Sicherheit · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Was verraten Metadaten über ein verdächtiges Bild?
Kurz gesagt
Metadaten sind versteckte Angaben in einer Bilddatei, etwa Aufnahmedatum, Kamera oder Bearbeitungsprogramm. Sie können Hinweise liefern, ob ein Bild echt, bearbeitet oder KI-erzeugt sein könnte. Weil sie fehlen oder verändert sein können, beweisen sie allein nichts und ersetzen die Quellenprüfung nicht.
Das Problem
Ein Foto zirkuliert: Es soll ein Hochwasser von gestern zeigen, einen angeblichen Tatort oder ein Produkt, das Sie bestellen wollen. Sie haben das ungute Gefühl, dass es nicht stimmt. Gibt es eine Möglichkeit, dem Bild selbst Hinweise zu entlocken?
Ja: In vielen Bilddateien stecken versteckte Zusatzangaben, die Metadaten. Sie verraten manchmal, wann und womit ein Foto aufgenommen wurde. Das ist hilfreich, aber auch trügerisch. Wer Metadaten falsch liest, zieht schnell falsche Schlüsse: «Kein Datum, also Fälschung» stimmt genauso wenig wie «Datum vorhanden, also echt».
Diese Seite zeigt, wie Sie Metadaten ansehen, was sie bedeuten und wo ihre Grenzen liegen.
Einfach erklärt
Metadaten sind «Daten über Daten»: Angaben, die zur Bilddatei gehören, aber nicht im Bild sichtbar sind. Ein gängiger Standard heisst EXIF. Dazu können gehören:
- Aufnahmedatum und -uhrzeit,
- Kameramodell oder Handy,
- Einstellungen wie Belichtung,
- manchmal der Aufnahmeort (GPS),
- das Programm, mit dem das Bild zuletzt bearbeitet wurde,
- bei neueren Dateien Herkunftsangaben, die ein Hersteller oder Programm eingetragen hat.
Was Metadaten leisten und was nicht:
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung | Aber … |
|---|---|---|
| Aufnahmedatum liegt Jahre zurück | Bild ist alt, nicht aktuell | Datum der Kamera kann falsch eingestellt sein |
| Kamera und Aufnahmedaten vorhanden | spricht eher für ein echtes Foto | lässt sich nachträglich eintragen |
| Bearbeitungsprogramm genannt | Bild wurde bearbeitet | normale Bearbeitung ist nicht verdächtig |
| Hinweis auf KI-Werkzeug | Bild wurde mit KI erzeugt oder bearbeitet | nur, wenn das Werkzeug es einträgt |
| Gar keine Metadaten | vielleicht entfernt | Social Media und Messenger entfernen sie oft automatisch |
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Besorgen Sie die Originaldatei. Ein Screenshot enthält nur die Metadaten des Screenshots, nicht des Fotos. Fragen Sie nach der Originaldatei, falls möglich. Messenger- und Social-Media-Bilder haben meist keine Angaben mehr.
- Kopieren Sie die Datei. Arbeiten Sie mit einer Kopie. Speichern oder bearbeiten Sie das Original nicht, sonst ändern sich die Angaben.
- Öffnen Sie die Dateieigenschaften. Auf dem Computer: Rechtsklick auf die Datei, «Eigenschaften», Reiter «Details» (Windows) beziehungsweise «Informationen» (Mac). Dort stehen Datum, Kamera, Abmessungen und weitere Angaben. Die Bezeichnungen können je nach System abweichen.
- Lesen Sie die Angaben mit Zweifel. Passt das Datum zur Behauptung? Passt die Kamera zum angeblichen Aufnahmeort? Gibt es Hinweise auf ein Bearbeitungsprogramm?
- Nutzen Sie einen Metadaten-Leser, wenn Sie mehr sehen möchten. Es gibt kostenlose Online-Werkzeuge. Laden Sie aber keine vertraulichen oder fremde private Bilder auf unbekannte Seiten hoch. Besser ist ein Programm auf dem eigenen Gerät.
- Achten Sie auf Herkunftsangaben. Manche Bilder tragen Angaben, die belegen sollen, wie sie entstanden sind; siehe KI-Kennzeichnung bei Bildern verstehen. Fehlen sie, sagt das nichts.
- Führen Sie die Bildersuche durch. Eine Rückwärtssuche zeigt, wo das Bild zuerst auftauchte: Bildherkunft per Rückwärtssuche. Das ist oft aussagekräftiger als die Metadaten.
- Prüfen Sie den Inhalt selbst. Passen Schatten, Schilder, Wetter, Schrift, Hände, Spiegelungen? Mehr in KI-Bilder erkennen.
