Prüfen & Bewerten · Prompt Engineering
Kreative Arbeiten mit KI-Rubrics offen und fair bewerten
Kurz gesagt
Leiten Sie Kriterien aus der Gestaltungsaufgabe ab und beschreiben Sie beobachtbare Entscheidungen. Lassen Sie KI unterschiedliche Lösungswege im Raster erproben; Sie beurteilen anschliessend die Arbeiten und ihre Begründungen selbst.
Kurz gesagt: Leiten Sie Kriterien aus der Gestaltungsaufgabe ab und beschreiben Sie beobachtbare Entscheidungen. Lassen Sie KI unterschiedliche Lösungswege im Raster erproben; Sie beurteilen anschliessend die Arbeiten und ihre Begründungen selbst.
Das Problem
Frau Keller betrachtet die Plakate ihrer Klasse und merkt: Das sauberste Werk überzeugt sie sofort. Doch die Aufgabe verlangte eine begründete Gestaltung für eine bestimmte Zielgruppe. Ein zurückhaltendes Plakat kann diese Aufgabe ebenso gut lösen wie ein auffälliges.
Eine Rubric ist ein Bewertungsraster mit Kriterien und beschriebenen Qualitätsstufen. KI kann beim Formulieren helfen, bringt aber häufig unklare Wörter wie «professionell» oder «kreativ» ein. Damit bleibt der persönliche Geschmack versteckt im Raster und wird scheinbar objektiv.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Auftrag festhalten. Öffnen Sie Ihre Aufgabenbeschreibung und markieren Sie Zielgruppe, Aussageabsicht und erlaubte Mittel. Formulieren Sie das Lernziel als sichtbare Handlung, etwa eine Farbwahl mit ihrer beabsichtigten Wirkung begründen.
- Kriterien entwerfen lassen. Geben Sie der schulisch freigegebenen KI nur den Auftrag und das Lernziel. Verlangen Sie getrennte Vorschläge für Aufgabenbezug, Gestaltungsentscheidung und Weiterentwicklung einer Idee, jeweils mit beobachtbaren Merkmalen.
- Geschmackswörter ersetzen. Suchen Sie im Entwurf nach «schön», «ansprechend» und «originell». Fragen Sie zu jedem Wort, woran Lernende die Qualität erkennen könnten, ohne Ihre persönlichen Vorlieben kennen zu müssen.
- Offene Qualitätsstufen beschreiben. Lassen Sie Abstufungen von nicht erkennbarer bis nachvollziehbar begründeter Entscheidung formulieren. Prüfen Sie, ob unterschiedliche Materialien, kulturelle Bezüge und gestalterische Stile dieselbe hohe Stufe erreichen können.
- Gegenbeispiele einsetzen. Beschreiben Sie selbst ein schlichtes, aufgabengerechtes und ein aufwendig gestaltetes, aber unpassendes Werk. Lassen Sie die KI das Raster darauf anwenden und prüfen Sie, ob Aufwand unbemerkt belohnt wird.
- Raster besprechen. Zeigen Sie der Klasse vor Arbeitsbeginn die Kriterien und unterschiedliche selbst erstellte Beispiele. Sammeln Sie Rückfragen und erläutern Sie, welche Entscheidungen schriftlich, mündlich oder mit Skizzen begründet werden können.
- Bewertung begründen. Notieren Sie pro Kriterium eine konkrete Beobachtung am Werk oder seiner dokumentierten Entstehung. Gleichen Sie Grenzfälle mit einer Kollegin ab und ändern Sie Kriterien während einer laufenden Bewertung nicht stillschweigend.
Welche Kriterien lassen Vielfalt zu?
| Kriterium | Tragfähiger Beleg | Ungeeigneter Ersatz |
|---|---|---|
| Aufgabenbezug | Gestaltung unterstützt die vereinbarte Aussage | Gefällt der Lehrperson |
| Gestaltungsentscheidung | Mittel und Wirkung werden nachvollziehbar verbunden | Möglichst viele Effekte |
| Erprobung | Eine Alternative wurde untersucht und begründet verworfen | Möglichst dicke Dokumentation |
Originalität bedeutet hier eine eigenständige, zum Auftrag passende Entscheidung. Sie lässt sich nicht zuverlässig an der Seltenheit eines Motivs ablesen. Bewerten Sie auch keine vermutete Begabung oder Persönlichkeit; ein Raster erfasst eine konkrete Leistung unter bekannten Bedingungen.
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung an die KI. Verwenden Sie diese Vorlage zunächst mit einem erfundenen Beispiel und prüfen Sie, ob die Ausgabe zum fachlichen Ziel passt.
Entwirf für [Fach und Stufe] ein offenes Bewertungsraster.
