Berufsbildung · KI-Beratung und digitale Transformation
KI-Kompetenzen: Zuständigkeiten der Lernorte abstimmen
Kurz gesagt
Legen Sie eine Matrix an: KI-Kompetenzen in den Zeilen, Lehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse in den Spalten. Tragen Sie ein, wo eine Kompetenz geübt wird und wo nicht. Die KI kann den Entwurf ordnen, doch Aussagen über Ihren Beruf prüfen Sie am Bildungsplan und mit den Beteiligten der Lernorte.
Das Problem
Frau Keller unterrichtet an einer Berufsfachschule. Im Unterricht gibt sie ihren Lernenden Hinweise zum sorgfältigen Umgang mit KI: Ergebnisse prüfen, keine vertraulichen Daten eingeben. Im Lehrbetrieb hören die Lernenden, KI dürfe «bei uns nicht benutzt werden». In den überbetrieblichen Kursen (üK) kommt das Thema gar nicht vor. Die Lernenden sind verunsichert: Was gilt jetzt?
In der Schweizer Berufsbildung lernen Lernende an drei Lernorten: im Lehrbetrieb (Praxis), in der Berufsfachschule (Schule) und in überbetrieblichen Kursen (Kurse einer Branche, in denen praktische Grundlagen vermittelt werden). Diese Zusammenarbeit heisst Lernortkooperation. Sie funktioniert, wenn die Lernorte einander kennen und ihre Aufgaben abstimmen. Bei neuen Themen wie KI entstehen leicht Lücken, weil jeder Lernort annimmt, ein anderer sei zuständig, oder Doppelspurigkeiten und Widersprüche.
Eine Kompetenzmatrix macht sichtbar, wer was übernimmt. Sie ist eine einfache Tabelle: Zeilen für Kompetenzen, Spalten für Lernorte. So erkennen Sie, wo etwas fehlt, wo mehrere dasselbe tun und wo Widersprüche entstehen. Verbindlich sind der Bildungsplan Ihres Berufs und die Vorgaben Ihrer Trägerschaft; die Matrix ist ein Arbeitsinstrument für die Abstimmung. Informationen zur Berufsbildung bietet das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Die Beteiligten an einen Tisch bringen. Laden Sie Vertretungen aller drei Lernorte ein: Berufsbildnerin, Lehrperson, üK-Leitung. Ohne sie bleibt die Matrix ein Papier.
- Kompetenzen zu KI sammeln. Notieren Sie, was Lernende im Umgang mit KI können sollen, zum Beispiel: Aufgaben für KI formulieren, Ergebnisse prüfen, vertrauliche Daten schützen, Einsatz mit Vorgesetzten klären, Grenzen erkennen. Bleiben Sie bei fünf bis acht Kompetenzen.
- Den Bildungsplan prüfen. Suchen Sie im Bildungsplan Ihres Berufs, wo digitale Kompetenzen, Datenschutz oder Informationsbeschaffung genannt sind, und halten Sie die Fundstellen fest. Erfinden Sie keine Bezüge, die nicht darin stehen.
- Eine Matrix mit KI entwerfen lassen. Geben Sie die Kompetenzen und die Lernorte ein und lassen Sie eine Tabelle mit leeren Feldern entwerfen. Die Felder füllen die Beteiligten aus.
- Pro Lernort ausfüllen. Jeder Lernort trägt ein, was er schon tut: «wird geübt», «wird erwähnt», «nicht behandelt», «unklar». Ehrlichkeit ist wichtiger als ein vollständiges Bild.
- Lücken und Widersprüche markieren. Gemeinsam prüfen Sie: Welche Kompetenz hat keinen Lernort? Wo gelten verschiedene Regeln? Die KI kann Auffälligkeiten nennen, die Bewertung nehmen die Beteiligten vor.
- Zuständigkeiten vereinbaren. Legen Sie fest, wer welche Lücke schliesst, bis wann und wie die Lernorte sich informieren. Halten Sie das schriftlich fest.
- Regelmässig aktualisieren. Besprechen Sie die Matrix zum Beispiel einmal pro Semester. Die Entwicklung bei KI ist schnell; Regeln und Möglichkeiten ändern sich.
| Kompetenz (Beispiel) | Lehrbetrieb | Berufsfachschule | üK | Status |
|---|---|---|---|---|
| Ergebnisse prüfen | Wird geübt | Wird geübt | Nicht behandelt | Abgestimmt |
| Vertrauliche Daten schützen | Regeln im Betrieb | Allgemein erklärt | Nicht behandelt | Lücke üK |
| Einsatz mit Vorgesetzten klären | Betriebsregel | Nicht behandelt | Nicht behandelt | Offen |
| Aufgaben für KI formulieren | Unklar | Wird geübt | Nicht behandelt | Klären |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Geben Sie nur allgemeine Informationen ein, keine Betriebsinterna und keine Daten von Lernenden.
