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Schule & Unterricht · KI-Kurse für Kinder und Jugendliche

KI und Nachhaltigkeit: Abwägungsaufgaben für den Unterricht

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Lassen Sie Jugendliche konkrete KI-Anwendungen nach Nutzen, Alternativen und bekannten Ressourcenfragen abwägen. Verbrauchszahlen aus dem Netz sind oft Schätzungen; im Unterricht üben die Lernenden deshalb, Quellen zu prüfen und Unsicherheit zu benennen.

Das Problem

Im Netz kursieren Zahlen: wie viel Strom eine KI-Anfrage verbrauche, wie viel Wasser, wie viel CO₂. Manche klingen alarmierend, andere beschwichtigend. Frau Keller möchte das Thema mit ihrer Klasse behandeln, hat aber keine verlässlichen Zahlen und will keine falschen weitergeben.

Das ist eine ehrliche Ausgangslage. Sicher ist: KI-Systeme laufen in Rechenzentren, die Strom brauchen und gekühlt werden müssen, und ihre Herstellung benötigt Hardware mit Rohstoffen. Wie hoch der Verbrauch im Einzelfall ist, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Modell, Aufgabe, Standort und Strommix. Anbieter veröffentlichen dazu oft wenig. Deshalb sind viele Zahlen im Netz Schätzungen oder lassen sich nicht vergleichen.

Genau das ist der Lernanlass. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) üben Lernende, Nutzen und Aufwand abzuwägen, Alternativen zu prüfen und Unsicherheit auszuhalten. Eine Lehrperson muss dafür keine Verbrauchszahlen nennen. Sie braucht gute Fragen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Lernziel festlegen. Die Lernenden beurteilen eine KI-Anwendung mit Kriterien und begründen, wofür sich der Einsatz lohnt und wofür nicht. Sie erkennen, wann Angaben unsicher sind. Ordnen Sie das im Modul Medien und Informatik und bei BNE ein; prüfen Sie den Bezug im Lehrplan Ihres Kantons.
  2. Fälle auswählen. Wählen Sie drei bis vier Alltagsfälle, zum Beispiel Rechtschreibhilfe, Übersetzung, Bildgenerierung für ein Plakat oder eine Hausaufgabenhilfe. Lassen Sie sich Fallkarten mit Beschreibung vorbereiten, ohne Zahlen zum Verbrauch.
  3. Kriterien gemeinsam festlegen. Die Klasse sammelt Kriterien: Nutzen für die Person, Nutzen für andere, Alternativen ohne KI, Häufigkeit der Nutzung, Ressourcen (Strom, Hardware), Datenschutz, Fairness.
  4. Abwägung in Gruppen. Jede Gruppe bewertet einen Fall nach den Kriterien und hält in einer Tabelle fest: sicher bekannt, vermutet, unbekannt.
  5. Quellen prüfen. Die Gruppen suchen eine Aussage zum Energie- oder Wasserverbrauch von KI und beurteilen die Quelle: Wer hat sie verfasst? Wie wurde gemessen? Wie alt ist sie? Was wird verglichen? Sie notieren, ob sie die Zahl übernehmen würden.
  6. Gegenposition einnehmen. Die Gruppen tauschen Fälle und suchen Argumente für die Gegenseite. So wird aus einem Bauchurteil ein begründetes Urteil.
  7. Handlungsoptionen sammeln. Was kann ich selbst beeinflussen (gezielt nutzen, Dienste vergleichen, Alternativen)? Was liegt bei Anbietern, Schulen, Politik? Halten Sie fest, was offen bleibt.
KriteriumLeitfrageStatus (sicher / vermutet / unbekannt)
NutzenWem bringt es etwas, wofür?
AlternativeGeht es einfacher ohne KI?
RessourcenWas ist über Strom und Hardware bekannt?
HäufigkeitWie oft wird es genutzt?
DatenschutzWelche Daten wären betroffen?

Vorlage zum Kopieren

Ich unterrichte [Klassenstufe, z. B. 9. Klasse] und möchte Abwägungsaufgaben zu KI und Nachhaltigkeit (BNE) vorbereiten.
Erstelle:
1. Vier erfundene, alltagsnahe Fallkarten zu KI-Anwendungen (je 3 Sätze, ohne Verbrauchszahlen).
2. Eine Tabelle mit Kriterien (Nutzen, Alternativen, Ressourcen, Häufigkeit, Datenschutz, Fairness) und einer Spalte «sicher / vermutet / unbekannt».
3. Eine Anleitung, wie Lernende die Glaubwürdigkeit einer Quelle zu Energie- oder Wasserverbrauch von KI prüfen (Urheber, Datum, Methode, Vergleichsgrösse).
4. Sechs Reflexionsfragen, die Unsicherheit ausdrücklich zulassen.
Nenne keine Verbrauchszahlen, keine Studien und keine Quellenangaben, die du nicht sicher kennst. Wenn Informationen fehlen, schreibe «unbekannt».

