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KI im Coaching · Prompt Engineering

KI-Interventionen prüfen: Checkliste vor dem Coaching-Einsatz

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bevor Sie eine von KI vorgeschlagene Übung oder Frage im Coaching einsetzen, prüfen Sie sie auf Passung zum Anliegen, Zumutbarkeit, fachliche Stimmigkeit, Sprache und Datenschutz. Die Checkliste macht diese Prüfung kurz und nachvollziehbar. Die Freigabe bleibt Ihre Entscheidung.

Das Problem

Frau Berger lässt sich von einer KI eine Übung zur Konfliktklärung vorschlagen. Der Text klingt professionell, mit Ablauf, Fragen und Hinweisen. Sie ist versucht, ihn direkt zu übernehmen. Bei näherem Hinsehen fällt ihr auf, dass eine Frage sehr persönlich ist, dass ein Schritt Konfrontation verlangt und dass der Ablauf eine Stunde braucht, obwohl nur 20 Minuten Zeit sind.

KI-Vorschläge wirken oft überzeugender, als sie sind. Sie sind sprachlich glatt, aber nicht auf die Person, die Situation und die Methodik der Coach zugeschnitten. Einige Fragen sind suggestiv, andere zu allgemein, wieder andere zu belastend für den Augenblick. Wer sie ungeprüft einsetzt, trägt dennoch die Verantwortung.

Eine kurze Checkliste hilft, jede Intervention systematisch zu prüfen, bevor sie im Coaching eingesetzt wird. Sie ist kein Ersatz für Fachwissen, aber sie sorgt dafür, dass wichtige Punkte nicht vergessen werden.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Bewahren Sie den KI-Vorschlag als Entwurf auf. Markieren Sie ihn als ungeprüft. Er ist ein Vorschlag, keine Empfehlung.
  2. Prüfen Sie die Passung. Passt die Übung zum Anliegen und zum Stand des Prozesses? Würden Sie sie dieser Person mit diesem Thema vorschlagen?
  3. Prüfen Sie die Zumutbarkeit. Kann die Person sie leisten? Löst sie starke Gefühle aus? Gibt es Ausstiegsmöglichkeiten? Bei Zweifeln wählen Sie eine mildere Variante oder lassen Sie die Übung weg.
  4. Prüfen Sie die fachliche Stimmigkeit. Entspricht die Übung einer anerkannten Methode, und beschreibt sie diese richtig? Falls Sie eine Methode nicht kennen, recherchieren Sie in verlässlichen Quellen.
  5. Prüfen Sie Sprache und Ton. Enthält der Text Suggestivfragen, Deutungen oder Ratschläge? Klingt er passend für Ihr Gegenüber?
  6. Prüfen Sie Daten und Rahmen. Braucht die Übung persönliche Angaben, die nicht in KI-Dienste gehören? Passt sie in Zeit und Setting, online oder vor Ort?
  7. Geben Sie frei, ändern Sie oder verwerfen Sie. Notieren Sie Ihre Entscheidung und gegebenenfalls Änderungen. Probieren Sie neue Übungen zuerst an einem erfundenen Beispiel oder mit einer Kollegin aus.

Vorlage zum Kopieren

Ich prüfe eine KI-generierte Coaching-Intervention vor dem Einsatz.
Hier ist der Entwurf (ohne Klientendaten): [Text der Übung]
Prüfe den Text anhand dieser Kriterien und gib je Kriterium eine kurze Rückmeldung:
1. Passung zu einem allgemeinen Anliegen [z. B. Entscheidungsfindung]
2. Zumutbarkeit (mögliche Belastungen, Ausstiegsmöglichkeit)
3. Fachliche Stimmigkeit (Wird die Methode korrekt beschrieben?)
4. Sprache (Suggestivfragen, Deutungen, Ratschläge)
5. Datenschutz (Werden persönliche Angaben verlangt?)
6. Aufwand (Zeitbedarf)
Markiere Stellen, die ich ändern sollte. Treffe keine abschliessende Beurteilung.

