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Didaktik & Methoden · Prompt Engineering

Projektunterricht mit KI: Zwischenkonferenzen vorbereiten

Stand 10.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

In einer Zwischenkonferenz halten Projektgruppen kurz inne und besprechen Fortschritt, Hindernisse und nächste Schritte. Eine KI kann Gesprächsimpulse und ein Protokollraster vorbereiten; das Gespräch führen die Gruppen selbst, und Ihre Rolle bleibt Begleitung und Rückfrage.

Das Problem

Frau Keller betreut an der Sekundarschule eine dreiwöchige Projektarbeit. Die Gruppen arbeiten selbständig an Themen wie «Wasser im Dorf» oder «Unser Schulweg». In der Mitte der Zeit wird es unruhig: Eine Gruppe hat sich verzettelt, eine andere streitet über die Aufgabenverteilung, eine dritte ist schon fertig, ohne gründlich gearbeitet zu haben.

Im Projektunterricht lernen Jugendliche, Vorhaben zu planen, zu steuern und zu beurteilen. Das gelingt nur, wenn sie zwischendurch innehalten und auf den bisherigen Verlauf schauen. Eine Zwischenkonferenz ist eine solche geplante Pause: Die Gruppe beantwortet kurz, was bisher erreicht ist, was behindert und was als Nächstes folgt.

Wenn Sie als Lehrperson mehrere Gruppen gleichzeitig betreuen, fehlt Ihnen die Zeit, jedes Gespräch individuell zu planen. Gesprächsimpulse und ein klares Raster lassen sich aber vorbereiten, und KI kann dabei unterstützen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Zeitpunkt festlegen. Planen Sie die Zwischenkonferenz zu einem Zeitpunkt, an dem noch genug Zeit zum Umsteuern bleibt, etwa nach etwa der Hälfte der Projektzeit.
  1. Ziel klären. Die Konferenz dient der Reflexion, nicht der Benotung. Sagen Sie das den Lernenden ausdrücklich.
  1. Impulse entwerfen lassen. Geben Sie der KI Projektthema, Stufe und Dauer mit dem Prompt unten. Sie soll offene Fragen zu Fortschritt, Entscheidungen, Hindernissen und nächsten Schritten liefern.
  1. Fragen auswählen. Streichen Sie, was nicht zum Projekt passt, und wählen Sie fünf bis sieben Fragen. Weniger ist mehr, denn die Gruppen brauchen Zeit zum Antworten.
  1. Raster erstellen. Bereiten Sie eine einfache Tabelle vor mit Spalten «Was ist geschafft?», «Was hindert uns?», «Was ändern wir?» und «Wer macht was bis wann?». Die Gruppe füllt es selbst aus.
  1. Konferenz durchführen. Jede Gruppe spricht 10 bis 15 Minuten. Sie hören zu und stellen höchstens eine Rückfrage. Lassen Sie die Gruppe selbst Lösungen finden.
  1. Vereinbarungen schriftlich festhalten. Die Gruppe hält ihre nächsten Schritte fest. Beim nächsten Treffen schauen Sie gemeinsam darauf.
  1. Abschlussreflexion verknüpfen. Nutzen Sie die Zwischenstände für die Schlussauswertung. Der Verlauf zeigt, was die Gruppe gelernt hat.

Vorlage zum Kopieren

Du unterstützt mich als Lehrperson beim Projektunterricht. Stufe: [Stufe]. Projektthema: [Thema]. Projektdauer: [z. B. 3 Wochen], Zwischenkonferenz nach [Zeitpunkt].

Aufgabe:
1. Formuliere sieben offene Reflexionsfragen für Projektgruppen zu: Fortschritt, getroffene Entscheidungen, Hindernisse, Zusammenarbeit und nächsten Schritten. Jede Frage in einfacher Sprache für [Alter].
2. Ergänze jeweils eine Nachfrage, falls die Gruppe nur knapp antwortet.
3. Erstelle ein Protokollraster als Tabelle, das die Gruppe selbst ausfüllt (Was ist geschafft, Was hindert uns, Was ändern wir, Wer macht was bis wann).
4. Formuliere die Fragen so, dass sie nicht einzelne Personen blossstellen.

Passen Sie Alter und Projektthema an. Probieren Sie die Fragen zuerst mit einer Gruppe aus und kürzen Sie, was nicht nötig ist.

