Berufsbildung · KI-Beratung und digitale Transformation
KI-Kompetenzen im Bildungsplan: Vorhandene Bezüge finden
Kurz gesagt
Arbeiten Sie mit der für den Beruf und die Lerngruppe geltenden Fassung des Bildungsplans. Lassen Sie KI mögliche Bezüge samt Fundstelle suchen und unterscheiden Sie ausdrückliche Vorgaben, pädagogische Anknüpfungen und unbelegte Vorschläge.
Das Problem
Frau Keller möchte KI verantwortungsvoll in die Berufsbildung einbeziehen. Im Bildungsplan findet sie Begriffe wie Informationen beurteilen oder Arbeitsprozesse dokumentieren, aber nicht an jeder passenden Stelle das Wort KI. Eine schnelle KI-Suche liefert daraufhin eine lange Kompetenzliste, deren Status unklar bleibt.
Das Problem ist nicht nur eine möglicherweise falsche Fundstelle. Aus einer sinnvollen Unterrichtsidee kann unbemerkt die Behauptung werden, der Bildungsplan verlange genau diese KI-Anwendung. Sie brauchen deshalb eine Zuordnung, deren Belege und Grenzen andere Berufsbildungsverantwortliche nachvollziehen können.
Welche Handlungskompetenzen und Inhalte an den einzelnen Lernorten vermittelt werden, ist anhand der berufsspezifischen Bildungsverordnung, des Bildungsplans und weiterer verbindlicher Unterlagen zu prüfen. Die Zuordnung kann je Beruf unterschiedlich ausgestaltet sein. Handlungskompetenz meint hier das Können, berufliche Situationen fachlich und verantwortlich zu bewältigen. Ein einzelner KI-Befehl ist dafür noch kein ausreichender Nachweis.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Beschaffen Sie die zutreffenden Originaldokumente. Öffnen Sie die offiziellen Unterlagen zum konkreten Beruf und prüfen Sie Ausgabe, Gültigkeit sowie den betroffenen Ausbildungsjahrgang. Halten Sie Titel und Herkunft fest. Ein aktuelles Veröffentlichungsdatum allein beweist nicht, dass die Fassung bereits für Ihre Lerngruppe gilt.
- Grenzen Sie eine berufliche Tätigkeit ein. Beginnen Sie beispielsweise mit dem Prüfen einer schriftlichen Kundeninformation. Beschreiben Sie, welche Verantwortung dabei besteht und welchen Teil eine KI unterstützen könnte. Vermeiden Sie eine Suche nach sämtlichen denkbaren KI-Kompetenzen ohne Bezug zur Ausbildungsaufgabe.
- Wählen Sie einen passenden Dokumentausschnitt. Lesen Sie die relevanten Abschnitte selbst und übernehmen Sie einen zulässigen, personenfreien Auszug samt Kennzeichnung. Bei Tabellen müssen Zeilen und Lernortspalten erkennbar bleiben. Prüfen Sie die Textübernahme, damit der KI keine verschobenen Zuordnungen vorliegen.
- Lassen Sie mögliche Bezüge mit Nachweis suchen. Geben Sie die Vorlage in das freigegebene Werkzeug ein. Verlangen Sie die Originalkennung, einen kurzen Wortlaut und den betroffenen Lernort. Die KI soll fehlende Nachweise ausdrücklich nennen und weder Kennungen ergänzen noch Vorgaben aus anderen Berufen einmischen.
- Prüfen Sie jede Fundstelle im Original. Öffnen Sie die angegebene Stelle und vergleichen Sie Wortlaut, Zusammenhang und Geltungsbereich. Eine thematisch ähnliche Passage kann einen anderen Lernort betreffen. Markieren Sie nicht nachprüfbare Fundstellen als unbrauchbar und entfernen Sie die daraus abgeleitete Behauptung.
- Ordnen Sie den Status des Bezugs ein. Unterscheiden Sie eine ausdrückliche Nennung, eine begründete pädagogische Anknüpfung und einen zusätzlichen Vorschlag. Ein Beispiel: Eine Anforderung zur Informationsprüfung kann Anlass sein, eine KI-Antwort zu untersuchen; daraus folgt nicht automatisch eine Pflicht, ein bestimmtes Werkzeug einzusetzen.
- Stimmen Sie den Entwurf mit den Beteiligten ab. Besprechen Sie die Zuordnung mit Berufsbildenden, Berufsfachschule und gegebenenfalls den überbetrieblichen Kursen, kurz üK. Klären Sie, wo das Können aufgebaut, angewendet und beobachtet wird. Dokumentieren Sie fachliche Entscheidungen und offene Fragen, statt allein die KI-Tabelle weiterzugeben.
- Formulieren Sie erst danach einen Lernauftrag. Beschreiben Sie die eigene Entscheidung der Lernenden und einen beobachtbaren Qualitätsmassstab. Lassen Sie sie beispielsweise Fehler in einer vorbereiteten KI-Antwort begründen und eine Verbesserung vorschlagen. Die Zuordnung zum Bildungsplan bleibt getrennt vom konkreten Unterrichtsentwurf sichtbar.
Vorlage zum Kopieren
Ich prüfe als Lehrperson mögliche KI-Bezüge in einem Bildungsplan.
