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Berufe & Funktionen · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Wie zeige ich KI-Arbeiten ehrlich im Kreativportfolio?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Zeigen Sie bei jeder Arbeit, was von Ihnen stammt und wo KI geholfen hat: Aufgabe, Ihr Beitrag, eingesetzte Werkzeuge, Entscheidungen und Ergebnis. Eine ehrliche Darstellung wirkt glaubwürdiger als Verschweigen und zeigt, dass Sie KI gezielt steuern können.

Das Problem

Sie arbeiten kreativ: als Grafikerin, Texter, Fotograf, Videomacherin oder Gestalter. Für Aufträge und Projekte haben Sie auch KI-Werkzeuge genutzt, um Ideen zu entwickeln, Entwürfe zu erstellen oder Abläufe zu beschleunigen. Nun möchten Sie ein Portfolio zusammenstellen, für eine Bewerbung oder für Kundinnen, und wissen nicht, wie Sie das zeigen sollen.

Verschweigen Sie den KI-Anteil, riskieren Sie Vertrauensverlust, wenn er auffliegt. Betonen Sie ihn zu stark, wirkt es, als hätte die Maschine die Arbeit gemacht. Dazu kommt Unsicherheit: Wird KI-Arbeit überhaupt als Leistung anerkannt?

Der Schlüssel ist Transparenz: Sie zeigen, was Ihre Entscheidungen, Ihre Ideen und Ihr Handwerk waren und wo KI unterstützt hat. Das beweist Kompetenz im Umgang mit einem Werkzeug, das heute viele Aufgaben berührt.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Arbeiten auswählen. Nehmen Sie fünf bis acht Projekte, die Ihre Stärken zeigen und zur gewünschten Stelle oder Kundschaft passen. Qualität geht vor Menge. Mischen Sie Arbeiten mit und ohne KI.
  1. Für jede Arbeit den Ablauf festhalten. Notieren Sie: Aufgabe oder Briefing, Ihre Idee, eingesetzte Werkzeuge, wo Sie KI nutzten (Ideen, Entwurf, Bearbeitung), welche Entscheidungen Sie trafen, was Sie selbst gemacht oder verändert haben, Ergebnis und Wirkung.
  1. Den Eigenanteil benennen. Beschreiben Sie klar, was von Ihnen stammt: Konzept, Auswahl, Komposition, Retusche, Text, Gestaltung. Verwenden Sie konkrete Wörter statt allgemeiner Aussagen wie «mit Hilfe von KI erstellt».
  1. Den KI-Anteil sachlich erklären. Zum Beispiel: «Erste Motivideen mit einem Bildgenerator, danach Auswahl, Neukomposition und Retusche in [Programm].» Nennen Sie Werkzeuge allgemein oder mit Stand des Einsatzes, ohne technische Versprechen.
  1. Vorher und nachher zeigen. Wenn möglich, zeigen Sie Skizze, KI-Entwurf und fertiges Ergebnis. Das macht Ihren Beitrag sichtbar. Prüfen Sie, dass Sie die Rechte an gezeigten Materialien haben.
  1. Texte mit KI ausarbeiten lassen. Öffnen Sie einen erlaubten KI-Assistenten, also ein Programm, dem Sie schriftlich Aufgaben geben. Mit der Vorlage unten bringen Sie Ihre Stichworte in kurze Projektbeschreibungen. Prüfen Sie, dass alles stimmt, und streichen Sie Übertreibungen.
  1. Rechte und Kundenzustimmung klären. Dürfen Sie Kundenarbeiten zeigen? Gibt es Vertraulichkeit? Wie ist die Herkunft von KI-Bildern dokumentiert? Siehe Herkunft von KI-Bildern dokumentieren. Fragen Sie im Zweifel nach.
  1. Das Portfolio testen und pflegen. Lassen Sie eine vertraute Person es lesen: Ist verständlich, was Sie gemacht haben? Aktualisieren Sie regelmässig. Bei Bewerbungen kann ein persönliches Coaching helfen, die Darstellung zu schärfen.
Frage im PortfolioGute AntwortZu vermeiden
Was war die Aufgabe?Kurzbriefing, ZielVage Beschreibung
Was war mein Beitrag?Konzept, Auswahl, Gestaltung«Das hat die KI gemacht»
Wo wurde KI genutzt?Konkrete SchritteVerschweigen oder Übertreiben
Welche Entscheidungen traf ich?Begründete AuswahlKeine Angabe
Was war das Ergebnis?Wirkung, RückmeldungOhne Beleg

