Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Nachrichten weiterleiten: Was sollte ich vorher prüfen?
Kurz gesagt
Prüfen Sie vor dem Weiterleiten vier Dinge: Wer hat es ursprünglich veröffentlicht, wann, lässt es sich in einer zweiten seriösen Quelle finden, und will die Nachricht vor allem Angst oder Wut auslösen? Wenn Sie eine Frage nicht beantworten können, leiten Sie nicht weiter. Das dauert zwei Minuten und schützt Sie und andere.
Das Problem
Im Chat des Turnvereins kommt eine Warnung: «Achtung, in unserer Region sind Täter mit weissen Lieferwagen unterwegs, bitte an alle weiterleiten!» Frau Müller wird unruhig. Ihre Tochter fährt abends mit dem Velo nach Hause. Sie möchte warnen und leitet die Nachricht an zwei andere Gruppen weiter.
Das ist verständlich. Wer eine mögliche Gefahr sieht, will andere schützen. Das Problem: Solche Kettennachrichten sind oft alt, erfunden oder übertrieben. Sie verbreiten sich schnell, weil sie Angst auslösen und weil das Weiterleiten so einfach ist. Jede Weiterleitung gibt der Nachricht zusätzliche Glaubwürdigkeit, denn sie kommt ja von jemandem, den man kennt.
Mit KI-Werkzeugen entstehen heute zusätzlich täuschend echte Texte, Bilder und Sprachnachrichten. Wer vor dem Weiterleiten kurz prüft, hilft, dass sich Falschmeldungen nicht ausbreiten. Und er vermeidet die Peinlichkeit, etwas Falsches empfohlen zu haben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
Die folgende Checkliste dauert wenige Minuten. KI kann bei einzelnen Schritten helfen, ersetzt aber das Nachschauen in verlässlichen Quellen nicht.
- Fragen Sie nach der Quelle. Wer hat es ursprünglich gesagt oder geschrieben? Steht ein Name, eine Organisation, ein Datum dabei? Nachrichten, die nur «ein Bekannter hat gehört» oder «von der Polizei weitergegeben» heissen, ohne Absender, sind ein Warnzeichen.
- Prüfen Sie das Datum. Viele Meldungen sind Jahre alt und tauchen immer wieder auf. Suchen Sie nach dem Ursprung und achten Sie auf Hinweise wie vergangene Veranstaltungen. Mehr dazu unter Alte Nachricht als neu erkennen.
- Suchen Sie eine zweite Quelle. Gibt es dieselbe Information bei der Polizei, bei einer Behörde oder bei etablierten Medien? Nutzen Sie die Website selbst, nicht den Link aus dem Chat.
- Beachten Sie die Absicht der Nachricht. Will sie Sie schockieren, empören oder drängen («sofort», «jetzt», «bevor es gelöscht wird»)? Dramatischer Ton und Aufforderung zum Weiterleiten sind typisch für Kettennachrichten.
- Prüfen Sie Bilder und Videos. Passt das Bild zum Text? Eine Anleitung bietet Bildherkunft per Rückwärtssuche prüfen.
- Fragen Sie sich, wem es nützt. Wer verdient oder gewinnt, wenn die Nachricht sich verbreitet? Werbung, Datensammlung und Betrug stecken oft hinter Gewinnspielen und Warnungen.
- Entscheiden Sie. Wenn Sie die Nachricht bestätigen können, leiten Sie sie mit der Quelle weiter. Wenn nicht, teilen Sie nur, was Sie wissen: «Ich habe das gelesen, konnte es nicht bestätigen».
- Machen Sie es leichter für andere. Schreiben Sie bei geprüften Meldungen dazu, wo Sie sie gefunden haben. So können andere nachprüfen.
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt hilft bei der Prüfung. Die KI darf keine Tatsachenbehauptungen zum Inhalt aufstellen, sondern nur Prüfpunkte nennen.
Ich habe in einem Chat diese Nachricht erhalten: «[Nachrichtentext]». Ich möchte prüfen, bevor ich sie weiterleite. Region: Schweiz.
