Branchen · Übersetzen, Dolmetschen und Sprachtraining
Hilfsangebote einer NGO mehrsprachig verständlich erklären
Kurz gesagt
Schreiben Sie das Angebot zuerst in einfachem Deutsch mit klaren Schritten, lassen Sie es mit KI übersetzen und von Personen prüfen, die die Zielsprache sprechen. Bei Heikelem wie Rechten, Fristen oder medizinischen Hinweisen holen Sie eine Fachübersetzung. So erreichen Sie Menschen, die deutsche Texte kaum verstehen.
Das Problem
Ihre Organisation bietet Beratung, Mittagstisch, Kleiderabgabe oder rechtliche Hilfe an. Menschen, die diese Hilfe am dringendsten brauchen, finden sie oft nicht. Nicht, weil sie nicht existiert, sondern weil sie die Informationen nicht verstehen: Ihr Flyer ist auf Deutsch, die Website voller Fachbegriffe, das Anmeldeformular ein Behördentext.
Wer neu in der Schweiz ist oder eine andere Erstsprache hat, überliest oder missversteht das. Dann bleiben Termine ungenutzt, Fristen werden verpasst, und Vertrauen entsteht nicht.
Übersetzen allein reicht nicht. Ein komplizierter deutscher Text bleibt kompliziert, wenn er in eine andere Sprache übertragen wird. Besser: zuerst einfaches Deutsch, dann Übersetzung, dann Prüfung durch Menschen, die die Sprache sprechen und die Zielgruppe kennen. KI kann dabei viel Arbeit abnehmen, aber nicht alles.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie die Zielgruppen und Sprachen. Wer soll erreicht werden? Welche Sprachen sind in Ihrem Umfeld wichtig? Fragen Sie Beratende, Freiwillige und Partnerorganisationen. Beschränken Sie sich auf wenige Sprachen, die Sie gut betreuen können.
- Schreiben Sie das Angebot in einfachem Deutsch. Kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz, keine Fachbegriffe ohne Erklärung, aktive Sprache, konkrete Angaben: Wer, was, wann, wo, wie, was kostet es, was muss man mitbringen? Lassen Sie sich von der KI helfen, komplizierte Texte zu vereinfachen.
- Prüfen Sie den deutschen Text. Versteht ihn jemand ohne Vorwissen? Sind Adresse, Zeiten, Telefonnummer, Kosten korrekt und aktuell? Ändern Sie nach der Übersetzung nichts mehr am Original, ohne alle Sprachen anzupassen.
- Lassen Sie die KI übersetzen. Geben Sie den einfachen Text, die Zielsprache und den Zweck an und bitten Sie um eine verständliche, nicht wörtliche Übersetzung. Zahlen, Adressen und Eigennamen unverändert lassen. Siehe Vorlage.
- Lassen Sie Muttersprachliche prüfen. Eine Person, die die Zielsprache sehr gut spricht und die Lebenswelt der Zielgruppe kennt, liest gegen: Ist es verständlich, respektvoll, nicht seltsam? Das können Freiwillige, Mitarbeitende oder Vertrauensleute aus der Community sein. Honorieren Sie diesen Einsatz angemessen.
- Setzen Sie Fachübersetzung dort ein, wo es um viel geht. Rechtliche Hinweise, Rechte und Pflichten, Fristen, Einverständniserklärungen, medizinische Informationen. Fehler können Folgen haben. Siehe KI-Übersetzung oder Sprachdienst?.
- Verwenden Sie eine Begriffsliste. Wichtige Wörter einheitlich übersetzt (zum Beispiel «Beratungstermin», «Anmeldung», «kostenlos»). Das sichert Qualität in allen Materialien.
- Gestalten Sie die Materialien zugänglich. Klare Gliederung, grosse Schrift, Piktogramme, Textverfügbarkeit auch als Audio oder Gespräch. Nicht alle Menschen lesen gerne oder gut, auch in der Muttersprache nicht.
- Verbreiten Sie dort, wo die Menschen sind. Beratungsstellen, Sprachkurse, Gemeinschaftszentren, Kirchen, Moscheen, Vereine, Schulen. Eine Website allein erreicht wenige.
- Holen Sie Rückmeldungen ein und aktualisieren Sie. Fragen Sie die Zielgruppe: Ist es verständlich? Was fehlt? Passen Sie die Texte regelmässig an.
Qualitätsstufen für Übersetzungen:
| Material | Empfehlung |
|---|---|
| Allgemeine Information, Öffnungszeiten | KI-Übersetzung mit Prüfung durch Muttersprachliche |
| Anleitungen, Abläufe | KI plus sorgfältige Prüfung |
| Rechte, Pflichten, Fristen | Fachübersetzung |
| Einverständnis, Verträge | Fachübersetzung, ggf. rechtliche Prüfung |
| Medizinische Hinweise | Fachübersetzung, Rücksprache mit Fachperson |
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt vereinfachen und übersetzen Sie Ihr Angebot. Fügen Sie keine Daten von Klientinnen ein.
