Schule & Unterricht · KI und IT für konkrete Arbeitsaufgaben
Lernausstellungen mit KI planen: Besucher aktiv einbeziehen
Kurz gesagt
Planen Sie zuerst, was Besucher tun sollen, dann die Plakate. Die KI liefert Entwürfe für kurze Mitmachaufgaben und Fragen an die Lernprodukte; Sie wählen aus, prüfen den Inhalt und lassen die Lernenden ihre Arbeit selbst erklären, damit die Ausstellung ihr Können zeigt und nicht jenes der KI.
Das Problem
Am Ende eines Projekts steht oft eine Ausstellung für Eltern, Nachbarklassen oder die Gemeinde. Die Lernenden haben wochenlang gearbeitet, und dann gehen die Gäste mit einem Getränk an den Plakaten vorbei und nicken freundlich. Nach zehn Minuten ist der Raum leer, und kaum jemand erinnert sich an den Inhalt.
Ein möglicher Grund ist die Form: Wer nur ansieht, hat weniger Gelegenheit, Inhalte aktiv zu verarbeiten. In der Didaktik wird dafür der Begriff aktive Verarbeitung verwendet. Aufgaben zum Vergleichen, Vermuten oder Erklären können Besucherinnen und Besucher dazu anregen, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Besucheraufgaben bauen solche Möglichkeiten in die Ausstellung ein, etwa durch eine Frage an einer Station oder eine Aufgabe, die man mit den Lernenden gemeinsam löst.
Die Planung solcher Aufgaben ist aufwendig. KI kann Ideen liefern, produziert aber leicht Allgemeinplätze oder Inhalte, die nicht zu Ihrem Projekt passen. Und wenn die KI Texte für die Plakate schreibt, zeigt die Ausstellung am Ende nicht mehr, was die Kinder gelernt haben.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Das Lernziel der Ausstellung festlegen. Entscheiden Sie, was Besucher am Ende verstehen oder erleben sollen. Und entscheiden Sie, was die Lernenden beim Erklären zeigen sollen.
- Die Lernprodukte beschreiben. Listen Sie auf, was ausgestellt wird: Modelle, Plakate, Texte, Experimente. Beschreiben Sie sie kurz, ohne Namen von Kindern.
- Aufgaben für Besucher entwerfen lassen. Bitten Sie die KI um kurze Aufgaben pro Station, die in zwei bis drei Minuten lösbar sind, zum Beispiel «Schätze, bevor du die Antwort liest» oder «Vergleiche zwei Modelle».
- Die Lernenden als Gastgebende einsetzen. Planen Sie, dass die Kinder ihr Produkt erklären und die Besucheraufgabe betreuen. So bleibt die Leistung bei den Lernenden.
- Inhalt und Fragen fachlich prüfen. Kontrollieren Sie jede Aufgabe auf sachliche Richtigkeit und Verständlichkeit. KI kann Behauptungen erfinden, die auf einem Plakat bleiben würden.
- Eine Reihenfolge und einen Ablauf festlegen. Entscheiden Sie, ob die Gäste einem Rundgang folgen oder frei wählen. Legen Sie Zeitfenster fest, damit keine Station überfüllt ist.
- Eine Rückmeldung der Besucher einplanen. Ein Zettel mit einer Frage am Ausgang («Was hat dich überrascht?») gibt den Lernenden Resonanz. Entwerfen Sie die Frage mit der Klasse zusammen.
- Nach der Ausstellung reflektieren. Besprechen Sie mit der Klasse, was gut lief und was nicht. Lassen Sie die Kinder eigene Eindrücke notieren, bevor Sie die Rückmeldungen lesen.
| Station | Passiv | Aktiv mit Besucheraufgabe |
|---|---|---|
| Plakat zu Energie | Text lesen | Schätzen und dann nachprüfen |
| Modell | Anschauen | Kind erklärt, Gast vermutet Funktion |
| Experiment | Zuschauen | Gast führt Versuch selbst durch |
| Umfrage | Ergebnis lesen | Gast gibt Stimme ab und vergleicht |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Beschreiben Sie nur Projekt und Produkte, nicht einzelne Kinder.
Ich plane mit meiner [Klassenstufe] eine Lernausstellung zum Thema [Thema] für [Eltern / andere Klassen / Gemeinde].