- Fassen Sie zusammen. Kommen mehrere Hinweise zusammen (altes Datum, frühere Veröffentlichung, Fehler im Bild), ist die Einschätzung belastbar. Ein einzelner Hinweis genügt nicht.
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt lassen Sie sich helfen, die gefundenen Angaben einzuordnen. Fügen Sie nur die Angaben ein, nicht das Bild von Privatpersonen.
Ich prüfe ein verdächtiges Bild und habe in den Dateieigenschaften folgende Angaben gefunden: [Aufnahmedatum, Kamera/Handy, Bearbeitungsprogramm, Abmessungen, weitere Felder, oder «keine Angaben»].
Die Behauptung zum Bild lautet: [z. B. «Hochwasser in … gestern»].
Erkläre auf Deutsch (Schweiz) in einfacher Sprache: 1. was diese Angaben aussagen könnten,
2. was sie nicht beweisen (Löschen, Fälschen, automatische Entfernung durch Dienste),
3. welche weiteren Prüfschritte ich machen sollte (Rückwärtssuche, Quelle, Inhalt),
4. wie ich meine Einschätzung kurz formulieren kann («Es spricht einiges dafür …, aber es ist nicht bewiesen»).
Behaupte nicht, du könntest das Bild selbst prüfen.Die KI deutet nur Ihre Angaben; die Prüfung des Bildes selbst bleibt bei Ihnen.
Worauf Sie achten müssen
- Metadaten können gefälscht werden. Wer täuschen will, trägt falsche Angaben ein oder entfernt sie.
- Fehlende Metadaten sind nicht verdächtig. Messenger, soziale Medien und viele Bildprogramme entfernen sie. Ein Bild ohne Angaben ist oft ganz normal.
- Ihre eigenen Bilder verraten viel. Aufnahmeort und Zeit können Privates preisgeben. Bevor Sie Fotos veröffentlichen, prüfen Sie, welche Metadaten enthalten sind. Mehr bei Office-Metadaten vor KI entfernen (ähnliche Frage bei Dokumenten).
- Datenschutz bei fremden Bildern. Nach dem Datenschutzgesetz (DSG) sind Fotos von erkennbaren Personen Personendaten. Laden Sie sie nicht ohne Grund auf fremde Prüfseiten hoch.
- KI-Hinweise sind nicht verlässlich. Ob ein KI-Werkzeug sich in den Metadaten einträgt, hängt vom Werkzeug ab und lässt sich entfernen.
- Stand Oktober 2026. Herkunftsstandards verbreiten sich, sind aber nicht flächendeckend. Verlassen Sie sich nicht auf sie.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Vermieter in Thun erhält bei der Wohnungsvermittlung Fotos einer angeblichen Bewerberin: eine Fotografie ihrer Lohnabrechnung. Ihn stört, dass die Schrift an einer Stelle anders aussieht.
Vorher: Bauchgefühl. Nachher: Er lässt sich die Originaldatei schicken und schaut in die Eigenschaften. Dort steht ein Bildbearbeitungsprogramm als letzte Bearbeitung, und das Änderungsdatum liegt nach dem Aufnahmedatum. Das beweist nicht, dass sie gefälscht ist. Der Vermieter bittet daher um eine Bestätigung direkt beim Arbeitgeber und eine neue Lohnabrechnung per Post.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer im Alltag lernen möchte, Bilder, Videos und Nachrichten kritisch zu prüfen, findet bei absofort Praxiskurse zu konkreten Arbeitsaufgaben. Laut Beschreibung gehören Phishing, Deepfakes und betriebliche KI-Richtlinien dazu, mit KI-Lerncoach und Praxisaufgaben. Mehr unter KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben.
Ein Kurs ersetzt keine Prüfung im Einzelfall, hilft aber, Hinweise richtig zu gewichten.
Häufige Fragen
Wie sehe ich Metadaten auf dem Smartphone?
Je nach Gerät in der Fotos-App über «Info» oder das Informationssymbol. Dort sind oft Datum, Ort und Kamera sichtbar. Die genaue Bedienung hängt vom Gerät ab.
Warum hat mein Foto aus dem Chat keine Angaben mehr?
Viele Messenger verkleinern Bilder und löschen die Metadaten, auch zum Schutz der Privatsphäre. Das ist normal.
Kann ich Metadaten aus meinen eigenen Fotos entfernen?
Ja, mit den Einstellungen mancher Foto-Apps oder mit Programmen zum Bereinigen. Prüfen Sie nachher die Datei, ob die Angaben wirklich weg sind.
Reicht die Metadatenprüfung für einen Beweis vor Gericht?
Dafür sind weitere Schritte nötig. Bei wichtigen Fällen lassen Sie sich von einer Fachperson beraten; zur Beweissicherung siehe Wie sichere ich Beweise für einen Deepfake?.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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