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Branchen · KI-Beratung und digitale Transformation

Kommissionierfehler mit KI nach Ursachen ordnen

Stand 10.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Erfassen Sie jeden Fehler mit wenigen festen Angaben (Art, Artikel, Ort, Zeit, Schicht) und lassen Sie die KI die Einträge nach Mustern ordnen. Die Ursachenanalyse machen Sie mit dem Team vor Ort. KI zeigt Häufungen, aber nicht, warum sie entstanden sind.

Das Problem

In Ihrem Lager oder Versand werden Bestellungen zusammengestellt, das nennt man Kommissionieren. Trotz Sorgfalt passieren Fehler: falscher Artikel, falsche Menge, vergessene Position, beschädigte Ware. Die Kundin reklamiert, es gibt Nachlieferung, Gutschrift und Ärger.

Meist werden solche Fehler einzeln behoben. Wenn ein Kunde anruft, schickt man das Richtige und geht weiter. Dass sich dieselben Fehler regelmässig wiederholen, fällt kaum jemandem auf, weil die Informationen verstreut sind: Reklamationsmails, Lieferscheine, Notizen auf Zetteln.

Wer die Fehler sammelt und nach Ursachen ordnet, sieht Muster: bestimmte Artikel, bestimmte Lagerplätze, bestimmte Zeiten. Daraus lassen sich gezielte Verbesserungen ableiten. KI kann beim Ordnen helfen. Die Suche nach Ursachen bleibt eine Aufgabe der Menschen, die den Ablauf kennen.

So lösen Sie es mit KI – Schritt für Schritt

  1. Eine einfache Fehlererfassung einführen. Jeder Fehler wird mit denselben Angaben notiert: Datum, Auftrag (Nummer), Art des Fehlers, betroffener Artikel, Lagerort, Schicht, wie entdeckt (Kundin, Kontrolle). Eine Excel-Tabelle oder ein Formular genügt.
  1. Fehlerarten festlegen. Wenige klare Kategorien helfen: falscher Artikel, falsche Menge, fehlende Position, beschädigt, falsche Adresse oder Verpackung. Mehr als sechs bis acht Kategorien machen die Auswertung unübersichtlich.
  1. Einige Wochen sammeln. Für aussagekräftige Muster brauchen Sie mindestens vier bis acht Wochen oder genügend Fälle. Nehmen Sie auch kleine Fehler auf, die intern entdeckt werden, nicht nur Kundenreklamationen.
  1. Daten bereinigen. Entfernen Sie Kundennamen und Adressen. Artikelnummern und Lagerorte dürfen bleiben, wenn Ihr KI-Dienst für Betriebsdaten freigegeben ist. Prüfen Sie die Tabelle auf Lücken und Tippfehler.
  1. Muster finden lassen. Öffnen Sie einen erlaubten KI-Assistenten, also ein Programm, dem Sie schriftlich Aufgaben geben. Fügen Sie die Tabelle mit der Vorlage unten ein und lassen Sie Häufungen nach Fehlerart, Artikel, Ort, Zeit und Schicht beschreiben. Die KI soll Zahlen nennen, die Sie nachprüfen.
  1. Die Muster vor Ort prüfen. Gehen Sie mit der Teamleitung an die auffälligen Stellen: Sind ähnlich aussehende Artikel nebeneinander gelagert? Ist die Beschriftung unklar? Gibt es Zeitdruck in bestimmten Schichten? Ursachen erkennt man am Regal, nicht am Bildschirm.
  1. Massnahmen ableiten und ausprobieren. Zum Beispiel: Artikel trennen, Etiketten verbessern, Kontrollschritt ergänzen, Arbeitsplatz anders gestalten. Setzen Sie eine Massnahme nach der anderen um und beobachten Sie die Wirkung.
  1. Erfolg messen. Vergleichen Sie Fehlerzahlen vor und nach der Massnahme über dieselbe Dauer. Beachten Sie Schwankungen und Saison, siehe Fehlerquote messen.
FehlerartMögliche Ursachen (vor Ort prüfen)Beispielmassnahme
Falscher ArtikelÄhnliche Artikel nebeneinander, unklare BeschriftungArtikel trennen, Etikett verbessern
Falsche MengeUnklare VerpackungseinheitEinheit am Regal deutlich machen
Fehlende PositionLange Pickliste, UnterbrechungKontrollscan am Schluss
BeschädigtVerpackung, UmgangVerpackungsregel anpassen