FrageartBeispielWirkung
FortschrittWas ist seit Beginn entstanden?Bestandsaufnahme
EntscheidungWas habt ihr entschieden und warum?Begründungen sichtbar
HindernisWas bremst euch gerade?Probleme früh erkennen
ZusammenarbeitWas klappt in der Gruppe gut?Teamreflexion
Nächster SchrittWas ändert ihr morgen?Verbindlichkeit

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Personendaten in die KI: Beschreiben Sie Projektthema und Stufe allgemein. Namen, Konflikte einzelner Lernender und Beurteilungen gehören nicht in öffentliche KI-Dienste.
  • Bloss stellen vermeiden: Fragen zur Zusammenarbeit können Konflikte offenlegen. Formulieren Sie sie neutral («Was klappt, was möchtet ihr ändern?») und schützen Sie Lernende vor Schuldzuweisungen.
  • Überforderung: Jüngere Lernende brauchen Hilfen beim Reflektieren, etwa Satzanfänge. Prüfen Sie, ob die Fragen zur Stufe passen.
  • Lehrplanbezug: Im Lehrplan 21 stehen überfachliche Kompetenzen wie Selbstreflexion, Kooperationsfähigkeit und Selbständigkeit. Sie lassen sich in der Zwischenkonferenz gezielt üben; die Gewichtung regeln Kantone und Schulen.
  • Gerechte Beurteilung: Wenn Reflexionen in die Beurteilung einfliessen, machen Sie die Kriterien vorher bekannt und beurteilen Sie keine privaten Äusserungen.
  • Eigenständigkeit: Die Gruppen sollen selbst Antworten finden. Lassen Sie sie keine KI nach Lösungen für ihre Teamprobleme fragen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Frau Keller betreut vier Gruppen im Projekt «Unser Schulweg». Für die Zwischenkonferenz lässt sie sich sieben Reflexionsfragen und ein Raster entwerfen und kürzt auf fünf Fragen.

Vorher: Auf die Frage «Wie läuft es?» hört sie «gut» von jeder Gruppe. Nachher: Mit den konkreten Fragen erkennt eine Gruppe selbst, dass sie zwar viele Fotos gesammelt, aber noch keine Fragestellung formuliert hat. Eine andere stellt fest, dass nur zwei Personen schreiben, und teilt die Aufgaben um. Frau Keller stellt je eine Rückfrage und hält sich sonst zurück. Zwei Fragen der KI waren ihr zu abstrakt, sie hat sie weggelassen.

So hilft Ihnen Alpasana

Gute Reflexionsimpulse entstehen, wenn Sie der KI Stufe, Projekt und gewünschtes Format präzise vorgeben und die Ergebnisse prüfen. Das üben Sie im Online-Kurs Prompt Engineering von absofort: Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festlegen, komplexe Aufgaben schrittweise bearbeiten, Prompts überarbeiten. Der Kurs berücksichtigt den Datenschutz, braucht keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat.

Wie Sie Projektarbeit an Ihrer Schule gestalten, entscheiden Sie mit Ihrem Kollegium im Rahmen der kantonalen Vorgaben.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Zwischenkonferenz dauern?

Etwa 10 bis 15 Minuten pro Gruppe genügen meist. Längere Gespräche verlieren sich, kürzere bleiben an der Oberfläche.

Was tue ich, wenn eine Gruppe nichts zu berichten hat?

Das ist selbst ein Befund. Fragen Sie, was bisher geschafft wurde, und lassen Sie die Gruppe einen ersten kleinen Schritt festlegen. Leitfragen für den Projektstart finden Sie bei Projektunterricht: Tragfähige Leitfragen mit KI finden.

Kann die KI das Protokoll der Konferenz schreiben?

Das Protokoll gehört den Gruppen, sie sollen es selbst festhalten. Eine KI für Mitschriften von Gesprächen mit Lernenden einzusetzen, ist heikel, weil Personendaten betroffen sind.

Wie bewerte ich Projektarbeit fair?

Machen Sie die Kriterien vorher bekannt und beurteilen Sie Prozess und Produkt getrennt. Hinweise zum Reflektieren des Lernens gibt Metakognition fördern: Lerntagebuchfragen mit KI entwickeln.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

Quellen

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