Fügen Sie nur den Text der Übung ein. Die abschliessende Freigabe treffen Sie selbst.

Checkliste vor dem Einsatz

PrüfpunktFrageErledigt
PassungPasst die Intervention zu Anliegen und Prozessstand?
ZumutbarkeitIst sie für diese Person leistbar und stoppbar?
FachlichkeitStimmt die Methode, ist sie nachvollziehbar?
SpracheFrei von Suggestion, Deutung und Rat?
DatenOhne unnötige persönliche Angaben?
AufwandPasst sie in Zeit und Setting?

Worauf Sie achten müssen

  • Verantwortung bleibt bei Ihnen. Wenn eine KI-Übung schadet, können Sie sich nicht auf den Chatbot berufen. Entscheiden Sie bewusst.
  • Kein Ersatz für Methodenwissen. Wer eine Methode nicht kennt, kann sie nicht beurteilen. Nutzen Sie nur Methoden, für die Sie ausgebildet sind oder die Sie sich seriös angeeignet haben.
  • Keine Klientendaten in die KI. Prüfen Sie Übungen am allgemeinen Beispiel. Persönliche Details bleiben in der Sitzung.
  • Erfundene Methoden. KI nennt gelegentlich Methoden oder Studien, die es nicht gibt. Prüfen Sie jede Methodenbezeichnung in verlässlichen Quellen.
  • Zumutbarkeit situativ prüfen. Eine Übung kann in einer Sitzung passen und in der nächsten nicht. Beobachten Sie und brechen Sie bei Bedarf ab.
  • Coaching ist keine Therapie. Interventionen, die an Traumata, Diagnosen oder Behandlungen rühren, gehören nicht ins Coaching. In akuten Krisen erreicht man die Dargebotene Hand unter 143.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein fiktives Beispiel: Ein Coach aus Luzern lässt sich eine Übung zur «Aufarbeitung eines belastenden Berufsereignisses» vorschlagen. Sie enthält die Aufforderung, das Ereignis in allen Details zu beschreiben und die Gefühle erneut zu durchleben.

Mit der Checkliste fällt ihm auf: Die Zumutbarkeit ist fraglich, die Übung berührt möglicherweise Belastungsreaktionen, die in Psychotherapie gehören. Die Methode wird nicht benannt, und es gibt keinen Ausstieg. Er verwirft die Übung und wählt stattdessen ein Gespräch, in dem der Klient auswählt, was er teilen will.

Vorher wäre der Text ungeprüft übernommen worden. Nachher erkennt er die Grenze des Coachings und plant gegebenenfalls einen Hinweis auf Fachpersonen. Wie man erfundene Methodenbezeichnungen erkennt, zeigt Erfundene Coaching-Methoden in KI-Antworten erkennen.

So hilft Ihnen Alpasana

Das Prüfen und Überarbeiten von KI-Ergebnissen ist ein beschriebener Bestandteil des Prompt-Engineering-Kurses von absofort.ch. Dort lernen Sie ausserdem, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen und Datenschutz zu berücksichtigen. Der Online-Kurs bietet ein Zertifikat und braucht keine Programmierkenntnisse.

Der Kurs prüft keine Coaching-Methoden auf Eignung und ersetzt weder Ihre Ausbildung noch Supervision. Fachliche Fragen klären Sie dort, wo Ihre Methode verankert ist.

Häufige Fragen

Muss ich jede KI-Frage prüfen?

Für einzelne Fragen genügt ein kurzer Blick auf Ton und Zumutbarkeit. Bei Übungen, Abläufen und Methoden lohnt sich die vollständige Checkliste.

Kann ich die Prüfung der KI überlassen?

Die KI kann Hinweise geben, aber die Freigabe bleibt Ihre. Sie kennt Person, Situation und Ihre Beziehung nicht und kann Fehler übersehen.

Wie dokumentiere ich die Freigabe?

Eine kurze Notiz genügt: Datum, Übung, Ergebnis der Prüfung. Ohne Namen und ohne Gesprächsinhalte. Falls Sie in einem Team arbeiten, klären Sie gemeinsame Regeln.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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