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte für mein Kreativportfolio eine Projektbeschreibung schreiben, die den KI-Anteil ehrlich und klar zeigt.
Projekt: [Titel und Art, z. B. Plakat für ein Dorffest].
Aufgabe oder Briefing: [Stichworte].
Mein Beitrag (Konzept, Auswahl, Gestaltung, Text, Retusche): [Stichworte].
Wo ich KI eingesetzt habe: [z. B. Motivideen mit einem Bildgenerator, Textentwurf mit einem Sprachassistenten].
Meine Entscheidungen: [z. B. Auswahl aus zwölf Varianten, neue Komposition].
Ergebnis und Wirkung: [Stichworte, nur Belegtes].
Schreibe eine Beschreibung von höchstens 120 Wörtern in der ersten Person, sachlich und ohne Übertreibung.
Erfinde keine Zahlen, Auszeichnungen oder Kundenzitate. Betone meinen Eigenanteil nicht übertrieben und verschweige den KI-Anteil nicht.

Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Angaben und prüfen Sie jeden Satz.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Beschönigung. Wer KI-Arbeit als rein handwerklich darstellt, riskiert den Vertrauensverlust. Auftraggeberinnen und Personalverantwortliche fragen zunehmend nach.
  • Rechte und Vertraulichkeit. Zeigen Sie Kundenarbeiten nur mit Erlaubnis. Prüfen Sie, ob die Nutzungsbedingungen Ihrer KI-Werkzeuge eine Veröffentlichung erlauben. Rechtliche Fragen beurteilt eine Fachperson im Einzelfall, siehe KI-Bilder kommerziell nutzen.
  • Vorgaben der Kundschaft. Manche Auftraggeber verbieten KI oder verlangen Offenlegung. Halten Sie sich an die Vereinbarung. Siehe KI-Nutzung gegenüber Kunden erklären.
  • Keine erfundenen Belege. Zahlen, Auszeichnungen und Zitate müssen stimmen. KI kann sie erfinden, prüfen Sie jede Angabe.
  • Fähigkeiten ohne KI zeigen. Zeigen Sie auch, was Sie ohne KI können. Das beruhigt Personen, die Handwerk schätzen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Frau Müller, 28, hat eine Lehre als Polygrafin abgeschlossen und bewirbt sich bei einer Agentur in Zürich. Ihr Portfolio zeigt sechs Projekte, drei davon mit KI-Unterstützung. Sie ist unsicher, ob sie das offen zeigen soll.

Mit der Vorlage beschreibt sie jedes Projekt mit Aufgabe, Eigenanteil und eingesetzten Werkzeugen. Beim Plakatprojekt zeigt sie Skizze, KI-Entwurf und finale Gestaltung. Im Vorstellungsgespräch fragt die Agenturleiterin genau danach und lobt die Offenheit. Frau Müller erhält ein Angebot für eine Stelle.

So hilft Ihnen Alpasana

Das Job-Coaching und die Laufbahnberatung von Alpasana umfassen laut Beschreibung Standortbestimmung anhand von CV, Zeugnissen und Diplomen, ein Stärkenprofil, CV und Motivationsschreiben nach Schweizer Standard mit Feedback, Bewerbungsstrategie sowie Probeinterviews mit persönlichem Feedback. Die Begleitung erfolgt durch Nataliya Fiechter, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil, auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch. Ein kostenloses Kennenlerngespräch ist möglich.

So können Sie Ihr Portfolio und Ihre Bewerbung persönlich besprechen. Eine Garantie für eine Stelle gibt es nicht.

Häufige Fragen

Muss ich KI-Nutzung im Portfolio offenlegen?

Eine gesetzliche Pflicht gibt es dafür im Allgemeinen nicht, aber Auftraggeber und Arbeitgeber können Offenlegung verlangen. Ehrlichkeit ist ausserdem klug. Klären Sie Einzelfälle fachlich.

Wirkt KI-Arbeit weniger wert?

Das hängt vom Gegenüber. Entscheidend ist, dass Sie zeigen, was Ihre Entscheidungen und Ihr Können waren. Mehr zur Kommunikation: KI-Nutzung gegenüber Kunden erklären.

Soll ich Prompts zeigen?

Nur wenn es zur Aufgabe passt und Sie nichts Vertrauliches preisgeben. Ein Ausschnitt kann Ihre Arbeitsweise zeigen.

Wo bekomme ich Hilfe für den Lebenslauf?

Eine Anleitung bietet Lebenslauf Schweiz mit KI.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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