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Prüfen & Bewerten · KI-Weiterbildung für Unternehmen

Gruppenarbeit mit KI-Verstoss: Verantwortlichkeiten klären

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bei Verdacht auf unerlaubte KI-Nutzung in einer Gruppenarbeit klären Sie zuerst Regeln, Beiträge und Kenntnisstand jeder Person, bevor Sie Folgen beschliessen. Nicht automatisch trifft ein Verstoss alle gleich. Massgeblich sind die geltenden Prüfungsregeln, die Beweislage und das rechtliche Gehör.

Das Problem

Frau Keller leitet eine Gruppenarbeit mit gemeinsamer Abgabe. Beim Lesen merkt sie, dass ein Teil des Textes stark nach KI-Erzeugnis aussieht, obwohl KI laut Auftrag nicht erlaubt war. Vier Lernende haben die Arbeit eingereicht. Wer hat den Teil geschrieben? Wussten die anderen davon? Müssen alle die Folgen tragen?

Gruppenarbeiten machen die Zuschreibung von Verantwortung schwierig. Die Abgabe ist gemeinsam, doch die Beiträge sind individuell. Ein Verstoss einer Person bedeutet nicht automatisch, dass alle davon wussten oder ihn mitgetragen haben. Gleichzeitig kann eine Gruppe nicht unbeteiligt sein, wenn sie gemeinsam abgibt und Teile nicht prüft.

Für eine faire Klärung sollten die zuvor kommunizierten Regeln und die Beweislage sorgfältig geprüft und die Betroffenen vor einem Entscheid angehört werden. Bei formellen Verfahren sind die anwendbaren Regeln zum rechtlichen Gehör zu beachten. Welche Folgen zulässig sind, regeln Schule, Kanton oder Hochschule unterschiedlich. Dieser Beitrag ist eine Ordnungshilfe und keine Rechtsberatung.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Ruhig bleiben und nichts vorschnell entscheiden. Halten Sie fest, was Sie beobachtet haben, ohne Urteil. Sprechen Sie mit der Schulleitung oder der zuständigen Stelle über das Vorgehen.
  1. Die geltenden Regeln klären. Welche KI-Nutzung war für diese Arbeit erlaubt? Wo steht das schriftlich, und wann wurde es kommuniziert? Ohne klare Regel ist ein Verstoss schwer zu begründen.
  1. Beiträge ordnen. Sammeln Sie, was über die Aufgabenverteilung bekannt ist: Arbeitsplan, Protokoll, Versionsverlauf, Absprachen. Arbeiten Sie mit Fakten, nicht mit Vermutungen.
  1. Eine Übersicht erstellen. Lassen Sie sich von der KI eine Tabelle als Gerüst entwerfen: Person, Teilauftrag, Belege, Offene Fragen. Tragen Sie anonymisierte Angaben selbst ein; Namen und Personendaten gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
  1. Gespräche vorbereiten. Planen Sie Einzelgespräche mit allen Beteiligten, mit neutralen Fragen: «Welchen Teil hast du übernommen? Wie wurde die Arbeit zusammengeführt? Welche Regeln kanntest du?»
  1. Kenntnisstand prüfen. Lassen Sie jede Person Teile der Arbeit erklären, auch solche, die sie nicht selbst geschrieben hat. Das zeigt, ob jemand den Inhalt kennt.
  1. Betroffene anhören. Lassen Sie jede Person vor einem Entscheid zum Vorwurf Stellung nehmen und beachten Sie die anwendbaren Verfahrensregeln. Protokollieren Sie die Aussagen.
  1. Entscheiden gemäss den geltenden Regeln. Die Entscheidung trifft die zuständige Stelle nach den Vorgaben von Schule oder Kanton. Prüfen Sie, ob Folgen für alle oder einzeln angemessen sind.
FrageMögliche AntwortKonsequenz für die Klärung
War KI untersagt?Ja, schriftlichVerstoss prüfbar
War die Regel unklar?JaVorwurf schwächer, Vorsicht
Wer schrieb den Teil?Belegt durch VerlaufIndividuelle Zuordnung
Wussten andere davon?OffenGespräch, Fakten
Wurde die Arbeit geprüft?NeinFrage der Sorgfalt

Vorlage zum Kopieren

Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Geben Sie nur anonymisierte, allgemeine Angaben ein.

