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Prompt-Akademie · Prompt Engineering

Wie lasse ich die KI vor einer Empfehlung Alternativen prüfen?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Verlangen Sie im Prompt ausdrücklich, dass die KI zuerst mehrere Lösungswege nennt, sie nach Ihren Kriterien vergleicht und erst danach eine Empfehlung mit Begründung abgibt. Legen Sie Kriterien und Rahmenbedingungen vorher fest. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen, die KI liefert die Grundlage.

Das Problem

Sie fragen die KI: «Sollen wir die Buchhaltung auslagern oder intern behalten?» oder «Welche Software eignet sich für unsere Terminplanung?» Sofort kommt eine klare Empfehlung, freundlich begründet. Sie fühlen sich abgeholt, aber später merken Sie: Zwei Möglichkeiten, die Sie interessiert hätten, kamen gar nicht vor, und die Begründung beruhte auf Annahmen, die für Ihren Betrieb nicht stimmen.

KI-Werkzeuge neigen dazu, schnell eine Lösung zu nennen. Das wirkt hilfreich, verengt aber den Blick. Eine Empfehlung ohne sichtbare Alternativen lässt sich kaum beurteilen, denn Sie sehen nicht, was verworfen wurde und warum.

Wenn Sie die KI bitten, zuerst Alternativen zu nennen und abzuwägen, bekommen Sie eine Entscheidungsgrundlage statt eines Urteils. Das kostet eine Nachricht mehr und spart oft Fehlentscheidungen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Entscheidung beschreiben: Was muss entschieden werden, bis wann, durch wen? Ein Satz genügt.
  2. Rahmen festhalten: Nennen Sie Ausgangslage, Budget, Zeit, Personal und Grenzen. Trennen Sie Fakten und Annahmen, siehe Fakten und Annahmen trennen.
  3. Kriterien festlegen: Entscheiden Sie, wonach bewertet wird: Kosten, Aufwand, Risiko, Dauer, Qualität, Abhängigkeit. Gewichten Sie die wichtigsten.
  4. Alternativen verlangen: Bitten Sie um drei bis fünf Möglichkeiten, einschliesslich «nichts ändern» und einer einfachen Lösung.
  5. Vergleich als Tabelle: Lassen Sie die Alternativen nach Ihren Kriterien beurteilen, mit Vor- und Nachteilen.
  6. Annahmen sichtbar machen: Die KI soll nennen, auf welchen Annahmen jede Bewertung beruht und was sie nicht wissen kann.
  7. Erst dann empfehlen: Verlangen Sie die Empfehlung erst am Schluss, mit Begründung und mit der Angabe, unter welchen Bedingungen eine andere Option besser wäre.
  8. Kritisch prüfen: Fragen Sie nach Gegenargumenten und prüfen Sie wichtige Angaben, etwa Kosten, an anderer Stelle.
  9. Selbst entscheiden: Besprechen Sie die Grundlage mit den Beteiligten und entscheiden Sie. Halten Sie Gründe schriftlich fest.

Vorlage zum Kopieren

Ich muss folgende Entscheidung treffen: [Entscheidung, z. B. Soll unser Betrieb die Lohnbuchhaltung auslagern?].
Ausgangslage (Fakten): [Stichpunkte]. Annahmen von mir: [Stichpunkte, als Annahme gekennzeichnet].
Rahmen: Budget [CHF …], Zeit [bis …], Grenzen [z. B. keine Cloud-Lösung mit Daten im Ausland].
Kriterien (nach Wichtigkeit): [1. …, 2. …, 3. …].

Vorgehen:
1. Nenne 3 bis 5 mögliche Lösungswege, darunter «nichts ändern» und eine einfache Variante.
2. Vergleiche sie in einer Tabelle nach meinen Kriterien (Vorteile, Nachteile, Risiken).
3. Nenne bei jeder Bewertung die Annahmen, auf denen sie beruht, und was du nicht wissen kannst.
4. Erst danach: Gib eine Empfehlung mit Begründung und nenne, unter welchen Bedingungen
   eine andere Option besser wäre.
Erfinde keine Zahlen oder Preise. Antworte in Deutsch (Schweiz), Anrede «Sie».

