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Führung & Team · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching

Teamphasen nach Tuckman: Mit KI Fragen statt Etiketten finden

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Das Modell von Bruce Tuckman beschreibt typische Phasen, die Teams durchlaufen: Orientierung, Auseinandersetzung, Regelfindung und Leistung. Es ist ein Denkwerkzeug, kein Fahrplan. KI hilft, aus dem Modell Fragen für Ihr Team abzuleiten, die Einordnung prüfen Sie mit dem Team.

Das Problem

Ihr Team streitet seit einigen Wochen mehr als früher, seit zwei neue Mitarbeitende dazugekommen sind. Jemand sagt, das sei normal: «Das ist die Storming-Phase.» Sie fragen sich: Stimmt das? Und was folgt daraus?

Das Teamphasenmodell stammt vom amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman, der es 1965 vorstellte. Es beschreibt vier typische Phasen: Forming (Orientierung, man lernt sich kennen und ist höflich), Storming (Auseinandersetzung, Rollen und Regeln werden ausgehandelt, Konflikte treten auf), Norming (Regelfindung, man einigt sich auf Umgangsformen) und Performing (das Team arbeitet eingespielt und leistungsfähig). Später kam eine fünfte Phase dazu, Adjourning (Abschluss, wenn ein Team sich auflöst).

Das Modell ist verbreitet und eingängig. Es hat aber Grenzen: Teams durchlaufen die Phasen nicht immer der Reihe nach, sie können zurückfallen, etwa wenn sich Mitglieder ändern. Und nicht jede Reibung ist «Storming». Wer das Modell als Etikett nutzt («Wir sind halt noch in der Konfliktphase»), kann echte Probleme übersehen oder beschönigen. KI kann Ihnen helfen, aus dem Modell Fragen zu entwickeln.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Beschreiben Sie Ihr Team. Wie lange arbeitet es zusammen, wer ist dazugekommen oder gegangen, was ist die Aufgabe? Notieren Sie Fakten.
  1. Sammeln Sie Beobachtungen. Was fällt Ihnen auf: Höflichkeit, Streit um Zuständigkeiten, stille Absprachen, Eingespieltheit? Schreiben Sie konkrete Situationen auf.
  1. Anonymisieren Sie für die KI. Verwenden Sie Rollen oder Buchstaben. Keine Namen, keine vertraulichen Konflikte.
  1. Bitten Sie die KI, das Modell zu erklären. Lassen Sie sich die vier Phasen mit Merkmalen und typischen Fragen darstellen. Prüfen Sie die Beschreibung auf Plausibilität.
  1. Lassen Sie Hypothesen formulieren. Fragen Sie: «Welche Phasen könnten zu diesen Beobachtungen passen?» Die Antworten sind Möglichkeiten, keine Diagnose.
  1. Leiten Sie Fragen für das Team ab. Zum Beispiel: «Welche Regeln brauchen wir noch?» (Norming) oder «Wie gehen wir mit Unterschieden um?» (Storming). Lassen Sie die KI offene Fragen formulieren.
  1. Besprechen Sie das Modell mit dem Team. Zeigen Sie es als Hilfe, nicht als Urteil. Fragen Sie: «Erkennen Sie sich wieder? Was stimmt nicht?»
  1. Legen Sie nächste Schritte fest. Was braucht das Team jetzt: mehr Orientierung, Klarheit über Rollen, Regeln, Raum für Streit, Anerkennung? Vereinbaren Sie eine Massnahme und prüfen Sie sie später.
PhaseTypisches MerkmalMögliche Frage ans Team
FormingHöflich, vorsichtig, abhängig von der LeitungWas erwarten Sie voneinander?
StormingAuseinandersetzung um Rollen und RegelnWorüber sind wir uns uneins?
NormingEinigung auf Regeln und UmgangWas hat sich bewährt?
PerformingEingespielt, selbstständigWas hält uns leistungsfähig?
AdjourningAbschluss oder AuflösungWas nehmen wir mit?