Ich muss eine Gruppenarbeit prüfen, bei der KI-Nutzung unter Verdacht steht. Die Gruppe hat [Anzahl] Mitglieder (A, B, C …).
Hier die Fakten, anonymisiert: [Regeln zur KI-Nutzung, Arbeitsplan, Hinweise auf Verlauf].
Erstelle eine Tabelle mit den Spalten: Person, Teilauftrag, vorhandene Belege, offene Fragen.
Schlage zehn neutrale, offene Fragen für Einzelgespräche vor, die weder Schuld unterstellen noch Antworten vorgeben.
Weise auf Punkte hin, die ich rechtlich bei der Schulleitung klären sollte.
Gib keine Einschätzung ab, wer schuldig ist, und gib keine rechtliche Beurteilung.

Passen Sie die Fakten an und lassen Sie bei Bedarf eine Vorlage für das Gesprächsprotokoll ergänzen.

Worauf Sie achten müssen

  • Die Beurteilung eines Täuschungsverdachts gehört zu den Aufgaben der zuständigen Stelle. Folgen und Verfahren sind kantonal und je Schule geregelt; Rechtsfragen klären Sie im Einzelfall mit Schulleitung oder Rechtsdienst.
  • KI-Detektoren sind keine verlässlichen Beweise. Verwenden Sie Verläufe, Gespräche und Belege statt Prozentwerte; mehr dazu im Beitrag zu Plagiat oder unerlaubter KI-Hilfe.
  • Geben Sie keine Namen, Arbeiten oder Gesprächsinhalte in öffentliche KI-Dienste ein. Es handelt sich um besonders sensible Personendaten; Orientierung bieten das Educa-Dossier und der EDÖB.
  • Unterstellen Sie niemandem etwas ohne Beleg. Auch ein Verdacht kann Beziehungen und Ruf schädigen.
  • Unklare Regeln erschweren eine faire Beurteilung. Prüfen Sie die Folgen anhand der geltenden Vorgaben und verbessern Sie künftig die Kommunikation.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel aus einer Berufsfachschule in Baden: Eine Vierergruppe gibt einen Projektbericht ab. Ein Abschnitt wirkt auffällig glatt. Frau Keller prüft die Regel: Der Auftrag erlaubte «KI nur für Ideen, nicht für Texte». Aus dem Versionsverlauf sieht sie, dass der Abschnitt in einem Zug eingefügt wurde, von einem Konto.

In Einzelgesprächen sagen zwei Lernende, sie hätten den Teil nicht gelesen. Die Person, die ihn eingefügt hat, erklärt, sie habe die Regel anders verstanden. Frau Keller klärt mit der Schulleitung: Die Regel war missverständlich formuliert. Die Gruppe darf den Abschnitt selbst überarbeiten, und die Regel wird für künftige Aufträge präzisiert. Die Beurteilung stützt sich auf die überarbeitete Fassung und die Erklärung jeder Person.

So hilft Ihnen Alpasana

Klare KI-Regeln und ein gemeinsames Grundverständnis verhindern viele Konflikte. absofort bietet KI-Weiterbildung für Unternehmen: Online-Kurse von Grundlagen bis zum Diplomlehrgang mit Schweizer Praxisbezug, Datenschutz als Lerninhalt und verantwortungsbewusstem Umgang mit Unternehmensdaten, mit einer Kontaktmöglichkeit für Firmenlösungen und Teambuchungen.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen und deren Teams, nicht an Prüfungsverfahren in Schulen. Für Täuschungsfälle gelten die Regeln Ihrer Institution.

Häufige Fragen

Muss die ganze Gruppe bestraft werden?

Nicht automatisch. Es kommt auf Regeln, Beweise und die Rolle jeder Person an. Folgen bestimmt die zuständige Stelle nach den geltenden Vorgaben.

Wie gehe ich vor, wenn die KI-Regeln unklar waren?

Klären Sie, was kommuniziert wurde, und verbessern Sie die Regeln. Wie man unklare Regeln im Fall aufarbeitet, zeigt der Beitrag zu KI genutzt, Regeln unklar.

Wie sichere ich in Gruppenprüfungen die Einzelleistung?

Mit Teilaufträgen, Protokoll und mündlicher Nachfrage. Ideen bietet der Beitrag zur Gruppenprüfung mit Einzelleistung.

Wie führe ich das Gespräch mit den Beteiligten?

Neutral, mit offenen Fragen und Zeit zum Antworten. Eine Anleitung bietet der Beitrag zur Anhörung bei KI-Verdacht.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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