Ersetzen Sie die Platzhalter. Prüfen Sie Annahmen und genannte Zahlen, bevor Sie sich auf die Empfehlung stützen.

Worauf Sie achten müssen

  • Verengter Blick: Wenn die KI nur eine Variante nennt, fragen Sie nach weiteren, auch nach «nichts tun».
  • Erfundene Zahlen: Kosten, Fristen und Marktangaben prüfen Sie selbst. Verlangen Sie, dass die KI keine Zahlen erfindet.
  • Verdeckte Annahmen: Die Begründung kann auf Annahmen beruhen, die für Sie nicht gelten. Lassen Sie sie benennen.
  • Verzerrte Antworten: Die KI neigt dazu, Ihre Haltung zu bestätigen. Fragen Sie ausdrücklich nach Gegenargumenten, siehe KI als kritischer Prüfer.
  • Datenschutz: Betriebsinterne Zahlen oder Personalfragen gehören nur in geprüfte Werkzeuge. Anonymisieren Sie, wo möglich.
  • Verantwortung: Bei Entscheidungen mit finanziellen, rechtlichen oder personellen Folgen entscheidet eine Person, gegebenenfalls nach Rücksprache mit einer Fachperson.
Ohne AlternativenprüfungMit Alternativenprüfung
eine Empfehlungmehrere Wege im Vergleich
Gründe unklarKriterien und Annahmen sichtbar
«nichts tun» fehltals Option enthalten
Entscheidung durch KIEntscheidung durch Sie

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Der Inhaber einer Autowerkstatt in Rothrist überlegt, wie er Terminvereinbarungen vereinfachen kann.

Vorher: Er fragt «Welche Terminsoftware soll ich nehmen?» und erhält die Empfehlung für ein bestimmtes Produkt. Auf Rückfrage zeigt sich, dass es für seine drei Mitarbeitenden überdimensioniert ist.

Nachher: Er legt Kriterien fest (Kosten, Einarbeitung, Anbindung an die Telefonanlage, Datenschutz) und lässt vier Wege vergleichen: Online-Formular, Kalender in der bestehenden Mailumgebung, spezialisierte Software, nichts ändern. Die KI nennt Annahmen, etwa zur Anzahl der Termine. Er korrigiert sie, entscheidet sich für den Kalender und plant einen Test mit dem Team.

Wie Sie die Empfehlung der KI einordnen

Behandeln Sie die Empfehlung wie die Meinung einer gut informierten, aber ortsunkundigen Beraterin. Sie kennt viele Fälle, aber nicht Ihre Mitarbeitenden, Ihre Kundschaft oder Ihre Geschichte. Fragen Sie sich deshalb: Welche Annahme müsste falsch sein, damit die Empfehlung kippt? Lässt sie sich schnell prüfen? Wenn ja, prüfen Sie diese Annahme zuerst, bevor Sie Geld oder Zeit investieren.

So hilft Ihnen Alpasana

Der Kurs Prompt Engineering von absofort behandelt laut Angebotsbeschreibung unter anderem, wie man Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegt, komplexe Aufgaben schrittweise bearbeitet, Prompts überarbeitet und Ergebnisse prüft. Dabei entsteht ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden beruflichen Prozess. Der Online-Kurs bietet ein Zertifikat und verlangt keine Programmierkenntnisse.

Häufige Fragen

Wie viele Alternativen sind sinnvoll?

Drei bis fünf. Mehr werden unübersichtlich. Wichtig ist, dass sie sich wirklich unterscheiden und «nichts ändern» dabei ist.

Soll die KI eine Empfehlung abgeben?

Wenn Sie es wünschen, ja, aber erst nach dem Vergleich und mit Angabe der Annahmen. Die Entscheidung treffen Sie.

Was, wenn die Alternativen unrealistisch sind?

Streichen Sie sie und erklären Sie der KI, warum. So lernen Sie, welche Rahmenbedingungen Sie ergänzen müssen.

Hilft das auch bei kleinen Entscheidungen?

Meist ist es dort übertrieben. Für Entscheidungen mit Folgen für Geld, Personal oder Kundschaft lohnt es sich. Wie Sie Ideen und Bewertung trennen, steht unter Erst sammeln, dann bewerten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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