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Kosmetikwerbung mit KI prüfen: Übertriebene Aussagen erkennen
Kurz gesagt
KI-Texte für Kosmetik klingen oft verlockender als erlaubt. Prüfen Sie jeden Satz auf Heilversprechen, Zahlen ohne Beleg und Wörter wie «garantiert» oder «sofort». Was Sie nicht belegen können, streichen Sie. Bei Unsicherheit fragen Sie eine Fachperson.
Das Problem
Sie bitten eine KI: «Schreibe einen Instagram-Beitrag für unsere Gesichtsbehandlung.» Der Entwurf kommt in Sekunden: «Entfernt Falten dauerhaft, heilt Akne, garantiert strahlende Haut in 7 Tagen.» Das klingt grossartig. Sie möchten ihn am liebsten sofort veröffentlichen.
Genau hier liegt die Gefahr. KI-Programme sind auf Texte trainiert, in denen übertrieben wird, denn Werbung ist voll davon. Sie reproduzieren diesen Stil, ohne zu prüfen, ob die Aussagen stimmen oder erlaubt sind. Wer solche Texte veröffentlicht, riskiert enttäuschte Kundschaft, Beschwerden und im schlimmsten Fall rechtliche Folgen.
Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Er hilft Ihnen aber, die gröbsten Fallen selbst zu erkennen. Eine Checkliste ist dafür das einfachste Mittel: Sie prüfen jeden KI-Text damit, bevor er das Haus verlässt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Zweck des Textes klären. Soll er informieren, einladen oder verkaufen? Je klarer der Zweck, desto weniger übertriebene Aussagen sind nötig.
- Belegbare Fakten sammeln. Notieren Sie, was Sie wirklich sagen können: Dauer, Ablauf, verwendete Produkte, Zielgruppe. Nur damit füttern Sie die KI.
- KI mit Regeln beauftragen. Verbieten Sie ihr im Prompt ausdrücklich Heil- und Wirkversprechen, Zahlen und Superlative. Die Vorlage unten zeigt, wie.
- Entwurf Satz für Satz prüfen. Gehen Sie die Checkliste unten durch. Streichen Sie, was Sie nicht belegen können.
- Zweite Prüfung durch die KI. Geben Sie den bereinigten Text in ein neues Gespräch und bitten Sie die KI, problematische Aussagen zu markieren. Das ersetzt Ihre Prüfung nicht, findet aber oft noch etwas.
- Menschliche Gegenprobe. Lassen Sie eine Kollegin den Text lesen: «Würde ich das so versprechen?»
- Belege aufbewahren. Legen Sie Herstellerangaben und Fachunterlagen zu Ihren Aussagen in einen Ordner, mit Datum.
- Veröffentlichen und beobachten. Achten Sie auf Rückmeldungen. Wenn eine Kundin etwas anderes erwartet hat, passen Sie den Text an.
Besonders heikel sind Texte, die ein Problem zuerst gross machen und dann die Lösung anbieten: «Unreine Haut? Das muss nicht sein!» Solche Muster sind in Werbung üblich, und KI kopiert sie gern. Prüfen Sie, ob ein Text Ängste weckt, die Ihre Kundschaft vorher nicht hatte. Ein ehrlicher Text lädt ein, statt zu verunsichern.
Üben Sie die Prüfung zuerst an fremden Texten, etwa an Werbung von Mitbewerbenden oder an Herstellerprospekten. Wenn Sie dort Übertreibungen schnell finden, finden Sie sie auch in Ihren eigenen KI-Entwürfen.
Vorlage zum Kopieren
Du schreibst Werbetexte für ein Schweizer Kosmetikstudio. Du hältst dich an strenge Regeln.
Behandlung oder Angebot: [Name]
Belegbare Fakten (nur diese darfst du verwenden): [Dauer, Ablauf, Produkte laut Hersteller, Zielgruppe]
Kanal: [z. B. Instagram, Website, Flyer]
Länge: [z. B. höchstens 80 Wörter]
Verbote: keine Heil- oder Linderungsversprechen, keine Wörter wie «garantiert», «sofort», «dauerhaft», «wissenschaftlich bewiesen», «klinisch getestet», keine Prozentangaben oder Zahlen, die nicht in meinen Fakten stehen, keine Vorher-nachher-Behauptungen, keine Vergleiche mit Mitbewerbern.
