weitergabe zu prüfen.
Das hilft auch Betrieben, die ihre Kundeninformationen für mehr Menschen zugänglich gestalten möchten. Die Kurse sind online und enden mit einem verifizierbaren Abschluss.
Häufige Fragen
Kosten diese Funktionen etwas?
Viele Bedienungshilfen sind in Handy und Computer bereits enthalten und kostenlos. Einige KI-Dienste bieten erweiterte Funktionen in kostenpflichtigen Versionen an. Für den Einstieg reichen meist die eingebauten Hilfen.
Funktionieren Vorlesen und Untertitel ohne Internet?
Teilweise. Manche Geräte verarbeiten Sprache direkt auf dem Gerät, andere brauchen eine Internetverbindung. In den Einstellungen sehen Sie oft, ob eine Sprache für die Nutzung ohne Internet heruntergeladen werden kann.
Kann KI auch Gebärdensprache übersetzen?
Daran wird geforscht, und es gibt erste Anwendungen. Für verlässliche Kommunikation, etwa bei Behörden oder im Spital, sind Gebärdensprachdolmetscherinnen weiterhin die richtige Wahl.
Kann ich meine eigene Website mit KI barrierefreier machen?
KI kann helfen, Bildbeschreibungen zu entwerfen, Texte zu vereinfachen oder Untertitel zu erstellen. Eine vollständig barrierefreie Website braucht aber auch technische Anpassungen, die eine Fachperson prüfen sollte.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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