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Branchen · Prompt Engineering

Destinationstexte mit KI schreiben und Fakten belegen

Stand 10.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine KI schreibt gute Destinationstexte, wenn Sie ihr eine geprüfte Faktenliste mitgeben und verlangen, dass sie nichts dazuerfindet. Anschliessend kontrollieren Sie jede Aussage über Orte, Zahlen und Öffnungszeiten an der Quelle. So wird der Text lebendig und bleibt belegbar.

Das Problem

Frau Müller betreut die Website eines kleinen Tourismusbüros in einer Ferienregion. Sie soll für jeden Ort eine ansprechende Beschreibung schreiben: Was gibt es zu sehen, was ist besonders, für wen lohnt sich ein Besuch? Die Texte sollen frisch klingen und doch stimmen.

Viele Destinationstexte lesen sich gleich: «Idyllisch eingebettet, lädt der Ort zum Verweilen ein.» Solche Sätze sagen nichts. Fragt man eine KI einfach «Schreibe einen Text über [Ort]», gibt es noch zwei weitere Gefahren. Erstens liefert sie ebenfalls Floskeln. Zweitens erfindet sie gern Details: eine Burg, die es nicht gibt, ein Fest im falschen Monat oder eine Höhe, die nicht stimmt.

Ein Text, der Gäste in die Irre führt, schadet dem Ruf der Region. Gäste fahren umsonst zu einer geschlossenen Attraktion, oder sie suchen etwas, das nie existierte. Deshalb brauchen Sie ein Vorgehen, bei dem die Fakten von Ihnen kommen und die KI nur beim Formulieren hilft.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Faktenliste anlegen. Notieren Sie für den Ort in Stichworten, was belegt ist: Sehenswürdigkeiten, Wanderwege, Veranstaltungen, Erreichbarkeit, Besonderheiten. Neben jeden Punkt schreiben Sie die Quelle, etwa «Gemeinde-Website», «Auskunft Museum» oder «eigene Besichtigung am [Datum]».
  1. Zielgruppe festlegen. Familien, Wandernde, Kulturinteressierte oder Geschäftsreisende brauchen unterschiedliche Schwerpunkte. Entscheiden Sie, für wen der Text gedacht ist.
  1. Tonfall bestimmen. Beschreiben Sie in zwei, drei Sätzen, wie Ihre Region klingt: ruhig, herzlich, sachlich. Geben Sie wenn möglich einen eigenen Beispieltext als Muster mit.
  1. Prompt mit Faktenbasis erstellen. Fügen Sie Faktenliste, Zielgruppe und Tonfall in den Auftrag ein und verlangen Sie ausdrücklich, dass nur diese Fakten verwendet werden. Die Vorlage unten zeigt, wie das aussieht.
  1. Entwurf lesen und Floskeln streichen. Streichen Sie Sätze, die auf jeden Ort passen würden. Fragen Sie sich bei jedem Satz: Was weiss die Leserin danach, was sie vorher nicht wusste?
  1. Jede Aussage belegen. Markieren Sie im Entwurf alle Namen, Zahlen, Daten und Aussagen wie «der älteste» oder «einzigartig». Prüfen Sie jede einzelne an Ihrer Faktenliste. Was nicht belegt ist, fliegt raus oder wird umformuliert.
  1. Besonderheiten ergänzen. Fügen Sie persönliche Eindrücke hinzu, die nur Sie kennen: den besten Platz für den Sonnenuntergang, den Bäcker mit dem Zopf am Sonntag. Das macht den Text einzigartig und ist gleichzeitig nachprüfbar.
  1. Freigabe und Datum. Lassen Sie den Text von einer zweiten Person lesen, die den Ort kennt. Notieren Sie das Prüfdatum, damit Sie später wissen, wann der Text überprüft werden muss.

Vorlage zum Kopieren

Du bist Texterin für ein Schweizer Tourismusbüro.

Aufgabe: Schreibe eine Ortsbeschreibung von etwa [150–200] Wörtern für die Website.
Zielgruppe: [z. B. Familien mit Kindern]
Tonfall: [z. B. herzlich, sachlich, ohne Übertreibung]
Sprache: Deutsch (Schweiz), Anrede «Sie», «ss» statt «ß»

Wichtige Regeln:
- Verwende NUR die Fakten aus der Liste unten.
- Erfinde keine Namen, Zahlen, Daten, Preise oder Superlative.
- Wenn eine Angabe fehlt, schreibe in eckigen Klammern [Angabe fehlt] statt zu raten.
- Vermeide Floskeln wie «idyllisch», «lädt zum Verweilen ein», «für jeden etwas».

Fakten (mit Quelle):
[Stichwort 1 – Quelle]
[Stichwort 2 – Quelle]
[Stichwort 3 – Quelle]

Gib am Ende eine Liste «Aussagen, die ich prüfen sollte» aus.

