Prüfen & Bewerten · KI-Weiterbildung für Unternehmen
KI-Täuschung: Disziplinarfälle strukturiert vergleichen
Kurz gesagt
KI kann ein Vergleichsraster für Prüfungsfälle entwerfen. Die zuständigen Personen prüfen die Belege, hören die Betroffenen an und entscheiden selbst über mögliche Folgen.
Das Problem
Frau Keller soll einen vermuteten KI-Regelverstoss einordnen. Im Kollegium erinnert sich jemand an einen früheren Fall und verlangt dieselbe Massnahme. Dabei können Aufgabenstellung, Hilfsmittelregeln und Belege ganz unterschiedlich sein.
Ein Vergleich ist nur hilfreich, wenn er diese Unterschiede sichtbar macht. Ein auffälliger Schreibstil, eine eingeräumte Übernahme und eine fehlende Kennzeichnung sind verschiedene Sachverhalte. Die KI soll eine sachliche Übersicht vorbereiten, keine Schuldwahrscheinlichkeit berechnen und keine Sanktion empfehlen.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie den Auftrag. Öffnen Sie Prüfungsordnung und Hilfsmittelvorgaben. Notieren Sie intern, wer den Sachverhalt klärt, wer die Leistung beurteilt und wer über disziplinarische Folgen entscheiden darf. Prüfen Sie, ob für die betroffenen Aufgaben tatsächlich dieselben Vorgaben gelten.
- Bestimmen Sie die Vergleichskriterien. Schreiben Sie Aufgabenart, Lernziel, erlaubte Hilfe, kommunizierte Regel, belegte Handlung und offene Frage auf. Ein Lernziel beschreibt, was jemand können soll. Nehmen Sie keine Angaben auf, die nur Neugier befriedigen, etwa familiäre Umstände ohne Aufgabenbezug.
- Lassen Sie ein leeres Raster entwerfen. Öffnen Sie ein institutionell zugelassenes KI-Werkzeug und nutzen Sie die Vorlage. Verwenden Sie erfundene Situationen, damit die KI die gewünschte Struktur zeigen kann. Reale Falldaten und Gesprächsnotizen bleiben in der geschützten Schulablage.
- Tragen Sie Belege selbst ein. Übernehmen Sie das geprüfte Raster in Ihre interne Textverarbeitung. Ordnen Sie jeder Feststellung eine vorhandene Unterlage zu. Kennzeichnen Sie Erinnerungen und strittige Aussagen ausdrücklich; «noch nicht geklärt» ist genauer als eine von KI ergänzte Vermutung.
- Prüfen Sie entscheidende Unterschiede. Markieren Sie abweichende Regeln, Aufgaben und Beleglagen. Eine verbotene Textübernahme ist nicht ohne Weiteres mit einer unklar geregelten Sprachkorrektur vergleichbar. Halten Sie auch fest, welche Unterschiede für die Fragestellung keine erkennbare Bedeutung haben.
- Bereiten Sie offene Fragen vor. Fragen Sie nach der Entstehung der Arbeit und dem Verständnis der Regeln. Formulieren Sie so, dass Lernende ihre Sicht schildern können, ohne eine vorgegebene Schuldannahme bestätigen zu müssen. Berücksichtigen Sie Alter und sprachliches Verständnis.
- Übergeben Sie die Entscheidungsgrundlage. Dokumentieren Sie Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Belege und Lücken. Die zuständige Stelle prüft Verhältnismässigkeit, also die Angemessenheit einer möglichen Massnahme zum konkreten Fall. Trennen Sie deren Entscheidung von der pädagogischen Planung weiterer Lernschritte.
Vorlage zum Kopieren
Ich bin Lehrperson und brauche ein leeres Vergleichsraster.
Bildungsstufe: [Stufe]
Aufgabenart: [allgemeine Prüfungsform]
Öffentliche Vorgaben: [geprüfter Auszug]
Erstelle Spalten für Regelstand, Lernziel, erlaubte Hilfe,
belegte Handlung, Belegart, Unterschiede, offene Fragen und Zuständigkeit.
Veranschauliche die Struktur mit zwei ausdrücklich erfundenen Fällen.
Trenne Leistungsbeurteilung und disziplinarische Fragen.
Empfiehl keine Sanktion. Erfinde weder Absichten noch Rechtsfolgen.Ersetzen Sie die Platzhalter durch allgemeine Angaben. Verwenden Sie ausschliesslich erfundene Beispiele oder geprüfte öffentliche Vorgaben, niemals Daten realer Lernender.
