KI im Coaching · my-coach: Life Coaching und Mental Coaching
Inneres Team mit KI: Innere Positionen behutsam erkunden
Kurz gesagt
Beim Inneren Team nach Friedemann Schulz von Thun benennt die Klientin selbst ihre inneren Stimmen zu einer Entscheidung. Als Coach moderieren Sie mit offenen Fragen, ohne Anteile zuzuschreiben. KI kann Moderationsfragen vorbereiten, darf aber keine Stimmen oder Deutungen für die Klientin erfinden.
Das Problem
Wenn Klientinnen sagen «Einerseits möchte ich, andererseits nicht», beschreiben sie innere Widersprüche. Das Modell des Inneren Teams von Friedemann Schulz von Thun stellt solche Widersprüche als Gespräch innerer Stimmen dar: Eine Stimme sagt «Wag es!», eine andere «Sei vorsichtig», eine dritte «Was denken die anderen?» Wer diese Stimmen hört, benennt und moderiert, kann Entscheidungen bewusster treffen.
Für Coaches liegt die Herausforderung in der Rolle. Sie moderieren, sie deuten nicht. Der Satz «Da spricht wohl Ihr innerer Kritiker» ist eine Zuschreibung. Er legt der Klientin etwas in den Mund und kann Widerspruch oder Anpassung auslösen. Die Stimmen und ihre Namen sollen von der Klientin kommen, in ihren Worten.
KI kann Moderationsfragen vorbereiten und eine Struktur für das Gespräch entwerfen. Doch sie darf keine inneren Anteile erfinden. Wenn KI «Persönlichkeitsanteile» benennt, entsteht ein Eindruck von Wissen, den es nicht gibt. Die Vorbereitung ist legitim, wenn sie bei Fragen und Struktur bleibt.
So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt
- Klären Sie, ob die Methode passt. Sie eignet sich für Entscheidungen und innere Zwiespälte im Alltag. Bei Traumata, Krisen oder psychischen Erkrankungen ist sie nicht der richtige Rahmen.
- Beschreiben Sie den Anwendungsfall allgemein. Zum Beispiel: «Klientin schwankt bei einer beruflichen Entscheidung und beschreibt widersprüchliche Gedanken.» Keine Namen, keine Details.
- Lassen Sie ein Moderationsgerüst entwerfen. Bitten Sie um Phasen: Entscheidung formulieren, Stimmen sammeln lassen, Stimmen benennen lassen, jeder Stimme zuhören, gemeinsame Anliegen erkunden, Entscheidung prüfen.
- Lassen Sie offene Fragen sammeln. Beispiele: «Was geht Ihnen gerade durch den Kopf, wenn Sie an die Entscheidung denken?», «Wenn dieser Gedanke eine Stimme wäre, wie würden Sie sie nennen?», «Was möchte diese Stimme für Sie erreichen?»
- Prüfen Sie jede Frage auf Zuschreibung. Streichen Sie Fragen, die Stimmen vorgeben («Ist da Ihre Angst?») oder Persönlichkeitsmerkmale behaupten. Formulieren Sie sie neutral um.
- Moderieren Sie im Gespräch. Lassen Sie die Klientin die Stimmen aufschreiben, auf Karten legen oder in einer Skizze anordnen. Fragen Sie nach, wenn eine Stimme zu kurz kommt.
- Suchen Sie das gemeinsame Anliegen. Fragen Sie: «Wofür setzen sich diese Stimmen insgesamt ein?» Oft gibt es ein gemeinsames Ziel hinter den Gegensätzen.
- Schliessen Sie mit einem kleinen Schritt. Klären Sie, was die Klientin aus der Arbeit mitnimmt und was sie ausprobieren möchte.
| Zuschreibung (vermeiden) | Moderation (empfohlen) |
|---|---|
| «Das ist Ihr innerer Kritiker.» | «Wenn Sie diese Stimme benennen sollten, wie würden Sie sie nennen?» |
| «Sie haben einen ängstlichen Anteil.» | «Gibt es einen Teil von Ihnen, der Bedenken hat? Was möchte er?» |
| «Ihre Stimmen wollen Sicherheit.» | «Was möchten diese Stimmen für Sie erreichen?» |
Vorlage zum Kopieren
Dieser Prompt erstellt Moderationsfragen. Er enthält keine Klientendaten.
