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Berufe & Funktionen · Job-Coaching und Laufbahnberatung

Ist mein Job durch KI gefährdet? Die eigenen Aufgaben prüfen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ob Ihr Job durch KI gefährdet ist, hängt von Ihren Aufgaben ab, nicht vom Berufstitel. Mit einer Checkliste prüfen Sie, welche Tätigkeiten sich automatisieren lassen und welche menschlich bleiben. Das Ergebnis ist eine Einschätzung, keine Prognose, und Anlass für einen konkreten Plan.

Das Problem

Die Frage lässt viele nicht los: Werde ich in fünf Jahren noch gebraucht? Sie stellt sich vor allem, wenn im Betrieb erste KI-Werkzeuge auftauchen, Kolleginnen von Zeitersparnis sprechen oder die Geschäftsleitung neue Strukturen ankündigt.

Wer allein grübelt, neigt zu Extremen: Entweder Verdrängung («Das trifft mich nicht») oder Panik («Ich bin bald überflüssig»). Beides hilft nicht. Besser ist eine nüchterne Bestandsaufnahme: Was genau mache ich, und was davon kann ein Computerprogramm gut oder schlecht?

Eine KI (ein Programm, das Text versteht und erzeugt) kann Sie dabei unterstützen, die Fragen zu ordnen. Verlässliche Voraussagen kann sie nicht machen, aber sie kann helfen, Ihre Aufgaben zu strukturieren.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Aufgaben sammeln: Notieren Sie, was Sie in einer typischen Woche tun, möglichst genau und mit Zeitanteil.
  2. Checkliste anwenden: Gehen Sie jede Aufgabe mit den Fragen unten durch und markieren Sie, wo Ja oder Nein zutrifft.
  3. Verantwortung und Beziehung prüfen: Wo tragen Sie Verantwortung, entscheiden Sie, haben Sie Vertrauen zu Kundschaft oder Team aufgebaut? Das sind Stärken.
  4. Gefährdungsmuster erkennen: Aufgaben, die regelmässig, regelbasiert und textlastig sind, lassen sich eher von KI unterstützen oder übernehmen.
  5. Mit der KI besprechen: Geben Sie die Ergebnisse in die Vorlage unten und lassen Sie sich Ideen geben, wie sich Ihre Rolle entwickeln könnte.
  6. Betrieb einbeziehen: Fragen Sie Ihre Vorgesetzten, wie der Betrieb KI einsetzen möchte. Informationen vom Betrieb sind wichtiger als Prognosen aus dem Internet.
  7. Handlungsplan erstellen: Wählen Sie ein bis zwei Dinge, die Sie in den nächsten drei Monaten tun: eine Aufgabe mit KI ausprobieren, einen Kurs besuchen, eine neue Verantwortung übernehmen.
  8. Regelmässig wiederholen: Machen Sie den Check alle sechs Monate neu.

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte meine berufliche Situation im Hinblick auf KI nüchtern prüfen. Beruf: [Beruf], Branche: [Branche].
Meine Aufgaben mit Zeitanteil: [Liste]
Ergebnisse meiner Checkliste: Aufgaben, die regelmässig und regelbasiert sind: [Liste]. Aufgaben mit Verantwortung oder Beziehung: [Liste].
Aufgaben:
1. Fasse in fünf Sätzen zusammen, wo KI meine Arbeit voraussichtlich verändert und wo kaum.
2. Schlage drei Wege vor, wie sich meine Rolle entwickeln könnte (z. B. mehr Beratung, Qualitätskontrolle, Spezialisierung).
3. Nenne drei kleine Schritte für die nächsten drei Monate.
Gib keine Prognosen zu Arbeitsplatzverlust, Zeiträumen oder Wahrscheinlichkeiten. Kennzeichne alles als Einschätzung.

