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Prüfen & Bewerten · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben

Synthetische KI-Daten in der Masterarbeit kritisch begründen

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Synthetische Daten, also von einer KI erzeugte künstliche Daten, dürfen echte Daten nicht stillschweigend ersetzen. Begründen Sie, wofür Sie sie brauchen, wie sie erzeugt wurden und was daraus nicht folgt, kennzeichnen Sie sie deutlich und lassen Sie die Methode von Ihrer Betreuung prüfen. Aussagen über die Wirklichkeit lassen sich damit nur begrenzt stützen.

Das Problem

Frau Keller schreibt eine Masterarbeit in Bildungswissenschaft. Sie möchte eine Methode testen, hat aber nur wenige echte Daten, weil Erhebungen an Schulen aufwendig und datenschutzrechtlich heikel sind. Eine Idee: Mit einer KI künstliche Daten erzeugen, zum Beispiel erfundene Interviewtexte oder Fragebogenantworten. Das spart Zeit und umgeht Datenschutzprobleme. Doch darf man das in einer wissenschaftlichen Arbeit?

Synthetische Daten sind künstlich erzeugte Daten, die den Eigenschaften echter Daten ähneln sollen. Sie werden in der Forschung unter bestimmten Umständen eingesetzt, etwa zum Testen von Verfahren oder zum Schutz von Personendaten. Aber sie sind keine Beobachtungen der Wirklichkeit. Eine KI erzeugt, was nach ihren Trainingsdaten plausibel klingt. Das kann Klischees, Verzerrungen und scheinbare Muster enthalten, die mit der realen Welt wenig zu tun haben.

Der Umgang mit solchen Daten in einer Arbeit verlangt deshalb sorgfältige Begründung. Man muss sagen, was sie sind, wozu sie dienen und was sich aus ihnen nicht schliessen lässt. Hochschulen, Fächer und Betreuende sehen das unterschiedlich; Regeln der eigenen Hochschule gehen vor. Diese Checkliste hilft bei der Prüfung.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Mit der Betreuung klären. Sprechen Sie früh mit Ihrer Betreuungsperson: Sind synthetische Daten für Ihre Fragestellung zulässig? Welche Vorgaben macht Ihre Hochschule? Halten Sie die Absprache schriftlich fest.
  1. Den Zweck begründen. Schreiben Sie auf, wozu Sie die Daten brauchen: Verfahren testen, Auswertungscode prüfen, Fälle für eine Übung? Für Aussagen über die Wirklichkeit eignen sie sich nur sehr begrenzt.
  1. Echte Alternativen prüfen. Gibt es öffentlich zugängliche Daten, Daten aus früheren Studien oder die Möglichkeit einer kleinen echten Erhebung? Notieren Sie, warum diese nicht infrage kommen.
  1. Die Erzeugung dokumentieren. Halten Sie fest: Werkzeug, Version oder Zeitpunkt, Prompt, Parameter, Anzahl und Auswahlkriterien. Ohne diese Angaben ist nichts nachvollziehbar.
  1. Die Daten kritisch prüfen. Lassen Sie die Daten von Fachpersonen sichten: Wirken sie realistisch? Gibt es Klischees, Widersprüche oder auffällig gleichförmige Muster? Prüfen Sie Verteilungen und Vielfalt.
  1. Die Aussagegrenzen formulieren. Schreiben Sie ausdrücklich, was die Ergebnisse nicht belegen, zum Beispiel keine Aussagen über reale Personen, Häufigkeiten oder Wirkungen.
  1. Deutlich kennzeichnen. Bezeichnen Sie die Daten im ganzen Text als synthetisch, in Tabellen, Abbildungen und Zusammenfassung. Vermischen Sie sie nicht mit echten Daten, ohne klar zu trennen.
  1. Die Methode begründen und prüfen lassen. Beschreiben Sie im Methodenteil Vorgehen, Begründung und Grenzen und lassen Sie die Passage von Ihrer Betreuung prüfen.
PrüffrageGute AntwortWarnzeichen
Wofür brauche ich die Daten?Verfahren testenAussagen über die Wirklichkeit
Ist die Erzeugung dokumentiert?Prompt, Werkzeug, Zeitpunkt«Habe die KI gefragt»
Sind Grenzen genannt?Ausdrücklich im TextStillschweigend ignoriert
Ist die Kennzeichnung klar?Überall «synthetisch»Vermischt mit echten Daten

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Verwenden Sie ihn zur Prüfung Ihrer Planung, ohne echte Daten oder vertrauliche Inhalte einzugeben.

