Führung & Team · Job-Coaching und Laufbahnberatung
Mitarbeitergespräch: Selbsteinschätzung vorbereiten
Kurz gesagt
Sammeln Sie Ihre Beiträge des Jahres mit konkreten Belegen und formulieren Sie Entwicklungswünsche, die zu Ihrer Rolle passen. KI kann Ihre Stichworte ordnen und präzisieren, soll sie aber nicht beschönigen. Prüfen Sie jede Aussage auf Richtigkeit, bevor Sie ins Gespräch gehen.
Das Problem
Das Mitarbeitergespräch, oft auch Jahresgespräch genannt, ist für viele eine Pflichtübung. Die Vorgesetzte bewertet, man selbst sitzt dabei und hofft, dass alles gut läuft. Wer sich nicht vorbereitet, erinnert sich im Gespräch vor allem an die letzten Wochen. Wichtige Beiträge aus dem Frühjahr gehen vergessen, und Entwicklungswünsche bleiben ungenannt.
Eine Selbsteinschätzung hilft, das Gespräch aktiv mitzugestalten. Sie hält fest, was Sie erreicht haben, woran Sie gearbeitet haben und was Sie sich für das nächste Jahr wünschen. Wichtig ist dabei Ehrlichkeit: Wer seine Leistungen aufbläht, verliert Glaubwürdigkeit. Wer sie herunterspielt, bleibt unsichtbar.
KI eignet sich als Strukturierungshilfe, weil sie aus Stichworten klare Sätze machen und Lücken erfragen kann. Die Inhalte müssen aber von Ihnen stammen und stimmen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Sammeln Sie Material. Gehen Sie Kalender, abgeschlossene Aufgaben, Mails mit Dank oder Rückmeldungen und Zielvereinbarung des Vorjahres durch. Notieren Sie Stichworte, ohne zu werten.
- Entfernen Sie vertrauliche Details. Ersetzen Sie Kundennamen, Mitarbeitende und interne Zahlen durch neutrale Bezeichnungen wie «ein wichtiger Kunde». So bleibt Ihr Material für die KI unkritisch.
- Lassen Sie ordnen. Bitten Sie die KI, Ihre Stichworte in drei Gruppen zu sortieren: erreichte Ziele, zusätzliche Beiträge, schwierige Punkte.
- Ergänzen Sie Belege. Fragen Sie nach jeder Aussage: Woran lässt sich das zeigen? Ein Beleg kann eine Zahl sein, ein Ergebnis, eine Rückmeldung oder ein dokumentierter Ablauf. Lassen Sie die KI Fragen stellen, wo ein Beleg fehlt.
- Formulieren Sie Entwicklungswünsche. Überlegen Sie, was Sie lernen oder übernehmen möchten, und begründen Sie, wozu es dem Team oder dem Betrieb nützt.
- Bereiten Sie schwierige Punkte vor. Was ist nicht gut gelaufen, und was haben Sie daraus gelernt? Lassen Sie ehrliche, kurze Formulierungen entwerfen, ohne Ausreden und ohne Selbstvorwürfe.
- Planen Sie Fragen an die Vorgesetzte. Notieren Sie zwei bis drei Fragen, etwa zu Prioritäten oder zu Erwartungen im nächsten Jahr.
- Prüfen Sie das Ergebnis. Lesen Sie den Entwurf laut. Streichen Sie jede Aussage, die Sie nicht belegen könnten oder die nach Eigenlob klingt.

| Aufgeblähte Aussage | Belegte Aussage |
|---|---|
| «Ich habe das Projekt allein gerettet.» | «Ich habe die Abnahmeunterlagen erstellt; die Abnahme erfolgte am vereinbarten Termin.» |
| «Alle Kunden sind zufrieden.» | «Zwei Kunden haben schriftlich für die schnelle Hilfe gedankt.» |
| «Ich brauche eine Beförderung.» | «Ich möchte in den nächsten zwölf Monaten Verantwortung für [Aufgabe] übernehmen.» |
Planen Sie auch, wie Sie mit Kritik umgehen. Ihre Vorgesetzte wird nicht nur Lob verteilen. Überlegen Sie vorher, welche Rückmeldung Sie überraschen könnte, und üben Sie eine ruhige Antwort, etwa «Können Sie mir ein Beispiel nennen?». So bleiben Sie im Gespräch handlungsfähig, statt sich zu verteidigen.
