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KI bei der Maturaarbeit: Den Einsatz mit der Betreuung klären
Kurz gesagt
Klären Sie den KI-Einsatz anhand konkreter Arbeitsschritte und der geltenden Schulvorgaben mit Ihrer Betreuungsperson. Halten Sie fest, welche Unterstützung erlaubt ist, welche Eigenleistung erwartet wird und wie Sie die Nutzung dokumentieren müssen.
Das Problem
Frau Keller wird gefragt: «Darf ich KI für die Maturaarbeit verwenden?» Ein einfaches Ja bleibt zu ungenau. Es macht einen Unterschied, ob jemand Fragen zur eigenen Planung sammelt, fremde Quellen zusammenfassen lässt oder ganze Auswertungskapitel übernimmt.
Eine Betreuungsvereinbarung hält den geklärten Arbeitsrahmen zwischen Betreuung und lernender Person fest. Sie konkretisiert die Schulvorgaben für das Vorhaben, ersetzt diese aber nicht. Die Vereinbarung sollte sichtbar machen, welche Denkarbeit und welche fachlichen Entscheidungen selbst geleistet werden müssen.
Für Schweizer Maturaarbeiten gibt es keinen aus einer beliebigen KI-Antwort ableitbaren einheitlichen Erlaubniskatalog. Massgeblich sind die geltenden Vorgaben der Schule und die zuständigen Entscheidungen. Unklare Punkte werden vor der betreffenden Nutzung geklärt, nicht erst bei der Abgabe.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Lesen Sie die schulischen Vorgaben. Öffnen Sie die aktuelle Anleitung zur Maturaarbeit und die vorhandenen Regeln zu Hilfsmitteln. Notieren Sie Datum und Fundstelle intern. Trennen Sie ausdrücklich erlaubte Nutzungen, Verbote und Punkte, zu denen die Unterlagen nichts Eindeutiges sagen.
- Zerlegen Sie das Vorhaben in Schritte. Schreiben Sie Themenfindung, Recherche, Materialauswahl, Erhebung, Auswertung, Schreiben und Überarbeitung auf. Die Entwicklung einer Forschungsfrage verlangt andere Eigenleistungen als eine sprachliche Schlusskontrolle. Eine pauschale Erlaubnis für «Unterstützung» wird dadurch konkret.
- Beschreiben Sie die gewünschte Hilfe. Formulieren Sie pro Schritt, was die KI tun soll und was die lernende Person selbst übernimmt. «Rückfragen zu meinem Entwurf» ist präziser als «beim Schreiben helfen». Vermeiden Sie beschönigende Begriffe, wenn tatsächlich ganze Inhalte erzeugt werden sollen.
- Besprechen Sie die Grenzen mit der Betreuung. Prüfen Sie gemeinsam, ob die gewünschte Hilfe nach Schulvorgaben zulässig ist. Klären Sie Eigenleistung, Quellenarbeit, Datenarten und eingesetzte Umgebung. Eine Betreuungsperson darf schulische Verbote nicht einfach durch eine informelle Absprache ausser Kraft setzen.
- Vereinbaren Sie die Dokumentation. Legen Sie fest, welche Angaben zur Nutzung nötig sind, beispielsweise Zweck, betroffener Arbeitsschritt und eigene Weiterbearbeitung. Nutzen Sie das Forschungsjournal für begründete Entscheidungen. Speichern Sie keine unnötigen privaten oder personenbezogenen Chatverläufe nur aus Vorsicht.
- Halten Sie offene Punkte ausdrücklich offen. Schreiben Sie «vor Nutzung klären», wenn eine Entscheidung fehlt. Bestimmen Sie, wer die Klärung veranlasst und welche Arbeitsweise bis dahin möglich ist. Verwenden Sie keine KI-Aussage als Ersatz für die ausstehende schulische Entscheidung.
- Bestätigen und aktualisieren Sie die Vereinbarung. Halten Sie die abgestimmte Fassung nach dem schulisch vorgesehenen Verfahren fest. Besprechen Sie wesentliche Änderungen an Methode, Daten oder Hilfen erneut. Vergleichen Sie die Vereinbarung vor der Abgabe mit der tatsächlichen Arbeitsweise und klären Sie Abweichungen frühzeitig.
Vorlage zum Kopieren
Ich bin Lehrperson und bereite ein Betreuungsgespräch vor.
Fiktives Vorhaben: [allgemeine Beschreibung]
Zur Weitergabe freigegebene Schulregeln: [bestätigte Angaben]
Gewünschte KI-Hilfen nach Arbeitsschritt: [Liste]
Erstelle eine Gesprächsvorlage mit den Spalten Arbeitsschritt,
geplante Hilfe, erforderliche Eigenleistung, schulisch zu klärender Punkt,
Dokumentation und zuständige Entscheidung.
Übernimm nur ausdrücklich bestätigte Regeln als Vorgabe.
Kennzeichne alles andere als [vor Nutzung klären].
Erfinde keine Erlaubnis, Verbote oder verbindliche Rechtsauskunft.
Verlange keine Schülerdaten oder vertraulichen Unterlagen.Verwenden Sie den Entwurf als Gesprächsstruktur und tragen Sie verbindliche Entscheidungen erst nach der zuständigen Klärung ein.
