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Eigene LLMs & KI-Systeme · Prompt Engineering

Wie gebe ich meiner lokalen KI feste Arbeitsregeln?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Feste Arbeitsregeln legen Sie in einem sogenannten Systemprompt fest, einer Grundanweisung, die vor jedem Gespräch gilt. In Ollama geschieht das mit einer Modelfile und der Zeile SYSTEM, in LM Studio und Browseroberflächen in einem Eingabefeld. Halten Sie die Regeln kurz, konkret und testen Sie sie.

Das Problem

Jedes Mal, wenn Sie Ihrer lokalen KI eine Aufgabe geben, schreiben Sie dasselbe dazu: «Antworte auf Deutsch, in Schweizer Schreibweise, mit Sie-Anrede, kurz, ohne Aufzählungen, und erfinde nichts.» Das ist mühsam, und manchmal vergessen Sie einen Teil. Dann antwortet die KI auf Englisch, mit deutscher statt Schweizer Rechtschreibung oder in einem Ton, der nicht zu Ihrem Betrieb passt.

Es gibt dafür eine eingebaute Lösung: den Systemprompt. Das ist eine Grundanweisung, die die KI vor jedem Gespräch erhält und die für alle Fragen gilt. Sie legen Rolle, Stil und Regeln einmal fest, danach genügt die eigentliche Frage. Eine Einführung bietet Systemprompt einfach erklärt.

Bei lokalen Modellen lässt sich der Systemprompt je nach Programm an verschiedenen Stellen setzen. Diese Anleitung zeigt die gängigen Wege und gibt Hinweise, wie Sie gute Regeln formulieren und testen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Regeln sammeln. Notieren Sie, was Sie bei jeder Aufgabe wiederholen: Sprache, Anrede, Schreibweise, Länge, Tonfall, Format, Verbote («keine erfundenen Zahlen», «keine Anrede mit du»).
  1. Auf das Wesentliche kürzen. Lange Anweisungen werden schlechter befolgt. Beschränken Sie sich auf fünf bis acht Regeln, klar und konkret. Ein «Sei freundlich» wirkt weniger als «Schreibe sachlich und höflich, mit Sie».
  1. Rolle und Ziel nennen. Beginnen Sie mit einem Satz wie «Du unterstützt eine Sachbearbeiterin in einem Schweizer Treuhandbüro bei Texten.» Das gibt dem Modell Orientierung.
  1. Wo einstellen? In Ollama: Für eine dauerhafte Fassung erstellen Sie eine Modelfile. Sie enthält zwei Zeilen: FROM [modellname] und SYSTEM """[Ihre Regeln]""". Mit ollama create [neuer-name] -f Modelfile entsteht ein eigenes Modell mit diesen Regeln, das Sie mit ollama run [neuer-name] starten. Für einen kurzen Test gilt im Chat /set system "[Regeln]".
  1. In LM Studio und Browseroberflächen: Dort gibt es ein Feld «System Prompt» oder ähnlich in den Einstellungen des Chats. Tragen Sie die Regeln dort ein. Bei Oberflächen wie Open WebUI lassen sich Regeln pro Chat oder pro angepasstem Modell festlegen. Die genaue Stelle steht in der Anleitung der Software.
  1. Testen. Stellen Sie fünf typische und zwei absichtlich schwierige Aufgaben. Hält die KI die Regeln ein? Wo weicht sie ab? Siehe auch Systemprompt-Vorlage.
  1. Nachschärfen. Formulieren Sie Regeln, die nicht befolgt werden, präziser oder mit einem Beispiel. Eine Regel pro Zeile hilft.
  1. Version festhalten. Speichern Sie die Regeln mit Datum und Modellnamen in einer Datei. So können Sie Änderungen nachvollziehen und die Fassung wiederherstellen. Siehe Konfiguration versionieren.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Auftrag lassen Sie sich einen Systemprompt aus Ihren Stichworten entwerfen.

Ich möchte für meine lokale KI einen Systemprompt (Grundanweisung) schreiben. Entwirf ihn aus meinen Angaben.

Rolle der KI: [z. B. Schreibassistenz in einem Schweizer Handwerksbetrieb]
Aufgaben: [z. B. E-Mails entwerfen, Offerten-Texte formulieren, Notizen zusammenfassen]
Sprache und Stil: [z. B. Deutsch (Schweiz), Anrede «Sie», «ss» statt «ß», sachlich und freundlich]
Länge und Form: [z. B. höchstens 150 Wörter, keine Aufzählungen]
Verbote: [z. B. keine erfundenen Zahlen, Preise oder Zitate; bei fehlenden Angaben nachfragen]
Datenschutz: [z. B. keine Personendaten wiederholen, die ich nicht nenne]

Schreibe den Systemprompt in 6 bis 8 kurzen, klaren Sätzen. Beginne mit der Rolle. Schreibe danach eine Liste mit drei Testaufgaben, an denen ich prüfen kann, ob die Regeln befolgt werden.
Erfinde keine Firmenregeln, die ich nicht genannt habe.

