Schule & Unterricht · KI-Weiterbildung für Unternehmen
KI-Material im Kollegium teilen: Prüfung und Freigabe regeln
Kurz gesagt
Teilen Sie KI-Material im Kollegium nur über eine Ablage mit drei Stufen: Entwurf, fachlich geprüft, freigegeben. Jede Freigabe erfordert eine Zweitprüfung nach festen Kriterien, eine Kennzeichnung als KI-unterstützt und eine Person, die Fehlermeldungen entgegennimmt und Material zurückzieht.
Das Problem
An Frau Kellers Schule liegen auf der gemeinsamen Ablage mittlerweile Hunderte Arbeitsblätter, viele mit KI erstellt. Einige sind hervorragend, andere enthalten Fachfehler, falsche Jahreszahlen oder Aufgaben, die nicht lösbar sind. Eine Kollegin hat ein Blatt im Unterricht eingesetzt und gemerkt, dass eine Lösung nicht stimmt.
Das Problem ist weniger die KI selbst als der Weg des Materials. Wer ein Blatt erstellt, prüft es für den eigenen Unterricht. Sobald es in die gemeinsame Ablage kommt, vertrauen andere darauf, dass es geprüft ist. Ohne klare Regeln verbreiten sich Fehler im ganzen Kollegium, und niemand weiss, wer zuständig ist.
Eine einfache Freigaberegelung schafft Ordnung. Sie definiert, was Entwurf, geprüft und freigegeben bedeutet, wer prüft, nach welchen Kriterien und wie Fehler korrigiert werden. Das schützt Lernende, entlastet Lehrpersonen und stärkt das Vertrauen ins gemeinsame Material. Der Stand ist Oktober 2026; die Verantwortung für Unterrichtsmaterial liegt bei der Lehrperson und der Schulleitung.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie, was geteilt wird. Arbeitsblätter, Aufgaben, Prüfungen, Unterrichtsreihen? Legen Sie fest, für welche Materialien die Regelung gilt. Prüfungen mit Beurteilungsfolgen verlangen besonders strenge Regeln.
- Führen Sie drei Stufen ein. Entwurf (persönlich, nicht für andere), geprüft (durch eine zweite Lehrperson fachlich kontrolliert), freigegeben (von der Fachschaft für alle bestätigt). Nur geprüftes und freigegebenes Material liegt in der gemeinsamen Ablage.
- Legen Sie Prüfkriterien fest. Die Tabelle unten nennt acht Kriterien, die Sie für Ihre Schule anpassen können.
- Bestimmen Sie Rollen. Autorin (stellt das Material her und kennzeichnet es), Prüfende (zweite Person mit Fachkenntnis), Ablageverantwortliche (verwaltet Versionen und Zugriff). Die Rollen sollten nicht in einer Person zusammenfallen.
- Kennzeichnen Sie KI-Anteile. Jedes Blatt trägt einen Vermerk, ob und wie KI mitgewirkt hat, plus Datum und Prüfstatus. So können andere einschätzen, wie viel Kontrolle nötig ist.
- Regeln Sie die Fehlerkorrektur. Wer Fehler findet, meldet sie an die Ablageverantwortliche. Diese zieht das Material zurück, korrigiert und informiert, wo es eingesetzt wurde. Es gilt eine einfache Regel: Zurückziehen vor Streiten.
- Nutzen Sie KI für eine Vorprüfung. Mit der Vorlage unten lassen Sie Material auf Unstimmigkeiten prüfen. Die Fachprüfung ersetzt das nicht.
- Überprüfen Sie die Regelung. Nach einem Semester prüft das Team, ob die Regeln praktikabel sind, und passt sie an.
Prüfkriterien für KI-unterstütztes Unterrichtsmaterial
| Kriterium | Frage | Prüfende Person |
|---|---|---|
| Fachliche Richtigkeit | Stimmen Fakten, Zahlen, Lösungen? | Fachlehrperson |
| Lehrplanbezug | Passt das Material zu den Zielen der Stufe? | Fachlehrperson, Lehrplan des Kantons |
| Altersangemessenheit | Sind Sprache und Anforderung passend? | Stufenlehrperson |
| Lösbarkeit | Sind Aufgaben eindeutig und lösbar? | Zweitprüfung durch Probelösen |
| Vielfalt und Stereotype | Schliessen Beispiele Kinder aus oder zementieren sie Klischees? | Zweitprüfung |
| Quellen und Urheberrecht | Sind Quellen genannt, ist Fremdmaterial erlaubt? | Ablageverantwortliche |
| Datenschutz | Sind keine realen Personen oder Schülerdaten enthalten? | Ablageverantwortliche |
| Kennzeichnung | Ist KI-Unterstützung vermerkt? | Autorin |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist ein schriftlicher Auftrag an die KI. Fügen Sie nur Material ein, das keine Namen und keine Daten von Lernenden enthält. Die Vorprüfung ersetzt die Fachprüfung nicht.
