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Wie beschreibt man Werkzeuge für einen KI-Agenten eindeutig?
Kurz gesagt
Ein Agent wählt Werkzeuge anhand ihrer Beschreibung. Geben Sie jedem Werkzeug einen sprechenden Namen, einen Satz, was es tut und wann nicht, sowie klar benannte Eingabefelder mit Beispielen. Je eindeutiger die Beschreibung, desto seltener der falsche Aufruf.
Das Problem
Ein KI-Agent erledigt Aufgaben nicht allein mit Sprache. Er ruft Werkzeuge auf: eine Suche in der Dokumentenablage, eine Abfrage im Kundenverzeichnis, eine Funktion, die einen Termin einträgt. Solche Werkzeuge sind kleine Programmfunktionen, die die IT dem Agenten zur Verfügung stellt. Diese Technik heisst «Tool Calling», auf Deutsch etwa «Werkzeugaufruf».
Der Agent sieht von diesen Werkzeugen nur die Beschreibung, den Namen, den Zweck und die Eingabefelder. Ist die Beschreibung schwammig, rät er. Er ruft die Suche statt der Terminfunktion auf, füllt ein Feld falsch oder nutzt ein Werkzeug, das er gar nicht brauchen sollte.
Frau Müller beobachtet genau das: Der Agent wählt falsche Funktionen. Die Ursache liegt selten im Modell, sondern meist in unklaren Beschreibungen. Das lässt sich beheben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Listen Sie alle Werkzeuge auf. Schreiben Sie auf, was der Agent können soll. Weniger ist besser: Jedes zusätzliche Werkzeug erhöht die Verwechslungsgefahr.
- Geben Sie jedem Werkzeug einen sprechenden Namen. «termin_eintragen» ist klarer als «funktion3». Der Name sollte ein Verb enthalten und den Zweck erkennen lassen.
- Schreiben Sie einen klaren Zweck. Ein bis zwei Sätze: Was tut das Werkzeug? Beispiel: «Sucht in der internen Dokumentenablage nach Dateien und gibt Titel und Pfad zurück. Verändert nichts.»
- Sagen Sie auch, wann es nicht passt. «Nicht verwenden, um Dateien zu öffnen oder zu ändern.» Solche Abgrenzungen verhindern Verwechslungen.
- Beschreiben Sie jedes Eingabefeld. Name, Bedeutung, erlaubte Werte und ein Beispiel. Zum Beispiel: «datum: Datum im Format TT.MM.JJJJ, z. B. 14.11.2026».
- Kennzeichnen Sie Pflichtfelder. Was muss angegeben werden, was ist optional? Was soll der Agent tun, wenn eine Angabe fehlt? Am besten nachfragen statt raten.
- Beschreiben Sie die Rückgabe. Was bekommt der Agent zurück, und wie sieht eine Fehlermeldung aus? So kann er das Ergebnis richtig lesen.
- Trennen Sie Lesen und Handeln. Werkzeuge, die nur lesen, sind harmloser als solche, die senden, löschen oder buchen. Kennzeichnen Sie das und vergeben Sie solche Rechte zurückhaltend, siehe Zugriffsrechte.
- Testen Sie mit Fragen, die Verwechslungen provozieren. Prüfen Sie, ob der Agent bei ähnlichen Aufgaben das richtige Werkzeug wählt, und schärfen Sie die Beschreibung nach.

Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Auftrag lassen Sie sich Werkzeugbeschreibungen entwerfen. Diese prüft Ihre IT-Person, bevor sie eingebaut werden.
Ich möchte einem KI-Agenten Werkzeuge zur Verfügung stellen und brauche eindeutige Beschreibungen.
Werkzeug: [Name, z. B. dokument_suchen]
Was es technisch tut: [Beschreibung]
Es verändert Daten: [ja/nein]
Eingaben: [Feld 1, Feld 2, ...]