Vorlage zum Kopieren

Ich möchte Kommissionierfehler in unserem Lager auswerten.
Hier ist die Fehlertabelle mit [Anzahl] Einträgen (ohne Kundennamen): [Tabelle mit Datum, Fehlerart, Artikel, Lagerort, Schicht, wie entdeckt].
Bitte:
1. zähle die Fehler pro Fehlerart, pro Artikel, pro Lagerort und pro Schicht,
2. nenne die auffälligsten Häufungen und gib die Zahlen dazu,
3. nenne fünf Fragen, die ich vor Ort am Regal und mit dem Team klären sollte, um Ursachen zu finden.
Stelle keine Behauptungen über Ursachen auf, die nicht aus den Daten hervorgehen, und gib keine Bewertung einzelner Personen ab.
Rechne nur mit den Daten, die ich gebe, und weise auf zu kleine Fallzahlen hin.

Setzen Sie Ihre Tabelle ein und lassen Sie Namen von Kunden und Mitarbeitenden weg.

Worauf Sie achten müssen

  • Keine Schuldzuweisung. Fehlerauswertung dient der Verbesserung des Ablaufs, nicht der Bewertung einzelner Personen. Wer sich beschuldigt fühlt, meldet Fehler nicht mehr. Auswertungen nach Mitarbeitenden sind heikel, siehe Leistungskontrolle vermeiden.
  • Kleine Fallzahlen. Bei wenigen Fehlern können Zufälle als Muster erscheinen. Lassen Sie sich Fallzahlen nennen und sammeln Sie weiter, bevor Sie grosse Änderungen machen. Siehe Kleine Stichproben auswerten.
  • Ursachen nicht aus Daten allein. KI kann Zusammenhänge vermuten, die keine sind. Prüfen Sie jede Vermutung vor Ort.
  • Rechenfehler. KI kann sich beim Zählen irren. Kontrollieren Sie eine Auswertung stichprobenweise von Hand.
  • Datenschutz. Auftragsdaten können Personendaten enthalten. Anonymisieren Sie oder nutzen Sie nur freigegebene Dienste.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein erfundenes Beispiel: Ein Grosshändler für Bürobedarf in Oftringen hat jede Woche etwa ein Dutzend Reklamationen. Frau Müller aus der Auftragsabwicklung sammelt sechs Wochen lang alle Fehler in einer Tabelle.

Mit der Vorlage lässt sie auswerten. Das Ergebnis: Mehr als ein Drittel der Fehler betrifft zwei Artikel mit fast identischer Verpackung, die nebeneinander liegen. Die Lagerleiterin trennt die Artikel und ergänzt farbige Etiketten. Drei Monate später sind diese Verwechslungen fast verschwunden.

So hilft Ihnen Alpasana

Die KI-Beratung und digitale Transformation von Alpasana umfasst laut Leistungsbeschreibung das Aufnehmen von Prozessen, das Verbessern von Geschäftsprozessen sowie digitale Workflows und Automatisierungen mit Dokumentation der Umsetzung.

Das hilft, Fehlererfassung und Verbesserungsablauf zu strukturieren. Die Ursachensuche im Lager bleibt Aufgabe Ihres Teams. Projekte werden individuell offeriert.

Häufige Fragen

Reicht eine Excel-Tabelle?

Ja, für den Anfang. Wichtig sind gleiche Angaben bei jedem Fehler. Eine Software lohnt sich bei hohem Volumen.

Wie viele Fehlerarten brauche ich?

Sechs bis acht reichen. Mehr verwirrt, weniger versteckt Unterschiede.

Soll die KI Verbesserungen vorschlagen?

Sie kann Ideen liefern, aber prüfen Sie jede am Arbeitsplatz. Mehr zu Rückläufen: Retourengründe analysieren.

Wie erkenne ich, ob eine Massnahme wirkt?

Durch Vergleich der Fehlerzahlen vor und nach der Änderung, über denselben Zeitraum. Beachten Sie die Zahl der bearbeiteten Aufträge.

Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von der Alpasana GmbH · 10.10.2026. So arbeitet die Redaktion · Fehler entdeckt? Melden Sie es uns.

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