Prüfe das folgende Unterrichtsmaterial für die Stufe [Stufe], Fach [Fach],
Thema [Thema] in der Schweiz als Vorprüfung vor der Fachprüfung:
[Material einfügen]
Liste auf: 1. mögliche Fachfehler oder unklare Aussagen, 2. Aufgaben,
die nicht eindeutig lösbar sind, 3. Sprache, die für die Stufe zu
schwierig sein könnte, 4. Beispiele, die Rollenklischees enthalten oder
Gruppen ausschliessen, 5. Stellen, an denen Quellen fehlen.
Kennzeichne bei jedem Punkt, wie sicher du dir bist. Behaupte nicht, das
Material sei fehlerfrei. Erfinde keine Lehrplanbezüge.Ergänzen Sie Stufe, Fach und Thema. Prüfen Sie jeden Hinweis selbst. Auch wenn die KI nichts findet, bleibt die fachliche Zweitprüfung nötig.
Worauf Sie achten müssen
- Verantwortung bleibt bei Menschen. Die Lehrperson verantwortet das Material, das sie einsetzt. KI-Hinweise entbinden nicht von der eigenen Prüfung. Wer freigibt, haftet intern für die Qualität der Prüfung. Rechtliche Fragen klärt die Schulleitung.
- Keine Schülerdaten in Material und Prompts. Beispiele müssen erfunden sein. Ein reales Beispiel aus einer Klasse kann Kinder erkennbar machen. Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz; es gelten die kantonalen Vorgaben.
- Urheberrecht. KI-Material kann Elemente enthalten, deren Herkunft unklar ist. Nutzen Sie bei Bildern und Texten nur, was die Schule verwenden darf, und klären Sie Zweifel mit der Schulleitung.
- Lehrplanbezug selbst bestimmen. Kompetenzcodes aus der KI sind oft falsch. Wählen Sie sie aus der Version Ihres Kantons.
- Aufwand realistisch halten. Zu strenge Regeln werden umgangen. Starten Sie mit wenigen Kriterien und gestufter Prüfung nach Risiko: Prüfungen intensiv, Übungsblätter leichter.
- Kultur der Fehlermeldung. Wer Fehler meldet, verdient Dank. Das Ziel ist gemeinsames Lernen und nicht Schuldzuweisung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel aus einer Oberstufe im Kanton Zürich: In der gemeinsamen Ablage der Fachschaft Geschichte liegen rund 60 Arbeitsblätter. Frau Keller stellt fest, dass auf einem Blatt zwei Jahreszahlen falsch sind. Es wurde bereits in drei Klassen eingesetzt.
Vorher gibt es keine Regel, wer das Blatt korrigiert oder die anderen informiert. Mit der Dreistufenregelung zieht die Ablageverantwortliche das Blatt zurück, ein Kollege korrigiert es, und die Fachschaft informiert die betroffenen Klassen. Für alle künftigen Blätter gilt: Autorin kennzeichnet KI-Anteile, eine zweite Person prüft nach Kriterienliste, erst dann kommt das Blatt in den Ordner «freigegeben».
Nachher dauert die Zweitprüfung pro Blatt rund zehn Minuten. Die Fachschaft stellt fest, dass sich die Fehlerzahl in der Ablage verringert. Prüfungen werden zusätzlich von zwei Personen kontrolliert. Zum Thema Stereotype lesen Sie KI-Unterrichtsmaterial auf Rollenklischees prüfen.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn ein Team lernen will, KI-Ergebnisse systematisch zu prüfen und Einsatzregeln festzulegen, bietet absofort die KI-Weiterbildung für Unternehmen. Sie ist online, reicht von Grundlagen bis zum Executive-Diplomlehrgang und behandelt unter anderem den verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten, Schweizer Praxisbezug und Datenschutz. Es gibt verifizierbare Abschlüsse und eine Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen.
Das Angebot ist für Unternehmen beschrieben. Ob es für ein Kollegium passt, klären Sie mit dem Anbieter und Ihrer Schulleitung. Die Freigaberegeln für Ihre Schule legen Sie selbst fest und stimmen sie mit den Vorgaben Ihres Kantons ab.
Häufige Fragen
Muss jedes KI-Blatt geprüft werden?
Für das eigene Zimmer entscheiden Sie selbst, in der gemeinsamen Ablage braucht es eine Zweitprüfung. Je höher die Folgen, zum Beispiel bei Prüfungen, desto sorgfältiger.
Wer prüft, wenn niemand Zeit hat?
Planen Sie die Prüfung als feste Aufgabe, etwa in Fachschaftssitzungen. Wenn nicht geprüft werden kann, bleibt das Material im Entwurf.
Müssen wir KI-Material kennzeichnen?
Es ist empfehlenswert, damit andere die Prüftiefe einschätzen können. Ob eine Pflicht besteht, regeln Schule und Kanton.
Was tun bei einem entdeckten Fehler?
Melden, zurückziehen, korrigieren, informieren. Anregungen zur Rollenverteilung bietet KI an der Schule: Verantwortlichkeiten.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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