Vorlage zum Kopieren

Der Prompt erzeugt Reflexionsfragen. Er verlangt keine Personendaten.

Ich leite ein Team mit [Anzahl] Personen, das seit [Zeitraum] zusammenarbeitet. Veränderungen: [z. B. neue Mitglieder, neue Aufgaben].
Beobachtungen: [Beobachtung 1], [Beobachtung 2], [Beobachtung 3].
1. Erkläre das Teamphasenmodell von Tuckman in fünf Sätzen, inklusive Hinweis auf Grenzen und Kritik.
2. Zeige, welche Phasen zu meinen Beobachtungen passen könnten, und markiere, was dagegen spricht.
3. Formuliere sechs offene Fragen für eine Teamrunde, die nicht über Etiketten, sondern über konkrete Zusammenarbeit sprechen.
4. Nenne zwei Beobachtungen, die nicht zum Modell passen und eine andere Erklärung nahelegen.
Stelle keine Diagnose über das Team.

Passen Sie die Beobachtungen an. Stellen Sie die Fragen dem Team, ohne das Modell zu erwähnen, wenn es nicht hilft.

Worauf Sie achten müssen

  • Teamphasenmodelle sind vereinfachend. Sie sind aus Beobachtungen entstanden und nicht als Naturgesetz zu verstehen. Teams verlaufen individuell.
  • KI kennt Ihr Team nicht. Ihre Hypothesen sind nur so gut wie Ihre Beschreibung.
  • Verwenden Sie das Modell nicht, um Konflikte zu verharmlosen («Das gehört dazu»). Manche Konflikte brauchen Klärung oder formellen Umgang, etwa bei Mobbing.
  • Geben Sie keine Namen und vertraulichen Aussagen in öffentliche KI-Dienste ein.
  • Das Modell ersetzt keine Konfliktklärung und keine Arbeitsrechtsberatung. Bei Verdacht auf Verletzung der Persönlichkeit gelten die Schutzpflichten der Arbeitgebenden.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Team der Stadtgärtnerei in Winterthur arbeitet seit Jahren eingespielt. Nach der Aufnahme von drei neuen Mitarbeitenden gibt es Reibung um Arbeitsverteilung und Werkzeug. Der Leiter vermutet «Storming».

Er nutzt die KI, um Fragen abzuleiten, und stellt im Team die Frage: «Welche Absprachen brauchen wir jetzt, mit mehr Leuten?» Das Team erkennt, dass Zuständigkeiten für Fahrzeuge fehlen, und regelt sie. Die Spannungen nehmen ab. Der Leiter merkt auch, dass nicht alles zum Modell passt: Ein Konflikt zwischen zwei langjährigen Mitarbeitern hat mit der Gruppe nichts zu tun, und er klärt ihn separat.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie als Führungsperson die Entwicklung Ihres Teams reflektieren oder Ihre eigene Rolle darin klären möchten, kann ein Gespräch helfen. my-coach.ch bietet Life Coaching und Mental Coaching mit Nataliya Fiechter an, unter anderem zu Orientierung, Konflikten und Entscheidungen. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, online oder in Safenwil.

Teamdiagnosen oder Teamentwicklungsprogramme sind dort nicht beschrieben.

Häufige Fragen

Muss jedes Team alle Phasen durchlaufen?

Nein. Das Modell beschreibt typische Verläufe, aber nicht jedes Team folgt ihnen. Ein Team kann Phasen überspringen, wiederholen oder zurückfallen, etwa bei Personalwechseln.

Ist Storming eine schlechte Phase?

Nicht unbedingt. Auseinandersetzung kann nötig sein, um Rollen und Regeln zu klären. Problematisch wird es, wenn Konflikte persönlich werden oder nicht mehr gelöst werden.

Kann KI sagen, in welcher Phase unser Team ist?

Sie kann Möglichkeiten nennen. Welche zutrifft, erkennen Sie am besten mit Ihrem Team im Gespräch.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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