Ausgestellt werden: [Liste der Produkte, z. B. Modelle, Plakate].
Das Lernziel für die Besucher ist: [Ziel].
Entwirf für jede Station:
- eine Mitmachaufgabe von höchstens drei Minuten,
- eine Frage, die ein Kind den Gästen stellen kann,
- einen Hinweis, was das Kind selbst erklären sollte.
Verwende einfache Sprache. Schlage keine Inhalte vor, die nicht zu den genannten Produkten passen.
Markiere Fakten, die ich nachprüfen muss.Passen Sie Besucherkreis und Produkte an und lassen Sie bei grossen Klassen mehrere Varianten pro Station erzeugen.
Worauf Sie achten müssen
- Prüfen Sie alle Fakten, bevor sie auf einem Plakat landen. Texte der KI, die als Kindertext getarnt sind, nehmen den Lernenden die Leistung ab.
- Kennzeichnen Sie, welche Teile mit KI-Unterstützung entstanden sind. So bleibt die Ausstellung ehrlich, und die Kinder lernen, KI-Hilfe offenzulegen.
- Fotos und Namen von Lernenden dürfen Sie nicht ohne Weiteres zeigen oder in öffentliche KI-Dienste laden. Klären Sie das Vorgehen mit der Schulleitung; Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz.
- Nicht jedes Kind spricht gern vor Erwachsenen. Bieten Sie auch stillere Rollen an, etwa Materialbetreuung oder Beschriftung.
- Zuordnungen zum Lehrplan prüfen Sie in der Version Ihres Kantons (Lehrplan 21), nicht in Vorschlägen der KI.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einer 5. und 6. Klasse in Wil: Nach einem Projekt zu Wasser in der Region zeigen die Kinder Modelle einer Kläranlage und Plakate. Frühere Ausstellungen waren schwach besucht und wenig aktiv.
Frau Keller hat die Aufgaben der Stationen mit KI vorbereiten lassen und gekürzt. Bei der Kläranlage dürfen Gäste vermuten, welches Material am meisten Schmutz zurückhält, und es dann mit einem Kind testen. Zwei KI-Fragen waren fachlich unscharf; sie hat sie geändert. Eine Mutter bleibt 15 Minuten an einer Station. Die Kinder berichten im Nachgang, dass die Fragen der Gäste sie überraschten.
So hilft Ihnen Alpasana
Der Kurskatalog von absofort bietet KI- und IT-Kurse für konkrete Arbeitsaufgaben, darunter Präsentationen, Bürokommunikation sowie Qualitätsprüfung und Einsatzregeln. Dort lernen Sie, KI-Entwürfe für Texte und Präsentationen sorgfältig zu prüfen.
Die Kurse sind nicht auf Schulausstellungen ausgerichtet. Sie unterstützen Sie bei der allgemeinen Arbeit mit KI-Entwürfen; die pädagogische Planung und die schulischen Regeln bleiben bei Ihnen.
Häufige Fragen
Wie viele Besucheraufgaben sind sinnvoll?
Eine kurze Aufgabe pro Station kann als Planungsidee dienen. Ob das passt, hängt vom Lernziel, der verfügbaren Zeit und dem Publikum ab. Prüfen Sie, ob die Aufgaben für Gäste und Lernende überschaubar bleiben.
Wer schreibt die Plakattexte?
Die Lernenden selbst, mit Ihrer Unterstützung. Die KI kann Fragen zur Überarbeitung stellen, etwa «Ist dieser Satz für Gäste verständlich?». So bleibt die Arbeit bei den Kindern. Gute Leitfragen finden Sie im Beitrag zum Projektunterricht.
Kann die Ausstellung auch digital stattfinden?
Möglich, doch Datenschutz und Einwilligungen werden dann anspruchsvoller. Prüfen Sie mit der Schulleitung, was erlaubt ist, und bleiben Sie bei Produkten ohne erkennbare Personen.
Wie dokumentiere ich das Lernen der Kinder?
Ein Lernportfolio mit Fotos der Arbeit und Reflexionsfragen eignet sich. Wie man das Portfolio mit KI-Fragen anreichert, zeigt der Beitrag zum Gestaltungsprozess im Portfolio.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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