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Berufe & Funktionen · KI-Kurse für Kinder und Jugendliche

KI-Workshop in der Jugendarbeit vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein KI-Workshop für Jugendliche lebt von konkreten, kreativen Aufgaben und klaren Regeln. Sie legen Ziel, Ablauf und Datenschutz fest, probieren die Werkzeuge vorher selbst aus und besprechen mit den Jugendlichen, was KI kann und wo sie irrt. Altersgrenzen und Elternzustimmung klären Sie vorab.

Das Problem

Im Jugendtreff reden die 12- bis 15-Jährigen über KI: Sie lassen Hausaufgaben von Chatbots lösen, erstellen Bilder mit Apps und schicken sich lustige Videos. Als Jugendarbeiterin bekommen Sie das mit, wissen aber nicht genau, was die Jugendlichen eigentlich machen, was dabei gut und was riskant ist und wie Sie das aufgreifen könnten. Ein Verbot hilft wenig. Ein Vortrag langweilt.

Jugendarbeit lebt vom Mitmachen und von Angeboten, die an der Lebenswelt anknüpfen. Ein Workshop zu KI kann genau das leisten: Die Jugendlichen probieren aus, gestalten selbst, entdecken Grenzen und sprechen über Fragen wie: Wem gehören meine Bilder? Wer sieht, was ich eintippe? Was ist echt, was ist erfunden? Das fördert Medienkompetenz, ohne den erhobenen Zeigefinger.

Wichtig sind klare Rahmen: Altersgrenzen von Diensten, Datenschutz, Elterninformation, Regeln im Umgang miteinander. Dieser Text hilft bei der Vorbereitung. Er ersetzt keine pädagogische Ausbildung und keine Absprachen mit Ihrer Trägerschaft.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ziel und Zielgruppe bestimmen. Wer kommt? Alter, Vorkenntnisse, Gruppengrösse. Was sollen sie am Ende können oder verstanden haben? Ein bis zwei Ziele reichen, zum Beispiel: «Ich kann einem Chatbot einen klaren Auftrag geben und erkenne, wenn er sich irrt.»
  1. Rahmenbedingungen klären. Prüfen Sie mit Leitung und Trägerschaft: Welche Werkzeuge sind erlaubt? Ab welchem Alter dürfen die Dienste genutzt werden? Brauchen Sie Zustimmung der Eltern? Wie sieht es mit Geräten und WLAN aus?
  1. Werkzeuge vorab ausprobieren. Testen Sie selbst, was die Jugendlichen tun sollen. Funktioniert es? Welche Antworten kommen? Gibt es unpassende Inhalte? Wählen Sie Werkzeuge mit Jugendschutz oder arbeiten Sie mit einem Gerät der Einrichtung, bei dem Sie mitlesen.
  1. Ablauf planen. Gliedern Sie in Etappen: Einstieg (Was wisst ihr schon?), Ausprobieren, Reflexion (Was ist uns aufgefallen?), Abschluss. Planen Sie zwei bis drei Stunden mit Pausen.
  1. Kreative Aufgaben wählen. Zum Beispiel: Ein Bild für ein Poster gestalten, einen Songtext schreiben, eine Geschichte weiterspinnen, ein Quiz zum Quartier erfinden. Aufgaben mit Ergebnis motivieren.
  1. Aufgaben mit KI-Hilfe vorbereiten. Lassen Sie sich mit der Vorlage unten Ablauf, Aufgabenkarten und Reflexionsfragen entwerfen und passen Sie alles an Ihre Gruppe an.
  1. Spielregeln festlegen. Keine persönlichen Daten eingeben, keine Fotos von Personen hochladen, keine Beleidigungen, keine Bilder von echten Mitschülerinnen. Besprechen Sie die Regeln zu Beginn.
  1. Reflexion einplanen. Fragen Sie: Was hat die KI gut gemacht? Wo lag sie daneben? Wie wurdet ihr beeinflusst? Wem gehört das Ergebnis?
  1. Eltern und Träger informieren. Teilen Sie mit, was passiert, welche Werkzeuge genutzt werden und wie Datenschutz gewahrt wird.

Vorlage zum Kopieren

Du hilfst einer Jugendarbeiterin in der Schweiz, einen KI-Workshop für Jugendliche zu planen. Du empfiehlst nur altersgerechte Aufgaben, die ohne persönliche Daten auskommen. Du erfindest keine Studien oder Zahlen.

Gruppe: [z. B. 8 bis 12 Jugendliche, 12 bis 14 Jahre, offener Jugendtreff]
Dauer: [z. B. 2,5 Stunden]
Ziele: [z. B. KI kennenlernen, kreativ nutzen, Fehler erkennen]
Werkzeuge, die wir nutzen dürfen: [z. B. ein Chatbot auf dem Einrichtungs-Tablet mit Aufsicht, eine Bild-App für Jugendliche]
Vorkenntnisse: [keine / gering]

Erstelle:
1. einen Ablauf in Etappen mit Zeitangaben
2. vier kreative Aufgaben als Aufgabenkarten (Titel, Auftrag in zwei Sätzen, Beispiel-Prompt)
3. fünf Reflexionsfragen für die Gruppe (z. B. zu Fehlern, Urheberschaft, Datenschutz)
4. eine Liste mit fünf einfachen Spielregeln in Jugendsprache, ohne belehrenden Ton
5. Hinweise für mich: Was muss ich vorher prüfen (Altersgrenzen, Inhalte, Elterninformation)?
Sprache: einfach, Schweizer Rechtschreibung.

