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Prompt-Akademie · Prompt Engineering

Wie zeige ich der KI, was sie vermeiden soll?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Kennzeichnen Sie ein Gegenbeispiel unmissverständlich als «so nicht», begründen Sie in einem Satz, was daran falsch ist, und stellen Sie ihm ein gutes Beispiel gegenüber. Am zuverlässigsten ist es, das Gewünschte positiv zu beschreiben. Ein schlechtes Beispiel allein kann die KI trotzdem zum Nachahmen verleiten.

Das Problem

Die KI hat Ihnen eine Antwort geliefert, die Sie so nicht wollten: zu förmlich, voller Floskeln, mit einer Anrede, die in Ihrer Firma niemand verwendet. Sie fügen den Text als Warnung in den nächsten Prompt ein: «So soll es nicht sein.» Das Ergebnis? Die KI schreibt wieder genau so. Das Gegenbeispiel hat gewirkt wie ein Vorbild.

Das klingt paradox, hat aber einen einfachen Grund. Ein Sprachmodell bildet Texte nach Mustern. Alles, was im Prompt steht, ist Material, das es verwerten kann, auch wenn Sie es als schlecht kennzeichnen. Ein ausführlich zitierter Fehler setzt sich deshalb leicht im Ergebnis fest. Zudem werden kurze Hinweise wie «nicht» oder «kein» manchmal übersehen.

Dennoch können Gegenbeispiele nützlich sein, wenn man sie sparsam und klar einsetzt. Hier erfahren Sie, wie.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Problem benennen: Was genau stört am schlechten Ergebnis? Ton, Länge, bestimmte Formulierungen, Struktur? Schreiben Sie es in einem Satz auf.
  2. Positiv umformulieren: Beschreiben Sie zuerst, was Sie stattdessen wollen: «Schreibe kurz, freundlich und ohne Floskeln» statt «Schreibe nicht steif». Oft genügt das schon.
  3. Gutes Beispiel bereitstellen: Zeigen Sie ein Beispiel, das den gewünschten Stil trifft. Das ist die wichtigste Orientierung.
  4. Gegenbeispiel kurz halten: Wenn Sie ein schlechtes Beispiel brauchen, nehmen Sie nur den störenden Satz oder Absatz, nicht den ganzen Text.
  5. Eindeutig kennzeichnen: Setzen Sie davor «SO NICHT:» und dahinter einen Satz, was falsch ist: «zu förmlich, lange Einleitung».
  6. Direkt gegenüberstellen: Setzen Sie darunter «STATTDESSEN:» mit der verbesserten Version desselben Satzes.
  7. Reihenfolge beachten: Nennen Sie das gute Beispiel zuerst und das schlechte danach. Schliessen Sie nicht mit dem Fehler.
  8. Ergebnis prüfen: Prüfen Sie, ob typische Wörter oder Wendungen des Gegenbeispiels erneut auftauchen. Wenn ja, kürzen oder entfernen Sie das Gegenbeispiel und stärken Sie die positive Anweisung.

Vorlage zum Kopieren

Aufgabe: [z. B. Schreibe eine Antwortmail an eine Kundin mit einer Reklamation].
Gewünschter Stil: [z. B. kurz, freundlich, konkret, ohne Floskeln, Sie-Form].

GUTES BEISPIEL (Aufbau und Ton übernehmen, keine Inhalte kopieren):
«[kurzer guter Beispielabsatz]»

KURZES GEGENBEISPIEL (nur zur Abgrenzung):
SO NICHT: «[störender Satz]»
Grund: [z. B. zu förmlich und umständlich].
STATTDESSEN: «[bessere Fassung desselben Satzes]»

Halte dich an den gewünschten Stil. Verwende die Formulierung aus dem Gegenbeispiel nicht.
Sprache: Deutsch (Schweiz).

Ersetzen Sie die Platzhalter. Kürzen Sie das Gegenbeispiel so weit wie möglich.

