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Schule & Unterricht · Prompt Engineering

Selbstkontrolle mit KI vorbereiten: Mehr als Lösungen ablesen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Lassen Sie die KI Kontrollkarten mit Prüffragen und Zwischenergebnissen entwerfen, nicht nur Endlösungen. Lernende vergleichen zuerst ihren Weg mit den Prüfschritten und markieren Abweichungen, bevor sie das Ergebnis ansehen. Sie prüfen jede Karte fachlich selbst, bevor sie in den Unterricht kommt.

Das Problem

Frau Keller kennt das Bild: Die Lösungsblätter hängen am Pult, und nach drei Minuten haben die ersten Kinder alle Ergebnisse abgeschrieben. Die Selbstkontrolle auf dem Arbeitsblatt war gut gemeint, hat aber nur das Endresultat geprüft. Wer falsch gerechnet hat, sieht lediglich ein anderes Ergebnis und weiss nicht, wo der Fehler liegt.

Mit KI lässt sich ein Selbstkontrollmaterial schneller vorbereiten. Das Risiko liegt in der Qualität: Ein KI-Werkzeug erzeugt gern fertige Musterlösungen, und diese können Fehler enthalten. Zudem verführt eine reine Ergebnisliste dazu, abzulesen statt nachzudenken.

Gute Selbstkontrolle bedeutet, dass Lernende ihren eigenen Lösungsweg prüfen. Das nennt man in der Didaktik Selbstregulation: Sie planen, überwachen und korrigieren ihr Vorgehen selbst. Dafür brauchen sie Prüfschritte und Zwischenergebnisse, nicht nur eine Zahl am Schluss.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Das Lernziel der Aufgabe festhalten. Notieren Sie in einem Satz, was Lernende am Ende können sollen, zum Beispiel «Sie erklären, wie sie auf das Ergebnis gekommen sind». Das Ziel bestimmt, welche Kontrollen nötig sind.
  1. Die eigenen Aufgaben bereitstellen. Verwenden Sie Aufgaben, die Sie selbst geschrieben haben oder frei nutzen dürfen. Fügen Sie nur den Aufgabentext ein, keine Namen, keine Fotos von Schülerarbeiten.
  1. Prüfschritte statt Lösung verlangen. Bitten Sie die KI, für jede Aufgabe drei bis vier Kontrollfragen zu formulieren, zum Beispiel «Habe ich die Einheit angegeben?» oder «Passt mein Ergebnis zur Grössenordnung?».
  1. Zwischenergebnisse ergänzen lassen. Lassen Sie die KI zusätzlich ein bis zwei Zwischenwerte nennen, an denen Lernende erkennen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Der Endwert steht auf der Rückseite der Karte.
  1. Jede Angabe selbst nachrechnen. Rechnen oder prüfen Sie jede Aufgabe selbst nach. KI-Werkzeuge machen auch bei einfachen Aufgaben Fehler und formulieren sie sehr überzeugend.
  1. Eine Fehlerhilfe anfügen. Bitten Sie um typische Fehlerhinweise nach dem Muster «Wenn dein Ergebnis grösser ist, hast du vielleicht …». So bekommen Lernende Hinweise zur Ursache, nicht nur ein «falsch».
  1. Die Karte als Ablauf gestalten. Legen Sie fest: erst eigene Lösung, dann Prüfschritte, dann Zwischenwerte, zuletzt Endergebnis. Machen Sie diese Reihenfolge auf der Karte sichtbar, etwa mit Nummern.
  1. Mit einigen Lernenden erproben. Lassen Sie eine kleine Gruppe die Karte ausprobieren und beobachten Sie, wo sie hängen bleiben. Passen Sie unklare Fragen an.
Baustein der KarteZweckHäufiger Fehler
PrüffrageEigenes Vorgehen kontrollierenZu allgemein formuliert
ZwischenwertFehler früh erkennenFehlt, nur Endwert vorhanden
FehlerhinweisUrsache findenNur «richtig/falsch»
EndergebnisAbschliessende BestätigungSteht sichtbar zuoberst

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Arbeiten Sie im von Ihrer Schule freigegebenen Werkzeug und geben Sie keine Personendaten ein.