Kopieren Sie den Systemprompt in die Modelfile oder das Systemprompt-Feld und testen Sie ihn mit den vorgeschlagenen Aufgaben.

RegelBesser formuliert
«Sei präzise»«Nenne nur Angaben aus dem Text. Wenn eine Angabe fehlt, schreibe «nicht angegeben».»
«Schreibe gut»«Schreibe in kurzen Sätzen mit höchstens 20 Wörtern.»
«Sprich Deutsch»«Antworte immer auf Deutsch (Schweiz) mit ss statt ß.»
«Sei vorsichtig»«Bei Fragen zu Recht oder Gesundheit weise auf die Prüfung durch eine Fachperson hin.»

Worauf Sie achten müssen

  • Regeln sind keine Garantie: Ein Modell hält sich meist, aber nicht immer an den Systemprompt. Gerade kleinere Modelle vergessen Regeln bei langen Gesprächen. Prüfen Sie Ergebnisse und fassen Sie kritische Regeln in der Aufgabe selbst nochmals zusammen.
  • Vertrauliche Angaben: Schreiben Sie keine Passwörter, Kundendaten oder Geheimnisse in den Systemprompt. Er wird bei jedem Gespräch verarbeitet und ist oft für Nutzer sichtbar oder auslesbar.
  • Datenschutz nicht per Prompt erzwingen: Eine Anweisung wie «Gib keine Personendaten weiter» ersetzt keine Schutzmassnahmen. Siehe Datenschutz nicht per Prompt garantieren.
  • Zu viele Regeln: Je mehr Regeln, desto eher widersprechen sie sich. Beginnen Sie klein.
  • Gleiches Verhalten auf anderem Modell: Ein Systemprompt, der bei einem Modell gut klappt, kann bei einem anderen schlechter wirken. Testen Sie nach jedem Modellwechsel.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Sekretärin in einem Malerbetrieb in St. Gallen nutzt eine lokale KI für Offerten- und Mailentwürfe. Sie tippt jedes Mal «Schweizer Rechtschreibung, Sie, höflich, kurz» dazu und vergisst es regelmässig. Die KI liefert dann Texte mit deutscher Rechtschreibung und einem flapsigen «Hallo».

Vorher korrigiert sie jeden Entwurf von Hand. Nachher erstellt ihr Neffe eine Modelfile mit einem Systemprompt aus sieben Regeln, darunter «Antworte auf Deutsch (Schweiz) mit ss», «Verwende die Anrede Sie» und «Erfinde keine Preise». Sie testet mit drei Aufgaben. Die KI hält die Regeln ein, bis auf einen Entwurf, in dem sie ein «Hallo» schreibt. Sie ergänzt die Regel «Beginne Briefe mit Sehr geehrte Damen und Herren oder dem Namen». Danach funktioniert es. Die Regeln liegen zusätzlich als Textdatei im Büro.

So hilft Ihnen Alpasana

Wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar festlegen, Beispiele zur Steuerung einsetzen und Prompts überarbeiten, lernen Sie im Kurs Prompt Engineering von absofort. Sie erarbeiten dort ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess, und Datenschutz wird berücksichtigt.

Der Kurs ist online, ohne Programmierkenntnisse, mit Zertifikat. Er erklärt keine Einrichtung einer bestimmten lokalen Software.

Häufige Fragen

Wo liegt der Unterschied zwischen Systemprompt und normaler Frage?

Der Systemprompt ist die dauerhafte Grundanweisung für das ganze Gespräch. Die Frage ist die einzelne Aufgabe. Der Systemprompt setzt den Rahmen, die Frage füllt ihn.

Kann ich mehrere Systemprompts für verschiedene Aufgaben haben?

Ja. In Ollama erstellen Sie mehrere Modelle mit eigener Modelfile, in Oberflächen mehrere gespeicherte Vorgaben. Benennen Sie sie klar, zum Beispiel «Offerten», «Mails», «Zusammenfassungen».

Wie lang darf ein Systemprompt sein?

So kurz wie möglich. Er belegt Platz im Gedächtnis des Modells, dem Kontextfenster. Ein langer Systemprompt lässt weniger Raum für das Gespräch. Fünf bis zehn Sätze genügen meist.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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