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Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

KI-Untertitel prüfen: Namen und Fachbegriffe richtigstellen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Automatisch erzeugte Untertitel enthalten fast immer Fehler bei Namen, Orten und Fachbegriffen. Legen Sie vorab eine Wortliste an, lesen Sie jeden Untertitel zusammen mit dem Video und korrigieren Sie Zeitmarken und Zeilenlänge. Erst danach veröffentlichen Sie.

Das Problem

Videos werden häufig ohne Ton angeschaut: im Zug, im Büro, auf dem Handy. Gehörlose und schwerhörige Menschen sind auf Untertitel angewiesen. Programme erzeugen sie heute automatisch, in wenigen Minuten. Das spart Zeit.

Das Ergebnis ist oft brauchbar, aber nicht fehlerfrei. Gerade bei Schweizer Verhältnissen passieren typische Fehler: Orts- und Familiennamen werden falsch geschrieben («Wettingen» wird zu «Wetting»), Mundart und Hochdeutsch werden vermischt, Fachbegriffe werden zu ähnlich klingenden Wörtern. Manchmal ändert ein einziges falsches Wort die Aussage, etwa «nicht» statt «nun».

Untertitel gehören zum veröffentlichten Inhalt. Fehler fallen sofort auf und können unfreiwillig komisch oder sogar verletzend wirken. Mit einer kurzen Prüfung vor der Veröffentlichung lässt sich das meiste vermeiden.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Wortliste anlegen. Notieren Sie vor dem Start alle Namen, Orte, Firmen, Fachbegriffe und Abkürzungen, die im Video vorkommen, mit richtiger Schreibweise. Viele Programme akzeptieren eine solche Liste.
  1. Sprache einstellen. Wählen Sie die richtige Sprache und Variante. Für Schweizerdeutsch sind automatische Ergebnisse oft schwächer als für Hochdeutsch. Planen Sie mehr Prüfzeit ein.
  1. Untertitel erzeugen. Lassen Sie das Programm den Text mit Zeitmarken liefern, im üblichen Untertitelformat (zum Beispiel SRT). Ein Format sagt, wann welcher Text eingeblendet wird.
  1. Text mit Video durchgehen. Schauen Sie das Video komplett mit den Untertiteln an. Halten Sie an, wo etwas nicht stimmt. Verlassen Sie sich nicht auf blosses Lesen, denn Hörfehler erkennt man nur mit Ton.
  1. Namen und Fachbegriffe korrigieren. Nutzen Sie «Suchen und Ersetzen» für wiederkehrende Fehler. Achten Sie auf Zahlen, Daten, Währungen (CHF) und Eigennamen.
  1. Lesbarkeit prüfen. Eine Zeile sollte nicht zu lang sein, höchstens zwei Zeilen pro Einblendung, und jeder Text muss lange genug stehen, um gelesen zu werden. Teilen Sie lange Sätze an sinnvollen Stellen.
  1. Zeitmarken prüfen. Stimmen Text und Ton überein? Besonders bei Schnitten verrutschen die Zeiten.
  1. Zweite Person lesen lassen. Vier Augen sehen mehr. Lassen Sie jemanden stichprobenartig gegenlesen, vor allem bei sensiblen Themen.
  1. Wortliste weiterpflegen. Ergänzen Sie neue Begriffe für das nächste Video.

Vorlage zum Kopieren

Eine KI kann einen Rohtext bereinigen, aber nur wenn er keine vertraulichen Inhalte enthält. Mit dieser Vorlage lassen Sie sich Auffälligkeiten melden, statt den Text unkontrolliert umschreiben zu lassen.

Hier ist ein automatisch erzeugtes Transkript eines Videos auf Hochdeutsch (Schweizer Kontext). Prüfe es auf wahrscheinliche Erkennungsfehler, ohne den Inhalt umzuschreiben.

Thema des Videos: [z. B. Informationsabend der Gemeinde]
Richtige Schreibweise von Namen und Begriffen: [Liste]

Transkript:
[Text]

Aufgaben:
1. Liste Stellen auf, die vermutlich falsch erkannt wurden (Zeile, Originaltext, Vorschlag, Grund).
2. Markiere Zahlen, Daten und Beträge, die ich mit dem Video abgleichen muss.
3. Weise auf Sätze hin, die sinnlos oder widersprüchlich klingen.
4. Ändere nichts am restlichen Text und füge nichts hinzu.