Mögliche Fehler: [z. B. nichts gefunden, System nicht erreichbar]
Erstelle:
1. Einen sprechenden Funktionsnamen.
2. Eine Beschreibung in 2 Sätzen, die den Zweck nennt und sagt, wann das Werkzeug NICHT verwendet werden soll.
3. Für jedes Eingabefeld: Bedeutung, Pflichtfeld ja/nein, erlaubte Werte, ein Beispiel.
4. Eine Zeile, was der Agent tun soll, wenn eine Pflichtangabe fehlt.
5. Zwei Beispielfragen, bei denen das Werkzeug richtig ist, und zwei, bei denen ein anderes besser wäre.
Verwende einfache, eindeutige Sprache.Setzen Sie die Angaben zu Ihrem Werkzeug ein. Die Beispielfragen eignen sich danach direkt als Testfälle.
| Schwache Beschreibung | Starke Beschreibung |
|---|---|
| «Sucht Daten» | «Sucht Dateien nach Stichwort in der Ablage, liest nichts, ändert nichts» |
| «datum» | «datum: Datum im Format TT.MM.JJJJ, z. B. 14.11.2026» |
| «Sendet etwas» | «Erstellt einen Mailentwurf. Sendet nie selbst.» |
Worauf Sie achten müssen
- Zu viele Werkzeuge: Mit wenigen, klar getrennten Werkzeugen arbeiten Agenten zuverlässiger. Fassen Sie Ähnliches zusammen oder streichen Sie es.
- Beschreibung ist keine Sicherung: Dass ein Werkzeug «nur lesen» soll, muss technisch durch Rechte sichergestellt sein. Siehe auch die Erlaubnisliste für Werkzeuge.
- Werkzeugtexte sind Teil der Anweisung: Sie sollten keine Geheimnisse, internen Pfade oder Passwörter enthalten.
- Modelle unterscheiden sich: Nicht jedes lokale Modell kann Werkzeuge gleich zuverlässig aufrufen. Prüfen Sie das mit Ihrem Modell, siehe Tool Calling mit lokalen Modellen.
- Wiederholte Fehler: Wählt der Agent immer wieder falsch, schärfen Sie zuerst die Beschreibung, bevor Sie das Modell wechseln.
- Angaben prüfen: Auch bei guter Beschreibung können falsche Werte übergeben werden. Das System sollte sie vor dem Aufruf kontrollieren, siehe Parameter prüfen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Schreinerei in Zug lässt einen Agenten Offertenanfragen vorbereiten. Zwei Werkzeuge stehen bereit: «kunde_suchen» und «kunde_anlegen».
Vorher lauten die Beschreibungen «Kundenfunktion 1» und «Kundenfunktion 2». Der Agent legt bei bestehenden Kunden doppelte Einträge an. Nachher heissen sie «kunde_suchen: Sucht einen Kunden nach Name oder Ort. Verändert nichts. Immer zuerst verwenden» und «kunde_anlegen: Legt einen neuen Kunden an. Nur verwenden, wenn kunde_suchen nichts gefunden hat». Die Doppelerfassungen verschwinden, und die IT nimmt die zwei Beschreibungen in ihre Testfälle auf.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie für einen KI-Agenten Werkzeuge definieren und an bestehende Systeme anbinden lassen möchten, kann dies als konkrete Umsetzungsaufgabe angegangen werden. Bei ready4future ICT bearbeiten begleitete Informatiklernende unter anderem Schnittstellen, Automatisierungen und KI-Workflows; vorgesehen sind fachliche Begleitung und Kundenabnahme.
Häufige Fragen
Wie viele Werkzeuge darf ein Agent haben?
Das hängt vom Modell und der Aufgabe ab. Als Faustregel gilt: so wenige wie möglich. Beginnen Sie mit zwei bis drei und erweitern Sie nur bei Bedarf.
Auf Deutsch oder Englisch beschreiben?
Beides ist möglich. Wichtig ist, dass Beschreibung, Feldnamen und Ihre Anweisungen zusammenpassen. Testen Sie mit Ihrem Modell, was besser funktioniert.
Was, wenn zwei Werkzeuge ähnlich sind?
Grenzen Sie sie in der Beschreibung ab oder fassen Sie sie zu einem zusammen. Ähnliche Werkzeuge sind die häufigste Fehlerquelle.
Wer schreibt die Beschreibungen?
Am besten gemeinsam: Die Fachperson sagt, was gebraucht wird, die IT beschreibt es technisch. Danach liest eine dritte Person es auf Verständlichkeit gegen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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