Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
KI-Kennzeichnung bei Bildern: Was sagt sie wirklich aus?
Kurz gesagt
Ein KI-Hinweis unter einem Bild sagt, dass jemand angibt, KI eingesetzt zu haben, oder dass eine Plattform es erkannt hat. Er sagt nichts über Wahrheit, Qualität oder Absicht. Fehlt er, heisst das nicht, dass ein Bild echt ist. Technische Herkunftsangaben helfen, sind aber nicht überall vorhanden.
Das Problem
Unter einem Bild in einem sozialen Netzwerk steht «Mit KI erstellt». Auf einer Nachrichtenseite finden Sie bei einem Foto das Symbol «CR» oder einen Hinweis zur Herkunft. Ein Anbieter wirbt damit, dass seine Bilder «unsichtbar markiert» seien. Was bedeutet das alles für Ihre Frage, ob Sie dem Bild trauen können?
Viele Menschen nehmen an: «Kein KI-Hinweis = echt» und «KI-Hinweis = gefälscht». Beides stimmt so nicht. Eine Kennzeichnung ist eine Angabe über die Entstehung, nicht über den Inhalt. Und sie fehlt oft, weil niemand sie gesetzt hat oder sie unterwegs verloren ging.
Wer die Hinweise richtig deutet, bekommt eine nützliche Orientierung, aber keinen Freibrief.
Einfach erklärt
Es gibt mehrere Arten von Kennzeichnung:
Sichtbare Hinweise sind Beschriftungen oder Symbole wie «KI-generiert». Sie stammen von der Person, die das Bild veröffentlicht, oder von der Plattform.
Unsichtbare Wasserzeichen sind Muster, die ein KI-Werkzeug ins Bild einbaut und die man mit passender Software erkennen kann. Ob und wie das geschieht, entscheidet der Anbieter.
Herkunftsangaben in der Datei sind technische Angaben, die beschreiben, wie ein Bild entstanden ist und wie es bearbeitet wurde. Ein bekannter Standard heisst Content Credentials, entwickelt von der Industrie-Initiative C2PA. Sie sind fälschungssicher gedacht, werden aber nicht von allen Kameras, Programmen und Plattformen unterstützt.
Automatische Erkennung durch Plattformen: Diese versuchen, KI-Bilder zu erkennen und zu markieren. Das gelingt nicht zuverlässig.
Was die Hinweise belegen:
| Hinweis | Er sagt … | Er sagt nicht … |
|---|---|---|
| «Mit KI erstellt» | KI war beteiligt (laut Absender oder Plattform) | ob das Bild täuscht oder harmlos ist |
| Kein Hinweis | nichts | dass das Bild echt ist |
| Wasserzeichen vorhanden | Bild stammt aus einem Werkzeug, das markiert | dass alle KI-Bilder markiert sind |
| Content Credentials vorhanden | dokumentierte Entstehung und Bearbeitung | dass der Inhalt wahr ist |
| Hinweis einer Plattform | automatische oder gemeldete Einschätzung | Sicherheit über die Echtheit |
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Lesen Sie den Hinweis genau. Steht dort «KI-generiert», «KI-bearbeitet» oder «möglicherweise KI»? Das sind verschiedene Aussagen. Wer hat den Hinweis gesetzt: der Urheber, die Plattform oder ein Prüfdienst?
- Klären Sie, wozu das Bild dient. Ein KI-Bild als Illustration ist unproblematisch, ein KI-Bild als angeblicher Tatsachenbeweis nicht. Der Zweck bestimmt, wie streng Sie prüfen.
- Suchen Sie nach Herkunftsangaben. Manche Plattformen und Programme zeigen Content Credentials an (oft ein kleines Symbol). Klicken Sie darauf, falls vorhanden, und lesen Sie: Wer hat das Bild erstellt, womit, wie wurde es bearbeitet?
- Werten Sie fehlende Hinweise nicht als Entwarnung. Prüfen Sie weiter, auch ohne Kennzeichnung. Siehe KI-Bilder erkennen.
- Prüfen Sie die Metadaten. Dateieigenschaften können Angaben zur Entstehung enthalten; sie fehlen aber häufig: Metadaten eines Bildes prüfen.
- Machen Sie eine Rückwärtssuche. Sie zeigt, wo ein Bild zuerst auftauchte: Bildherkunft per Rückwärtssuche.
- Prüfen Sie die Quelle. Eine seriöse Redaktion, eine bekannte Agentur oder ein überprüfbares Konto sind verlässlicher als ein anonymes Profil, auch wenn ein Hinweis fehlt.