Passen Sie Länge, Zielgruppe und Tonfall an. Die Regeln zu den Fakten lassen Sie unverändert stehen, sie sind das Herzstück.

Aussage im TextWie belegt?
Name einer SehenswürdigkeitOffizielle Website oder Auskunft vor Ort
Öffnungszeiten, PreiseAnbieter direkt, mit Abrufdatum
«Der grösste» oder «der älteste»Nur mit Quelle, sonst streichen
ErreichbarkeitFahrplan oder Kartendienst am Tag der Prüfung
VeranstaltungsdatenVeranstalter, jährlich neu prüfen

Worauf Sie achten müssen

  • Erfundene Angaben: Sprachmodelle füllen Lücken mit Plausiblem. Das nennt man Halluzination. Erklärt wird sie unter Halluzinationen einfach erklärt. Verlangen Sie darum die Klammer «[Angabe fehlt]» und prüfen Sie jede Zahl.
  • Bildrechte und fremde Texte: Kopieren Sie keine Beschreibungen von anderen Websites in den Prompt, wenn Sie die Rechte nicht haben. Verwenden Sie eigene Notizen. Welche Folgen Bild- und Textrechte haben können, klärt im Zweifel eine Fachperson.
  • Aktualität: Öffnungszeiten, Preise und Veranstaltungen ändern sich. Datieren Sie Ihre Faktenliste und planen Sie eine regelmässige Überprüfung ein.
  • Einheitlicher Stil: KI-Texte können sich über mehrere Seiten sehr ähnlich lesen. Geben Sie jeder Seite einen eigenen Schwerpunkt.
  • Gästeversprechen: Formulierungen wie «garantiert schneefrei» oder «immer ruhig» sind Zusagen. Verwenden Sie nur Aussagen, die Sie halten können.
  • Auffindbarkeit: Gute Texte helfen auch bei der Suche. Mehr dazu unter Auffindbarkeit in KI-Suchen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein kleines Tourismusbüro im Toggenburg will zwanzig Dörfer neu beschreiben. Früher schrieb die Mitarbeiterin jeden Text von Grund auf, und nach fünf Seiten klangen alle gleich. Dann liess sie ohne Vorgaben eine KI schreiben. Das Ergebnis erwähnte in einem Text ein Museum, das es im betreffenden Dorf gar nicht gibt.

Danach legte sie für jedes Dorf eine Faktenliste mit Quelle an und verwendete die Vorlage oben. Die KI lieferte pro Dorf einen Rohtext, und die Mitarbeiterin prüfte jeden Namen und jede Zahl. Zwei Aussagen mussten gestrichen werden, weil sie keine Quelle fanden. Die Texte waren schneller fertig als von Hand, und eine Kollegin, die das Dorf kennt, ergänzte noch persönliche Tipps.

So hilft Ihnen Alpasana

Ob die KI Floskeln liefert oder brauchbare Entwürfe, hängt vor allem vom Auftrag ab. Im Kurs Prompt Engineering von absofort lernen Sie, Aufgabe, Rolle, Kontext, Ziel und Ausgabeformat festzulegen, Beispiele zur Steuerung einzusetzen und Ergebnisse zu prüfen. Dabei berücksichtigen Sie auch den Datenschutz.

Sie erarbeiten ein getestetes Prompt-Set für einen wiederkehrenden Prozess, zum Beispiel Ihre Ortsbeschreibungen. Der Kurs läuft online, braucht keine Programmierkenntnisse und endet mit einem Zertifikat. Die Faktenprüfung bleibt auch danach Ihre Aufgabe.

Häufige Fragen

Darf ich Texte von der Gemeinde-Website als Grundlage in die KI einfügen?

Das hängt davon ab, wer die Rechte an den Texten hat und was Sie damit vorhaben. Sicherer ist es, Stichworte aus offiziellen Quellen selbst zusammenzufassen und nur diese Notizen zu verwenden. Bei Zweifeln fragen Sie die Gemeinde.

Wie erkenne ich erfundene Details im Text?

Achten Sie auf besonders konkrete Angaben: Jahreszahlen, Höhen, Namen von Personen, Superlative. Diese Stellen sind am anfälligsten. Gleichen Sie sie mit Ihrer Faktenliste ab, und streichen Sie, was nicht belegt ist.

Soll ich den Text als KI-Text kennzeichnen?

Eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für solche Beschreibungen können wir hier nicht pauschal bejahen oder verneinen. Entscheidend ist, dass der Text stimmt und von Ihnen verantwortet wird. Legen Sie intern fest, wie Sie damit umgehen.

Funktioniert das auch für mehrsprachige Websites?

Ja. Schreiben Sie zuerst die geprüfte Version in einer Sprache und übersetzen Sie danach. Prüfen Sie in der Übersetzung wieder alle Namen und Zahlen.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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