Das Ergebnis dient als Hinweisliste. Entscheiden, was gesagt wurde, können nur Sie anhand des Videos.

PrüfpunktTypischer FehlerWie prüfen
Namen und OrteFalsche SchreibweiseWortliste, Quelle
Zahlen und BeträgeVerwechslung (13/30)Mit Video abgleichen
FachbegriffeÄhnlich klingende WörterFachperson fragen
Verneinung«nicht» fehlt oder zu vielTon anhören
ZeitmarkenText zu früh oder zu spätVideo abspielen
ZeilenlängeZu lang, zu schnellLesetest

Worauf Sie achten müssen

  • Verfälschte Aussagen: Ein falsches Wort kann den Sinn umkehren. Prüfen Sie besonders Zitate, Zahlen und Namen.
  • Vertraulichkeit: Videos aus Sitzungen, Schulungen oder mit Kundengesprächen gehören nicht ohne Prüfung in Online-Dienste. Klären Sie, wo die Aufnahme verarbeitet wird.
  • Personendaten: Sprecherinnen und Sprecher sind Personen. Wenn die Aufnahme erkennbare Menschen oder Gesundheitsangaben enthält, gelten die Datenschutzregeln. Im Zweifel holen Sie fachlichen Rat ein.
  • Mundart: Schweizerdeutsch wird von vielen Programmen schlechter erkannt als Hochdeutsch. Rechnen Sie mit mehr Korrekturen.
  • Barrierefreiheit: Gute Untertitel enthalten auch wichtige Geräusche («Applaus», «Telefon klingelt»), wenn sie zum Verständnis nötig sind.
  • Beschriftung: Wenn die Untertitel automatisch erzeugt und nur teilweise geprüft sind, sagen Sie das offen, statt Vollständigkeit vorzutäuschen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Eine Gemeinde im Seetal filmt ihre Informationsveranstaltung zum neuen Schulhaus und möchte das Video mit Untertiteln auf die Website stellen. Die Gemeindeschreiberin erzeugt die Untertitel mit einem Programm.

Beim Durchsehen fallen ihr drei Dinge auf: Der Name «Hitzkirch» wird als «Hitz Kirche» geschrieben, aus «CHF 12 Millionen» wurde «CHF 2 Millionen», und ein Satz des Gemeinderats lautet plötzlich ins Gegenteil verkehrt. Sie korrigiert alles nach der Aufnahme und trägt die Namen in eine Wortliste ein. Eine Kollegin liest die Untertitel noch einmal gegen. Das Video geht mit Untertiteln online, und im Gemeindeamt liegt eine Liste mit Namen für die nächste Aufnahme.

So hilft Ihnen Alpasana

Untertitel, Audio und Video gehören für viele zum Alltag in Kommunikation und Marketing. Die Kurse unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort umfassen nach Beschreibung unter anderem Video-Teaser, Podcast- und Voiceover-Vorbereitung und die Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen. Dazu gibt es Praxisaufgaben, einen KI-Lerncoach und einen verifizierbaren Abschluss.

Eine Korrektur Ihrer Untertitel nimmt der Kurs nicht ab, er hilft aber beim sicheren Umgang mit solchen Werkzeugen.

Häufige Fragen

Wie genau sind automatische Untertitel?

Das hängt von Tonqualität, Sprache und Fachgebiet ab. Bei klarem Hochdeutsch sind sie oft gut, bei Dialekt, Nebengeräuschen und Fachbegriffen deutlich schlechter. Gehen Sie immer von einem Prüfbedarf aus.

Muss ich Untertitel veröffentlichen?

Das hängt von Ihrem Auftrag ab. Für Barrierefreiheit sind Untertitel sehr empfehlenswert, für öffentliche Stellen und bestimmte Angebote können besondere Vorgaben gelten. Klären Sie das mit Ihrer Rechts- oder Fachstelle.

Darf ich mit KI übersetzte Untertitel nutzen?

Ja, aber mit besonderer Sorgfalt. Übersetzte Untertitel sollten von einer Person geprüft werden, die die Sprache beherrscht, vor allem bei Fachinhalten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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