Auftrag: [Gestaltungsaufgabe ohne Personendaten]
Lernziel: [beobachtbare gestalterische Handlung]
Erlaubte Hilfsmittel: [Vorgaben]
Trenne Aufgabenbezug, Gestaltungsentscheidung und Erprobung.
Beschreibe je Kriterium unterscheidbare Qualitätsstufen und mögliche Belege.
Vermeide Geschmacksurteile und Vorgaben für einen einzigen Stil.
Teste das Raster an [zwei erfundenen gegensätzlichen Werkbeschreibungen].
Nenne Unklarheiten und mögliche Benachteiligungen. Vergib keine Noten.Ersetzen Sie die Platzhalter durch Ihre Stufe, den konkreten Auftrag und die freigegebenen Vorgaben, ohne Angaben zu einzelnen Lernenden einzufügen.
Worauf Sie achten müssen
- Bewerten Sie teure Materialien, private Geräte oder Hilfe im Elternhaus nicht als gestalterische Kompetenz. Eine sprachlich brillante Werkbeschreibung darf eine schwache Gestaltung nicht vollständig überdecken; bieten Sie altersgerechte Begründungsformen an.
- Daten begrenzen: Geben Sie keine Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste ein. Für das Erproben genügen selbst erstellte Beispiele; reale Beurteilungen verbleiben in den dafür vorgesehenen schulischen Abläufen.
- Rahmen beachten: Stimmen Sie den Einsatz auf Alter, Lernvoraussetzungen und verfügbare Unterstützung ab. Kantonale und institutionelle Vorgaben können sich unterscheiden; Ihr Vorgehen muss zu Ihrem konkreten Bildungsauftrag passen.
- Verantwortung behalten: Prüfen Sie KI-Vorschläge auf erfundene Belege und fachliche Fehler. Besprechen Sie unklare Fälle persönlich, statt eine automatische Ausgabe als abschliessendes Urteil zu behandeln.
Für das Unterrichtsteam entsteht daraus ein gemeinsam verständlicher Massstab. Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob auch eine ungewöhnliche, fachlich begründete Arbeit eine hohe Qualitätsstufe erreichen kann.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein fiktives Beispiel aus einer Aargauer Sekundarschule: Frau Keller lässt Plakate für eine Schulveranstaltung gestalten. Zunächst steht «wirkt professionell» im Raster, wodurch eine aufwendig erzeugte Grafik besonders stark erscheint.
Beim Gegenvergleich zeigt sich, dass ein handgezeichnetes Plakat Ort und Zweck verständlicher vermittelt. Frau Keller ersetzt den unscharfen Ausdruck durch überprüfbare Aussagen zu Lesbarkeit, Zielgruppe und begründeter Gestaltung. Beide Arbeiten können nun auf unterschiedlichen Wegen überzeugen, ohne dass sie dafür dieselbe Bildsprache verwenden müssen.
Vertiefen können Sie dies mit Lernprozess und Endprodukt: Mit KI die Bewertung trennen und Präsentationen mit KI-Folien: Fachleistung fair bewerten.
So hilft Ihnen Alpasana
Alpasana bietet mit Prompt Engineering eine passende Lernmöglichkeit. Im Online-Kurs lernen Sie, Aufgabe, Kontext, Ziel und Ausgabeformat klar zu beschreiben, Beispiele einzusetzen und KI-Antworten systematisch zu prüfen. Sie erarbeiten ein getestetes Set von Arbeitsanweisungen für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess; Programmierkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.
Die dort geübte Präzisierung von Anweisungen lässt sich nutzen, um Geschmackswörter durch beobachtbare Gestaltungskriterien zu ersetzen. Die fachliche Anpassung und Freigabe im schulischen Rahmen bleiben bei Ihnen und Ihrer Institution.
Häufige Fragen
Kann Originalität überhaupt bewertet werden?
Ja, wenn Sie den Begriff auf den konkreten Auftrag beziehen. Bewerten Sie nachvollziehbare eigene Entscheidungen und den Umgang mit Alternativen, statt absolute Neuheit zu verlangen. Was einer Lehrperson bekannt vorkommt, kann für ein Kind eine eigenständige Entdeckung sein.
Braucht jedes kreative Fach dasselbe Raster?
Nein. Eine musikalische Gestaltung verlangt andere fachliche Belege als ein Plakat. Übertragbar ist die Frage, wie Mittel, Absicht und Wirkung zusammenhängen; die konkreten Kriterien müssen zum Fach und zum Unterricht passen.
Dürfen Lernende Kriterien mitentwickeln?
Das kann das Verständnis für Qualität stärken. Die fachlichen Lernziele und verbindlichen Vorgaben bleiben Ihre Verantwortung. Klären Sie gemeinsam Beispiele, bevor die benotete Arbeit beginnt, und halten Sie die endgültige Fassung fest.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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