Passen Sie Werkzeuge und Ziele an Ihre Einrichtung an. Probieren Sie jede Aufgabe selbst aus, bevor Sie sie der Gruppe geben.

AufgabeLernzielHinweis
Poster-Bild gestaltenKlare Aufträge formulierenKeine echten Personen abbilden
Geschichte weiterschreibenKreativität, Kritik an KI-TextenAuf unpassende Inhalte achten
Fehlersuche: «Was stimmt nicht?»KI-Fehler erkennenVorbereitete Beispiele
Quiz erfindenWissen prüfenFakten kontrollieren

Worauf Sie achten müssen

  • Altersgrenzen und Nutzungsbedingungen: Viele KI-Dienste haben ein Mindestalter und verarbeiten Eingaben. Prüfen Sie die Bedingungen und klären Sie mit der Trägerschaft, welche Werkzeuge erlaubt sind.
  • Datenschutz: Jugendliche sollen keine Namen, Adressen oder Fotos von Personen eingeben. Siehe KI-Klassenregeln aufstellen.
  • Inhalte kontrollieren: KI kann unpassende, falsche oder verzerrte Inhalte liefern. Begleiten Sie die Gruppe und testen Sie vorab.
  • Kein Ersatz für Gespräche: Manche Jugendliche suchen bei KI emotionale Unterstützung. Hören Sie hin, und verweisen Sie bei Belastung auf Beratungsangebote, zum Beispiel die Beratung von Pro Juventute unter der Nummer 147.
  • Gleiche Chancen: Nicht alle haben zuhause Geräte oder Erfahrung. Der Workshop bietet allen den Zugang.
  • Urheberschaft und Fairness: Besprechen Sie, dass KI-Bilder und -Texte auf Material anderer beruhen und dass Ergebnisse als KI-erstellt gekennzeichnet werden sollten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Jugendtreff in Burgdorf lädt zu einem Nachmittag «KI ausprobieren» für 12- bis 14-Jährige ein. Die Jugendarbeiterin klärt mit ihrer Leitung, dass nur ein Chatbot auf dem Einrichtungstablet und eine Bild-App ohne Anmeldung genutzt werden. Sie testet alle Aufgaben vorher und streicht eine, bei der die App unpassende Bilder lieferte.

Im Workshop gestalten die Jugendlichen ein Poster für das Quartierfest, erfinden ein Quiz und suchen in vorbereiteten KI-Antworten nach Fehlern. Besonders viel Gesprächsstoff gibt eine Antwort, in der die KI eine Schweizer Stadt falsch zuordnet. Am Schluss sagt ein Teilnehmer: «Ich hätte nicht gedacht, dass das Ding so oft falsch liegt.» Die Jugendarbeiterin hält fest, dass die Eltern per Elternbrief vorab informiert wurden. Zwei fragen, ob es wieder einen solchen Anlass gibt.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Kinder und Jugendliche KI weiter vertiefen möchten, bietet absofort unter KI-Kurse für Kinder und Jugendliche KI-Grundlagen, Prompts und fairen Umgang mit KI sowie Webseiten mit HTML und CSS, Games mit JavaScript, Scratch, KI-Bilder und Musik mit KI. Der Online-Kurs ist im eigenen Tempo und ohne Vorkenntnisse möglich und schliesst mit einer KI-begleiteten Praxisaufgabe und einem verifizierbaren Lernnachweis ab. Für jüngere Kinder wird die Begleitung durch Erwachsene empfohlen.

Ein Workshop-Konzept für die offene Jugendarbeit ist nicht Teil des Kurses. Der Kurs kann aber interessierten Jugendlichen als Anschluss empfohlen werden.

Häufige Fragen

Muss ich selbst KI-Profi sein?

Nein. Wichtig sind Neugier, Vorbereitung und Offenheit für Fragen. Ausprobieren und gemeinsam entdecken genügt. Was Sie nicht wissen, schauen Sie mit der Gruppe nach.

Dürfen Jugendliche unter 16 KI-Dienste nutzen?

Das hängt von den Nutzungsbedingungen der einzelnen Dienste ab. Viele haben Mindestalter. Klären Sie das vorab, und nutzen Sie Geräte und Zugänge der Einrichtung, wenn nötig.

Wie gehe ich mit Cybermobbing-Themen um?

Mit klaren Regeln und, wenn nötig, einem separaten Angebot. Hilfreich ist Cybermobbing-Prävention mit KI-Material.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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