Worauf Sie achten müssen
- Eigenleistung konkret machen: Die lernende Person muss Auswahl, Methode und Schlussfolgerungen erklären können. Eine Erklärung wie «Ich habe alles kontrolliert» reicht ohne nachvollziehbare eigene Arbeit nicht aus.
- Keine verdeckte Delegation: Sprachliche Überarbeitung kann inhaltliche Änderungen enthalten. Prüfen Sie, ob KI neue Argumente, Quellen oder Bedeutungen eingeführt hat und ob dies überhaupt erlaubt ist.
- Forschung bleibt echt: Erfundene KI-Daten dürfen nicht als erhobene Beobachtungen erscheinen. Halten Sie Simulationen, Übungsmaterial und tatsächliche Forschungsgrundlagen klar auseinander.
- Daten und Rechte klären: Öffentliche Dienste erhalten keine Schülerdaten oder vertraulichen Forschungsunterlagen. Nutzungsrechte, allfällige Erhebungen und persönliche Angaben müssen fachlich im konkreten Kontext geprüft werden.
- Nachweise zweckmässig halten: Dokumentation soll die Arbeitsweise nachvollziehbar machen. Welche Nachweise verlangt werden, entscheidet die Schule; ein ungeordneter Export sämtlicher Chats ist nicht automatisch hilfreich.
| Arbeitsschritt | Beispiel für eine zu klärende Grenze |
|---|---|
| Themenfindung | Varianten sammeln oder Entscheidung vorgeben lassen? |
| Recherche | Suchbegriffe entwickeln oder ungeprüfte Quellen übernehmen? |
| Auswertung | Vorgehen erklären lassen oder Ergebnisse erzeugen lassen? |
| Schreiben | Eigenen Absatz prüfen oder ganze Argumentation verfassen lassen? |
| Überarbeitung | Sprachfehler markieren oder inhaltlich umgestalten? |
Wie kann eine Gesprächsnotiz aussehen?
Eine noch nicht genehmigte Notiz könnte lauten: «Geplant ist eine KI-Rückfrage zum eigenen Exposé. Die lernende Person entscheidet über Änderungen und hält ihre Gründe fest; Zulässigkeit und nötiger Nachweis werden im Gespräch bestätigt.» Damit ist sichtbar, was vorgeschlagen und was bereits entschieden wurde. Die Exposé-Prüfung liefert passende fachliche Rückfragen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Ein Schüler an einem Gymnasium im Kanton Bern möchte für seine Maturaarbeit KI nutzen. Im ersten Gespräch sagt er nur, die KI solle «beim Formulieren» helfen. Frau Keller bittet ihn, den geplanten Ablauf genauer zu beschreiben.
Dabei zeigt sich, dass er auch Gegenargumente und eine Auswertung erzeugen lassen wollte. Sie vergleichen diese Wünsche mit den Schulregeln und halten pro Arbeitsschritt fest, was geklärt, eingeschränkt oder ausgeschlossen ist. Offene Fragen gehen an die zuständige schulische Stelle.
Vorher stand ein missverständliches Schlagwort im Raum, nachher eine nachvollziehbare Abmachung. Der Schüler dokumentiert bei erlaubten Hilfen seinen Zweck und seine eigene Weiterarbeit. Änderungen bespricht er, bevor er die vereinbarte Grenze überschreitet.
So hilft Ihnen Alpasana
Die KI-Weiterbildung für Unternehmen von Alpasana auf absofort behandelt den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten, Kommunikation und KI-Ergebnissen. Die Online-Inhalte können dem Kollegium Grundlagen für gemeinsame Arbeitsweisen vermitteln. Für Teambuchungen besteht eine Kontaktmöglichkeit; klären Sie dabei die Passung zum Schulkontext. Schulische Freigaben, pädagogische Entscheidungen und kantonale Abklärungen bleiben bei den zuständigen Stellen.
Die Weiterbildung kann gemeinsame Grundlagen für einen verantwortlichen Umgang mit KI vermitteln. Welche Hilfen in einer Maturaarbeit zulässig sind, bestimmt weiterhin die zuständige Schule.
Häufige Fragen
Was gilt, wenn die Schulregeln nichts zur KI sagen?
Schweigen ist keine verlässliche pauschale Erlaubnis. Beschreiben Sie die geplante Unterstützung konkret und holen Sie die zuständige schulische Klärung ein. Bis dahin arbeiten Sie in der unstrittig erlaubten Weise weiter.
Muss jedes kleine Nachfragen dokumentiert werden?
Der nötige Umfang richtet sich nach den Schulvorgaben und der Vereinbarung. Klären Sie, welche Angaben relevant sind und in welcher Form sie festgehalten werden sollen. Eine verständliche, vollständige Darstellung der geforderten Nutzung ist wichtiger als eine selbst erfundene Nachweispflicht.
Was tun, wenn bereits ungeklärt KI verwendet wurde?
Sprechen Sie die Nutzung frühzeitig und sachlich mit der Betreuung an. Legen Sie dar, welche Arbeitsschritte betroffen sind und welche Inhalte übernommen wurden. Die Schule entscheidet über das weitere Vorgehen; eine KI sollte keine Rechtfertigung oder Verschleierung formulieren.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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