Schule & Unterricht · Prompt Engineering
Mit fiktiven Lerngruppen KI-Unterricht vorbereiten
Kurz gesagt
Beschreiben Sie der KI statt Ihrer echten Klasse eine fiktive Lerngruppe mit Kategorien wie Vorwissen, Arbeitstempo und Unterstützungsbedarf, ohne Namen, Besonderheiten oder Kombinationen, die ein Kind erkennbar machen. Prüfen Sie mit dem Wiedererkennungs-Test, ob Kolleginnen raten könnten, wer gemeint ist.
Das Problem
Frau Keller plant eine Unterrichtsreihe und möchte, dass die KI passende Aufgaben vorschlägt. Damit das gelingt, braucht die KI Kontext: Wie gross ist die Klasse, wie unterschiedlich ist das Vorwissen, wer braucht mehr Unterstützung? Schnell kommt der Gedanke, die echte Situation zu beschreiben: «Lena ist sehr schnell, Mehmet hat Mühe mit Lesen, Sofia kam im Herbst aus der Ukraine.»
Genau das ist heikel. Auch ohne Nachnamen können Kinder durch Vornamen, Herkunft, besondere Umstände und Kombinationen erkennbar sein, vor allem in kleinen Klassen. Informationen zu Lernschwierigkeiten oder familiären Umständen sind besonders schützenswert. Geben Sie solche Angaben nicht ohne Freigabe der zuständigen Schul- und Datenschutzstelle in einen KI-Dienst ein. Die Beurteilung hängt vom konkreten Dienst und den kantonalen Vorgaben ab.
Die Lösung: Beschreiben Sie keine realen Kinder, sondern eine fiktive Lerngruppe mit Kategorien. Das nennt man Datenminimierung: Sie geben nur so viel Kontext, wie für die Planung nötig ist, und ändern ihn so ab, dass niemand erkennbar ist. Der Stand ist Oktober 2026; kantonale Datenschutzvorgaben gelten, und die Schulleitung entscheidet über zulässige Werkzeuge.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie, was die KI wirklich braucht. Für Aufgabenvorschläge genügt meist: Stufe, Thema, Zeitrahmen, Vorwissen im Überblick und Art der Differenzierung. Namen und Lebensumstände braucht sie nicht.
- Bilden Sie Gruppenprofile statt Einzelfälle. Beschreiben Sie Gruppen in Kategorien: «Gruppe A: braucht zusätzliche Erklärschritte», «Gruppe B: arbeitet selbstständig, will Vertiefung». Zahlen als Spanne, nicht als genaue Zahl.
- Erfinden Sie Beispielprofile. Wenn Sie Einzelfälle durchdenken wollen, entwerfen Sie erfundene Personen, die nicht auf reale Kinder passen. Ändern Sie Merkmale, Kombinationen und Umstände so ab, dass niemand erkennbar ist.
- Vermeiden Sie seltene Merkmale. Eine besondere Herkunft, ein bestimmter Förderbedarf, eine Krankheit oder eine auffällige Kombination von Eigenschaften können ein einzelnes Kind verraten. Lassen Sie solche Angaben weg.
- Führen Sie den Wiedererkennungs-Test durch. Fragen Sie sich: Könnte eine Kollegin oder ein Elternteil erraten, wer gemeint ist? Wenn ja, ändern Sie die Beschreibung, bis das nicht mehr möglich ist.
- Arbeiten Sie mit der Vorlage. Nutzen Sie die Vorlage unten und ergänzen Sie nur fiktive Kategorien. Prüfen Sie die Ergebnisse fachlich.
- Übertragen Sie das Ergebnis auf die reale Klasse offline. Passen Sie die Aufgaben selbst an Ihre echte Klasse an. Das geschieht ohne KI, mit Ihrer Kenntnis der Kinder.
- Legen Sie Regeln im Kollegium fest. Eine kurze gemeinsame Regel verhindert, dass unterschiedlich verfahren wird: Welche Angaben sind erlaubt, welche nie? Siehe Kostenlose KI für die Schule: Datenschutz.
