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Berufsbildung · KI-Beratung und digitale Transformation

KI in der Lehre: Kompetenzen über Ausbildungsjahre aufbauen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI-Kompetenzen entstehen nicht in einer einzigen Lektion. Ein Spiralaufbau greift dieselben Themen in jedem Lehrjahr wieder auf, mit mehr Tiefe und mehr beruflicher Verantwortung. Eine KI kann einen Entwurf liefern; ob er zu Bildungsplan, Berufsfachschule und Lehrbetrieb passt, klären die Beteiligten gemeinsam.

Das Problem

Frau Keller ist Ausbildungsverantwortliche in einem Betrieb mit 20 Lernenden und arbeitet eng mit der Berufsfachschule zusammen. Letztes Jahr gab es einen Halbtag «KI im Beruf», den alle Lernenden besucht haben. Heute, ein Jahr später, wissen die meisten kaum noch etwas davon. Einige nutzen KI unvorsichtig, andere gar nicht, und niemand weiss genau, was im zweiten oder dritten Lehrjahr dazukommen soll.

Einmalige Veranstaltungen bieten oft wenig Gelegenheit, Inhalte später anzuwenden. Kompetenzen können durch wiederholte Anwendung und Vertiefung gefördert werden. In der Pädagogik nennt man einen solchen Ansatz Spiralcurriculum: Grundthemen kehren wieder und können auf anspruchsvollerer Stufe behandelt werden. Wie die Progression ausgestaltet wird, richtet sich nach Beruf und Ausbildungszielen.

Ein solcher Lernweg muss zum Beruf passen: Was ein Lernender im Detailhandel braucht, unterscheidet sich von dem, was eine Informatikerin lernt. KI kann einen ersten Entwurf liefern, den Sie mit Berufsfachschule, überbetrieblichen Kursen und Lehrbetrieb abstimmen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Bildungsplan und Berufsalltag klären. Lesen Sie, welche Handlungskompetenzen Ihr Beruf verlangt, und notieren Sie, wo KI im Berufsalltag schon vorkommt oder bald vorkommen wird.
  1. Kernthemen festlegen. Wählen Sie vier bis sechs Themen, die über die Lehre immer wiederkehren: zum Beispiel Grundverständnis (was KI kann und nicht kann), Aufträge formulieren, Ergebnisse prüfen, Datenschutz und Vertraulichkeit, Verantwortung und Transparenz.
  1. Stufen pro Lehrjahr bestimmen. Überlegen Sie, was Lernende im ersten, zweiten, dritten (und vierten) Lehrjahr jeweils können sollen. Eine mögliche Progression kann mehr Selbständigkeit und Verantwortung vorsehen; stimmen Sie Niveau und Zuständigkeiten mit den berufsspezifischen Unterlagen ab.
  1. Entwurf mit KI erzeugen. Geben Sie der KI mit der Vorlage unten Beruf, Themen und Rahmen. Sie liefert eine Tabelle mit Zielen je Lehrjahr und Beispielaufgaben.
  1. Entwurf mit den Lernorten abgleichen. Besprechen Sie ihn mit Berufsfachschule, ÜK-Verantwortlichen und Lehrbetrieb: Wer vermittelt was, wo gibt es Doppelungen oder Lücken?
  1. Praxisbezug herstellen. Verknüpfen Sie jedes Ziel mit einer Gelegenheit im Betrieb oder Kurs, in der Lernende es anwenden können.
  1. Wiederaufnahmen einplanen. Legen Sie fest, wann Themen wieder aufgegriffen werden, zum Beispiel jeweils zu Beginn des Lehrjahrs mit einer kurzen Standortbestimmung.
  1. Überprüfen und anpassen. Werten Sie nach einem Jahr aus: Was hat funktioniert? Wo braucht es mehr? Passen Sie den Lernweg an, auch wegen Entwicklungen der KI-Werkzeuge.

Vorlage zum Kopieren

Du unterstützt mich bei der Planung eines Lernwegs zu KI-Kompetenzen in der beruflichen Grundbildung. Beruf: [Beruf]. Dauer der Lehre: [3 oder 4 Jahre]. Lernorte: Lehrbetrieb, Berufsfachschule, überbetriebliche Kurse. Wo KI im Berufsalltag vorkommt: [Beispiele].

Kernthemen: [z. B. Grundverständnis, Aufträge formulieren, Ergebnisse prüfen, Datenschutz, Verantwortung].

Aufgabe:
1. Erstelle eine Tabelle: pro Kernthema und Lehrjahr ein Lernziel (beobachtbar formuliert, «Die Lernenden können …»). Die Selbständigkeit und die berufliche Verantwortung steigen von Jahr zu Jahr.
2. Nenne zu jedem Lernziel eine Beispielaufgabe aus dem Berufsalltag.
3. Markiere Stellen, an denen sich Themen wiederholen, und beschreibe, was jeweils neu dazukommt.
4. Gib an, welche Punkte ich mit Berufsfachschule, ÜK und Betrieb abstimmen muss.
5. Erfinde keine Vorgaben des Bildungsplans. Wo du unsicher bist, schreibe «bitte im Bildungsplan prüfen».