Passen Sie Beruf und Aufgaben an. Das Ergebnis ist ein Gesprächsanlass, den Sie mit Menschen besprechen sollten.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Wahrscheinlichkeiten: Wenn eine KI Ihnen sagt, Ihr Job sei zu «73 Prozent gefährdet», ist das erfunden. Solche Zahlen haben keine verlässliche Grundlage für Ihren Einzelfall.
  • Betrieb entscheidet mit: Ob KI eingeführt wird, hängt von Kosten, Qualität, Datenschutz, Kundschaft und Betriebskultur ab.
  • Sorgen ernst nehmen: Angst um die Stelle ist nachvollziehbar. Sprechen Sie darüber mit Menschen, nicht nur mit einem Chat.
  • Rechte kennen: Eine Kündigung wegen Änderungen im Betrieb unterliegt rechtlichen Regeln. Einen Überblick bietet KI ersetzt Arbeitsplatz: Kündigung. Im Einzelfall beraten Sie Fachstellen.
  • Vertrauliches: Interne Pläne Ihres Betriebs gehören nicht in einen KI-Chat. Allgemeine Beschreibungen genügen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Disponent bei einer Spedition in Pratteln erfasst täglich Transportaufträge, schreibt Standardmails an Kundschaft und plant Touren. Auf Social Media liest er, dass «die Disposition bald automatisiert» werde.

Vorher: Er macht sich Sorgen und redet mit niemandem darüber.

Nachher: Er schreibt seine Aufgaben auf und geht die Checkliste durch. Erfassung und Standardmails sind regelmässig und textlastig, Touren mit Sonderfällen, Absprachen mit Fahrern und Reklamationen verlangen Urteil und Beziehung. Mit der Vorlage entstehen Ideen: Entwürfe für Mails mit KI, mehr Zeit für Sonderfälle, Qualitätskontrolle. Er bespricht das mit seinem Chef und bittet, KI bei Entwürfen testen zu dürfen.

FrageEher KI-nahEher menschlich
Wiederholt sich die Aufgabe?ja, fast identischnein, jeder Fall anders
Gibt es klare Regeln?janein, Urteil nötig
Ist es hauptsächlich Text oder Daten?janein, Handarbeit oder Gespräche
Trage ich Verantwortung?kaumja, Entscheid und Haftung
Beruht es auf Vertrauen zu Menschen?kaumja

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie Ihre Situation mit einer Fachperson durchsprechen möchten, bietet Alpasana Job-Coaching und Laufbahnberatung. Beschrieben sind Standortbestimmung anhand von CV, Zeugnissen und Diplomen mit Stärkenprofil, Laufbahnberatung, Karriereplanung und ein konkreter Aktionsplan sowie die Begleitung der Stellensuche.

Die Begleitung erfolgt durch Nataliya Fiechter, online schweizweit oder vor Ort in Safenwil, auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch. Ein kostenloses Kennenlerngespräch ist möglich. Eine Prognose zur Zukunft Ihres Berufs gehört nicht zur Leistung.

Häufige Fragen

Kann die KI mir sagen, ob mein Job bedroht ist?

Nein, verlässlich nicht. Sie kann Aufgaben einordnen und Ideen geben. Wie Ihr Betrieb KI einsetzt, wissen nur Sie und Ihre Vorgesetzten.

Was tue ich, wenn mein Betrieb KI einführt?

Fragen Sie nach Zielen und Regeln, bieten Sie an, mitzuwirken, und bilden Sie sich weiter. Wer sich beteiligt, kann Aufgaben mitgestalten. Hilfe bietet Welche Aufgaben an KI abgeben.

Hilft ein KI-Kurs wirklich?

Ein Kurs hilft, KI sicher zu nutzen und Chancen zu erkennen. Er ersetzt keine Fachkompetenz, kann sie aber ergänzen. Eine Orientierung zur Kurswahl finden Sie bei KI-Kurs kostenlos oder mit Zertifikat.

Soll ich meine Sorgen dem Arbeitgeber mitteilen?

Ein offenes Gespräch ist oft sinnvoll, am besten mit konkreten Vorschlägen. Fragen statt Vorwürfe: «Wie stellen Sie sich meine Rolle in zwei Jahren vor?»

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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