Ich bin Coach und moderiere eine Sitzung nach dem Modell des Inneren Teams (Schulz von Thun) zu einer Entscheidung. Allgemeine Beschreibung der Situation: [allgemeine Beschreibung].
1. Entwirf ein Moderationsgerüst mit Phasen (Entscheidung formulieren, Stimmen sammeln, benennen, zuhören, gemeinsame Anliegen, nächster Schritt).
2. Formuliere pro Phase drei offene Fragen, die der Klientin die Benennung überlassen und keine Stimmen vorgeben.
3. Nenne fünf Formulierungen, die Zuschreibungen enthalten und die ich vermeiden sollte, mit je einer neutralen Alternative.
4. Gib drei Hinweise, wann ich die Methode abbrechen oder wechseln sollte.
Erfinde keine inneren Anteile, deute keine Persönlichkeit und stelle keine Diagnosen.Prüfen Sie, ob die Fragen zu Ihrem Moderationsstil passen, und üben Sie die Sätze mit einer Kollegin.
Worauf Sie achten müssen
- Die Methode ist eine Metapher. Sie belegt nicht, dass es «Anteile» gibt. Sagen Sie das auch den Klientinnen, falls sie nachfragen.
- KI darf keine Stimmen oder Anteile benennen. Wenn sie es tut, ignorieren Sie das Ergebnis.
- Bei Hinweisen auf Traumata, starke Ängste, Depression oder Selbstgefährdung ist Coaching nicht geeignet. Verweisen Sie auf Hausärztin, Psychotherapie oder die Dargebotene Hand (143).
- Geben Sie keine Gesprächsinhalte oder Daten in öffentliche KI-Dienste ein.
- Die Methode soll nicht zu einer Therapie werden. Bleiben Sie bei alltäglichen Entscheidungen.
- Zeigen Sie Respekt vor Stimmen, die Ablehnung auslösen. Auch sie haben ein Anliegen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Beispiel: Ein Coach aus Thun begleitet eine Frau, die überlegt, ihr Pensum zu reduzieren. Sie sagt: «Ein Teil will Zeit für sich, ein anderer fürchtet, dass die Karriere leidet.»
Der Coach fragt: «Wie möchten Sie diese beiden Teile nennen?» Sie wählt «die Erholungssuchende» und «die Ehrgeizige». Er lässt beide ihre Anliegen formulieren. Dabei zeigt sich, dass beide Stimmen Wertschätzung für die eigene Arbeit wollen. Die Frau entscheidet, das Pensum um einen Tag zu reduzieren und im Team eine Aufgabe zu übernehmen, die ihr Anerkennung bringt.
So hilft Ihnen Alpasana
Für präzise Aufträge an KI beim Vorbereiten von Moderationsfragen bietet absofort den Kurs Prompt Engineering an. Er behandelt Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat, das Überarbeiten von Prompts und das Prüfen von Ergebnissen.
Wenn Sie selbst an einer Entscheidung arbeiten möchten, finden Sie bei my-coach.ch Life Coaching und Mental Coaching mit Nataliya Fiechter, mit kostenlosem Erstgespräch. Ob die Methode dort verwendet wird, ist nicht beschrieben.
Häufige Fragen
Wie viele Stimmen sind sinnvoll?
Meist zwei bis fünf. Mehr überfordern. Lassen Sie die Klientin wählen, wie viele sie benennt.
Was, wenn die Klientin mit dem Bild nichts anfangen kann?
Wechseln Sie die Methode oder fragen Sie ohne Metapher: «Welche Gedanken und Gefühle gehen Ihnen zu der Entscheidung durch den Kopf?» Mehr zur Selbstanwendung im Beitrag Inneres Team: Mit KI widersprüchliche Anliegen ordnen.
Darf ich dem Klienten eine Stimme vorschlagen?
Besser nicht. Wenn Sie einen Eindruck haben, formulieren Sie ihn als Frage und lassen Sie die Klientin entscheiden, ob er passt.
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.
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