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KI-Kompetenz lehren · KI-Beratung und digitale Transformation

Wer begleitet KI-Lernen? Rollen im Bildungsteam klären

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Teilen Sie die Aufgaben rund um KI-Lernen in vier Rollen auf: Gestalten, fachlich Prüfen, persönlich Begleiten und Verantworten. Halten Sie schriftlich fest, wer was entscheidet und was KI höchstens vorbereiten darf.

Das Problem

An einer Schule oder in einem Weiterbildungsinstitut tauchen mit KI neue Aufgaben auf: Lernmaterial entwerfen, Aufgaben prüfen, Fragen der Lernenden beantworten, Datenschutz klären, Werkzeuge auswählen. Niemand hat dafür eine Stelle, und so übernehmen es einzelne engagierte Personen nebenbei.

Das führt zu typischen Lücken. Eine Kollegin erstellt mit KI ein Arbeitsblatt, das niemand fachlich gegenliest. Ein Kollege lässt Lernende mit einem Werkzeug arbeiten, das die Schulleitung nicht freigegeben hat. Oder alle gehen davon aus, dass jemand anderes zuständig ist.

Frau Keller muss nicht gleich neue Stellen schaffen. Sie braucht Klarheit darüber, welche Verantwortung bei Menschen bleibt, auch wenn eine KI Vorarbeit leistet. Sinnvoll ist ein einfaches Rollenblatt, das das Team gemeinsam erarbeitet.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Sammeln Sie die Aufgaben. Öffnen Sie ein leeres Dokument und notieren Sie im Team, welche Tätigkeiten rund um KI-Lernen anfallen, etwa Aufgaben entwerfen, Ergebnisse prüfen, Lernende begleiten, Eltern informieren, Werkzeuge freigeben. Schreiben Sie jede Aufgabe auf eine eigene Zeile.
  2. Ordnen Sie die Aufgaben vier Rollen zu. Lernarchitektur gestaltet Lernwege und Aufgaben. Fachverantwortung prüft Inhalte auf Richtigkeit. Lernbegleitung betreut Lernende persönlich. Leitung entscheidet über Werkzeuge, Regeln und Datenschutz. Eine Person kann mehrere Rollen tragen.
  3. Bestimmen Sie, was die KI vorbereiten darf. Halten Sie je Aufgabe fest, ob die KI Entwürfe liefern darf und was ausschliesslich Menschen entscheiden. Beurteilung, Förderentscheide und Gespräche über persönliche Situationen bleiben bei Fachpersonen.
  4. Legen Sie die Freigabe fest. Beschreiben Sie, wer ein KI-Material prüft, bevor es Lernende erreicht, und wie diese Prüfung bestätigt wird. Eine Unterschrift oder ein Vermerk im Ablageort genügt.
  5. Klären Sie Vertretung und Erreichbarkeit. Lernende müssen wissen, an wen sie sich bei Fragen oder Problemen wenden. Notieren Sie eine Ansprechperson pro Rolle sowie eine Stellvertretung.
  6. Lassen Sie das Blatt von Betroffenen lesen. Zeigen Sie den Entwurf Lehrpersonen, Lernenden und einer Vertretung der Eltern oder Teilnehmenden. Fragen Sie, wo Zuständigkeiten unklar bleiben.
  7. Prüfen Sie nach einem Semester. Setzen Sie einen Termin, an dem das Team Erfahrungen auswertet und die Rollen anpasst. Rollen ändern sich, wenn Werkzeuge und Erfahrungen sich ändern.

Vorlage zum Kopieren

Ich leite die Zusammenarbeit in einem Bildungsteam ([Schulstufe oder Institution]).
Wir wollen klären, wer KI-Lernangebote gestaltet, fachlich prüft und Lernende begleitet.
Aufgaben, die bei uns anfallen: [Liste von 6 bis 10 Aufgaben]
Entwirf ein Rollenblatt als Tabelle mit den Spalten:
Aufgabe | Rolle (Gestalten, Fachlich prüfen, Begleiten, Verantworten) |
Was die KI vorbereiten darf | Was nur Menschen entscheiden | Ansprechperson (Platzhalter).
Ergänze drei Fragen für die Teamsitzung, die Unklarheiten sichtbar machen.
Verwende keine Namen und keine Daten von Lernenden. Gib keine Stellenbeschreibungen vor.

