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KI-Korrektur im Kollegium: Fortbildung mit Testfällen planen
Kurz gesagt
Bereiten Sie fiktive Testarbeiten mit eingebauten Fehlern und fehlerhaften KI-Korrekturvorschlägen vor. Das Kollegium sucht die Probleme, bespricht sie und leitet daraus gemeinsame Prüfroutinen ab. So lernen alle, KI-Vorschläge kritisch zu beurteilen, ohne echte Schülerarbeiten zu verwenden.
Das Problem
An der Schule von Frau Keller nutzen einige Lehrpersonen KI-Werkzeuge bei der Korrektur, andere lehnen es ab, und viele sind unsicher. In der Schulhauskonferenz fragt jemand: «Woran erkenne ich, dass der KI-Vorschlag falsch ist?» Niemand hat eine gute Antwort. Wer ein Korrekturwerkzeug einsetzt, ohne Fehler erkennen zu können, überlässt der Maschine die Beurteilung. Wer es nie ausprobiert, kann nicht mitreden.
Eine Fortbildung hilft, wenn sie nicht nur erklärt, sondern üben lässt. Das wirksamste Mittel sind Testfälle: kleine, vorbereitete Aufgaben, an denen das Team Fehler selbst findet. Ein Testfall besteht aus einer fiktiven Schülerarbeit, einem KI-Korrekturvorschlag und einer Liste von Fehlern, die darin stecken. Die Teilnehmenden suchen sie, vergleichen und besprechen, woran sie sie erkannt haben.
Ziel ist die Beurteilungskompetenz: die Fähigkeit, KI-Vorschläge fachlich zu bewerten und zu entscheiden, was übernommen wird. Aus den Erfahrungen entwickelt das Team eine gemeinsame Freigaberoutine, also feste Schritte, bevor eine KI-Rückmeldung weitergegeben wird.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Ziel und Rahmen festlegen. Entscheiden Sie: Wollen wir Fehler erkennen lernen, Regeln für den Einsatz vereinbaren oder beides? Als mögliche Planung können Sie 60 bis 90 Minuten und kleine Gruppen von drei bis vier Personen vorsehen; passen Sie Dauer und Gruppengrösse an Ziel und Rahmen an.
- Fiktive Testarbeiten schreiben. Schreiben Sie oder lassen Sie von einer KI drei bis vier kurze Arbeiten entwerfen, die erfundene Verfasserangaben tragen und echte Fehler enthalten. Verwenden Sie niemals echte Schülerarbeiten.
- KI-Korrekturvorschläge erzeugen. Lassen Sie das Werkzeug Rückmeldungen zu den Arbeiten erstellen. Behalten Sie die Ergebnisse, auch die fehlerhaften, denn gerade sie sind Lernmaterial.
- Eine Fehlerliste vorbereiten. Notieren Sie für jeden Fall, welche Probleme zu finden sind: erfundene Zitate, übersehene Fehler, falsche Gewichtung, wertende Zuschreibungen, ungerechte Strenge, falsche Fachinhalte.
- Zusätzliche Fallen einbauen. Fügen Sie gezielt Fehler hinzu, zum Beispiel ein Zitat, das nicht im Text steht, oder eine Behauptung ohne Beleg. So sehen alle, dass Fehler auch plausibel aussehen können.
- Das Team suchen und diskutieren lassen. Die Gruppen markieren Probleme, tauschen sich aus und vergleichen mit Ihrer Liste. Fragen Sie: Wie haben Sie es erkannt? Was wäre ohne Prüfung passiert?
- Prüfroutinen ableiten. Sammeln Sie gemeinsam Schritte, zum Beispiel «Jede Rückmeldung am Text belegen», «Zitate nachprüfen», «Note selbst festlegen». Halten Sie sie auf einer Seite fest.
- Auswerten und wiederholen. Fragen Sie am Ende, was unklar blieb, und planen Sie nach einem Semester eine zweite Runde mit neuen Fällen.
| Fehlerart | Wie erkennbar? | Prüfroutine |
|---|---|---|
| Erfundenes Zitat | Textstelle fehlt im Original | Jedes Zitat suchen |
| Übersehener Fehler | Eigene Korrektur zeigt mehr | Stichproben selbst korrigieren |
| Wertende Zuschreibung | «ist faul», «schwach» | Nur Beobachtbares zulassen |
| Falscher Massstab | Kriterium falsch angewendet | Raster vorgeben und prüfen |
Vorlage zum Kopieren
Ein Prompt ist der schriftliche Auftrag an die KI. Verwenden Sie ihn zur Vorbereitung und nur mit erfundenen Inhalten.
