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Branchen · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Interviews mit KI transkribieren und Zitate prüfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Nehmen Sie das Interview mit Einwilligung auf, lassen Sie die Aufnahme von einem Transkriptionsdienst in Text umwandeln und hören Sie jedes Zitat, das Sie verwenden, nochmals am Original ab. Automatische Transkripte enthalten Fehler, besonders bei Dialekt, Fachwörtern und Namen. Klären Sie vorab, wohin die Aufnahme geladen wird.

Das Problem

Ein einstündiges Interview ergibt, von Hand abgetippt, drei bis vier Stunden Arbeit. Redaktionen, Kommunikationsstellen und Selbständige stehen oft unter Zeitdruck. Eine KI-Transkription liefert in Minuten einen Text, aber der ist nicht fehlerfrei.

Typische Schwächen: Namen und Fachbegriffe werden falsch geschrieben, ähnlich klingende Wörter verwechselt, Schweizerdeutsch wird nur teilweise oder gar nicht korrekt erkannt, und bei mehreren Sprechenden landen Sätze bei der falschen Person. Fehler im Zitat können sich auf Ruf und Glaubwürdigkeit auswirken.

Hinzu kommen rechtliche und ethische Fragen: Dürfen Sie aufnehmen? Wer hat Zugriff auf die Audiodatei? Und was passiert mit Interviews, die vertraulich sind? Dieser Beitrag zeigt einen sorgfältigen Ablauf. Rechtliche Fragen im Einzelfall klären Sie fachlich.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Einwilligung einholen. Fragen Sie vor der Aufnahme, ob sie in Ordnung ist, und nennen Sie den Zweck. Das unbefugte Aufnehmen nichtöffentlicher Gespräche kann in der Schweiz strafbar sein (Art. 179ter Strafgesetzbuch). Halten Sie die Zustimmung in der Aufnahme oder schriftlich fest.
  1. Gut aufnehmen. Ruhiger Raum, Mikrofon nah an den Sprechenden, kein Durcheinanderreden. Gute Tonqualität ist die wichtigste Grundlage für ein brauchbares Transkript.
  1. Werkzeug und Datenschutz klären. Wohin wird die Datei geladen, wer hat Zugriff, wird sie gespeichert oder für Training genutzt? Bei vertraulichen Gesprächen und Quellenschutz prüfen Sie dies besonders genau, siehe Quellenschutz und KI.
  1. Transkription starten. Wählen Sie die Sprache (Standarddeutsch, Dialekt, Französisch) und, wenn möglich, die Erkennung der Sprechenden. Laden Sie eine Wortliste mit Namen und Fachbegriffen hoch, falls das Werkzeug es anbietet.
  1. Transkript gegenhören. Hören Sie das Interview mit Text in der Hand durch und korrigieren Sie Fehler. Besonders genau bei Namen, Zahlen, Jahreszahlen und Fachbegriffen.
  1. Sprecher zuordnen. Prüfen Sie, ob jeder Satz der richtigen Person zugeordnet ist. Beschriften Sie die Sprechenden eindeutig.
  1. Zitate gegen das Original prüfen. Jedes Zitat, das erscheint, hören Sie nochmals an. Notieren Sie Zeitmarke und Fundstelle. Ein Zitat darf den Sinn nicht verändern.
  1. Gegenlesen lassen, wenn üblich. In der Schweizer Medienpraxis ist das Gegenlesen von Zitaten oft Teil der Vereinbarung. Klären Sie das vorab mit der Gesprächspartnerin.
Ablaufgrafik in 8 Schritten: 1. Einwilligung einholen; 2. Gut aufnehmen; 3. Werkzeug und Datenschutz klären; 4. Transkription starten; 5. Transkript gegenhören; 6. Sprecher zuordnen; 7. Zitate gegen das Original prüfen; 8. Gegenlesen lassen, wenn üblich.
Der Weg im Überblick: Interviews mit KI transkribieren und Zitate prüfen

Vorlage zum Kopieren

Du bist Redaktionsassistentin. Ich gebe dir ein automatisch erzeugtes Transkript eines Interviews (Standarddeutsch, Schweizer Rechtschreibung) und möchte es bereinigen, ohne Inhalte zu verändern.