Was macht einen Vergleich tragfähig?
| Prüffrage | Hilfreicher Eintrag | Unzureichender Eintrag |
|---|---|---|
| Welche Regel galt? | Wortlaut und Mitteilungszeitpunkt | «Das weiss man doch» |
| Was ist belegt? | Benannte Unterlage | «Klingt nach KI» |
| Was ist anders? | Andere Hilfe ausdrücklich erlaubt | Nur ähnliche Note |
| Was fehlt? | Konkrete Rückfrage | Vermutung als Tatsache |
Die Tabelle ist keine Punktewaage. Viele Gemeinsamkeiten beseitigen einen entscheidenden Unterschied nicht. Lesen Sie deshalb zuerst die offenen Fragen, bevor Sie frühere Entscheide als Orientierung heranziehen.
Worauf Sie achten müssen
- Verfahren prüfen: Die Zürcher Information zu Disziplinarmassnahmen beschreibt Anhörung und begründete Entscheide im kantonalen Kontext. Übertragen Sie einzelne Massnahmen nicht ungeprüft auf Ihre Schule.
- Beziehung erhalten: Reduzieren Sie ein Kind nicht auf einen Vorwurf. Unterstützung beim künftigen Regelverständnis braucht einen eigenen Platz.
- Daten schützen: Keine Personendaten von Lernenden in öffentliche KI-Dienste eingeben. Auch Kombinationen aus Klasse, Ereignis und Familienumständen können jemanden erkennbar machen. Arbeiten Sie für Entwürfe mit erfundenen Situationen.
- Lokale Vorgaben beachten: Öffentliche Schulen beachten das jeweilige kantonale Datenschutzrecht (Educa). Zuständigkeit und zulässigen Werkzeugeinsatz klären Sie mit Ihrer Institution; rechtliche Fragen lassen Sie im Einzelfall fachlich prüfen.
- Verantwortung behalten: KI kann überzeugend Falsches ergänzen. Prüfen Sie jede übernommene Aussage und bewahren Sie die eigene fachliche Begründung ausserhalb des Chats auf. Eine freundliche Formulierung allein macht einen Vorschlag nicht richtig.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel: An einer Schweizer Sekundarschule werden zwei Arbeiten besprochen. Bei der ersten war Textgenerierung ausdrücklich untersagt, bei der zweiten stand nur «digitale Hilfsmittel erlaubt». Vorher behandelt das Kollegium beide als gleichen Verstoss.
Frau Keller entwirft mit KI ein leeres Raster und ergänzt die belegten Umstände intern. Danach sind Regelunterschiede und Informationslücken sichtbar. Die zuständige Stelle kann gezielt nachfragen, bevor sie über Folgen entscheidet. Das Raster liefert keine automatische Antwort, aber eine überprüfbare Gesprächsgrundlage.
So hilft Ihnen Alpasana
Passende Grundlagen bietet die Leistung KI-Weiterbildung für Unternehmen. Das Angebot vermittelt den verantwortungsvollen Einsatz von KI für Texte, Analysen und Entscheidungsgrundlagen sowie den sorgfältigen Umgang mit Daten. Mitarbeitende lernen online im eigenen Tempo und können verifizierbare Abschlüsse erwerben. Diese Grundlagen lassen sich für die gemeinsame Prüfung von KI-Entwürfen in einer Bildungsorganisation nutzen.
Die Weiterbildung unterstützt das kritische Prüfen von Entwürfen. Eine schulrechtliche Fallberatung oder verbindliche Sanktionsentscheidung ist damit nicht zugesagt.
Häufige Fragen
Sollten wir frühere Fallakten vollständig eingeben?
Nein, zum Entwerfen reichen Kriterien und erfundene Situationen. Die realen Unterlagen enthalten möglicherweise vertrauliche Angaben und werden nach den institutionellen Vorgaben intern bearbeitet.
Muss ein älterer Fall zum gleichen Ergebnis führen?
Das lässt sich nicht allein aus einer Ähnlichkeit ableiten. Regelstand und relevante Umstände können abweichen; die rechtliche Bedeutung beurteilt die zuständige Stelle im Einzelfall.
Was tun, wenn das Kollegium uneinig bleibt?
Benennen Sie den strittigen Punkt möglichst genau: Beleglage, Regelverständnis oder Zuständigkeit. Halten Sie die verschiedenen Begründungen fest und geben Sie die offene Frage an die verantwortliche Stelle weiter.
Für die Vertiefung helfen unklare KI-Regeln aufarbeiten und Elternbeschwerden sachlich ordnen.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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