Ich plane eine Fortbildung für unser Kollegium zur Prüfung von KI-Korrekturvorschlägen in [Fach, Stufe].
Erstelle drei fiktive Schülertexte (je etwa 150 Wörter) zur Aufgabe «[Aufgabenstellung]» mit unterschiedlichen, typischen Fehlern. Verwende keine realen Personen.
Schreibe danach zu jedem Text einen Korrekturvorschlag, der absichtlich [Anzahl] Probleme enthält, zum Beispiel ein erfundenes Zitat, einen übersehenen Fehler und eine wertende Aussage über den Schüler.
Gib in einer getrennten Lösungsliste für mich an, welche Probleme in welchem Korrekturvorschlag stecken.
Kennzeichne alle Texte als «Übungsmaterial, fiktiv».Ändern Sie Fach, Aufgabe und Fehlerarten und prüfen Sie jede Lösung selbst, bevor Sie das Set einsetzen.
Worauf Sie achten müssen
- Verwenden Sie ausschliesslich fiktive Texte. Echte Schülerarbeiten und Rückmeldungen gehören nicht in öffentliche KI-Dienste; Orientierung bietet das Educa-Dossier zum Datenschutz. Für öffentliche Schulen gelten kantonale Vorgaben.
- Kennzeichnen Sie das Material deutlich als Übung, damit fehlerhafte Rückmeldungen nicht in Umlauf geraten.
- Gestalten Sie die Fortbildung so, dass niemand vorgeführt wird. Ziel ist gemeinsames Lernen, nicht Bewertung der Teilnehmenden.
- Die KI kann bei der Erstellung selbst Fehler machen. Kontrollieren Sie die Fehlerliste, damit Sie wirklich wissen, was im Material steckt.
- Eine Fortbildung ersetzt keine Regeln. Klären Sie mit der Schulleitung, ob und wie KI bei Korrekturen eingesetzt werden darf.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein erfundenes Beispiel aus einer Sekundarschule in Appenzell: Frau Keller leitet eine Fortbildung von 75 Minuten für zwölf Lehrpersonen. Sie hat drei fiktive Aufsätze und drei fehlerhafte KI-Rückmeldungen vorbereitet. In einer Rückmeldung zitiert die KI einen Satz, der im Aufsatz nicht vorkommt, in einer anderen wird dem fiktiven Schüler «Faulheit» unterstellt.
Die Gruppen finden vier von sechs eingebauten Problemen. Mehrere bemerken, dass sie das erfundene Zitat ohne Nachsuchen übernommen hätten. Das Team einigt sich auf eine Prüfroutine mit fünf Schritten und hält sie auf einer Seite fest. Nach dem Semester wiederholt es die Übung mit neuen Fällen, und zwei Lehrpersonen probieren nun das Werkzeug mit der Routine aus.
So hilft Ihnen Alpasana
Wenn Ihr Betrieb oder Ihre Organisation Mitarbeitende im sorgfältigen Umgang mit KI weiterbilden möchte, bietet absofort KI-Weiterbildung für Unternehmen an. Die Online-Kurse reichen von Grundlagen bis zum Executive-Diplomlehrgang, behandeln Schweizer Praxisbezug, Datenschutz und den verantwortungsbewussten Umgang mit Unternehmensdaten und erlauben Lernen im eigenen Tempo mit verifizierbaren Abschlüssen. Für Firmenlösungen und Teambuchungen gibt es eine Kontaktmöglichkeit.
Das Angebot behandelt keine Korrektur in Schulen. Als Ergänzung kann es eine gemeinsame Grundlage für den Umgang mit KI schaffen; die schulische Fortbildung zur Beurteilung gestalten Sie im eigenen Kollegium.
Häufige Fragen
Muss ich selbst KI-Expertin sein?
Nein. Sie müssen die Testfälle gut vorbereiten und die Fehler kennen. Das Entdecken der Fehler übernimmt das Team.
Wie viele Testfälle sind sinnvoll?
Drei bis vier Fälle können für eine Fortbildung von 60 bis 90 Minuten als Beispiel dienen. Der passende Umfang hängt von Gruppengrösse, Ziel und verfügbarer Zeit ab. Weitere Anregungen bietet der Beitrag zur Fortbildung im Kollegium.
Welche Fehler sind besonders wichtig?
Erfundene Textstellen und ungeprüfte Musterlösungen. Mehr dazu bieten die Beiträge zu erfundenen Textstellen und zur Prüfung von KI-Musterlösungen.
Wie geht es nach der Fortbildung weiter?
Mit einem kleinen Pilot und klaren Regeln, wie im Beitrag zum begrenzten Pilot mit lokaler KI beschrieben.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Quellen
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