Fragebogen für den ersten Physiotherapietermin vorbereiten
Kurz gesagt
Ein guter Aufnahmebogen fragt nur, was Sie für Ersttermin und Behandlung brauchen, in einfacher Sprache und in sinnvoller Reihenfolge. Die KI entwirft aus Ihren Stichworten eine Fassung, die Sie fachlich prüfen und auf Datensparsamkeit durchsehen. Ausgefüllte Bögen gehören in die Praxissoftware, nicht in KI-Werkzeuge.
Das Problem
Neue Patientinnen kommen zum ersten Termin und bekommen am Empfang ein Klemmbrett mit einem mehrseitigen Formular. Die Fragen sind unklar formuliert, manche scheinen sich zu wiederholen, andere sind sehr persönlich. Die Patientin füllt es hastig im Wartezimmer aus, lässt Felder leer und weiss nicht, warum man dies alles wissen will. Die Therapeutin muss Lücken beim Gespräch nachfragen, was Zeit kostet.
Ein Aufnahmebogen ist ein wichtiges Hilfsmittel. Er gibt der Therapeutin einen ersten Überblick: Beschwerden, Vorgeschichte, Ziele, Alltag. Er sollte aber nur fragen, was nötig ist, in einer Sprache, die alle verstehen. Zu lange oder zu persönliche Fragen verunsichern und widersprechen dem Grundsatz der Datensparsamkeit.
KI kann beim Entwurf helfen: Sie formuliert Fragen verständlich, ordnet sie und schlägt Varianten für verschiedene Gruppen vor. Welche Angaben Sie brauchen, bestimmen Sie fachlich selbst. Und der Bogen dient nur dazu, nicht die Daten der Patientinnen in ein KI-Werkzeug zu laden.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Zweck bestimmen: Wofür brauchen Sie den Bogen? Erster Überblick, Vorbereitung des Erstgesprächs, Dokumentation. Welche Informationen brauchen Sie wirklich, welche erfahren Sie im Gespräch besser?
- Fragen sammeln: Die Therapeuten im Team nennen, was sie typischerweise wissen müssen: Beschwerden (Ort, Dauer, Verlauf), Auslöser, bisherige Behandlungen, Verordnung, Alltag und Beruf, Ziele. Streichen Sie, was Sie nie nutzen. Siehe Datenminimierung.
- Heikle Fragen prüfen: Fragen zu Gesundheit, Medikamenten, Vorerkrankungen oder Lebensumständen sind sensibel. Stellen Sie sie nur, wenn sie für die Behandlung nötig sind, und erklären Sie, wozu. Die fachliche Entscheidung trifft die Therapeutin.
- Prompt schreiben: Nutzen Sie die Vorlage unten und geben Sie die Fragen als Stichworte vor. Die KI soll verständlich umformulieren und gliedern, nicht neue Fragen erfinden.
- Einfache Sprache prüfen: Kurze Fragen, keine Fachwörter ohne Erklärung, einfache Antwortmöglichkeiten (Kästchen, Skalen, kurze Felder). Eine Skala für Schmerzen sollte erklärt sein.
- Reihenfolge und Länge prüfen: Beginnen Sie mit leichten Fragen, setzen Sie sensible später. Streben Sie höchstens zwei Seiten an.
- Datenschutzhinweis ergänzen: Erklären Sie, wozu die Angaben dienen, wer sie sieht, wie lange sie aufbewahrt werden und wer Auskunft gibt. Der Hinweis stammt von Ihrer Praxis und wird fachlich geprüft.
- Mit Testpersonen prüfen: Lassen Sie Kollegen und Bekannte den Bogen ausfüllen. Wo stocken sie? Welche Fragen verstehen sie nicht?
- Zugang anbieten: Digital zum Vorausfüllen und auf Papier. Bieten Sie Hilfe am Empfang an. Siehe Barrierefreie Anreise und Zugang.
- Daten sicher speichern: Übertragen Sie die Angaben in die Praxissoftware, vernichten Sie Papierbögen nach Regel und geben Sie die ausgefüllten Bögen nie in KI-Werkzeuge. Siehe Verordnung auf fehlende Angaben prüfen.
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt folgt den Bausteinen Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Format. Er enthält keine Patientendaten:
AUFGABE: Formuliere aus meinen Stichworten einen verständlichen Aufnahmebogen für den ersten Physiotherapietermin.
ROLLE: Du unterstützt eine Physiotherapiepraxis in der Schweiz beim Formulieren. Du entscheidest nicht, welche Fragen fachlich nötig sind.
KONTEXT: Die Fragen, die wir stellen möchten (Stichworte): [z. B. Hauptbeschwerde und Ort, seit wann, Auslöser, Verlauf, Schmerzstärke (Skala 0–10), bisherige Behandlungen, Ärztliche Verordnung vorhanden ja/nein, Beruf und Alltagsbelastung, Ziele der Behandlung, Hilfsmittel, Einschränkungen im Alltag]. Zielgruppe: Erwachsene unterschiedlichen Alters, teils ohne Vorkenntnisse, Deutsch.