- Setzen Sie eigene Kennzeichnungen. Wenn Sie als Betrieb KI-Bilder nutzen, kennzeichnen Sie sie transparent, zum Beispiel unter dem Bild oder im Impressum. Eine Vorlage für Kennzeichnungen bei Chatbots finden Sie bei KI-Chatbot kennzeichnen; für Bilder gelten ähnliche Überlegungen.
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt erstellt einen kurzen Kennzeichnungstext für Ihre eigenen Beiträge. Verwenden Sie keine Personendaten.
Formuliere auf Deutsch (Schweiz) drei kurze Kennzeichnungs-Texte für Bilder, die unser Betrieb [Art, z. B. Gartenbau-Firma] mit KI erstellt oder bearbeitet hat und auf [Website / Social Media / Prospekt] verwendet.
Die Texte sollen ehrlich, verständlich und nicht technisch sein, jeweils für: 1. ein vollständig KI-erzeugtes Bild (Illustration),
2. ein echtes Foto, das mit KI nachbearbeitet wurde (z. B. Himmel ersetzt, Retusche),
3. ein Bild mit KI-erzeugten Anteilen und echten Anteilen.
Gib pro Text eine Variante mit höchstens 8 Wörtern und eine mit einem vollständigen Satz.
Weise mich darauf hin, dass für bestimmte Fälle (z. B. Personenbilder, Werbung) rechtliche Vorgaben geprüft werden sollten.Wählen Sie die Variante, die zu Ihrem Auftritt passt, und verwenden Sie sie einheitlich.
Worauf Sie achten müssen
- Kennzeichnung ist nicht pauschal Pflicht für alle. Ob und wie KI-Inhalte gekennzeichnet werden müssen, hängt vom konkreten Inhalt, der Verwendung und dem anwendbaren Recht ab. Für den EU AI Act und für die Schweiz lässt sich daraus keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für jedes KI-Bild ableiten. Klären Sie eine mögliche Pflicht im Einzelfall.
- Hinweise lassen sich entfernen. Wasserzeichen und Herkunftsangaben können durch Bearbeiten, Verkleinern oder Screenshots verloren gehen.
- Plattform-Erkennung irrt. Echte Bilder können fälschlich markiert, KI-Bilder übersehen werden.
- Sichtbare Hinweise ersetzen keine Einwilligung. Wer Gesichter echter Personen verwendet, braucht unabhängig von der Kennzeichnung deren Einverständnis; siehe KI-Bilder und Stimmen: Einwilligung.
- Stand Oktober 2026. Standards und Plattformfunktionen verändern sich. Verlassen Sie sich nicht auf einzelne Symbole, sondern auf mehrere Hinweise.
- Betrüger kennzeichnen nicht. Wer täuschen will, setzt keinen Hinweis.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Gartenbaubetrieb in Rapperswil lässt für die Website Visualisierungen eines Gartens mit KI erstellen. Ein Kunde fragt am Telefon: «Ist das euer echter Garten?»
Vorher: Die Bilder waren nicht gekennzeichnet, der Kunde fühlte sich getäuscht. Nachher: Unter jedem Bild steht «Visualisierung, mit KI erstellt». Echte Referenzfotos sind separat als «Foto» beschriftet. Der Kunde schätzt die Klarheit, und der Betrieb vermeidet Missverständnisse.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer lernen möchte, wie Bilder, Videos und Nachrichten im KI-Zeitalter einzuordnen sind, findet bei absofort Praxiskurse zu konkreten Arbeitsaufgaben. Laut Beschreibung gehören unter anderem KI-Bilder, Phishing, Deepfakes und betriebliche KI-Richtlinien dazu, mit KI-Lerncoach und verifizierbarem Abschluss. Mehr unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben.
Rechtliche Fragen zur Kennzeichnung beantwortet der Kurs nicht abschliessend; dafür sind Fachleute zuständig.
Häufige Fragen
Heisst «Mit KI erstellt», dass das Bild falsch ist?
Nein. Es heisst nur, dass KI im Spiel war. Eine Illustration oder Idee kann völlig in Ordnung sein. Problematisch wird es, wenn ein KI-Bild als Beweis für etwas Reales ausgegeben wird.
Was sind Content Credentials?
Eine Art Herkunftsnachweis in der Bilddatei, der festhält, wer das Bild erstellt und wie es bearbeitet wurde. Sie helfen, wenn sie vorhanden sind. Fehlen sie, lässt sich daraus nichts schliessen.
Erkennt meine Suchmaschine KI-Bilder automatisch?
Teilweise, nicht zuverlässig. Verlassen Sie sich nicht allein darauf.
Muss ich meine Firmenbilder kennzeichnen?
Es ist eine Frage von Ehrlichkeit und je nach Fall von Recht. Eine klare Kennzeichnung schafft Vertrauen. Für rechtliche Pflichten holen Sie im Einzelfall Rat ein.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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