Passen Sie die Aufgabenliste an Ihre Institution an und streichen Sie Rollen, die bei Ihnen eine Person allein ausfüllt.

Wer macht was?

RolleKernaufgabeWas die KI höchstens vorbereitet
LernarchitekturLernwege und Aufgaben gestaltenEntwürfe für Aufgaben
FachverantwortungInhalte auf Richtigkeit prüfenHinweise auf mögliche Fehler
LernbegleitungLernende persönlich begleitenÜbungsmaterial, Erklärungen
LeitungWerkzeuge, Regeln, DatenschutzEntscheidungsgrundlagen

Worauf Sie achten müssen

  • Verwenden Sie für die Planung keine Daten von Lernenden, Eltern oder Mitarbeitenden. Arbeiten Sie mit Platzhaltern. Grundsätze zum Umgang mit Personendaten und KI erläutert der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte.
  • Klären Sie mit der Schulleitung oder Trägerschaft, welche Werkzeuge freigegeben sind. Kantone und Institutionen regeln das unterschiedlich.
  • Vermeiden Sie Überlastung. Wenn alle Prüfaufgaben bei einer Person landen, wird die Prüfung zur Formalität. Verteilen Sie nach Fachgebiet und Zeit.
  • Beziehen Sie Personen ein, die sich eher skeptisch äussern. Ihre Fragen zeigen oft, wo Regeln fehlen.
  • Eine Rollenklärung ersetzt keine rechtliche Prüfung. Bei Arbeitsverträgen, Pflichtenheften und Datenschutz lassen Sie sich von der zuständigen Stelle beraten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Eine Berufsfachschule im Kanton Solothurn setzt KI zur Erstellung von Übungsaufgaben ein. Vorher entwerfen mehrere Lehrpersonen Aufgaben mit verschiedenen Werkzeugen. Niemand weiss, welche geprüft sind. Ein Fehler in einer Rechenaufgabe fällt erst im Unterricht auf.

Nachher legt das Team ein Rollenblatt an. Eine Lehrperson pro Fach übernimmt die Fachprüfung, die Schulleitung bestimmt zwei freigegebene Werkzeuge, und Lernende melden Fehler an eine feste Ansprechperson. Im Ordner trägt jede Aufgabe einen Vermerk, ob sie geprüft wurde.

Der Aufwand pro Aufgabe steigt kurz, doch die Rückfragen im Unterricht sinken, und alle wissen, an wen sie sich wenden können.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Ihr Bildungsteam eine Organisationsfrage rund um KI klären möchte, begleitet Sie die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana. Beschrieben sind unter anderem die Aufnahme von Prozessen, die Analyse von KI-Potenzialen, die Priorisierung von Vorhaben und ein Umsetzungsplan. Auch die Integration von KI-Agenten mit Einsatzregeln gehört zum beschriebenen Angebot.

Für Weiterbildungen im Team verweist Alpasana auf die Kurse von absofort.ch. Projekte werden individuell offeriert. Die pädagogische Verantwortung bleibt bei Ihrer Institution.

Passende Vertiefungen sind KI-Fortbildung im Kollegium als gemeinsame Erprobung gestalten und Menschliche Nachprüfung bei KI-Bewertung.

Häufige Fragen

Brauchen wir dafür eine eigene Stelle?

In den meisten Fällen nicht. Wichtig ist, dass Aufgaben ausdrücklich zugewiesen sind und Zeit dafür eingeplant wird. Eine zusätzliche Stelle ist eine Frage von Umfang und Budget, die Ihre Trägerschaft entscheidet.

Dürfen Lernende bei der Rollenklärung mitreden?

Ja, und es lohnt sich. Lernende sehen, wo Unterstützung fehlt oder unklar ist. Je nach Alter genügt eine Rückfragerunde statt einer Mitentscheidung.

Was, wenn die KI die Prüfung des Materials übernehmen soll?

Eine zweite KI kann Hinweise liefern, ersetzt aber die fachliche Verantwortung nicht. Eine Person mit Fachwissen muss bestätigen, dass Inhalte stimmen, bevor Lernende damit arbeiten.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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