Du hilfst einer Non-Profit-Organisation in der Schweiz, ihr Angebot für Menschen mit begrenzten Deutschkenntnissen zu erklären.
Angebot: [Name, Zweck]. Angaben: Wo [Adresse], wann [Zeiten], Kosten [Angabe], was man mitbringen muss [Liste], Anmeldung [Weg], Kontakt [Telefon/E-Mail].
Aufgaben: 1. Schreibe den Text in einfachem Deutsch (kurze Sätze, keine Fachbegriffe, höchstens 120 Wörter).
2. Übersetze diesen einfachen Text in [Zielsprache], verständlich und nicht wörtlich. Lass Zahlen, Adressen und Namen unverändert.
3. Markiere Sätze, bei denen die Übersetzung unsicher ist oder kulturelle Unterschiede wichtig sein könnten, mit [PRÜFEN].
4. Erstelle eine Begriffsliste (Deutsch = Zielsprache) mit den zehn wichtigsten Wörtern.
5. Nenne fünf Fragen, die eine muttersprachliche Person beim Gegenlesen beantworten soll.
Erfinde keine Angaben. Sage ausdrücklich, dass die Übersetzung von einer sprachkundigen Person geprüft werden muss.Lassen Sie den übersetzten Text von einer Person prüfen, die die Sprache beherrscht, bevor er gedruckt oder veröffentlicht wird.
Worauf Sie achten müssen
- KI übersetzt nicht in jeder Sprache gleich gut. Bei verbreiteten Sprachen meist besser als bei seltenen. Dialekte und Schriftvarianten können Probleme machen. Prüfung durch Sprachkundige ist wichtig.
- Fehler können Folgen haben. Eine falsch übersetzte Frist oder Öffnungszeit kann dazu führen, dass jemand keine Hilfe bekommt.
- Vertraulichkeit. Geben Sie keine Fälle, Namen oder Beratungsinhalte in KI-Werkzeuge ein, nur öffentliche Angaben zum Angebot. Gesundheits- und Sozialdaten sind besonders schützenswert.
- Kultursensibel formulieren. Wörter, Bilder, Beispiele können in anderen Kontexten unpassend wirken. Lassen Sie Zielgruppenvertreter mitlesen.
- Nicht alle lesen. Ergänzen Sie mündliche Information, Dolmetschen und Audio. Bei Behördenkontakten kann Dolmetschen nötig sein; siehe auch Mehrsprachiger Kundendienst mit KI.
- Aktualität. Veraltete Übersetzungen in Umlauf sind schwer zurückzuholen. Vermerken Sie Datum und Version.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Beratungsstelle für Familien in Basel möchte Eltern erreichen, die Tigrinya, Arabisch und Türkisch sprechen. Der deutsche Flyer ist lang und voller Fachbegriffe.
Vorher: Wenige Eltern kommen, viele verstehen den Flyer nicht. Nachher: Die Beratungsstelle schreibt den Text in einfachem Deutsch um (aus 300 werden 100 Wörter), lässt ihn mit KI übersetzen und von drei Mitarbeitenden und Freiwilligen mit den entsprechenden Sprachen prüfen. Bei der Erklärung der Rechte holt sie eine Fachübersetzung. Die Flyer liegen in Moscheen, Sprachkursen und Kinderarztpraxen, mit einer Telefonnummer, unter der Dolmetscherinnen weiterhelfen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Texte verbindlich oder fachlich anspruchsvoll sind, bietet Alpasana Sprachdienste. Laut Leistungsbeschreibung gehören juristische, technische und geschäftliche Fachübersetzungen, beglaubigte Übersetzungen, Korrektorat und Lektorat sowie betreute mehrsprachige Projekte dazu, ausserdem Dolmetschen und eine Dokumentprüfung mit verbindlicher Offerte. Schwerpunkt sind Ukrainisch, Russisch und Deutsch; weitere Kombinationen sind nach Projekt möglich. Mehr unter Übersetzen, Dolmetschen und Sprachtraining.
Welche Sprachen für Ihre Materialien möglich sind, klärt die Dokumentprüfung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Welche Sprachen soll ich wählen?
Orientieren Sie sich an den Sprachen Ihrer tatsächlichen Zielgruppe und daran, was Sie betreuen können. Fragen Sie Beratende und Partner.
Kann die KI auch einfache Sprache erzeugen?
Ja, als Entwurf: Sie kann Texte vereinfachen. Prüfen Sie, ob nichts Wichtiges verloren geht, und testen Sie mit Personen aus der Zielgruppe.
Reicht eine Online-Übersetzung für den Flyer?
Für einfache Informationen mit Prüfung ja. Für Rechte, Fristen und Gesundheitsfragen empfehlen sich Fachübersetzungen.
Wie finde ich Prüferinnen?
Über Mitarbeitende, Freiwillige, Partnerorganisationen und interkulturelle Vermittlerinnen. Würdigen und entschädigen Sie diese Arbeit angemessen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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