Prompt-Akademie · Prompt Engineering
Wie formuliere ich Verbote als klare Handlungsanweisung?
Kurz gesagt
Beschreiben Sie, was die KI tun soll, statt nur, was sie lassen soll. «Schreibe in kurzen Sätzen» ist klarer als «Schreibe nicht so kompliziert». Wo ein Verbot nötig ist, ergänzen Sie die gewünschte Alternative. Das senkt das Risiko, dass das Verbotene gerade erst genannt wird.
Das Problem
Sie schreiben Ihren Prompt vor allem mit Verboten: «Keine Fachbegriffe, nicht zu lang, nicht zu förmlich, keine Floskeln, nichts erfinden.» Das Ergebnis ist trotzdem nicht, was Sie wollten. Vielleicht enthält es genau die Floskeln, die Sie ausschliessen wollten, oder ist so knapp, dass es unbrauchbar wird. Sie wissen, was Sie nicht wollen, aber die KI weiss immer noch nicht, was Sie wollen.
Verbote sagen nur, was nicht gewünscht ist, und lassen offen, was stattdessen gelten soll. Zudem kann ein genanntes Wort die Aufmerksamkeit erst recht auf das Thema lenken, wie bei der Aufforderung «Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten».
Wer seine Anweisungen positiv formuliert, also als konkrete Handlung, erhält zuverlässigere Ergebnisse. Diese Seite zeigt, wie Sie Verbote umwandeln und wann ein Verbot trotzdem sinnvoll ist.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Prompt auf Verbote durchsuchen. Markieren Sie Wörter wie «nicht», «kein», «ohne», «vermeide», «niemals».
- Gewünschtes Verhalten benennen. Fragen Sie sich bei jedem Verbot: Was soll die KI stattdessen tun? Notieren Sie die Antwort.
- Als Handlung formulieren. Schreiben Sie die Anweisung als Tun: «Verwende Wörter, die ein Kind versteht» statt «keine Fachbegriffe».
- Messbar machen. Wo möglich, nennen Sie Zahlen oder Beispiele: «höchstens 15 Wörter pro Satz» statt «nicht zu lange Sätze».
- Verbote mit Alternative verbinden. Wenn ein Verbot nötig ist, ergänzen Sie die Alternative: «Nenne keine Preise. Schreibe stattdessen ‹Preis auf Anfrage›.»
- Unverzichtbare Verbote hervorheben. Bei Sicherheit und Recht darf ein Verbot stehen bleiben, am besten kurz und eindeutig, zum Beispiel «Gib keine Personendaten aus».
- Ergebnis testen. Prüfen Sie, ob die KI nun das Gewünschte tut, und passen Sie die Formulierung an.
- Bewährte Formulierungen sammeln. Legen Sie eine Liste positiver Standardformulierungen in Ihrer Prompt-Sammlung an.
Umformulieren: Beispiele
| Verbot | Positive Handlungsanweisung |
|---|---|
| Nicht so kompliziert | Schreibe in kurzen Sätzen mit alltäglichen Wörtern |
| Keine Floskeln | Beginne direkt mit der Hauptaussage |
| Nicht zu lang | Höchstens 120 Wörter |
| Nicht so förmlich | Schreibe freundlich, in der Sie-Form, ohne Amtsdeutsch |
| Nichts erfinden | Nutze nur die genannten Angaben; schreibe «unbekannt», wenn etwas fehlt |
| Keine Aufzählungen | Schreibe in zusammenhängenden Absätzen |
Vorlage zum Kopieren
Mit diesem Prompt lassen Sie die KI Ihre Verbote in positive Anweisungen umwandeln:
Hier ist ein Prompt mit vielen Verboten. Formuliere ihn um:
1. Wandle jedes Verbot in eine klare positive Handlungsanweisung um, wenn das sinnvoll ist.
2. Wenn ein Verbot nötig bleibt (z. B. wegen Datenschutz), formuliere es kurz und nenne die gewünschte Alternative.
3. Mache vage Vorgaben messbar (z. B. Wortzahl, Satzlänge), wo möglich.
4. Ändere nichts an meiner Absicht und füge keine neuen Anforderungen hinzu.
Gib die neue Fassung und darunter eine Tabelle «Vorher | Nachher» aus.
Prompt: [Prompt mit Verboten einfügen]Prüfen Sie die Tabelle und übernehmen Sie nur, was Ihrer Absicht entspricht.
Worauf Sie achten müssen
- Genanntes wird präsent: Wörter in Verboten können die KI auf das Thema lenken. Positive Formulierungen sind oft stabiler.
- Absolute Verbote gelten nicht garantiert: Auch «niemals» schützt nicht zuverlässig. Bei Datenschutz und Sicherheit verlassen Sie sich nicht auf Prompts allein. Siehe Datenschutz nicht per Prompt garantieren.
- Doppelte Verneinung: «Nicht ohne Quelle» verwirrt. Formulieren Sie «mit Quelle».