Beruf und Dokumentfassung: [Angaben aus dem Original]
Zu untersuchende berufliche Tätigkeit: [Tätigkeit]
Auszug mit Kennungen und Lernortspalten: [freigegebener Text]
Erstelle eine vorläufige Tabelle:
Kennung | kurzer Textbeleg | Lernort | möglicher KI-Bezug | Status.
Status: ausdrücklich genannt, pädagogische Anknüpfung, nicht belegt.
Arbeite ausschliesslich mit dem vorgelegten Auszug.
Erfinde keine Kennungen, Pflichten oder zusätzlichen Dokumentinhalte.
Begründe Anknüpfungen als Vorschläge, nicht als offizielle Vorgaben.
Nenne zu jeder Zeile, was ich im Original prüfen muss.Ersetzen Sie die Platzhalter durch einen klar abgegrenzten Auszug und prüfen Sie die vorgeschlagene Zuordnung mit dem vollständigen Originaldokument.
Worauf Sie achten müssen
- Keine neue Vorschrift aus einer Ähnlichkeit ableiten. Ein thematischer Bezug legitimiert keine erfundene Pflicht. Bei rechtlicher Auslegung oder unklarer Gültigkeit lassen Sie den Einzelfall durch zuständige Fachpersonen klären.
- Digitale Kompetenzen sind breiter als KI. Der SBFI-Überblick zur digitalen Transformation behandelt verschiedene digitale Kompetenzbereiche. Verwenden Sie diesen Rahmen zur Orientierung, nicht als Ersatz für den berufsspezifischen Bildungsplan.
- Keine Schüler- oder Betriebsdaten eingeben. Öffentliche Dokumentauszüge genügen für die Zuordnung. Interne Beurteilungen und vertrauliche Arbeitsbeispiele gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
- Eigenleistung sichtbar halten. Das Lernziel darf nicht allein darin bestehen, eine KI-Ausgabe zu erzeugen. Es muss erkennbar bleiben, was Lernende verstehen, entscheiden und verantworten.
- Zugänge und Alter berücksichtigen. Ein gemeinsamer geprüfter KI-Auszug erlaubt die Arbeit ohne eigenes Konto. Direkte Werkzeugnutzung richtet sich nach institutionellen und kantonalen Vorgaben sowie passenden Altersbedingungen.
| Status | Zulässige Darstellung im Entwurf |
|---|---|
| Ausdrücklich belegt | «Das Dokument nennt …», mit geprüfter Fundstelle |
| Pädagogische Anknüpfung | «Diese Aufgabe kann den Aufbau unterstützen …» |
| Noch nicht belegt | «Vorschlag zur fachlichen Klärung …» |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Frau Keller plant mit einem Ausbildungsbetrieb im Aargau eine Aufgabe zum Prüfen schriftlicher Auskünfte. Die KI ordnet der Tätigkeit mehrere angebliche Kennungen zu. Bei der Kontrolle stellt sich heraus, dass eine davon im vorgelegten Dokument nicht vorkommt.
Das Team streicht diese Zeile. Eine tatsächlich passende Passage bleibt als Grundlage bestehen, während die Arbeit mit einer KI-Antwort ausdrücklich als didaktische Idee gekennzeichnet wird. Die Lernenden sollen Unklarheiten erkennen, eine Quelle heranziehen und ihren Korrekturentscheid begründen.
So kann das Team über die Qualität der Aufgabe sprechen, ohne eine KI-Pflicht zu behaupten. Als Anschluss helfen das Formulieren überprüfbarer KI-Lernziele und die Abstimmung der Lernorte.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana umfasst das Aufnehmen von Prozessen, die Analyse geeigneter KI-Anwendungen und die Planung der Umsetzung. Das kann helfen, den organisatorischen Ablauf für Dokumentenprüfung, Verantwortlichkeiten und Freigabe zu strukturieren.
Eine verbindliche Auslegung von Bildungsplänen oder eine berufspädagogische Genehmigung ist damit nicht zugesagt. Die fachliche Zuständigkeit bleibt bei den verantwortlichen Bildungsstellen und den beteiligten Fachpersonen.
Häufige Fragen
Darf ein KI-Thema vorkommen, wenn das Wort nicht im Plan steht?
Ein methodischer Einsatz kann pädagogisch sinnvoll sein, auch ohne ausdrückliche Wortnennung. Begründen Sie den Bezug zum tatsächlich geforderten Können und beachten Sie die geltenden Vorgaben. Kennzeichnen Sie den eigenen Umsetzungsvorschlag eindeutig.
Reicht die Seitenzahl als Beleg?
Ergänzen Sie möglichst die Dokumentfassung und die vorhandene Abschnitts- oder Kompetenzkennung. Seitenzahlen können sich zwischen Ausgaben verändern. Der Beleg muss für eine andere Person auffindbar und im Zusammenhang prüfbar sein.
Wie gehen wir mit mehreren passenden Stellen um?
Wählen Sie die für die konkrete Aufgabe tragende Stelle und erläutern Sie zusätzliche Bezüge knapp. Eine lange Sammlung ersetzt keine klare Zuordnung. Prüfen Sie besonders, ob die Stellen unterschiedliche Lernorte oder Ausbildungsphasen betreffen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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