Schule & Unterricht · KI-Weiterbildung für Unternehmen
KI-Leitfaden für den Unterricht: Vorlage erstellen
Kurz gesagt
Ein KI-Leitfaden für den Unterricht regelt kurz und verständlich, wofür KI genutzt wird, welche Daten tabu sind, wie Eigenleistung sichtbar bleibt und wer zuständig ist. Zehn Bausteine genügen für einen ersten Entwurf, den Kollegium, Schulleitung und Schulträger gemeinsam prüfen und anpassen.
Das Problem
An Frau Kellers Schule nutzen einzelne Lehrpersonen KI, andere verbieten sie. Lernende wissen nicht, was bei Hausaufgaben gilt. Eltern fragen nach Regeln, und die Schulleitung hätte gern etwas Schriftliches. Niemand will ein 30-seitiges Reglement, aber ohne gemeinsame Linie entstehen Ungleichbehandlung und Unsicherheit.
Wer nach einem KI-Leitfaden für den Unterricht oder einer Vorlage sucht, findet oft Dokumente von anderen Schulen. Sie helfen als Anregung, passen aber selten zur eigenen Situation. Eine Schulrichtlinie muss zu Stufe, Kanton und Schulkultur passen und von denen getragen werden, die sie anwenden.
Dieser Beitrag zeigt die zehn Bausteine, die in eine solche Richtlinie gehören, und wie Sie mit Hilfe von KI einen ersten Entwurf erstellen. Verabschieden müssen ihn Schulleitung, Schulträger und Kollegium.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie den Auftrag. Wer darf eine Richtlinie erlassen: die Schulleitung, die Schulpflege, der Schulträger? Das bestimmt Ihr Vorgehen und den Zeitplan.
- Prüfen Sie die übergeordneten Vorgaben. Kantonale Weisungen, Datenschutzvorgaben und Empfehlungen der Bildungsdirektion gehen vor. Hinweise unter KI an Schweizer Schulen: Regeln je Kanton.
- Sammeln Sie die Praxis. Fragen Sie das Kollegium: Wofür wird KI schon genutzt, wo gibt es Probleme? Ein kurzer Fragebogen genügt.
- Lassen Sie einen Entwurf erstellen. Mit der Vorlage unten schreibt die KI einen ersten Text nach den zehn Bausteinen.
- Kürzen und konkretisieren Sie. Streichen Sie Floskeln. Jede Regel soll so formuliert sein, dass man im Alltag danach handeln kann.
- Prüfen Sie den Datenschutz. Lassen Sie den Entwurf von der Datenschutzverantwortlichen oder dem Datenschutzbeauftragten des Schulträgers lesen.
- Diskutieren Sie im Kollegium. Holen Sie Rückmeldungen ein und passen Sie den Text an. Beziehen Sie, wo sinnvoll, Lernende und Eltern ein.
- Verabschieden und kommunizieren Sie. Schriftlich, mit Datum und Zuständigkeit. Informieren Sie Eltern und Lernende verständlich.
- Legen Sie die Überprüfung fest. Technik und Angebote ändern sich. Planen Sie eine Überarbeitung, zum Beispiel jährlich.

Vorlage zum Kopieren
Du unterstützt eine Schulleitung beim Entwurf einer KI-Richtlinie für den Unterricht.
Schule: [Schulart, Stufe, Kanton], Trägerschaft: [öffentlich/privat].
Bestehende Vorgaben, die zu beachten sind: [z. B. kantonale Weisung, Datenschutzvorgaben des Schulträgers].
Schreibe einen Entwurf in einfacher Sprache (Schweizer Rechtschreibung, Anrede «wir/Sie») mit höchstens zwei Seiten
und diesen zehn Kapiteln: 1 Zweck und Geltungsbereich, 2 Grundsätze, 3 Datenschutz und zugelassene Werkzeuge,
4 Einsatz im Unterricht nach Stufe, 5 Eigenleistung und Transparenz, 6 Leistungsbeurteilung und Prüfungen,
7 Einsatz durch Lehrpersonen, 8 Information von Eltern und Lernenden, 9 Zuständigkeiten und Vorfälle, 10 Überprüfung und Weiterbildung.
Formuliere Platzhalter in eckigen Klammern, wo Entscheidungen der Schule nötig sind. Erfinde keine Gesetze, Paragrafen oder Fristen.
Weise am Ende darauf hin, dass Schulleitung, Schulträger und Datenschutzstelle den Text prüfen müssen.Ergänzen Sie Schulart und Vorgaben. Verwenden Sie den Entwurf als Diskussionsgrundlage und nicht als fertiges Reglement.
