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Schule & Unterricht · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Maturaarbeit: KI-Testdaten von echten Forschungsdaten trennen

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bei KI-Daten in der Maturaarbeit gilt: KI-Testdaten eignen sich, um einen Auswertungsweg zu erproben. Sie ersetzen keine Beobachtungen oder Befragungen und müssen in Dateien, Tabellen und im Methodenteil klar als künstlich erzeugt erkennbar bleiben.

Das Problem

Frau Keller möchte mit einer Maturandin besprechen, wie sie in ihrer Maturaarbeit KI-Daten nutzen darf. Dazu gehört die geplante Auswertung, die sie vor dem Beginn der Erhebung erproben möchte. Eine leere Tabelle zeigt zwar die Spalten, aber noch nicht, ob die Berechnungen funktionieren. KI könnte passende Beispielzeilen liefern, die bald täuschend echt aussehen.

Solche synthetischen Daten sind künstlich erzeugte Werte. Sie können einen technischen Test ermöglichen, sagen jedoch nicht, was Menschen tatsächlich geantwortet haben oder welche Messwerte in der Natur auftreten. Werden sie versehentlich in die spätere Auswertung übernommen, verliert die Arbeit ihre nachvollziehbare Datengrundlage.

Das pädagogische Ziel ist Datenverständnis: Lernende sollen Herkunft, Verarbeitung und Aussagegrenzen erklären können. Sie müssen den Unterschied zwischen einer gelungenen Rechenprobe und einer begründeten Erkenntnis verstehen. Empirische Forschung bedeutet hier, eine Frage anhand systematisch erhobener Beobachtungen oder Messungen zu untersuchen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Klären Sie den Zweck mit der Betreuung. Öffnen Sie die Vorgaben zur Maturaarbeit und halten Sie fest, ob künstliche Daten zum Üben zulässig sind. Benennen Sie die konkrete Probe, beispielsweise das Einlesen einer Tabelle oder den Umgang mit fehlenden Werten. Kantonale und schulische Vorgaben können sich unterscheiden; eine KI-Antwort erteilt keine Erlaubnis.
  1. Beschreiben Sie die Datenstruktur ohne Originaldaten. Öffnen Sie eine leere Tabelle und notieren Sie Spalten, Bedeutung, erlaubte Kategorien und Masseinheiten. Eine Variable ist ein Merkmal wie eine Messdauer oder eine Antwortkategorie. Verwenden Sie ein vollständig fiktives Beispiel, statt reale Befragungsunterlagen für die KI zu kopieren.
  1. Lassen Sie einen Übungsplan entwerfen. Geben Sie den Prompt unten in einen schulisch freigegebenen KI-Dienst ein. Prüfen Sie, ob normale Fälle, fehlende Einträge und bewusst unzulässige Werte getrennt vorkommen. Die KI soll keine vermeintlich realistische Verteilung oder passende Bestätigung der Forschungsthese herstellen.
  1. Trennen Sie die Ablagen sichtbar. Erstellen Sie einen Ordner «Testdaten künstlich» und einen getrennten Ordner für die tatsächliche Erhebung. Kennzeichnen Sie auch die Testtabelle selbst, damit der Hinweis beim Verschieben erhalten bleibt. Legen Sie die unveränderten Erhebungsdaten später separat ab und bearbeiten Sie nur eine nachvollziehbare Arbeitskopie.
  1. Prüfen Sie die Auswertung von Hand. Lassen Sie die Lernenden zuerst erklären, welches Ergebnis beim erfundenen Beispiel zu erwarten ist. Vergleichen Sie dieses mit der Tabellenberechnung oder Grafik. Eine schöne Darstellung genügt nicht: Stimmen Kategorien, Einheiten, Filter und die Behandlung fehlender Werte?
  1. Beginnen Sie die echte Auswertung in einer leeren Kopie. Übernehmen Sie nur die geprüfte Struktur und nötigen Berechnungen. Kontrollieren Sie Datenquelle, verwendete Tabellenbereiche und Diagrammbezüge, bevor echte Werte eingefügt werden. Gerade unsichtbare Verknüpfungen zu alten Testblättern können künstliche Zeilen wieder einschleusen.
  1. Dokumentieren Sie Zweck und Grenze. Lassen Sie festhalten, wie die Testdaten entstanden, was damit überprüft wurde und wann sie aus dem Arbeitsablauf entfernt wurden. Das Forschungsjournal zur Maturaarbeit hilft dabei. Vor der Abgabe prüfen Lernende und Betreuung gemeinsam, ob alle Ergebnisdarstellungen auf die angegebenen Quellen zurückführen.

Welche Daten dürfen welche Aussage tragen?

DatenartSinnvoller ZweckNicht daraus ableiten
Vollständig erfundene TestzeilenBerechnung und Darstellung erprobenAussagen über befragte Menschen
Tatsächlich erhobene BeobachtungenForschungsfrage im Rahmen der Methode bearbeitenUnbegründete Verallgemeinerungen
Künstlich ergänzte fehlende WerteNur als gesonderte, fachlich begründete Methode prüfenBehauptung, diese Werte seien gemessen worden
Gespeicherte KI-Antworten als UntersuchungsobjektVerhalten des untersuchten Dienstes auswertenWahrheit der darin behaupteten Sachverhalte

Der letzte Fall ist besonders wichtig: Wer KI-Antworten untersucht, kann diese als tatsächlich beobachtete Ausgaben sammeln. Die enthaltenen Behauptungen werden dadurch nicht zu wahren Aussagen über die Welt. Dafür braucht es ein dokumentiertes KI-Experiment.