Transkript: [Text einfügen]
Bekannte Namen und Fachbegriffe: [Liste]
Sprechende: [Person A: Rolle, Person B: Rolle]

Aufgabe:
1. Korrigiere offensichtliche Erkennungsfehler und Satzzeichen, ohne Aussagen zu verändern oder zu glätten.
2. Markiere unklare Stellen mit [unklar: …] und ändere sie nicht selbst.
3. Gliedere nach Sprechenden und thematischen Abschnitten.
4. Liste Namen, Zahlen und Daten, die ich am Audio prüfen muss.
Füge keine Aussagen hinzu und kürze keine Zitate. Schreibe «ss» statt «ß».

Fügen Sie das Transkript ein und kontrollieren Sie die bereinigte Fassung danach am Audio.

FehlerquelleBeispielGegenmittel
Namen und Fachbegriffe«Meier» statt «Maier»Wortliste, Gegenhören
DialektSchweizerdeutsch teils unverständlichBesonders genau prüfen
SprecherwechselAntwort der falschen Person zugeordnetAudio nochmals anhören
ZahlenBetrag oder Jahr verändertImmer am Original prüfen
Schnelles RedenWörter fehlenStellen markieren und nacharbeiten

Worauf Sie achten müssen

  • Einwilligung zur Aufnahme: Nehmen Sie nur mit Zustimmung auf. Das Gespräch ohne Wissen aufzuzeichnen, kann strafbar sein. Prüfen Sie Sonderfälle fachlich.
  • Personendaten: Stimmen und Aussagen sind Personendaten, bei sensiblen Themen sogar besonders schützenswerte. Prüfen Sie, wer die Datei erhält. Hinweise finden Sie beim EDÖB.
  • Quellenschutz: Bei vertraulichen Quellen sollten Aufnahmen nicht in fremde Dienste geladen werden. Lokale Lösungen oder Handarbeit sind dann sicherer.
  • KI-Zusammenfassungen: Wenn die KI Zusammenfassungen schreibt, kann sie Aussagen verschieben. Zitieren Sie nur aus dem geprüften Transkript. Eine Hilfe bietet Protokoll aus Transkript mit KI.
  • Sprache und Dialekt: Schweizerdeutsch erkennen viele Dienste nur lückenhaft. Rechnen Sie mit mehr Nacharbeit.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein freier Journalist in Bern interviewt eine Gemeindepräsidentin über ein Bauprojekt. Er nimmt das Gespräch mit ihrer Zustimmung auf und lädt die Datei zu einem Transkriptionsdienst, dessen Datenschutzbedingungen er zuvor geprüft hat.

Im Transkript steht ein Betrag, der um eine Stelle abweicht, und der Name eines Quartiers ist falsch geschrieben. Beim Gegenhören korrigiert er beides. Er markiert die Zitate mit Zeitmarken und schickt sie der Präsidentin zum Gegenlesen. Sie ändert ein Wort, das ihr zu scharf scheint, und der Artikel erscheint mit korrekten, belegten Zitaten. Die Aufnahme löscht der Journalist nach Abschluss gemäss Vereinbarung.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Transkripte, Protokolle und Texte mit KI zuverlässig vorbereiten möchten, helfen die Kurse im Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben von absofort. Sie üben Bürokommunikation mit KI, Podcast- und Voiceover-Vorbereitung sowie Qualitätsprüfung und Einsatzregeln.

Die Kurse laufen online im eigenen Tempo, mit KI-Lerncoach, Praxisaufgaben und verifizierbarem Abschluss. Journalistische Standards und rechtliche Beratung gehören nicht dazu.

Häufige Fragen

Muss ich dem Interviewten sagen, dass die Aufnahme von einer KI verarbeitet wird?

Sagen Sie es, wenn Sie es können. Transparenz schafft Vertrauen, und je nach Datenschutzrecht kann sie nötig sein. Fragen Sie bei sensiblen Interviews besonders sorgfältig nach.

Wie lange soll ich die Aufnahme aufbewahren?

So lange, wie Sie sie für Belege brauchen, und nicht länger. Klären Sie Aufbewahrung und Löschung mit Ihrer Redaktion oder Ihren Auftraggebern, und löschen Sie auch beim Dienstleister.

Kann die KI Zitate aus dem Interview auswählen?

Sie kann Vorschläge machen. Sie wählt aber nicht nach journalistischen Kriterien und kann Aussagen verkürzen. Wählen Sie Zitate selbst und prüfen Sie sie am Original, siehe auch Recherchequellen prüfen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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