Erwachsenenbildung & Weiterbildung · absofort: KI-Weiterbildung mit verifizierbarem Lernnachweis
Lernportfolio in der Weiterbildung: Bewertungsraster mit KI
Kurz gesagt
Ein gutes Bewertungsraster verbindet jedes Lernziel mit sichtbaren Belegen aus dem Portfolio. Lassen Sie KI Kriterien und Leistungsbeschreibungen entwerfen, prüfen Sie diese an Beispielarbeiten und geben Sie das Raster vor der Bearbeitung bekannt.
Das Problem
Frau Keller erhält zum Kursabschluss ansprechend gestaltete Dokumentationen. Einige zeigen sorgfältig begründete Entscheidungen, andere vor allem schöne Ergebnisse. Seit KI Texte glätten und Entwürfe erzeugen kann, ist der äussere Eindruck noch weniger geeignet, das fachliche Können einzuschätzen.
Ein Lernportfolio ist eine gezielte Sammlung von Arbeitsproben mit Erläuterungen zum eigenen Lernen. Es soll zeigen, was eine Person kann und wie sie ihre Arbeit überprüft oder verbessert. Ohne klare Kriterien droht die Bewertung jedoch von Umfang, Schreibstil oder Gestaltung abzuhängen.
Ein Bewertungsraster beschreibt Kriterien und unterscheidbare Leistungsstufen. KI kann den ersten Entwurf erleichtern. Frau Keller bleibt dafür verantwortlich, dass die Kriterien zur Aufgabe passen und dass die Teilnehmenden ihr Können unter fairen Bedingungen zeigen können.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Übersetzen Sie das Lernziel in eine Handlung. Öffnen Sie das Kurskonzept und markieren Sie, was tatsächlich beurteilt werden soll. Schreiben Sie beispielsweise «eine Kundenantwort fachlich prüfen und Korrekturen begründen». Eine Kompetenz ist die Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten in einer konkreten Situation einzusetzen; reine Themenkenntnis genügt dafür nicht immer.
- Bestimmen Sie die erforderlichen Belege. Legen Sie fest, welche Arbeitsprobe das Können zeigt und welche Erläuterung dazugehört. Das können ein Entwurf, eine begründete Überarbeitung und eine kurze Erklärung der Prüfungsschritte sein. Begrenzen Sie den Umfang, damit die Auswahl relevanter Belege zählt und nicht die Menge hochgeladener Seiten.
- Trennen Sie Ergebnis, Vorgehen und Reflexion. Reflexion bedeutet hier, eigene Entscheidungen und deren Folgen kritisch zu betrachten. Notieren Sie für jeden Bereich eine beobachtbare Frage: Ist das Ergebnis fachlich richtig, ist das Vorgehen nachvollziehbar, wurde eine Verbesserung begründet? Vermeiden Sie mehrfach bewertete Kriterien für denselben Sachverhalt.
- Lassen Sie Leistungsbeschreibungen entwerfen. Öffnen Sie einen freigegebenen KI-Dienst und verwenden Sie die Vorlage mit allgemeinen Lernzielen. Verlangen Sie Beschreibungen dessen, was in einer Arbeitsprobe erkennbar ist. Wörter wie «gut», «engagiert» oder «professionell» reichen ohne sichtbare Merkmale nicht aus.
- Prüfen Sie das Raster an konstruierten Beispielen. Erstellen Sie selbst eine knappe überzeugende und eine ausführliche, aber fachlich schwache Arbeitsprobe. Beurteilen Sie diese gemeinsam mit einer Kollegin oder einem Kollegen. Wenn Sie unterschiedlich urteilen, klären Sie das Kriterium, statt die Abweichung einer KI-Abstimmung zu überlassen.
- Klären Sie Hilfsmittel und Eigenleistung. Beschreiben Sie vorab, wofür KI erlaubt ist und was selbst erklärt oder ausgeführt werden muss. Verlangen Sie eine kurze Angabe, welche Hilfe genutzt, was übernommen und wie es geprüft wurde. Vollständige private Chatverläufe sind dafür keine geeignete Standardanforderung.
- Veröffentlichen und erproben Sie das Raster. Besprechen Sie es vor der Portfolioarbeit mit einer Beispielaufgabe. Geben Sie während des Lernens eine formative Rückmeldung, also eine Rückmeldung zur Verbesserung vor dem Abschluss. Halten Sie die abschliessende Beurteilung davon unterscheidbar und dokumentieren Sie Ihre Gründe anhand konkreter Belege.
Vorlage zum Kopieren
Entwerfen Sie ein Bewertungsraster für ein Lernportfolio.
Kurs und Zielgruppe: [allgemeine Beschreibung]
Lernziel als beobachtbare Handlung: [Handlung]
Erforderliche Arbeitsproben: [Belegarten, keine echten Arbeiten]
Erlaubte KI-Hilfe: [Regel]
Selbstständig zu zeigendes Können: [Anforderung]
Erstellen Sie Kriterien für fachliches Ergebnis, Vorgehen,
begründete Überarbeitung und Reflexion, soweit zum Lernziel passend.
Beschreiben Sie je Kriterium die Stufen:
«noch nicht belegt», «teilweise belegt», «nachvollziehbar belegt».
Verwenden Sie sichtbare Merkmale statt Persönlichkeitsurteile.
Trennen Sie fehlenden Nachweis von nachgewiesenem Fehler.
Nennen Sie mögliche Doppelbewertungen und Zugangshürden.
Erfinden Sie keine Notenskala oder institutionellen Vorschriften.