Du unterstützt mich als Lehrperson bei der Vorbereitung von Selbstkontrollkarten.
Stufe: [Klassenstufe], Fach: [Fach], Thema: [Thema].
Hier sind meine eigenen Aufgaben: [Aufgaben einfügen].
Erstelle für jede Aufgabe:
1. drei Prüffragen zum eigenen Vorgehen (keine Lösung verraten),
2. ein bis zwei Zwischenwerte,
3. zwei typische Fehler mit einem Hinweis auf die Ursache,
4. das Endergebnis, getrennt am Schluss.
Schreibe kurz und in einfacher Sprache für [Alter] Jahre.
Kennzeichne Stellen, bei denen du unsicher bist.

Passen Sie Stufe, Fach und Sprachniveau an Ihre Klasse an und verlangen Sie bei jüngeren Kindern weniger Prüffragen pro Aufgabe.

Worauf Sie achten müssen

  • Prüfen Sie jede Lösung fachlich selbst. Auch wenn die KI einen Rechenweg plausibel darstellt, kann er einen Fehler enthalten.
  • Geben Sie keine Arbeiten oder Namen von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Für öffentliche Schulen gelten die kantonalen Datenschutzvorgaben; Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz.
  • Eine Selbstkontrolle ersetzt keine Rückmeldung der Lehrperson. Sie entlastet bei Routine, aber Beziehung und individuelle Hinweise bleiben Ihre Aufgabe.
  • Nicht alle Lernenden profitieren gleich. Manche brauchen mehr Zwischenschritte, andere eine einfachere Sprache. Planen Sie zwei Versionen ein.
  • Übernehmen Sie keine von der KI erzeugten Lehrplancodes ungeprüft, sondern gleichen Sie mit dem Lehrplan 21 Ihres Kantons ab.

Wenn Lernende die Karte nur zum Abschreiben nutzen, hilft es, die Endergebnisse getrennt aufzubewahren, etwa am Pult statt auf dem Blatt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer 5. Klasse in Olten: Frau Keller bereitet Aufgaben zur Flächenberechnung vor. Früher erhielten die Kinder ein Lösungsblatt mit Endzahlen. Einige schrieben ab oder wussten bei einem Fehler nicht weiter.

Nun hat sie mit KI Kontrollkarten entworfen und jede Zahl nachgerechnet. Eine Karte enthielt einen falschen Zwischenwert; sie hat ihn korrigiert. Die Kinder prüfen zuerst «Habe ich Länge mal Breite gerechnet?» und sehen danach den Zwischenwert. Erst dann decken sie das Endergebnis auf. Im Gespräch berichten Lernende, welchen Fehler sie selbst gefunden haben. Frau Keller sieht, welche Aufgaben noch Unterstützung brauchen.

So hilft Ihnen Alpasana

Klare Aufträge entscheiden darüber, ob die KI brauchbare Prüffragen oder bloss Musterlösungen liefert. Der Prompt-Engineering-Kurs von absofort vermittelt, wie Sie Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen und Ergebnisse prüfen. Der Kurs läuft online mit Zertifikat und verlangt keine Programmierkenntnisse.

Das Angebot ersetzt weder Ihre fachliche Prüfung noch schulische Vorgaben. Es kann Ihnen aber helfen, Vorlagen wie die obige gezielt zu verbessern und für wiederkehrende Aufgaben ein getestetes Prompt-Set aufzubauen.

Häufige Fragen

Sollen Lernende die Lösung gar nicht sehen?

Doch, aber zum richtigen Zeitpunkt. Zuerst kommen eigener Versuch und Prüfschritte, danach das Endergebnis. So bleibt die Selbstkontrolle ein Lernmoment und wird keine Abschreibübung.

Kann die KI auch die Selbstkontrolle für Texte vorbereiten?

Für offene Aufgaben eignen sich Kriterienlisten besser als Lösungen, etwa «Ich habe einen Einstiegssatz formuliert». Die KI kann solche Kriterien vorschlagen; ob sie zu Ihrem Lernziel passen, entscheiden Sie. Vertiefen können Sie das Prinzip mit Selbsterklärungen mit KI.

Wie viel Zeit spart das wirklich?

Das hängt von Ihrer Erfahrung und der Aufgabenart ab. Der Entwurf geht oft schneller, aber das Nachrechnen und Anpassen braucht Zeit. Planen Sie die Prüfung bewusst ein, statt sie zu überspringen.

Was, wenn Kinder die Karten untereinander kopieren?

Das lässt sich nicht ganz verhindern. Hilfreich ist, wenn jede Aufgabe eine kurze eigene Begründung verlangt, die nicht einfach abgeschrieben werden kann. Wie Sie Hilfen schrittweise zurücknehmen, zeigt der Beitrag zu Lösungshilfen ausschleichen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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