Schreibe freundlich und konkret, Sie-Form, Schweizer Rechtschreibung. Danach liste unter «Prüfhinweise» alle Stellen auf, bei denen ich noch einen Beleg bräuchte.Ändern Sie die Fakten und den Kanal für jeden Text. Die Verbote lassen Sie stehen, sie gehören zu Ihrer festen Vorlage.
| Warnsignal im Text | Warum problematisch | Besser |
|---|---|---|
| «heilt», «behandelt Akne» | Heilversprechen, medizinische Aussage | «Pflegende Behandlung» |
| «garantiert», «sofort» | Ergebnis nicht belegbar | «Ablauf: 60 Minuten mit Reinigung und Maske» |
| «klinisch getestet», «um 40 % weniger» | Zahlen ohne Beleg | Nur mit Beleg, sonst weglassen |
| «Das Beste in der Region» | Superlativ ohne Grundlage | «Seit 2019 in [Ort]» (wenn wahr) |
| «Für alle Hauttypen» | Pauschal, kaum haltbar | «Wir beraten vorab zu Ihrer Haut» |
Worauf Sie achten müssen
- Lauterkeitsrecht: In der Schweiz verbietet das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) irreführende Angaben in der Werbung. Was genau darunter fällt, entscheidet sich im Einzelfall. Die Quelle steht in den Kopfdaten dieser Seite.
- Medizinische Aussagen: Wer Heilwirkungen verspricht, bewegt sich in die Nähe von Heilmittel- und Medizinprodukterecht. Für Kosmetik sind solche Aussagen riskant. Fragen Sie im Zweifel bei einer Fachstelle nach.
- Herstellerangaben nicht blind übernehmen: Auch Hersteller übertreiben. Verwenden Sie nur Aussagen, die klar belegt sind, und schreiben Sie «laut Hersteller».
- Bilder: Vorher-nachher-Fotos brauchen die Einwilligung der Person und müssen echt sein. Mehr zur Einwilligung unter Kundenfotos im Salon.
- KI-Fehler: Die KI erfindet Studien und Prozentzahlen. Prüfen Sie jede Zahl. Siehe KI-Halluzinationen.
- Team-Regel: Legen Sie fest, wer Werbetexte freigibt. Eine einfache Regel hilft, siehe KI-Richtlinie Vorlage.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Eine Kosmetikerin in Rapperswil lässt für ihren Newsletter einen Text zur neuen Anti-Pickel-Behandlung schreiben. Der Entwurf der KI verspricht «klar gereinigte Haut in einer Sitzung» und «klinisch erwiesene Wirkung».
Die Kosmetikerin geht die Checkliste durch. Die «klinische Wirkung» kann sie nicht belegen, ebenso wenig das «in einer Sitzung». Sie streicht beides und ersetzt es durch den Ablauf: Reinigung, sanftes Peeling, Maske, 60 Minuten. Ausserdem fügt sie hinzu: «Bei Hautproblemen empfehlen wir die Abklärung bei Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt.» Der Newsletter wird sachlicher, aber ehrlicher. Die Buchungen bleiben gleich, die Rückfragen enttäuschter Kundinnen sind ausgeblieben.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn in Ihrem Studio mehrere Personen Texte mit KI erstellen, hilft eine gemeinsame Grundlage. Die KI-Weiterbildung für Unternehmen von absofort deckt KI für Kommunikation und Texte ab und behandelt den verantwortungsvollen Umgang mit Ergebnissen und Unternehmensdaten. Sie lernen online im eigenen Tempo und erhalten verifizierbare Abschlüsse.
Für Teams gibt es eine Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen. Eine juristische Prüfung Ihrer Werbung leistet das Angebot nicht.
Häufige Fragen
Darf ich schreiben, was der Hersteller schreibt?
Nicht automatisch. Sie verantworten Ihre Werbung selbst. Wenn Sie eine Aussage des Herstellers übernehmen, zitieren Sie sie klar als Herstellerangabe und prüfen Sie, ob sie belegt ist.
Sind Kundenbewertungen als Werbung erlaubt?
Echte Bewertungen mit Einwilligung ja. Erfundene oder von der KI geschriebene Bewertungen nie. Das wäre Täuschung.
Wie finde ich heraus, was erlaubt ist?
Fragen Sie Ihren Berufsverband oder eine Fachperson für Wettbewerbsrecht. Als Faustregel gilt: Beschreiben Sie, was Sie tun, und versprechen Sie nicht, was herauskommt. Ähnliche Fragen behandelt Gesundheitswerbung prüfen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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