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Semantische Suche oder Stichwortsuche für unsere Dokumente?

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Stichwortsuche findet exakte Begriffe wie Artikelnummern und Namen. Die semantische Suche findet Inhalte nach Bedeutung, auch bei anderen Wörtern. Für die meisten Firmendokumente ist eine Kombination beider am besten. Welche bei Ihnen besser wirkt, zeigt ein Test mit echten Fragen.

Das Problem

Ihre Mitarbeitenden suchen im Dokumentenbestand. Die eine tippt «Arbeitszeit Samstag», der andere «Wochenendarbeit», die dritte «Dienst am Wochenende». Alle meinen dasselbe. Im Dokument steht «Sonntags- und Feiertagsarbeit». Nur eine der drei Suchen findet es.

Gleichzeitig sucht jemand nach der Artikelnummer «AB-4471» oder nach «Gesamtarbeitsvertrag Art. 12». Hier muss die Suche genau den eingegebenen Text finden, nicht ähnliche Dinge.

Bei der Einführung eines Wissens-Chatbots stellt sich deshalb die Frage: Welche Art von Suche soll im Hintergrund arbeiten? Es gibt zwei Grundtypen, und beide haben Stärken und Schwächen. Diese Seite vergleicht sie und hilft Ihnen, mit einem einfachen Test die richtige Wahl zu treffen.

Einfach erklärt

Stichwortsuche (auch Volltextsuche) vergleicht die eingegebenen Wörter mit den Wörtern in den Dokumenten. Sie findet, was dort steht, und zwar buchstabengenau, oft mit kleinen Hilfen wie Wortstamm oder Gross-/Kleinschreibung. Sie ist schnell, nachvollziehbar und gut bei Namen, Nummern und Fachbegriffen.

Semantische Suche (Bedeutungssuche) übersetzt Frage und Texte in Zahlenreihen, sogenannte Embeddings, und sucht die ähnlichste Bedeutung. Sie findet auch Texte, die andere Wörter verwenden. Dafür ist sie weniger genau bei Zahlen und Namen und schwerer zu erklären.

MerkmalStichwortsucheSemantische Suche
FindetExakte WörterÄhnliche Bedeutung
Stark beiNamen, Nummern, ParagrafenUmschreibungen, Alltagssprache
Schwach beiSynonymen, anderen FormulierungenExakten Angaben
NachvollziehbarkeitHoch: «Das Wort steht im Text»Geringer: «Es ist ähnlich»
AufwandGeringHöher, braucht Embeddings
TippfehlerSchwierigOft robuster

Viele Systeme nutzen eine hybride Suche: Sie kombinieren beide und mischen die Ergebnisse. Mehr dazu: Hybride Suche.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Typische Fragen sammeln. Holen Sie 30 echte Fragen von Mitarbeitenden oder Kunden. Schreiben Sie sie so, wie sie gestellt werden, mit Umgangssprache und Tippfehlern.
  1. Fragen einteilen. Welche enthalten exakte Begriffe (Nummern, Namen, Paragrafen)? Welche sind Umschreibungen? Welche gemischt?
  1. Zu jeder Frage die richtige Fundstelle notieren. Welches Dokument und welcher Abschnitt enthält die Antwort? Das ist Ihre Referenz.
  1. Beide Suchen testen. Lassen Sie, wenn möglich, Ihr System mit Stichwortsuche, semantischer Suche und Kombination suchen und notieren Sie, ob die richtige Stelle unter den ersten fünf Treffern ist.
  1. Auswerten. Zählen Sie pro Fragetyp die Treffer. Zeigt sich ein klares Muster?
  1. Entscheiden. Wenn beide Fragetypen wichtig sind, wählen Sie die hybride Suche. Wenn fast nur Umschreibungen vorkommen, genügt vielleicht die semantische. Bei Katalogen mit Nummern genügt die Stichwortsuche.
  1. Schwache Fälle verbessern. Ergänzen Sie Synonyme, bessere Titel oder Hinweise in den Dokumenten.
  1. Test wiederholen. Wiederholen Sie ihn bei jeder grösseren Änderung am Dokumentenbestand oder am System.

Vorlage zum Kopieren

Mit diesem Auftrag lassen Sie sich Testfragen für den Vergleich entwerfen. Geben Sie nur allgemeine Angaben zu Ihrem Betrieb an.