Setzen Sie Beruf und Themen ein. Der Entwurf ist ein Diskussionsvorschlag, kein Curriculum.

LehrjahrSchwerpunkt (Beispiel)Selbständigkeit
1Grundverständnis, einfache Aufträge, RegelnMit Anleitung
2Ergebnisse prüfen, Datenschutz anwendenTeilweise selbständig
3KI in Arbeitsprozessen, QualitätssicherungSelbständig mit Kontrolle
4 (falls vorhanden)Verantwortung, Beurteilung von EinsatzfällenSelbständig, begründet

Worauf Sie achten müssen

  • Bildungsplan hat Vorrang: Die Inhalte der beruflichen Grundbildung bestimmen Bildungsverordnung und Bildungsplan, entwickelt von den Organisationen der Arbeitswelt. Ein betrieblicher KI-Lernweg ergänzt sie und darf sie nicht ersetzen. Informationen gibt das SBFI.
  • Abstimmung der Lernorte: Berufsfachschule, ÜK und Betrieb haben unterschiedliche Aufgaben. Klären Sie, wer welche Teile übernimmt, damit keine Doppelungen oder Lücken entstehen. Siehe KI-Kompetenzen: Zuständigkeiten der Lernorte abstimmen.
  • Aktualität: KI-Werkzeuge und Regeln ändern sich schnell. Planen Sie jährliche Überprüfungen und formulieren Sie Ziele werkzeugneutral.
  • Datenschutz: Betriebsdaten, Kundendaten und Daten Lernender gehören nicht in öffentliche KI-Dienste. Regeln dazu sind Teil des Lernwegs, aber auch Pflicht des Betriebs.
  • Keine Überforderung: Lernende haben bereits ein volles Programm. Integrieren Sie KI-Kompetenzen in bestehende Aufträge, statt zusätzliche Blöcke aufzubauen.
  • Gleiche Chancen: Nicht alle Betriebe haben dieselben KI-Möglichkeiten. Sorgen Sie dafür, dass alle Lernenden Zugang zu den Lerngelegenheiten haben, etwa über Schule oder ÜK.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Keller will für die kaufmännische Lehre im Betrieb einen Lernweg zu KI aufbauen. Sie gibt der KI fünf Kernthemen und die Lernorte und erhält eine Tabelle für drei Lehrjahre.

Vorher: Ein Halbtag im ersten Jahr, danach nichts mehr. Nachher: Der Entwurf zeigt, dass im ersten Jahr Grundverständnis und Regeln im Zentrum stehen, im zweiten Jahr das Prüfen von Ergebnissen und der Datenschutz, im dritten Jahr der Einsatz in einem eigenen Arbeitsprozess. Zwei Ziele der KI, die dem Bildungsplan widersprachen, hat sie gestrichen. Sie bespricht den Entwurf mit der Berufsfachschule und einigt sich, wer das Thema Datenschutz übernimmt. Zu Beginn jedes Lehrjahrs gibt es eine kurze Standortbestimmung.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer KI in einer Organisation planvoll einführen möchte, findet bei Alpasana Unterstützung mit KI-Beratung und digitaler Transformation: Prozesse aufnehmen, KI-Potenziale analysieren, Vorhaben priorisieren und einen Umsetzungsplan erstellen, KI-Agenten mit Anwendungsfall, Pilot, Einsatzregeln und Skalierung integrieren. Weiterbildung kann über absofort einbezogen werden; Projekte werden individuell offeriert.

Der Bildungsplan Ihres Berufs bleibt der verbindliche Rahmen für Ihre Lernenden.

Häufige Fragen

Muss jedes Jahr ein neues Thema kommen?

Nein. Die Themen bleiben, die Anforderungen steigen. Im ersten Jahr zeigen Lernende mit Anleitung, im dritten Jahr verantworten sie einen Arbeitsschritt selbst.

Wer ist für den Lernweg zuständig?

Verantwortlich ist, wer die Ausbildung koordiniert, in Absprache mit Berufsfachschule und ÜK. Hinweise zur Zuordnung zum Bildungsplan: KI-Kompetenzen im Bildungsplan: Vorhandene Bezüge finden.

Sollen alle Lernenden dasselbe lernen?

Die Grundlagen ja, die Anwendung je nach Beruf und Betrieb. Berücksichtigen Sie unterschiedliche Voraussetzungen.

Was, wenn sich der Bildungsplan ändert?

Dann passen Sie den Lernweg an. Revisionen der Berufe laufen regelmässig, und KI wird dabei an Bedeutung gewinnen; wie genau, ist offen. Beobachten Sie die Informationen Ihrer Branche.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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