Erstelle für mich:
1. Eine Liste von fünf Warnzeichen, die auf diese Nachricht zutreffen oder nicht zutreffen könnten (Absender, Datum, Ton, Aufforderung zum Teilen, fehlende Quelle).
2. Fünf Suchbegriffe, mit denen ich die Meldung bei Polizei, Behörden und etablierten Medien nachprüfen kann.
3. Eine kurze, neutrale Antwort, die ich in den Chat schreiben kann, wenn ich die Meldung nicht bestätigen konnte.
Regeln: Beurteile NICHT, ob die Nachricht wahr ist. Erfinde keine Quellen oder Links. Markiere Unsicheres mit [UNSICHER]. Deutsch (Schweiz), einfache Sprache.Setzen Sie den Text der Nachricht ein. Entfernen Sie vorher Namen und Telefonnummern, wenn welche enthalten sind.
Worauf Sie achten müssen
- Angst als Treiber: Je stärker die Angst in der Nachricht, desto genauer sollten Sie prüfen.
- Vertrauensvorschuss: Nachrichten von Bekannten wirken glaubwürdiger. Aber auch Bekannte leiten ungeprüft weiter.
- Persönliche Daten: Namen, Nummernschilder oder Fotos angeblicher Täter können Unbeteiligte treffen. Teilen Sie keine Personen.
- Gesundheit und Geld: Bei Gesundheits- oder Geldmeldungen ist die Prüfung besonders wichtig; siehe Gesundheitsmeldung prüfen.
- Kettenbriefe mit Gewinn: Sie sind oft Datensammlung oder Betrug; siehe Gewinnspiel-Betrug erkennen.
- Wenn Sie schon geteilt haben: Korrigieren Sie rasch; siehe Falschmeldung selbst geteilt.
| Prüffrage | Ja | Nein |
|---|---|---|
| Ist der Absender mit Namen genannt? | gut | Warnzeichen |
| Ist das Datum erkennbar und aktuell? | gut | prüfen |
| Findet sich dieselbe Meldung bei seriöser Quelle? | gut | nicht weiterleiten |
| Drängt die Nachricht zum Teilen? | Warnzeichen | gut |
| Löst sie vor allem Angst oder Wut aus? | Warnzeichen | gut |
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Im Chat einer Quartiergruppe in Winterthur macht eine Sprachnachricht die Runde: «Die Polizei warnt, in dieser Nacht sind Einbrecher unterwegs, bitte alle informieren!» Die Stimme klingt amtlich.
Vorher: Mehrere Mitglieder leiten die Nachricht an ihre Kontakte weiter. Nachher: Frau Müller fragt nach, wer die Nachricht erhalten hat, und schaut auf der Website der Kantonspolizei nach. Dort steht nichts. Sie schreibt in die Gruppe: «Ich habe bei der Polizei nichts dazu gefunden, bitte nicht weiterleiten, bis es bestätigt ist.» Später stellt sich heraus, dass die Nachricht aus einem anderen Land stammte.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer Betrug, Fälschungen und KI-Inhalte im Alltag besser einschätzen möchte, findet bei absofort den Bereich KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben. Belegt sind dort Phishing und Deepfakes, die Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen, Praxisaufgaben und ein KI-Lerncoach; der Abschluss ist verifizierbar.
Ein Faktencheck für einzelne Nachrichten ist das nicht. Die Kurse üben Methoden, die Sie danach selbst anwenden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Prüfung?
Meist zwei bis fünf Minuten. Viele Meldungen lassen sich schon an Absender, Datum und Ton einordnen.
Muss ich wirklich jede Nachricht prüfen?
Nein, nur solche, die Sie weiterverbreiten möchten und die Folgen haben können: Warnungen, Gesundheits- und Geldthemen, Meldungen über Personen.
Kann ich die KI fragen, ob die Nachricht stimmt?
Als Anstoss ja, als Beleg nein. Sprachmodelle kennen aktuelle Ereignisse nicht immer und können falsch liegen; siehe Nachricht mit KI faktenchecken.
Was mache ich mit Kettenbriefen?
Löschen Sie sie, ohne weiterzuleiten. Wenn jemand fragt, erklären Sie kurz, warum.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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