Wie Sie Ziele für das nächste Jahr formulieren, die Sie selbst beeinflussen können, zeigt der Beitrag zur Zielvereinbarung mit KI.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt bringen Sie Ihre Notizen in eine klare Form. Verwenden Sie anonymisierte Angaben.
Ich bereite mein Mitarbeitergespräch vor. Meine Rolle: [Funktion, Branche].
Hier sind meine Stichworte des Jahres (ohne Namen und vertrauliche Zahlen):
[Stichworte]
1. Sortiere sie in: erreichte Ziele, zusätzliche Beiträge, Schwierigkeiten und Lernerfahrungen.
2. Stelle mir zu jeder Aussage eine Frage, die einen Beleg erfragt.
3. Formuliere nach meinen Antworten für jede Gruppe zwei bis drei sachliche Sätze in der Ich-Form.
4. Schlage zwei Fragen an meine Vorgesetzte vor.
Füge nichts hinzu, was ich nicht gesagt habe, und übertreibe nicht.Wenn Sie ein Formular Ihres Betriebs ausfüllen müssen, nennen Sie die Rubriken, damit die KI die Sätze dazu passend gliedert.
Worauf Sie achten müssen
- Lassen Sie die KI nichts erfinden. Prüfen Sie jede Zahl, jedes Datum und jeden Erfolg, den sie nennt.
- Interne Informationen, Kundendaten und Namen gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Befolgen Sie die Regeln Ihres Betriebs.
- Eine geschönte Selbsteinschätzung kann im Gespräch auffallen und schadet mehr, als sie nützt.
- Gehaltsfragen sind ein eigenes Thema und sollten gesondert vorbereitet werden.
- Fühlen Sie sich vor dem Gespräch stark belastet, nutzen Sie vertrauliche Beratungsangebote. Bei akuter Not hilft die Dargebotene Hand unter 143.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Teamassistentin in einem Ingenieurbüro in Baden fühlt sich im Jahresgespräch jeweils überfahren. Dieses Jahr sortiert sie ihre Notizen mit KI und merkt, dass sie die Umstellung der Rechnungsablage übernommen und zwei neue Kolleginnen eingearbeitet hat, was in keiner Zielvereinbarung stand.
Sie belegt beide Punkte mit dem Termin der Umstellung und der Rückmeldung einer Kollegin. Im Gespräch bittet sie ausserdem um einen Kurs zur Prozessdokumentation. Ihre Vorgesetzte sagt zu, die Weiterbildung zu prüfen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie über das Jahresgespräch hinaus Ihre berufliche Richtung klären möchten, bietet Job-Coaching und Laufbahnberatung von Alpasana eine Standortbestimmung anhand von Lebenslauf und Zeugnissen, ein Stärkenprofil und einen konkreten Aktionsplan. Die Begleitung übernimmt Nataliya Fiechter, CAS Coaching und Dipl. Jobcoach, online schweizweit oder in Safenwil. Ein Kennenlerngespräch ist kostenlos.
Das Angebot ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrer Vorgesetzten, kann aber helfen, Wünsche für die nächsten Jahre zu klären.
Häufige Fragen
Wie lang sollte meine Selbsteinschätzung sein?
Eine Seite genügt meist. Wichtiger als der Umfang sind wenige, belegte Punkte und klare Wünsche. Das Gespräch soll Raum für Rückfragen haben.
Darf ich KI vorher meiner Vorgesetzten gegenüber erwähnen?
Das ist nicht nötig, wenn Sie die Aussagen selbst verantworten. Fragt sie nach, antworten Sie offen. Beachten Sie betriebliche Regeln zur KI-Nutzung.
Was, wenn ich mit der Beurteilung nicht einverstanden bin?
Fragen Sie nach Beispielen und legen Sie Ihre Belege vor. Wenn Sie nicht einig werden, bitten Sie um ein Folgegespräch. Bei grundsätzlichen Konflikten kann die Personalabteilung helfen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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