Was Sie angeben dürfen und was nicht
| Angabe | Besser vermeiden | Stattdessen (fiktiv, kategorisch) |
|---|---|---|
| Namen | Vornamen, Initialen, Spitznamen | «Person A», «Gruppe 1» |
| Förderbedarf | Diagnose, Name einer Störung | «braucht zusätzliche Erklärschritte» |
| Herkunft und Sprache | Genaues Herkunftsland, Aufenthaltsdauer | «lernt Deutsch als Zweitsprache» (nur wenn nötig) |
| Leistung | Noten, Testresultate einzelner Kinder | «Vorwissen breit gestreut» |
| Familie und Gesundheit | Scheidung, Krankheit, Flucht | weglassen |
| Klassengrösse | Exakte Zahl bei sehr kleinen Gruppen | Spanne, z. B. «15 bis 20» |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist ein schriftlicher Auftrag an die KI. Diese Vorlage arbeitet ausschliesslich mit fiktiven Angaben. Verwenden Sie ein von Ihrer Schule freigegebenes Werkzeug.
Plane eine Unterrichtsreihe von [Anzahl] Lektionen zum Thema [Thema]
für eine fiktive Lerngruppe der Stufe [Stufe] im Fach [Fach].
Die fiktive Lerngruppe hat etwa [Spanne] Lernende mit folgenden Profilen:
Profil A (ungefähr [Anteil]): braucht zusätzliche Erklärschritte und
Beispiele. Profil B: arbeitet selbstständig und möchte Vertiefung.
Profil C: lernt Deutsch als Zweitsprache und braucht Satzgerüste.
Entwirf 1. Lernziele, 2. Aufgaben in drei Differenzierungsstufen,
3. eine Idee zur Lernkontrolle, 4. Hinweise, wo ich die Aufgaben für meine
tatsächliche Klasse anpassen muss. Erfinde keine Lehrplancodes.
Verwende keine realen Namen.Ergänzen Sie die Platzhalter mit erfundenen Kategorien. Die Anpassung an die reale Klasse führen Sie selbst durch, ohne die KI.
Worauf Sie achten müssen
- Pseudonyme sind nicht automatisch anonym. Ein «erfundener» Name mit echten Merkmalen bleibt erkennbar. Entscheidend ist, ob Rückschlüsse auf eine reale Person möglich sind. Orientierung bietet das Educa-Dossier zum schulischen Datenschutz; es gelten die Vorgaben Ihres Kantons. Informationen bietet auch privatim.
- Auch Metadaten zählen. Dateinamen, Fotos von Arbeiten oder Screenshots können Namen und Schulen verraten. Siehe Schülerarbeiten und Fotos: Metadaten.
- Schulregeln gehen vor. Ob und welche KI-Dienste Sie verwenden dürfen, entscheidet die Schule. Eine rechtliche Beurteilung im Einzelfall übernimmt die Datenschutzstelle.
- Kein Ersatz für Kenntnis der Kinder. Fiktive Profile vereinfachen. Echte Kinder sind individueller. Verwenden Sie die Vorschläge als Ausgangspunkt und passen Sie sie an.
- Keine Diagnosen. Lehrpersonen stellen keine medizinischen oder psychologischen Diagnosen, auch nicht in Profilen. Förderbedarf klären Fachstellen.
- Datenpanne vermeiden. Wurden doch Daten eingegeben, informieren Sie die Schulleitung; das Vorgehen beschreibt KI-Datenpanne in der Schule.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel aus einer Primarschule im Kanton Appenzell Ausserrhoden: Frau Keller plant eine Reihe zum Thema Wasserkreislauf für ihre 4. Klasse. Ihr erster Entwurf für den Prompt enthält drei Vornamen, die Information «Sofia seit Oktober aus der Ukraine» und die Angabe «Mehmet liest sehr schwach».
Vorher stünden diese Angaben in einem öffentlichen KI-Dienst. Mit der Tabelle ersetzt sie die Namen durch Profile: «Profil A braucht zusätzliche Erklärschritte», «Profil C lernt Deutsch als Zweitsprache». Die Klassengrösse gibt sie als Spanne an. Beim Wiedererkennungs-Test merkt sie, dass die Kombination «seit Oktober» und «Zweitsprache» zu genau ist, und streicht den Zeitpunkt.
