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Grundlagen · absofort: KI-Weiterbildung mit verifizierbarem Lernnachweis

Warum verbraucht KI Strom?

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI-Modelle laufen auf spezialisierten Computerchips in grossen Rechenzentren, die viel Strom für das Rechnen und für die Kühlung brauchen. Energie fällt einmal beim Training eines Modells an und danach bei jeder einzelnen Anfrage. Sie können den Verbrauch etwas beeinflussen, indem Sie gezielt fragen, nicht unnötig Bilder oder Videos erzeugen und für einfache Fakten eine normale Suche nutzen.

Das Problem

Sie nutzen einen KI-Chat für eine kurze Frage und lesen am nächsten Tag, dass KI «so viel Strom wie ganze Länder» brauche. Dann wieder heisst es, eine einzelne Anfrage sei kaum der Rede wert. Was stimmt nun?

Für viele Menschen ist das ein echtes Anliegen. Sie trennen Abfall, fahren Velo oder ÖV und möchten auch bei digitalen Werkzeugen wissen, was sie auslösen. Gleichzeitig fehlt eine verständliche Erklärung, warum ein Programm, das nur Text ausgibt, überhaupt nennenswert Energie braucht.

Ohne dieses Verständnis bleibt nur ein diffuses schlechtes Gewissen oder Gleichgültigkeit. Beides hilft nicht. Wer weiss, woher der Verbrauch kommt, kann bewusster entscheiden.

Woher der Strombedarf kommt

Ein KI-Chat läuft nicht auf Ihrem Handy, sondern meist in einem Rechenzentrum: einer grossen Halle voller Computer, die rund um die Uhr laufen. Für KI kommen dort besonders leistungsfähige Chips zum Einsatz, sogenannte Grafikprozessoren (GPU, ursprünglich für Computerspiele entwickelt). Sie können sehr viele Rechnungen gleichzeitig ausführen.

Strom wird an zwei Stellen gebraucht:

  • Beim Training: Ein grosses Sprachmodell lernt während Wochen oder Monaten aus riesigen Textmengen. Dafür laufen Tausende Chips gleichzeitig. Dieser Aufwand fällt einmalig pro Modellversion an.
  • Bei der Nutzung: Jede Anfrage löst Berechnungen aus. Fachleute nennen das Inferenz. Einzeln ist das wenig, aber bei Millionen Nutzerinnen und Nutzern täglich summiert es sich. Den Unterschied erklärt die Seite Training und Inferenz.

Dazu kommt die Kühlung: Die Chips werden heiss und müssen gekühlt werden, was zusätzlich Strom und teilweise Wasser braucht. Mehr dazu unter Wasserverbrauch von KI.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem Bericht «Energy and AI» untersucht, wie stark der Strombedarf von Rechenzentren durch KI wächst, und rechnet mit einer deutlichen Zunahme in den kommenden Jahren. Wie gross der Anteil einer einzelnen Anfrage ist, lässt sich von aussen kaum genau sagen, weil die Anbieter dazu oft wenig offenlegen.

Art der NutzungRechenaufwand im VergleichWarum
Kurze Textfrageeher geringwenig Text rein und raus
Langes Dokument zusammenfassenhöherviel Text muss verarbeitet werden
«Denkende» Modelle mit langer Überlegunghöherdas Modell rechnet viele Zwischenschritte
Bild erzeugenhöherBilder entstehen in vielen Rechenschritten
Video erzeugenhochviele Bilder hintereinander
Dieselbe Frage zehnmal neu generierenvervielfachtjede Wiederholung rechnet neu

Die Tabelle zeigt Grössenordnungen im Vergleich, keine genauen Werte. Zu den «denkenden» Modellen lesen Sie mehr unter Reasoning-Modelle einfach erklärt.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie, ob Sie KI überhaupt brauchen. Für Öffnungszeiten, Telefonnummern oder einfache Fakten genügt eine normale Suche oder die Website direkt.
  2. Formulieren Sie Ihre Frage vollständig. Ein klarer Auftrag mit Ziel, Kontext und Format erspart mehrere Nachbesserungsrunden. Die Vorlage unten hilft dabei.
  3. Bitten Sie um Rückfragen auf einmal. Statt viel hin und her: Lassen Sie die KI alle offenen Fragen gesammelt stellen.
  4. Wählen Sie das passende Modell. Viele Dienste bieten schnelle, einfache Modelle und aufwendigere «Denkmodelle» an. Für eine kurze Mail reicht das einfache.
  5. Erzeugen Sie Bilder und Videos gezielt. Beschreiben Sie genau, was Sie brauchen, statt zwanzig Varianten auszuprobieren.
  6. Fügen Sie nur die nötigen Textteile ein. Kopieren Sie statt des ganzen 80-seitigen Berichts den relevanten Abschnitt hinein.
  7. Speichern Sie gute Ergebnisse. Wer gelungene Antworten und Vorlagen aufbewahrt, muss sie nicht neu erzeugen. Weitere Tipps finden Sie unter KI ressourcenbewusst nutzen.
Ablaufgrafik in 7 Schritten: 1. Prüfen Sie, ob Sie KI überhaupt brauchen; 2. Formulieren Sie Ihre Frage vollständig; 3. Bitten Sie um Rückfragen auf einmal; 4. Wählen Sie das passende Modell; 5. Erzeugen Sie Bilder und Videos gezielt; 6. Fügen Sie nur die nötigen Textteile ein; 7. Speichern Sie gute Ergebnisse.
Der Weg im Überblick: Warum verbraucht KI Strom?