Wir wollen testen, ob eine Stichwortsuche, eine semantische Suche oder eine Kombination für unsere Dokumente besser ist.

Branche und Dokumentarten: [z. B. Handwerksbetrieb: Arbeitsanweisungen, Materialkatalog, Garantiebedingungen]
Typische Nutzer: [z. B. Monteure, Büro, Kunden]

Erstelle 30 Testfragen in drei Gruppen:
A) 10 Fragen mit exakten Begriffen (Nummern, Fachwörter, Eigennamen aus unserer Branche, mit Platzhaltern).
B) 10 Fragen, die dasselbe mit anderen Wörtern umschreiben (Alltagssprache, Synonyme).
C) 10 gemischte Fragen, teils mit Tippfehlern oder Mundartanklängen.
Schreibe zu jeder Frage ein Feld «Fundstelle (von uns auszufüllen)». Erfinde keine Fakten über unsere Dokumente.

Die Fundstellen tragen Sie selbst ein. Nur so wird der Test belastbar.

Worauf Sie achten müssen

  • Schweizer Besonderheiten: Begriffe wie «Velo», «Znüni» oder Mundartwörter werden von Modellen unterschiedlich gut verstanden. Testen Sie mit Ihren eigenen Wörtern.
  • Fachsprache: In Spezialgebieten kann die Stichwortsuche zuverlässiger sein, weil Fachbegriffe exakt stehen.
  • Kein Allheilmittel: Auch die beste Suche hilft nicht, wenn das richtige Dokument fehlt oder veraltet ist.
  • Nachvollziehbarkeit: Bei der Bedeutungssuche ist schwerer zu erklären, warum ein Abschnitt gefunden wurde. Für Bereiche mit Prüfpflichten kann das ein Nachteil sein.
  • Kosten und Aufwand: Die semantische Suche braucht zusätzliche Berechnungen und Speicher. Fragen Sie den Anbieter nach Kosten, siehe Kostenfaktoren eines Wissens-Chatbots.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Grosshändler für Sanitärartikel in Zürich möchte, dass die Verkäufer im Innendienst per Chatbot Produktinformationen finden. Ein Teil der Anfragen enthält Artikelnummern («Was ist die Lieferzeit für 4471-B?»), ein Teil Umschreibungen («Dichtung für alten Wasserhahn, der tropft»).

Vorher geht die Leiterin davon aus, dass «die KI schon alles findet». Nachher testet sie 30 Fragen (die Zahlen sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung): Die Stichwortsuche findet 9 von 10 Nummernfragen, aber nur 3 von 10 Umschreibungen. Die semantische Suche findet 8 von 10 Umschreibungen, aber nur 4 von 10 Nummernfragen. Die Kombination schafft 9 und 8 Treffer. Sie entscheidet sich für die hybride Suche und lässt die Auswertung mit den Fragen aus dem Verkaufsalltag im nächsten Quartal wiederholen.

So hilft Ihnen Alpasana

Wenn Sie vor der Auswahl einer Lösung Ihren Anwendungsfall klären, einen Pilot aufsetzen und Einsatzregeln festlegen möchten, unterstützt Alpasana bei KI-Beratung und digitaler Transformation: Prozesse aufnehmen, KI-Potenziale analysieren, Vorhaben priorisieren, KI-Agenten mit Anwendungsfall, Pilot, Einsatzregeln und Skalierung integrieren, Schnittstellen konzipieren, Systeme verbinden und die Umsetzung dokumentieren.

Eine bestimmte Suchtechnik oder Software wird nicht vorausgesetzt. Projekte werden individuell offeriert.

Häufige Fragen

Reicht die Suche meines Dokumentensystems nicht aus?

Wenn sie Ihre Fragen zuverlässig beantwortet, ja. Ein Wissens-Chatbot lohnt sich besonders, wenn Menschen Fragen in eigenen Worten stellen und das System den passenden Abschnitt finden muss.

Ist die semantische Suche immer besser?

Nein. Sie ist besser bei Umschreibungen, aber schwächer bei exakten Angaben. Deshalb ist die Kombination oft die beste Wahl.

Wie viele Testfragen sind genug?

Für einen ersten Eindruck genügen 30 bis 50 realistische Fragen. Mehr Fragen machen das Bild klarer, aber das Wichtigste ist, dass sie dem Alltag entsprechen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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