ZIEL: Ein Bogen von höchstens zwei Seiten, den man in etwa zehn Minuten ausfüllen kann und der die Fragen verständlich stellt.
FORMAT: Gliederung in Abschnitte mit Überschriften, kurze Fragen in einfacher Sprache (ohne Fachwörter oder mit kurzer Erklärung), Antwortformen (Kästchen, Skala, kurzes Textfeld), am Anfang ein kurzer Hinweis, wozu die Angaben dienen, am Ende ein Satz zu Datenschutz mit Platzhalter [Verweis auf Datenschutzinformation]. Füge keine zusätzlichen Fragen hinzu und frage nicht nach Namen, die wir nicht brauchen. Schweizer Schreibweise (ss).Setzen Sie Ihre Stichworte ein. Lassen Sie den Bogen von den Therapeuten fachlich prüfen.
Worauf Sie achten müssen
| Frage | Besser | Besser nicht |
|---|---|---|
| Schmerzen | «Wie stark sind Ihre Beschwerden heute? (0 = keine, 10 = stärkste)» | «Bewerten Sie Ihre Schmerzqualität nach Skala» |
| Vorerkrankungen | nur nach Relevanz für die Behandlung, mit Erklärung | lange Gesundheitsliste ohne Grund |
| Beruf | «Welche Tätigkeiten belasten Ihre Beschwerden?» | Arbeitgeber, Lohn |
| Ziele | «Was möchten Sie wieder können?» | «Ziele» ohne Erklärung |
- Datensparsamkeit: Fragen Sie nur, was nötig ist. Das Datenschutzgesetz verlangt Verhältnismässigkeit. Besonders schützenswerte Daten brauchen besondere Sorgfalt.
- Information: Patientinnen sollten wissen, wozu ihre Angaben dienen und wer Zugriff hat. Verweisen Sie auf die Datenschutzinformation der Praxis.
- Digitale Bögen: Online-Formulare und Apps verarbeiten Gesundheitsdaten. Prüfen Sie Anbieter, Standort und Verträge. Siehe KI-Tool prüfen: Datenschutzfragen.
- Keine KI-Auswertung ausgefüllter Bögen: Geben Sie ausgefüllte Bögen nicht in KI-Werkzeuge. Siehe KI und Patientendaten in der Arztpraxis.
- Freiwilligkeit: Patientinnen dürfen Fragen auslassen und im Gespräch beantworten. Wenn nötig, helfen Sie beim Ausfüllen.
- Sprachen: Ein zweisprachiger Bogen hilft. Übersetzungen sollten von einer fachkundigen Person geprüft werden.
- Aufbewahrung: Legen Sie fest, wie lange die Bögen aufbewahrt werden und wer Zugriff hat.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Physiotherapiepraxis in Uster mit fünf Therapeutinnen überarbeitet ihren Aufnahmebogen.
Vorher: Der Bogen hat vier Seiten mit 38 Fragen, viele davon werden im Gespräch ohnehin nochmals gestellt. Patientinnen füllen ihn unvollständig aus, und zwei beschweren sich über private Fragen.
Nachher: Die Praxis streicht gemeinsam die Hälfte der Fragen und lässt den Rest mit KI in einfache Sprache bringen. Die Therapeutinnen prüfen jede Frage fachlich. Der neue Bogen hat zwei Seiten, einen kurzen Datenschutzhinweis und eine Skala mit Erklärung. Patientinnen füllen ihn vollständiger aus, und das Erstgespräch dreht sich schneller um die eigentlichen Probleme.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie lernen möchten, KI so zu beauftragen, dass Formulare und Vorlagen verständlich und passend entstehen, findet sich bei absofort der Kurs Prompt Engineering. Laut Beschreibung legen Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat fest, setzen Beispiele ein, überarbeiten Prompts, prüfen Ergebnisse und berücksichtigen den Datenschutz; es ist ein Online-Kurs mit Zertifikat ohne Programmierkenntnisse. Therapeutische Fachinhalte vermittelt er nicht.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen sind sinnvoll?
So wenige wie möglich. Zehn bis fünfzehn gut gewählte Fragen genügen den meisten Praxen. Der Rest wird im Gespräch geklärt.
Darf ich nach Medikamenten fragen?
Wenn es für die Behandlung relevant ist, ja. Erklären Sie, wozu, und entscheiden Sie fachlich, was Sie wirklich brauchen.
Kann die KI den Bogen auswerten?
Nicht mit echten Patientendaten in ungeprüften Diensten. Die Auswertung erfolgt im Gespräch und in der Praxissoftware durch die Therapeutin.
Soll ich den Bogen vorab verschicken?
Das kann Zeit sparen, braucht aber einen sicheren Weg. Verschicken Sie keine Gesundheitsangaben per ungesicherter E-Mail.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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