Vorlage zum Kopieren

Ich bin Lehrperson und plane eine Methodenübung zur Maturaarbeit.
Fiktives Thema: [vollständig erfundenes Thema ohne Personenbezug].
Zu prüfender Auswertungsschritt: [z. B. Kategorien zählen].
Vorgesehene Spalten und Einheiten: [Beschreibung ohne Originaldaten].

Entwirf einen Übungsplan mit ausdrücklich künstlichen Testdaten.
Trenne gültige Fälle, fehlende Einträge und bewusst ungültige Werte.
Kennzeichne jede Testtabelle als künstlich und nur für Übungszwecke.
Erkläre für jeden Fall, was die Lehrperson von Hand prüfen soll.
Erzeuge keine Forschungsergebnisse und keine angeblich erhobenen Daten.
Gib eine Checkliste für den Wechsel zu einer leeren Auswertungsvorlage.
Ergänze Reflexionsfragen zur Datenherkunft und zu Aussagegrenzen.
Erfinde keine Beobachtungen, Quellen oder schulischen Vorschriften.

Passen Sie die Platzhalter an einen erfundenen Unterrichtsfall und den tatsächlich zu übenden Auswertungsschritt an.

Worauf Sie achten müssen

  • Wissenschaftliche Redlichkeit: Erfundenes darf nicht als erhoben dargestellt werden. Der Kodex «Wissenschaftliche Integrität» der Akademien bietet einen fachlichen Orientierungsrahmen; massgeblich für die schulische Arbeit sind auch deren konkrete Vorgaben.
  • Datenschutz: Geben Sie keine Schülerdaten oder Angaben zu Forschungsteilnehmenden in öffentliche KI-Dienste ein. Künstlich erzeugt bedeutet nicht automatisch ohne Personenbezug; der EDÖB beschreibt Risiken der Wiedererkennung. Lassen Sie die konkrete Datenverwendung fachlich prüfen.
  • Fehlerhafte Testfälle: KI kann Kategorien vermischen und sogar ihre eigenen Vorgaben übersehen. Prüfen Sie die erzeugten Zeilen und das erwartete Ergebnis selbst, bevor die Klasse damit arbeitet.
  • Keine Ersatzantworten: Fehlende Interviewantworten bleiben fehlend. Ob eine statistische Behandlung fehlender Werte angemessen ist, braucht eine fachliche Methodenentscheidung und darf nicht als stilles Auffüllen erfolgen.
  • Bildungsgerechtigkeit: Stellen Sie dieselben geprüften Übungsdaten auch ohne KI-Zugang bereit. Technische Ausstattung oder ein kostenpflichtiges Konto dürfen die Bearbeitung der Aufgabe nicht bestimmen.
  • Alter und Betreuung: Berücksichtigen Sie bei minderjährigen Lernenden die schulischen Nutzungsregeln. Eine Frage zur Zulässigkeit wird im Gespräch geklärt; KI übernimmt weder Betreuung noch Beurteilung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: An einer Schweizer Kantonsschule plant eine Maturandin eine Untersuchung zur Nutzung eines öffentlich zugänglichen Platzes. Frau Keller möchte vor der Beobachtungsphase klären, ob die vorgesehenen Kategorien in der Tabelle eindeutig sind.

Sie bereitet künstliche Übungszeilen vor. Dabei fällt auf, dass ein leeres Feld von der Tabelle wie die Kategorie «keine Nutzung» behandelt wird. Die Lernende korrigiert die Auswertung und erklärt den Unterschied zwischen einer fehlenden Beobachtung und einer beobachteten Abwesenheit.

Vor der echten Erhebung erstellt sie eine leere Arbeitsdatei und kontrolliert die Bezüge der Grafik. In der Arbeit erscheint die Probe als dokumentierter Vorbereitungsschritt, während die Ergebnisse ausschliesslich aus der angegebenen Beobachtung stammen. Die Übung hat eine methodische Schwäche sichtbar gemacht, ohne ein Forschungsergebnis vorwegzunehmen.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Praxiskurse von Alpasana auf absofort behandeln unter anderem Excel, Datenverständnis und die Prüfung von KI-Ergebnissen. Damit können Sie Ihre eigenen Fähigkeiten zur Vorbereitung solcher Übungen vertiefen. Das Angebot ersetzt keine fachliche Begutachtung des Forschungsdesigns und keine schulische Freigabe.

Häufige Fragen

Darf eine Arbeit ausschliesslich mit künstlichen Daten arbeiten?

Das kann bei einer entsprechend vereinbarten methodischen Fragestellung sinnvoll sein. Dann untersucht die Arbeit etwa einen Auswertungsweg und behauptet keine Erkenntnisse über tatsächlich befragte Menschen. Klären Sie diese Eingrenzung vor Beginn mit der Betreuung.

Was tun, wenn Testdaten schon in einer Grafik stecken?

Nehmen Sie die Grafik aus der Ergebnisdarstellung und rekonstruieren Sie ihre Datenquelle. Erstellen Sie sie mit der bereinigten, überprüften Grundlage neu und dokumentieren Sie die Korrektur. Lässt sich die Herkunft nicht sicher klären, darf die Grafik kein Ergebnis belegen.

Müssen künstliche Daten im Anhang stehen?

Das hängt vom Zweck und von den schulischen Anforderungen ab. Wenn sie einen wichtigen methodischen Test nachvollziehbar machen, kann eine klar beschriftete Ablage sinnvoll sein. Trennen Sie sie auch dort sichtbar von den tatsächlichen Erhebungsdaten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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