Passen Sie Stufe und Fälle an. Prüfen Sie alle Texte der KI, bevor Sie sie austeilen; sie sollen keine Zahlen enthalten.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine unbelegten Zahlen. Auch die KI selbst kann Verbrauchswerte erfinden. Verwenden Sie nur Angaben, die Sie in einer nachvollziehbaren Quelle mit Datum gesehen haben, und kennzeichnen Sie sie als Stand der Quelle.
  • Nicht moralisieren. Das Ziel ist Abwägen, nicht Schuldgefühl. Auch Alternativen (Suche im Netz, Streaming, Versand) haben einen Ressourcenbedarf; vergleichen Sie, soweit Daten vorliegen, vorsichtig.
  • Mehr als Energie. Zur Nachhaltigkeit gehören auch Arbeitsbedingungen, Rohstoffe, Elektroschrott und soziale Folgen. Wählen Sie für Ihre Stufe einen überschaubaren Ausschnitt.
  • Offenheit der Diskussion. Es gibt keine einheitliche Antwort. Lassen Sie unterschiedliche Positionen zu und achten Sie darauf, dass sich niemand blossgestellt fühlt, etwa wenn Familien beruflich mit Technik zu tun haben.
  • Datenschutz. Geben Sie keine Schülerdaten in öffentliche KI-Dienste ein; massgeblich sind die kantonalen Vorgaben, Orientierung gibt das Educa-Dossier.
  • Eigener KI-Einsatz kritisch. Auch die Vorbereitung dieser Einheit mit KI sollte begründet sein. Nutzen Sie sie gezielt und nicht für Dinge, die Sie ebenso schnell selbst schreiben.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer 9. Klasse in Chur: Frau Keller verteilt vier Fallkarten, darunter «Ein Schüler lässt sich einen Vortrag zusammenfassen» und «Ein Verein erstellt Plakatbilder mit KI». Die Gruppen füllen die Tabelle aus.

Vorher: Eine Schülerin sagt, sie habe gelesen, eine einzige KI-Anfrage verbrauche «unglaublich viel». Eine Zahl kann sie nicht nennen.

Nachher: Bei der Quellenprüfung merkt die Klasse, dass viele Aussagen weder Datum noch Methode nennen. Beim Verein überlegen sie: Wenn ohnehin ein Foto genügt, braucht es keine Bilderzeugung. Beim Vortrag zählen sie dagegen Nutzen und Lernen. Am Ende steht keine Regel, aber ein Kriterienraster, das sie auf eigene Fälle anwenden.

So hilft Ihnen Alpasana

Für den Einstieg in einen bewussten, kritischen Umgang mit KI gibt es auf absofort.ch die KI-Kurse für Kinder und Jugendliche. Sie behandeln KI-Grundlagen, Prompts und fairen Umgang mit KI anhand eigener Projekte, im eigenen Tempo und ohne Vorkenntnisse. Für jüngere Kinder wird Begleitung durch Erwachsene empfohlen. Die Abwägungsaufgaben dieser Seite führen Sie selbst im Unterricht durch.

Häufige Fragen

Darf ich im Unterricht einfach eine Verbrauchszahl nennen?

Nur, wenn Sie die Quelle kennen und Datum und Methode angeben können. Sonst formulieren Sie qualitativ: «Rechenzentren brauchen Strom und Kühlung; der genaue Verbrauch hängt von vielen Faktoren ab und ist schwer vergleichbar.»

Ist das Thema für die Primarstufe geeignet?

In einfacher Form ja: Wofür brauchen wir ein Gerät, und was geschieht, wenn man es oft nutzt? Die Quellenprüfung mit Kriterien passt eher zur Sekundarstufe.

Wie vermeide ich, dass die Stunde zu negativ wird?

Zeigen Sie auch Nutzen und Handlungsmöglichkeiten. Lernende sollen nicht den Eindruck erhalten, jede Nutzung sei falsch oder harmlos. Ziel ist ein begründetes Urteil.

Wo kann ich das im Lehrplan einordnen?

Bei BNE und im Modul Medien und Informatik. Suchen Sie die passenden Kompetenzen selbst im Lehrplan Ihres Kantons, etwa über lehrplan21.ch.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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