Worauf Sie achten müssen

  • Nachahmung: Je ausführlicher das schlechte Beispiel, desto stärker wirkt es. Zitieren Sie nur das Nötigste.
  • Verneinungen: «Nicht» und «kein» werden bei langen Prompts leicht übersehen. Formulieren Sie positiv, siehe Verbote als klare Handlungsanweisung formulieren.
  • Widerspruch: Wenn gutes und schlechtes Beispiel ähnlich aussehen, verwirrt das. Machen Sie den Unterschied deutlich, siehe Widersprüchliche Beispiele bereinigen.
  • Unerwünschte Wörter: Gegenbeispiele bringen die unerwünschten Wörter erst in den Text. Manchmal ist es besser, sie gar nicht zu nennen.
  • Datenschutz: Auch Fehlerbeispiele stammen oft aus echten Fällen. Anonymisieren Sie sie.
  • Prüfen: Kontrollieren Sie stets, ob das Ergebnis tatsächlich besser geworden ist.
VorgehenWirkung
nur «Schreibe nicht steif»wird oft übersehen
ganzer schlechter Text als Warnungkann nachgeahmt werden
kurzes Gegenbeispiel mit Begründung und besserer Fassungmeist hilfreich
positives Zielbild plus gutes Beispielam zuverlässigsten

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Die Marketingverantwortliche eines Ostschweizer Hotels in Rapperswil lässt mit KI Antworten auf Gästeanfragen entwerfen und stört sich an einer typischen Einleitung: «Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen …».

Vorher: Sie fügt einen ganzen Entwurf mit dem Hinweis «So nicht» ein. Die nächsten Antworten beginnen wieder mit «Wir freuen uns sehr …».

Nachher: Sie beschreibt den gewünschten Stil («direkt, herzlich, ein Satz Einleitung»), liefert ein gutes Beispiel und ergänzt nur: «SO NICHT: ‹Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen …› (zu umständlich). STATTDESSEN: ‹Gerne bestätigen wir Ihre Anfrage.›» Die Einleitungen der KI werden kürzer, und die Marketingverantwortliche ergänzt eine kurze Prüfliste für Ton und Länge.

Wann ein Gegenbeispiel wirklich hilft

Gegenbeispiele sind vor allem dann nützlich, wenn der Unterschied zwischen gut und schlecht schwer zu beschreiben ist, etwa bei Tonfall oder Stil. Bei klaren Regeln wie «maximal drei Sätze» oder «keine Tabelle» genügt die Regel allein. Fragen Sie sich also: Kann ich das Gewünschte mit einem Satz beschreiben? Wenn ja, brauchen Sie kein Gegenbeispiel.

So hilft Ihnen Alpasana

Der Kurs Prompt Engineering von absofort behandelt laut Angebotsbeschreibung unter anderem, wie man Beispiele zur Steuerung von Inhalt und Format einsetzt, Prompts überarbeitet und Ergebnisse prüft. Dabei entsteht ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden Prozess. Der Online-Kurs bietet ein Zertifikat und verlangt keine Programmierkenntnisse.

Häufige Fragen

Soll ich Gegenbeispiele ganz vermeiden?

Nein, aber sparsam einsetzen. Beginnen Sie mit der positiven Beschreibung und einem guten Beispiel. Ein kurzes Gegenbeispiel ist eine Hilfe, wenn ein bestimmter Fehler hartnäckig wiederkehrt.

Warum macht die KI den Fehler trotz Warnung?

Weil das Muster im Prompt steht und die Verneinung untergehen kann. Kürzen Sie das Gegenbeispiel und formulieren Sie das Gewünschte klar.

Kann ich Wörter verbieten?

Sie können sie nennen, aber verlässlich ist das nicht. Besser ist, die gewünschte Alternative anzugeben. Danach prüfen Sie das Ergebnis, zum Beispiel mit der Suchfunktion.

Wie erkenne ich, ob das Gegenbeispiel stört?

Wenn die Ergebnisse typische Wendungen daraus wiederholen. Entfernen Sie es probehalber und vergleichen Sie. Eine Methode zum Testen finden Sie unter Prompt mit Testfällen prüfen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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