Die zehn Bausteine im Überblick
| Baustein | Was hier geregelt wird |
|---|---|
| Zweck und Geltungsbereich | Für wen und für welche Situationen gilt der Leitfaden |
| Grundsätze | Lernziel zuerst, Eigenleistung, Respekt, Datenschutz |
| Datenschutz und Werkzeuge | Freigegebene Dienste, keine Schülerdaten in öffentliche KI |
| Einsatz nach Stufe | Was in welchem Alter sinnvoll ist |
| Eigenleistung und Transparenz | Wie KI-Nutzung deklariert wird |
| Beurteilung und Prüfungen | Wann KI erlaubt, begrenzt oder ausgeschlossen ist |
| Einsatz durch Lehrpersonen | Vorbereitung, Material, Kontrolle der Ergebnisse |
| Information | Wie Eltern und Lernende informiert werden |
| Zuständigkeiten und Vorfälle | Wer entscheidet, wer meldet, was bei Pannen geschieht |
| Überprüfung und Weiterbildung | Wann angepasst wird, wie das Team lernt |
Worauf Sie achten müssen
- Zuständigkeit klären. Eine Richtlinie hat nur Wirkung, wenn die richtige Stelle sie erlässt. Bei öffentlichen Schulen sind kantonale und kommunale Vorgaben zu beachten.
- Keine Personendaten von Lernenden in öffentliche Dienste. Das gehört ausdrücklich in den Text. Grundsätze zum Umgang mit KI und Personendaten erläutert der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte. Für öffentliche Schulen gilt zusätzlich kantonales Datenschutzrecht.
- Keine Verbote, die sich nicht durchsetzen lassen. Regeln, die niemand kontrollieren kann, schaden der Glaubwürdigkeit. Besser sind Aufgaben, bei denen der Denkweg sichtbar wird.
- Altersgerecht regeln. Primarschule und Gymnasium brauchen unterschiedliche Regeln. Eine einzige Linie für alle Stufen funktioniert selten.
- Transparenz statt Misstrauen. Wenn KI zugelassen ist, sollten Lernende angeben, wofür sie sie genutzt haben. Das schafft Vertrauen und macht Eigenleistung sichtbar.
- Gleichbehandlung. Nicht alle Lernenden haben zu Hause gleichen Zugang. Regeln sollten das berücksichtigen.
- Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag ersetzt keine rechtliche Prüfung. Lassen Sie den Text vom Schulträger oder der Rechtsstelle kontrollieren.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel: Eine Schulleiterin einer Sekundarschule im Kanton Thurgau will bis zum Semesterende eine Regelung. Eine Arbeitsgruppe aus drei Lehrpersonen, einer Vertretung der Schulleitung und der Schulsozialarbeit trifft sich zweimal.
Vorher: Es gelten mündliche Absprachen, Lernende wissen nicht, wann sie KI nutzen dürfen. Nachher: Die Gruppe erstellt mit der Vorlage einen Entwurf, streicht die Hälfte der Sätze und ergänzt konkrete Beispiele. Der Schulträger prüft den Datenschutzteil. Eltern erhalten eine Seite, Lernende eine Fassung mit Beispielen, und im Frühling wird überprüft, was sich bewährt hat. Zum Ablauf nach einer Datenpanne gibt es eine separate Anleitung: KI-Datenpanne in der Schule.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie einen Leitfaden für den Unterricht erstellen, kann eine Weiterbildung zu KI-Grundlagen und Datenschutz Hintergrundwissen für die Diskussion im Team liefern. Die KI-Weiterbildung für Unternehmen richtet sich an Unternehmen und enthält keine schulspezifische Richtlinie; eigene Regeln legt Ihre Schule fest.
Häufige Fragen
Wie lang soll ein KI-Leitfaden für die Schule sein?
Für den Alltag genügen ein bis zwei Seiten, ergänzt durch eine Kurzfassung für Eltern und Lernende. Längere Dokumente werden selten gelesen und kaum umgesetzt.
Soll KI an Prüfungen erlaubt sein?
Das entscheiden Schule und Fachschaft je nach Lernziel. Wird Eigenleistung geprüft, ist meist ein Verbot oder eine klar umrissene Erlaubnis sinnvoll. Wie sich Aufgaben so gestalten lassen, dass KI weniger hilft, zeigt Prüfungen im Zeitalter der KI aus Zukunftssicht.
Brauchen wir die Einwilligung der Eltern?
Das hängt vom Werkzeug, vom Alter und von den kantonalen Vorgaben ab. Wo Personendaten verarbeitet werden, ist es ein Thema für die Datenschutzstelle. Siehe auch Einwilligung und Ablehnung bei KI in der Schule.
Gibt es eine fertige Vorlage als PDF?
Fertige Dokumente anderer Schulen eignen sich als Anregung. Übernehmen Sie sie nie unverändert, sondern gleichen Sie sie mit Ihren kantonalen Vorgaben und Ihrem Schulprogramm ab.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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