Ich möchte für den Beruf [Beruf, EFZ/EBA] eine Kompetenzmatrix zu KI erstellen, um die Zusammenarbeit der drei Lernorte (Lehrbetrieb, Berufsfachschule, überbetriebliche Kurse) abzustimmen.
Hier sind die Kompetenzen, die wir betrachten: [Liste mit fünf bis acht Kompetenzen].
Erstelle:
1. eine Tabelle mit den Kompetenzen in den Zeilen und den drei Lernorten in den Spalten, mit leeren Feldern und der Auswahl «wird geübt / wird erwähnt / nicht behandelt / unklar»,
2. eine Liste mit zehn Fragen, die die Beteiligten pro Lernort beantworten sollten,
3. eine Vorlage für eine Vereinbarung: wer schliesst welche Lücke, bis wann, wie wird informiert.
Behaupte nichts über den Inhalt des Bildungsplans meines Berufs; sage, was ich dort nachprüfen muss.Ergänzen Sie Beruf und Kompetenzen und gleichen Sie die Fundstellen mit dem Bildungsplan Ihres Berufs ab.
Worauf Sie achten müssen
- Verbindlich sind Bildungsverordnung und Bildungsplan Ihres Berufs sowie die Vorgaben Ihrer Trägerschaft und des Kantons. Die KI kennt sie nicht verlässlich und kann Inhalte erfinden. Prüfen Sie Aussagen am Original.
- Betriebe haben unterschiedliche Regeln zu KI. Respektieren Sie diese und stellen Sie die Matrix nicht als Anweisung an Betriebe dar.
- Geben Sie keine Betriebsinterna, Personendaten von Lernenden oder Berufsbildenden in öffentliche KI-Dienste ein; Orientierung zum Datenschutz bietet das Educa-Dossier. Klären Sie die Regeln Ihrer Institution.
- Die Matrix zeigt Absichten, nicht Wirkung. Ob Lernende die Kompetenzen tatsächlich erwerben, zeigt sich in Beobachtung und Beurteilung.
- Zuständigkeiten, Abläufe und Begriffe unterscheiden sich je nach Beruf und Kanton. Fragen Sie bei der Berufsbildungsstelle Ihres Kantons und der Trägerschaft nach.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus der Ausbildung zur Kauffrau und zum Kaufmann EFZ in einer Region der Zentralschweiz: Frau Keller lädt eine Berufsbildnerin, einen üK-Leiter und eine Kollegin ein. Sie bereiten eine Matrix mit sechs KI-Kompetenzen vor, die KI liefert die Tabelle und eine Fragenliste.
Beim Ausfüllen zeigt sich: «Ergebnisse prüfen» wird in Schule und Betrieb geübt, «vertrauliche Daten schützen» nur allgemein in der Schule, im üK nicht. Im Betrieb ist KI für Kundendaten untersagt, in der Schule wurde es als «bei Bedarf möglich» erklärt. Die Gruppe vereinbart, den Datenschutz einheitlich zu erklären und die betrieblichen Regeln im Unterricht zu erwähnen. Nach einem Semester prüft sie die Matrix erneut.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn eine Branche, ein Verband, ein Betrieb oder eine Schule klären möchte, wo KI sinnvoll ist und wie Zuständigkeiten, Einsatzregeln und Pilot aussehen könnten, hilft die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Sie umfasst die Aufnahme von Prozessen, die Analyse von KI-Potenzialen, die Priorisierung von Vorhaben, einen Umsetzungsplan sowie Pilot, Einsatzregeln und Skalierung; Projekte werden individuell offeriert.
Das Angebot ersetzt nicht die Abstimmung der Lernorte und kennt keine berufsspezifischen Bildungspläne. Diese Arbeit leisten die Beteiligten der Berufsbildung selbst.
Häufige Fragen
Wer ist für KI-Kompetenzen zuständig?
Das hängt vom Beruf und vom Bildungsplan ab. Klären Sie es zusammen mit der Trägerschaft und den Lernorten und halten Sie es schriftlich fest. Weitere Hinweise bietet der Beitrag zu KI-Kompetenzen im Bildungsplan.
Wie bauen Kompetenzen über die Lehrjahre auf?
Mit einem Spiralaufbau, bei dem Themen wiederkehren und vertieft werden. Mehr dazu im Beitrag zum Aufbau von KI-Kompetenzen über die Ausbildungsjahre.
Wie gelingt der Übergang vom üK in den Betrieb?
Mit konkreten Anwendungsaufträgen. Ideen bietet der Beitrag zum Transfer nach dem ÜK.
Was, wenn der Betrieb KI nicht zulässt?
Das ist legitim. Dann planen Sie Lernen über KI und Alternativen im Unterricht. Eine Hilfe für Vereinbarungen im Betrieb bietet der Beitrag zur KI-Lernzeit im Lehrbetrieb.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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