Vorlage zum Kopieren

Ich brauche [was genau, z. B. eine Einladung zum Firmenapéro] für [Zielgruppe, z. B. 30 Kundinnen und Kunden eines Coiffeursalons].
Wichtige Angaben: [Datum, Ort, Anlass, Tonfall].
Format: [z. B. maximal 120 Wörter, Du- oder Sie-Form].

Bevor du schreibst: Stelle mir alle Rückfragen, die du für ein gutes Ergebnis brauchst, gesammelt in einer einzigen Nachricht.
Danach erstelle eine einzige, möglichst passende Fassung statt mehrerer Varianten.

Passen Sie Anlass und Format an; der Satz mit den gesammelten Rückfragen spart Ihnen Zeit und dem Rechenzentrum unnötige Durchläufe.

Worauf Sie achten müssen

  • Zahlen im Internet kritisch lesen: Angaben zum Stromverbrauch pro Anfrage schwanken stark, weil Modelle, Hardware und Rechenzentren unterschiedlich sind. Achten Sie darauf, woher eine Zahl stammt und wie alt sie ist.
  • Anbieter legen wenig offen: Viele KI-Firmen veröffentlichen keine oder nur ausgewählte Verbrauchswerte. Vergleiche zwischen Diensten sind deshalb schwierig.
  • Strommix zählt: Ob der Strom aus erneuerbaren oder fossilen Quellen stammt, macht für die Umwelt einen grossen Unterschied. Der Standort des Rechenzentrums ist oft nicht bekannt.
  • Lokale KI ist nicht automatisch sparsamer: Ein KI-Modell auf dem eigenen Computer verbraucht ebenfalls Strom, oft auf weniger effizienter Hardware.
  • Effizienz kann Mehrverbrauch auslösen: Wenn KI billiger und schneller wird, nutzen sie mehr Menschen häufiger. Effizientere Chips senken den Gesamtverbrauch deshalb nicht automatisch.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein kleines Grafikbüro in Baden erstellt für Social Media regelmässig Bilder mit KI. Die Mitarbeitenden generieren oft dutzende Varianten, bis eine gefällt.

Vorher: Für ein einziges Bild entstehen viele Durchläufe, die meisten werden nie angeschaut.

Nachher: Das Team schreibt vor dem Generieren eine kurze Bildbeschreibung mit Stil, Farben und Format. Es erzeugt zuerst wenige Varianten und verfeinert dann gezielt. Gelungene Beschreibungen werden in einer gemeinsamen Vorlagensammlung gespeichert. Die Arbeit ist planbarer, und es entsteht deutlich weniger Ausschuss.

So hilft Ihnen Alpasana

Wer versteht, wie KI arbeitet, nutzt sie gezielter und damit auch ressourcenbewusster. Der KI-Kurs mit Zertifikat von absofort bietet dafür einen Einstieg ohne Vorkenntnisse, mit Lernwegen für unterschiedliche Niveaus.

Sie lernen online im eigenen Tempo, mit Praxisaufgaben, Modul-Quizzen und einem KI-Lerncoach. Zum Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat mit eindeutiger ID, das öffentlich überprüft werden kann.

Häufige Fragen

Verbraucht eine KI-Anfrage mehr Strom als eine Google-Suche?

Fachleute gehen davon aus, dass eine Anfrage an ein grosses Sprachmodell in der Regel mehr Rechenleistung braucht als eine klassische Suche. Genaue Vergleichswerte sind umstritten und hängen stark vom Modell ab. Für einfache Fakten ist die normale Suche meist die sparsamere Wahl.

Sollte ich aus Umweltgründen ganz auf KI verzichten?

Das ist eine persönliche Entscheidung. Wenn KI Ihnen Arbeit abnimmt, etwa unnötige Fahrten oder Ausdrucke spart, kann der Nutzen den Aufwand aufwiegen. Wichtig ist der bewusste, gezielte Einsatz.

Werden KI-Modelle mit der Zeit sparsamer?

Hersteller arbeiten an effizienteren Chips und kleineren Modellen, die weniger Rechenleistung brauchen. Gleichzeitig steigt die Nutzung stark. Wie sich der Gesamtverbrauch entwickelt, hängt von beidem ab.

Gibt es KI-Dienste, die mit Ökostrom betrieben werden?

Einige Anbieter von Rechenzentren werben mit erneuerbarer Energie. Wie vollständig und überprüfbar diese Angaben sind, ist von aussen oft schwer zu beurteilen. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach Nachweisen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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