Ich schreibe eine Masterarbeit in [Fach] und erwäge, synthetische KI-Daten einzusetzen. Mein Vorhaben: [kurze Beschreibung der Fragestellung und des geplanten Einsatzes].
Hilf mir, die Voraussetzungen und Grenzen kritisch zu prüfen:
1. Liste zehn Fragen, die ich in der Arbeit beantworten muss, wenn ich synthetische Daten einsetze (Zweck, Erzeugung, Dokumentation, Verzerrungen, Aussagegrenzen, Kennzeichnung).
2. Nenne mögliche Einwände von Gutachtenden.
3. Nenne Aussagen, die ich auf Basis synthetischer Daten nicht treffen darf.
4. Weise darauf hin, was ich mit meiner Betreuungsperson klären sollte.
Beurteile nicht, ob mein Vorhaben zulässig ist; verweise auf meine Hochschule.

Ergänzen Sie Fach und Vorhaben und beantworten Sie die Fragen schriftlich in Ihrem Methodenteil.

Worauf Sie achten müssen

  • Entscheidend sind die Regeln Ihrer Hochschule und die Einschätzung Ihrer Betreuung. Was in einem Fach üblich ist, kann in einem anderen unzulässig sein. Fragen Sie früh nach.
  • Synthetische Daten können Vorurteile und Klischees der KI enthalten. Prüfen Sie sie auf Verzerrungen und behandeln Sie sie nicht als neutral.
  • Täuschen Sie nicht. Wer synthetische Daten als echte Erhebung darstellt, verstösst gegen die wissenschaftliche Redlichkeit. Kennzeichnen Sie klar.
  • Auch synthetische Daten können Personen erkennbar machen, wenn sie aus echten Daten abgeleitet wurden. Verwenden Sie echte Daten nur, wenn Datenschutz und Einwilligung geklärt sind; Orientierung bietet der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte. Rechtliche Fragen klären Sie im Einzelfall mit der Datenschutzstelle Ihrer Hochschule.
  • Dokumentieren Sie so, dass andere den Vorgang nachvollziehen können. KI-Ergebnisse sind nicht ohne Weiteres reproduzierbar; halten Sie Prompts und Ergebnisse fest.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Aylin, Masterstudentin an einer Pädagogischen Hochschule, möchte ein Codierschema für Interviews testen, hat aber erst zwei echte Interviews. Mit ihrer Betreuerin klärt sie: Synthetische Interviews dürfen nur zum Testen des Schemas dienen, nicht für Aussagen über Lehrpersonen.

Sie lässt die KI zehn fiktive Interviews erzeugen, dokumentiert Prompt und Datum und lässt sie von einer Kollegin lesen. Diese findet, dass sich die Antworten sehr ähnlich sind und kaum Widersprüche enthalten. Aylin nimmt das in die Diskussion der Grenzen auf. Im Methodenkapitel steht deutlich: «Synthetische Daten dienten ausschliesslich der Erprobung des Codierschemas.» Die Ergebnisse stützt sie ausschliesslich auf die echten Interviews.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer mit KI Daten erzeugt und auswertet, braucht Methoden zur Qualitätsprüfung. Der Kurskatalog von absofort bietet KI- und IT-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben, darunter Excel, Datenverständnis, Qualitätsprüfung und Einsatzregeln. Dort üben Sie, KI-Ergebnisse systematisch zu kontrollieren.

Die Kurse behandeln keine wissenschaftliche Methodik oder Hochschulregeln. Ob synthetische Daten in Ihrer Arbeit zulässig sind, entscheiden Hochschule und Betreuung.

Häufige Fragen

Darf ich synthetische Daten für Ergebnisse nutzen?

Für Aussagen über die Wirklichkeit eignen sie sich nur sehr begrenzt. Klären Sie Zulässigkeit und Zweck mit Ihrer Betreuung.

Wie beschreibe ich die KI-Nutzung in der Methode?

Mit Werkzeug, Zeitpunkt, Prompt und Zweck. Eine Anleitung bietet der Beitrag zu KI als Forschungsmethode.

Was ist mit erfundenen Versuchen?

Erfundene Versuche oder Ergebnisse sind keine synthetischen Daten im Sinn der Methode, sondern Täuschung, wenn sie als echt gelten. Mehr dazu im Beitrag zu KI-Vorschlägen und echten Versuchen.

Wie übe ich den Umgang mit synthetischen Daten?

In Seminaren mit klaren Grenzen, wie im Beitrag zum Forschen mit synthetischen KI-Daten beschrieben.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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