Arbeiten Sie ausschliesslich mit konstruierten Beispielen.Passen Sie Lernziel, Belegarten und Hilfsmittelregel an Ihren Kurs an, bevor Sie die vorgeschlagenen Kriterien fachlich prüfen.
Wie sieht ein prüfbares Kriterium aus?
| Kriterium | Teilweise belegt | Nachvollziehbar belegt |
|---|---|---|
| Fachliche Prüfung | Fehler wird benannt, Begründung bleibt unklar | Fehler wird anhand einer passenden fachlichen Grundlage erklärt |
| Überarbeitung | Änderung ist sichtbar, Zweck bleibt offen | Änderung behebt das benannte Problem und wird begründet |
| Eigenständige Entscheidung | Auswahl wird nur behauptet | Alternativen und Gründe der Auswahl werden erläutert |
| Übertragung auf neue Situationen | Bekanntes Beispiel wird wiederholt | Vorgehen wird an eine veränderte Bedingung angepasst |
«Noch nicht belegt» bedeutet zunächst, dass ein geeigneter Nachweis fehlt. Es beweist nicht, dass die Person grundsätzlich unfähig ist. Für offene Fragen eignet sich ein ergänzendes Abschlussgespräch zur Eigenleistung, sofern es zu den vorab kommunizierten Bedingungen gehört.
Worauf Sie achten müssen
- Arbeiten schützen: Laden Sie keine personenbezogenen Portfolios in öffentliche KI-Dienste. Datenschutzvorgaben gelten auch bei KI-Verarbeitung von Personendaten; der EDÖB erläutert diesen Grundsatz.
- Keine automatischen Noten: KI kann Kriterien übersehen, Belege falsch lesen oder eine plausible Begründung erfinden. Lassen Sie Bewertungen und strittige Entscheide von den zuständigen Menschen prüfen.
- Faire Ausdrucksformen anbieten: Wenn Schreiben nicht das Lernziel ist, können eine mündliche Erläuterung oder eine demonstrierte Handlung geeignete Belege sein. Die fachlichen Anforderungen bleiben gleich, auch wenn die Ausdrucksform variiert.
- KI-Nutzung nicht erraten: Bewerten Sie die vereinbarte Offenlegung und das überprüfbare Verständnis. Aus einem ungewohnten Schreibstil lässt sich kein verlässliches Urteil über Täuschung ableiten.
- Rahmenbedingungen beachten: Institutionelle und gegebenenfalls kantonale Beurteilungsvorgaben können unterschiedlich sein. Klären Sie rechtliche Fragen und besondere Anpassungen im Einzelfall fachlich; bei jüngeren Teilnehmenden braucht es altersgerechte Erläuterungen und Begleitung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Frau Keller unterrichtet in einer Zürcher Weiterbildung für Mitarbeitende einer Verwaltung. Die Teilnehmenden sollen verständliche Auskünfte verfassen. Bisher bewertet sie die fertigen Texte nach einem allgemeinen Gesamteindruck.
Für das neue Portfolio verlangt sie eine Arbeitsprobe, eine Überarbeitung und eine Erklärung der fachlichen Prüfung. Eine kurze, wenig dekorierte Dokumentation zeigt dabei klar, weshalb eine ungenaue Formulierung ersetzt wurde. Ein aufwendiger gestaltetes Portfolio lässt diese Begründung offen.
Mit dem Raster kann Frau Keller beiden Personen gezielt rückmelden, was bereits belegt ist und was noch gezeigt werden muss. Sie muss nicht vermuten, wer welche Textpassage geschrieben hat. Wo Lücken bleiben, kann eine gezielte Übungsstrategie an den konkreten Kriterien ansetzen.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Weiterbildung mit verifizierbarem Lernnachweis verbindet Lerninhalte mit Praxisaufgaben, Modul-Quizzen und Abschlusskontrollen. Ein KI-Lerncoach und KI-geprüfte Praxisaufgaben gehören zum beschriebenen Angebot. Damit können Sie den verantwortungsvollen KI-Einsatz selbst anhand beruflicher Aufgaben üben.
Das verifizierbare Zertifikat dokumentiert den privaten Kursabschluss bei Alpasana. Ein individuell entwickeltes Portfolio-Bewertungsraster oder eine externe Beurteilung Ihrer Teilnehmenden ist damit nicht zugesagt; diese Verantwortung bleibt bei Ihrer Bildungsinstitution.
Häufige Fragen
Muss jedes Kriterium gleich stark zählen?
Nein, die Bedeutung sollte sich aus dem Lernziel ergeben. Ein fachlicher Kernfehler kann wichtiger sein als die Gestaltung, sofern Gestaltung nicht selbst geprüft wird. Legen Sie Gewichtungen und unverzichtbare Anforderungen vor der Bearbeitung fest.
Wie viel Prozessdokumentation ist sinnvoll?
Verlangen Sie so viel, dass zentrale Entscheidungen nachvollziehbar werden. Eine ausgewählte Überarbeitung mit Begründung kann aussagekräftiger sein als eine lückenlose Sammlung von Zwischenständen. Halten Sie die Dokumentation so einfach, dass sie das eigentliche Lernen nicht verdrängt.
Was tun, wenn das Raster erst bei der Bewertung unklar wird?
Dokumentieren Sie die Unklarheit und stimmen Sie eine faire Auslegung mit der zuständigen Stelle ab. Verschärfen Sie Anforderungen nicht nachträglich zulasten einzelner Personen. Überarbeiten Sie das Raster für die nächste Durchführung und erproben Sie die Änderung an Beispielen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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