- Zu starre Positivregeln: Eine Anweisung wie «immer genau drei Stichpunkte» passt nicht in jedem Fall. Erlauben Sie Ausnahmen, wo nötig.
- Vermeiden-Listen: Lange Listen unerwünschter Wörter erzeugen Konflikte. Siehe Floskeln vermeiden.
- Prüfen, nicht hoffen: Kontrollieren Sie das Ergebnis, vor allem bei Fakten und Zahlen.
- Datenschutz: Auch umformulierte Prompts dürfen keine vertraulichen Daten enthalten.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter im Kundendienst einer Krankenkasse in Bern schreibt mit KI Antworten auf Anfragen. Sein Prompt lautet: «Nicht zu förmlich, keine Fachbegriffe, nicht länger als nötig, nichts versprechen, keine Floskeln.»
Vorher: Die Antworten beginnen mit «Gerne möchte ich Ihnen mitteilen …», enthalten Fachwörter und wirken doch lang. Nachher: Er formuliert positiv: «Beginne mit der Antwort auf die Frage in einem Satz. Schreibe freundlich in der Sie-Form mit Wörtern, die jede Person versteht. Erkläre Fachbegriffe in einem Halbsatz. Höchstens 100 Wörter. Wenn eine Zusage nicht sicher ist, schreibe ‹Wir prüfen das und melden uns bis [Datum]›.» Die Antworten sind direkter und das Team kann sie rascher freigeben.
Mit etwas Übung wird das Umformulieren zur Gewohnheit. Eine einfache Frage genügt: «Was soll stattdessen passieren?» Wenn Sie diese Frage bei jedem Verbot beantworten, entsteht fast von selbst eine klare Handlungsanweisung. Sie merken dabei auch, wenn Sie selbst noch gar nicht genau wissen, was Sie wollen, und können das Anliegen zuerst klären.
Sammeln Sie bewährte Umformulierungen in einer kleinen Liste. Nach einigen Wochen haben Sie einen eigenen Baukasten, der Ihre Prompts spürbar klarer macht, und Sie können ihn im Team teilen, damit auch andere von den besseren Formulierungen profitieren.
So hilft Ihnen Alpasana
Wer Prompts klar und wirksam formulieren lernen möchte, kann das mit dem Kurs Prompt Engineering von absofort tun. Laut Beschreibung geht es um Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat, Beispiele zur Steuerung von Inhalt und Format sowie das Überarbeiten von Prompts. Er ist ohne Programmierkenntnisse als Online-Kurs mit Zertifikat beschrieben.
Häufige Fragen
Sind Verbote im Prompt immer schlecht?
Nein. Für klare Grenzen, etwa «gib keine Personendaten aus», sind sie sinnvoll. Besser wirken sie, wenn Sie zusätzlich die gewünschte Alternative nennen.
Warum ignoriert die KI manchmal meine Verbote?
Weil sie Wahrscheinlichkeiten folgt und nicht Regeln wie ein Programm. Je klarer, kürzer und positiver die Anweisung, desto zuverlässiger wird sie befolgt. Eine Garantie gibt es nicht.
Wie erkenne ich, dass eine positive Formulierung besser ist?
Testen Sie beide Fassungen mit demselben Material und vergleichen Sie die Ergebnisse. Der Unterschied ist oft deutlich.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
Weiterlesen in der Galaxie
- Warum sind meine KI-Antworten so allgemein?ChatGPT Antworten zu allgemein? Präzisieren Sie Ziel, Ausgangslage und Grenzen. Mit einer Vorlage erhalten Sie konkretere Vorschläge für Ihren Alltag.
- ChatGPT Floskeln vermeiden und klarer schreibenWenn Sie ChatGPT Floskeln vermeiden lassen, helfen konkrete Fakten und Beispiele. So erstellen Sie sachliche Texte ohne leere Werbeversprechen.
- Wie erkenne ich Widersprüche in meinem Prompt?Widersprüchliche Anweisungen im Prompt erkennen: Mit Checkliste finden Sie Zielkonflikte wie «kurz, aber ausführlich» und formulieren klare Vorgaben.
- Wie vermeide ich missverständliche Wörter im Prompt?Mehrdeutige Prompts vermeiden: So erkennen Sie unklare Begriffe und Bezüge im Auftrag an die KI und formulieren eindeutig, mit Checkliste und Vorlage.
- Tonfall im Prompt vorgeben: den passenden Stil treffenGeben Sie im Prompt Empfänger, Beziehung und Beispiele an, damit die KI den gewünschten Tonfall trifft und Texte weder zu kühl noch zu vertraulich klingen.
- PDF übersetzen: Text und Aufbau mit KI vorbereitenPDF übersetzen KI: Mit Vorlage und klaren Prüfschritten zu einem verständlichen Entwurf. So bereiten Sie Ihre Angaben vor und kontrollieren das Ergebnis.