Nachher erhält sie Aufgaben in drei Differenzierungsstufen, die sie am Abend auf ihre echte Klasse überträgt. Die Namen kommen nur in ihren eigenen Notizen vor. Eine Hilfe für Vorlagen im Unterrichtsentwurf bietet Unterrichtsentwurf mit ChatGPT: Vorlage.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Sie lernen möchten, KI so zu beauftragen, dass sie mit wenig Kontext gute Ergebnisse liefert, bietet absofort den Online-Kurs Prompt Engineering. Er behandelt, wie man Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegt, Beispiele einsetzt, komplexe Aufgaben schrittweise bearbeitet sowie Prompts überarbeitet und Ergebnisse prüft. Datenschutz wird berücksichtigt.
Der Kurs ist online, schliesst mit einem Zertifikat ab und setzt keine Programmierkenntnisse voraus. Er ersetzt weder die Vorgaben Ihrer Schule noch eine datenschutzrechtliche Prüfung. Welche Werkzeuge Sie im Unterricht einsetzen dürfen, entscheidet Ihre Schule.
Häufige Fragen
Reicht es, den Namen wegzulassen?
Nein. Auch Kombinationen von Merkmalen können ein Kind erkennbar machen. Prüfen Sie mit dem Wiedererkennungs-Test, ob jemand erraten könnte, wer gemeint ist.
Darf ich Beobachtungen zu einem Kind in einen KI-Dienst eingeben, wenn ich es «Kind X» nenne?
Wenn die Beschreibung erkennbar bleibt, ist es keine Anonymisierung. Geben Sie solche Beobachtungen nicht ohne Freigabe in einen KI-Dienst ein. Klären Sie mit Schulleitung und zuständiger Datenschutzstelle, was für den konkreten Dienst nach kantonalen Vorgaben erlaubt ist.
Wie viel Kontext braucht die KI mindestens?
Stufe, Thema, Zeit, Lernziel und grobe Profile. Für die Differenzierung genügt oft die Angabe von drei Niveaus.
Was, wenn mir die fiktive Beschreibung zu ungenau ist?
Dann ergänzen Sie die Anpassung selbst. Die KI liefert Material, und Ihre Kenntnis der Kinder bleibt der entscheidende Teil.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
Weiterlesen in der Galaxie
- KI kostenlos für die Schule: Was ist zu prüfen?KI kostenlos für die Schule einsetzen: Prüfen Sie Konten, Altersgrenzen, Datenschutz und Zuständigkeit. Die Schrittfolge unterstützt Ihre Entscheidung.
- Fotos von Schülerarbeiten für KI prüfen: Was verrät das Bild?Schülerarbeit Foto KI Datenschutz: Prüfen Sie sichtbare Angaben, Hintergrund und Metadaten, bevor eine freigegebene Bildanalyse für den Unterricht beginnt.
- Schülerdaten versehentlich im KI-Chat: Meldewege vorbereitenKI Datenpanne Schule: Bereiten Sie Meldewege, Zuständigkeiten und sparsame Dokumentation vor, damit das Kollegium bei einem Vorfall rasch handeln kann.
- Konfliktlösung mit fiktiven KI-Fallkarten übenKonfliktlösung Unterricht KI: Mit fiktiven Fallkarten üben Kinder Perspektivübernahme und Ich-Botschaften, ohne reale Mitschüler blosszustellen.
- Verhalten mit KI beschreiben, ohne Kinder abzustempelnVerhalten beschreiben mit KI in der Schule: An fiktiven Beispielen üben Sie konkrete Beobachtungssprache und vermeiden pauschale Etiketten über Kinder.
- KI-Arbeitsblatt-Generatoren kostenlos: Worauf kommt es an?KI Arbeitsblätter erstellen kostenlos: Woran Sie gute Generatoren erkennen, welche Grenzen Gratis-Versionen haben und was bei Datenschutz und Urheberrecht gilt.